Forum: Wirtschaft
Verbraucherpreise: Die Mini-Inflation und ihre Folgen
DPA

Die geringen Preissteigerungen dürften uns noch eine Weile erhalten bleiben - trotz der Milliarden, die die EZB in die Märkte pumpt. Wer profitiert? Wo liegen die Gefahren? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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muellerthomas 04.01.2016, 20:06
20.

Zitat von Dr. Kilad
Wo gibt es wirklich handfeste Hinweise darauf, dass die Konsumenten wegen niedriger Preise abwarten statt zu kaufen? Das ist reine Theorie. Deshalb ist auch die amtliche Gewichtung der Güterpreise kritisch zu sehen. Denn der lebenerhaltenden Nahrung wird niemand warten bis das Brot noch billiger wird. 10 Prozent als Berechnungsanteil ist reine Schönfärberei.
Wie hoch ist denn Ihr Lebensmittel-Anteil an den gesamten Ausgaben?

Das Argument ist zudem auch weniger, dass Konsumausgaben geschoben werden - das verwenden nur Journalisten gerne. Investitionen rechnen sich deutlich schlechter, wenn man eine geringe Inflation unterstellt. Daher wird weniger investiert.

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rudi_ralala 04.01.2016, 23:08
21.

Zitat von marcaurel1957
Um den Aktienmarkt würde ich mir keine Sirgen machen....der hat nur auf die Ereignisse in Saudi Arabien reagiert.... Das gibt sich wieder
DER war mal wieder nicht besonders gut, es sei denn, Sie haben den absoluten Überblick.
Die komplette Finanzwelt sieht das anders, nämlich die Schuld beim wankenden Riesen in Fernost.

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tizian 04.01.2016, 23:28
22. Tricks

Auf das hedonische System wurde schon verwiesen, aber werden z.B. auch die Tricks der Konzerne miteingepreist?

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/verbraucherschuetzer-suchen-mogelpackung-des-jahres-a-1070444.html

Und bei den im Artikel erwähnten Lohnzuschlägen erinnerte ich mich daran, dass vor ein paar Wochen eine Meldung durch die Medien ging, dass hauptsächlich der Mindestlohn dafür zuständig ist. Und diese Gruppe hat ebenso wie andere Geringverdiener/Aufstocker/Rentner etc. nichts mit dem Warenkorb zu tun, der für die Inflation gewählt ist.

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malocher77 04.01.2016, 23:30
23. Der Warenkorb wird beliebig festgesetzt

Nur 11 % des Lohns gehen angeblich dafür drauf.Wir sind durchschnittliche Familie von 3 Personen,haben ca 4000 Euro im Monat zur Verfügung und mindestens 20% gehen für Lebensmittel drauf,die in den letzten 10 Jahren mindestens um 30% teurer geworden sind.Wenn zb Kartoffeln teuer werden,werden Sie aus dem Warenkorb raus genommen und dafür mehr Elektronik rein gepackt.Derzeit aber ist die Inflation wirklich niedrig,außer bei Lebensmitteln,da ist immer eine gewisse Inflation da.

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noalk 04.01.2016, 23:54
24. falscher Umkehrschluss

Bei Inflation, so die Hoffnung der Wirtschaftler, kaufen die Leut' heut', weil sie fürchten, dass es morgen teurer sein wird. Daraus jedoch zu schließen, dass bei fehlender Inflation der Kauf rausgeschoben wird, weil die Leut' darauf spekulieren, dass es morgen billiger sein könnte, ist falsch. Dies zeigt die derzeitige Kauflaune hierzulande. Denn die Leut' sind derzeit immer noch der Meinung, dass es demnächst wieder teurer wird, auch weil EZB-Draghi den Markt in Euronen ersäuft. Allenfalls bei bereits stattfindender Deflation könnte jenes Argument gelten.

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bantam111 05.01.2016, 00:20
25. komische Logik der EZB

Analyse: Preise steigen nicht genug weil der Ölpreis sinkt
Maßnahme: Mehr Geld in den Kreislauf

und dadurch soll der Ölpreis steigen? Für anderes hat der Verbraucher ja schon mehr Geld weil er auf der Energieseite spart. Komische Logik

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MartinS. 05.01.2016, 02:14
26. ...

