Forum: Wirtschaft
US-Wirtschaft: Ökonomen warnen vor Folgen der Steuerreform
AP

Die Steuerreform von US-Präsident Trump soll die ohnehin boomende Wirtschaft anheizen. Experten halten das für einen großen Fehler.

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Bueckstueck 15.02.2018, 13:52
1. So ist das eben

Wenn Leute, die vorallem die eigenen Taschen und die ihrer Geldgeber füllen wollen, an den Hebeln der Macht wirken.

Die Zeichen stehen ja schon jetzt, zwei Monate nach Verabschiedung die Steuersenkungen, auf Sturm: Verbraucherpreise rauf, Einzelhandelumsatz runter. Geld wird aus Aktien abgezogen und in Staatsanleihen gesteckt weil man hier höhere Renditen erwartet.

Und wenn dann die Börsenblase endgültig platzt oder die Konjunktur tankt, stehen nicht mehr ausreichend Werkzeuge und vorallem Mittel zur Verfügung um zu stimulieren.

Und von der Deregulierung der Bankster durch trump sprechen wir besser gar nicht, dieses böse Erwachen kommt noch früh genug.

Dilettanten am Werk...

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Cyberfeld 15.02.2018, 13:53
2. Starke Zinserhöhungen?

Hypothetisch ja praktisch unwahrscheinlich, weil Inflation käme den USA sehr gelegen das würde ihre Auslandsschulden drücken und ihre Währung ebenso was die Exporte stärkt und ihr Handeldefizit schrumpfen lässt und auch ihrer Schulden insgesamt mehr händelbar macht.

Das Gleiche sehe ich auch in der EU wenn auch nicht ganz so krass ich denke hier wird man sich mit 5% Inflation anfreunden und in den USA 5-10%.

Wie lange das so bleibt schwer zu sagen, man muss auch sagen durch die Einführung der Schuldenbremse haben zukünftige Bundesregierungen einen Starken Anreiz mit dieser Politik mit zu gehen , weil sie sonst keinen politischen Spielraum haben.

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Kalleh 15.02.2018, 15:51
3. 3 % ist boomende Wirtschaft?

"soll die ohnehin boomende Wirtschaft anheizen. "

Sind wir im Irrenhaus?

China hat mit 7 % (früher über 10 %) Wachstum seit 20 Jahren eine boomende Wirtschaft und hat die USA von der Wirtschaftskraft schon 2014 überholt. Aber doch nicht die USA mit 3 % oder die EU-Staaten mit unter 2 %.

Ihr wisst doch nicht, worüber Ihr schreibt. Oder zu gut.

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gandhiforever 15.02.2018, 16:02
4. Inflation und Folgen

Zitat von Cyberfeld
Hypothetisch ja praktisch unwahrscheinlich, weil Inflation käme den USA sehr gelegen das würde ihre Auslandsschulden drücken und ihre Währung ebenso was die Exporte stärkt und ihr Handeldefizit schrumpfen lässt und auch ihrer Schulden insgesamt mehr händelbar macht. Das Gleiche sehe ich auch in der EU wenn auch nicht ganz so krass ich denke hier wird man sich mit 5% Inflation anfreunden und in den USA 5-10%. Wie lange das so bleibt schwer zu sagen, man muss auch sagen durch die Einführung der Schuldenbremse haben zukünftige Bundesregierungen einen Starken Anreiz mit dieser Politik mit zu gehen , weil sie sonst keinen politischen Spielraum haben.
Anscheinend sind das die einzigen Folgen von Inflation, die Ihnen bekannt sind.

Dann sind ja die Laender mit einer Hyperinflation diejenigen, die am besten fahren.

Ich staune schon wieder!

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P-Schrauber 15.02.2018, 16:08
5. Die Steuerrefo9rm hat auch gute Seiten!

Ich stehe keinem Politiker nah eher unterschiedlich fern und Trump im Besonderen.
Die Steuerreform mag ökonomische Folgen haben können (Selbst die zietierten Ökonomen und der Spiegel bleiben beim Konjunktiv!)

Dafür sorgt die Reform für eine positive Stimmung der Republikaner und vor allem der rechten und meist wohlhaberenden US Bevölkerungsschichten, das war schon gut gemacht und Stimmungen -wie wir alle Wissen aber nur selten Zugeben- sind bei Finanzleuten ein nicht unerheblicher Faktor zur Erreichnung des finanziellen Wohlstands.

In der Summe wird das erst einmal der USA gut tun.

Fraglicher sehe ich da schon was dafür eingespart wurde und was noch zusätzlich an anderer Stelle ausgegeben werden soll ... ist aber ein andere Punkt.

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aurichter 15.02.2018, 16:28
6. @ Kalleh

Nur mit dem gravierenden Unterschied auf und von welchem Niveau diese 7-10% erreicht wurden. Der Vergleich mit den USA hinkt da schon beidbeinig! Wie sagte ein Ökonom bzgl des Desasters von vor 10 Jahren um Lehman so trefflich, Banker haben ein Kurzzeitgedächtnis und die nächste Blase wird noch stärker und heftiger einschlagen. Dieser Explosion leisten die Republikaner und Mr. Stabiles Genie zusätzlich Vorschub. Gelockerte Regulierungen in Verbindung mit dem Kurzzeitgedächtnis und der wiedergewonnenen Zockermentalität werden somit für weitere, weltweite Suizidraten sorgen. Mal schauen, wer dann noch überleben wird, da werden dann auch keine staatlichen Hilfsangebote mehr greifen!

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Celegorm 15.02.2018, 16:53
7.

Zitat von Kalleh
China hat mit 7 % (früher über 10 %) Wachstum seit 20 Jahren eine boomende Wirtschaft und hat die USA von der Wirtschaftskraft schon 2014 überholt. Aber doch nicht die USA mit 3 % oder die EU-Staaten mit unter 2 %.
Von welcher "Wirtschaftskraft" sprechen Sie bitte? Die USA haben ein rund 7 (!) mal grösseres BIP/Kopf als China. Dass China bei manchen absoluten Werten mittlerweile vorne liegt, basiert einzig darauf, dass China mehr als 4 mal so viele Einwohner hat als die USA und damit logischerweise entsprechende Multiplikatoren hat. Mal davon abgesehen, dass "Wirtschaftskraft" eh ziemlich nichtssagend ist wenn es darum geht, ob ein Land nach ökonomischer Definition "boomt" oder "überhitzt". Wichtig dafür sind eine ganze Reihe von Werten, u.a. eben das Verhältnis Arbeitlosenquote/offene Stellen oder die Auslastung der Produktionskapazitäten. In den USA sieht das aufgrund der verfügbaren Zahlen durchaus recht gut aus (mit Abstrichen, z.b. Nettolohnveränderung). Und in China hingegen oft längst nicht so gut, wie die offiziellen Kernwerte das suggerieren, Staatsfabriken im Dauerleerlauf lassen grüssen..

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tinnytim 15.02.2018, 17:26
8.

Da es nicht Off-Topic ist, will ich hier dem Foristen 'Brasshead' antworten. Das Forum zum Artikel "Trumps Haushaltspolitik: König der Schulden" wurde leider geschlossen. Vielleicht liest er das ja noch:
Ihre Argumentation entbehrt nicht einer gewissen Logik. Ich kann Ihnen auch bis zu dem Punkt nicht widersprechen, wo Sie darlegen, dass ein fiskalisch unabhängiger Staat jederzeit in beliebiger Höhe Schulden machen kann. Das sehe ich anders - Inflation einmal außen vor : zum einen wird er irgendwann keine Gläubiger im Ausland mehr finden, um an frische Devisen zu kommen und zum anderen könnten bei unvorhersehbaren Ereignissen seine fiskalischen Werkzeuge stumpf geworden sein.
Sollte eine Art break-even-Punkt quasi überflogen werden, könnte das System schnell in eine Inflationsspirale abkippen, die sich nur schwer aufhalten lassen könnte. Es ist viel Konjunktiv dabei, aber die Einflussfaktoren sind zu zahlreich, als dass ich hier eine sichere Prognose abgeben könnte.
Ihr Bezug der Inflation auf die Lohnstückkosten scheint zwar stimmig, aber ich halte es nur in einem 'gewöhnlichen Umfeld' für passend, da es auf der Annahme basiert, dass nur Produktivität wachsende Wertschöpfung erzeugen kann. Hier werden Branchen, die auf neue Technologien, Entwicklung sowie Dienstleistungen setzen, oder auch die Finanzbranche nur unzureichend abgebildet.

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willibaldus 15.02.2018, 17:27
9.

Zitat von Cyberfeld
Hypothetisch ja praktisch unwahrscheinlich, weil Inflation käme den USA sehr gelegen das würde ihre Auslandsschulden drücken und ihre Währung ebenso was die Exporte stärkt und ihr Handeldefizit schrumpfen lässt und auch ihrer Schulden insgesamt mehr händelbar macht. Das Gleiche sehe ich auch in der EU wenn auch nicht ganz so krass ich denke hier wird man sich mit 5% Inflation anfreunden und in den USA 5-10%. Wie lange das so bleibt schwer zu sagen, man muss auch sagen durch die Einführung der Schuldenbremse haben zukünftige Bundesregierungen einen Starken Anreiz mit dieser Politik mit zu gehen , weil sie sonst keinen politischen Spielraum haben.
Die USA haben nur 30% der Schulden im Ausland und das ist auch wirklich kein wichtiger Faktor. Die Schulden sind eh in Dollar, da drückt eine Inflation gar nichts.
Ausserdem wird bei höheren Zinsen der Dollar typischerweise steigen. Das tut der Exportwirtschaft nicht unbedingt gut und steigert auch das Handelsdefizit.

Die EU hat eine relativ ausgeglichene Handelsbilanz. Zu einigen Ländern negativ zu anderen plus im ganzen relativ ausgeglichen. Der Euro steigt zur Zeit, obwohl in den USA der Zins schon angehoben wurde, aber das liegt wohl an Trump, der die eigene Exportwirtschaft stärken will...
Im übrigen wird sowohl die Fed als auch die EZB bei einer Inflation von mehr als 2.5% ganz entschieden einschreiten und die Zinsen erhöhen. Zinsen jenseits von 4% sehe ich weder für die USA noch für die Eurozone in den nächsten Jahren.
Zinsen über 5% gab es in den USA zuletzt kurz in 2001 ansonsten muss man bis 1990 zurückgehen. In Euroland waren die Zinsen nur kurz vor dem Crash 2008 und 2001 kurz über 4%.
Die Inflation in der Eurozone war 2008 kurz auf 4% ansonsten muss man zum Anfang der 1990ger zurückgehen zu Ecu Zeiten und D-Mark um ähnliches zu finden.

WIe Sie jetzt die Schuldenbremse einsortieren, habe ich nicht verstanden. Soweit ich das sehe, gilt die bis die Staatsschulden wieder unter 60% vom Bip sind, voraussichtlich also 2020. Danach wird die Neuverschuldung wieder langsam steigen, aber unterhalb der erlaubten 3% vom BIP und auch unterhalb bis gleichhoch wie das Wirtschaftswachstum um die Schulden in Relation zum Bip weiter zu drücken.
In der nächsten Krise haben wir dann wieder Spielraum um die Wirtschaft anzukurbeln.

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