Zitat von sapereaude!
Die Lebensmittelpreise sind laut Angaben des Deutschen Bauernverbandes um 1,1% gestiegen (http://www.bauernverband.de/lebensmittelpreise-steigen-erzeugerpreise-sinken). Auch das statistische Bundesamt meldet ähnliche Werte (https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2016/01/PD16_002_611.html). Mieten und Dienstleistung sind auch über ein Prozent teurer geworden (ebenda). Ein(e) GeringverdienerIn muss sein/ihr verfügbares Geld hauptsächlich für diese Dinge verwenden und erfährt damit eine viel höhere Inflation.
Das haben Durchschnittswerte nunmal so an sich, dass sie etwas abbilden, was eben über eine bestimmte Gruppe gemittelt wurde.

Diese Zahlen haben ja auch keine direkte Auswirkung für irgendjemand, sondern stellen lediglich Tendenzen dar.
Wers wirklich für seine persönlichen Lebensumstände her sehen will, hat ja auch die Möglichkeit, bei Destatis einen eigenen Warenkorb mit persönlicher Gewichtung zu erstellen.... oder halt ein Haushaltsbuch zu führen.

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MartinS. 05.01.2016, 02:19
27. ...

Zitat von mit66jahren
Die Preise für Nahrungsmittel, Kleidung und Mobilität steigen sicherlich nur wenig oder überhaupt nicht. Sind im Warenkorb aber auch die Preise fürs Wohnen und unsere Sicherheit ausreichend berücksichtigt? Der Normalverdiener tat sich schon immer schwer, eine Immobilie zu finanzieren. Heute sind die eigenen vier Wände in Ballungsgebieten für Durchschnittsverdiener kaum mehr zu schaffen. Nach den jüngsten Anschlägen von Paris wird auch bei uns die Sicherheitslage problematischer. Wir konnten dies kürzlich in Hannover, München und Köln sehen. Eine Verbesserung der Gesamtlage ist nicht zu erwarten. Höhere Ausgaben für Polizei und private Sicherheitsdienste stehen damit ins Haus.
Einen wie großen Anteil seines zur Verfügung stehenden Nettoeinkommens gibt denn so ein Durchschnittshaushalt für Polizei und private Sicherheitsdienste aus?

Ist bei mir zumindest sehr übersichtlich (NULL). Mag ja sein, dass das bei einigen durchaus ein Posten ist, aber spontan kann ich nicht glauben, dass ein nennenswerter Anteil der Privathaushalte Kosten für Polizei zu tragen hat.

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MartinS. 05.01.2016, 02:24
28. ...

Zitat von censored
nur mal so. Unsere Stadt ist Pleite.Unsere Miete, die Grundsteuer,die Müllgebühren, die Krankenkasse,die Eintrittspreise, das Abwasser, der Strom usw. usw steigt, aber wir haben ja angeblich so viel Geld wegen billigem Benzin in der Tasche. tzz. Scheint ja alles bestens zu laufen, solange man sich selbst belügen kann.
Vor dem sich selbst belügen können, kommt aber auch das lesen und verstehen können.

Immerhin sagt der Artikel aus, dass es insgesamt über das Jahr hinweg zu einer Teuerung von ca. 0,3% kam.
Alles in allem steht da also, dass die gesunkenen Energiekosten durch andere Preisanstiege aufgefressen werden.
Was also sollte jetzt daran so falsch sein?

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MartinS. 05.01.2016, 02:30
29. ...

Zitat von flexier
aber die Aussage "Verbraucher und Unternehmer bei Investitionen bremsen, weil sie darauf hoffen, dass die Preise womöglich sinken" ist Volksverblödung vom Herrn.
Na wenn sie das so sehen....
Eine Deflation ist ein sehr schwer zu bändigendes Biest, da jederman ALLE Anschaffungen aufschiebt, so lange es nur geht und immer nur das wirklich nötigste anschafft... und ja, das betrifft sogar Dinge des täglichen Gebrauches.

Führt halt blöderweise zu einem sich selbst befeuernden Preiskrieg und dann sehr schnell zu Entlassungen im Einzelhandel und kurz darauf auch im herstellenden Gewerbe, wenn man jeweils die regelmäßigen Fixkosten nicht mehr decken kann. (sinkender Gesamtumsatz und dann noch rückläufige Margen obendrauf)

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