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Verbraucherschutz: 6500 Menschen beschweren sich wegen Paketdiensten
DPA

Ärger mit Paketdiensten kennt fast jeder. Doch angesichts des wachsenden Versandgeschäfts häufen sich die Fälle. Ein Beschwerdeportal der Verbraucherzentrale soll den Schlendrian der Zusteller bremsen.

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h.hass 13.12.2016, 20:58
230.

Zitat von metastabil
Hat er aber nicht. Der Empfänger hat den Paketdienstleister weder für die Dienstleistung bezahlt, noch ist er überhaupt Kunde oder Vertragspartner des Dienstleisters.
Das ist doch eine absurde Argumentation - die im Kern darauf hinausläuft, dass ich als Empfänger dankbar dafür sein muss, dass überhaupt Pakete an mich geliefert werden. Denn schließlich habe ich diese Dienstleistung ja gar nicht bezahlt!

Bei einer Internetbestellung überweise ich dem Händler Versandkosten. Mit diesen bezahlt der Händler den Paketdienst. Insofern bin selbstverständlich ICH der Auftraggeber der Dienstleistung - denn hätte ich nicht bestellt und kein Porto bezahlt, wäre überhaupt kein Auftrag an den Paketdienst erteilt worden. Der Händler handelt hier letzten Endes nur in meinem Auftrag, da ich die Sendung logischerweise nicht selbst frankieren kann.

Aber es steht Ihnen frei, das anders zu sehen. Ich schlage dann vor, dass die zuständigen Paketboten Ihre Pakete in Zukunft in den nächsten Bach werfen.

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faehri_60 14.12.2016, 01:03
231. Sie Glücklicher ...

Zitat von willi1023
Ich hatte noch nie Schwierigkeiten /Probleme mit DHL.
Ich habe ca. 60 Sendungen wöchentlich gehabt .. und könnte ein Buch darüber schreiben. Die DHL hat dermaßen viele Kunden verärgert, dass letztendlich die Existenz des Versandgeschäftes meiner Schwester gefährdet war. Dem Kunden war es nämlich vollkommen egal warum er seine Sendung nicht erhalten hat .. oder zu spät .. oder beschädigt. Dann beginnt nämlich der bürokratische Teil des Verlustes .. versicherte Sendung hin oder her. Die DHL versucht sich mit allen denkbaren und undenkbaren Tricks und Fallstricken vor der Haftung zu drücken .. bis hin zum Abstreiten des Inhalts ... den sie ohne weiteres einfach mal anzweifelt. Die haben nach eigenem Bekunden es sogar geschafft, eine versicherte Testsendung an eine fiktive, frei erfundene Adresse zu liefern. Sechs Monate hat es gedauert, bis sie das gemerkt und der Verlust eingeräumt hatten. Ich hoffe, der "Finder" hat Spaß an den drei defekten Reiseweckern und dem halben Ziegelstein. Auf dem Karton stand Spielkonsole :-). Als Ersatzleistung haben wir übrigens das Porto sowie 2,50 Euro je Wecker bekommen.
Der Schriftverkehr zog sich in Fällen über Monate. Ca. nach dem 10. Mal hab ich alles sofort an eine Ra- Kanzlei abgegeben. Bei Artikeln jenseits der 250,- Euro lohnt sich das.
Mein Bedarf ist gedeckt ..

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thedoctor46 14.12.2016, 10:46
232.

Zitat von willi1023
Ich hatte noch nie Schwierigkeiten /Probleme mit DHL.
..ich auch nicht. Bei mir gehen allerdings sofort alle Alarmleuchten an, wenn der Versand über UPS oder DPD erfolgen soll.

Die kratzt nämlich eine nicht erfolgreiche Zustellung in den meisten Fällen nicht die Bohne.

Maximal zwei vergebliche Zustellversuche - zurück an den Absender.

Den Mitarbeitern kann man in den meisten Fällen keinen Vorwurf machen, vielmehr ist es der grenzenlos ausufernde Konsum über den Internet-Versandhandel, der den Konsumenten wirklich den allerletzen Mist bestellen läßt, Hauptsache, Umsatz.

"Ich bestell' einfach mal, wenn mir's nicht gefällt, schick' ich's zurück."

Diese Flut kann kaum noch bewältigt werden, soviel Personal kann man gar nicht einstellen.

@faehri60

Zitat von
Die DHL hat dermaßen viele Kunden verärgert, dass letztendlich die Existenz des Versandgeschäftes meiner Schwester gefährdet war.
Versuchen Sie's mal mit Hermes, UPS & Co. Viel Spaß dabei.

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metastabil 14.12.2016, 16:44
233.

Zitat von h.hass
Das ist doch eine absurde Argumentation - die im Kern darauf hinausläuft, dass ich als Empfänger dankbar dafür sein muss, dass überhaupt Pakete an mich geliefert werden. Denn schließlich habe ich diese Dienstleistung ja gar nicht bezahlt! Bei einer Internetbestellung überweise ich dem Händler Versandkosten. Mit diesen bezahlt der Händler den Paketdienst. Insofern bin selbstverständlich ICH der Auftraggeber der Dienstleistung - denn hätte ich nicht bestellt und kein Porto bezahlt, wäre überhaupt kein Auftrag an den Paketdienst erteilt worden. Der Händler handelt hier letzten Endes nur in meinem Auftrag, da ich die Sendung logischerweise nicht selbst frankieren kann. Aber es steht Ihnen frei, das anders zu sehen. Ich schlage dann vor, dass die zuständigen Paketboten Ihre Pakete in Zukunft in den nächsten Bach werfen.
Leider liegen sie da falsch. Ihrer Argumentation nach ist der Auftraggeber einer Transportdienstleistung davon abhängig, wer den Auftrag überhaupt möglich gemacht hat. Allerdings weiß der Transportdienstleister doch nichts davon, unter welchen Umständen es zu dem ihm erteilten Auftrag kam. Dem ihm übergebenen Paket sieht er nicht an, ob darin das Geburtstagsgeschenk von Neffe Achim an Tante Erna transportiert wird (ihrer Argumentation nach wäre Absender Achim der Auftraggeber: er möchte ja, dass), oder ob darin das Dutzend Wollknäuel ist, die Tante Agathe bei "Alpakawolle24" bestellt hat (hier wäre Empfängerin Erna die Auftraggeberin).
Das logische Resultat ihrer Argumentation wäre also, dass der Transportdienstleister nie weiß, wer jetzt eigentlich sein Vertragspartner bei einem Transport ist.
Glücklicherweise ist die Sachlage aber anders. Auftraggeber der Dienstleistung ist im Falle von Paketen immer der Absender des Pakets, und nicht der Empfänger (sofern dieser nicht gleichzeitig auch der Absender ist). Dieser schließt durch Übergabe des Packstücks an den Dienstleister bzw. dessen Erfüllungsgehilfen den Transportvertrag für den Transport zum Ziel und die Übergabe an den Empfänger.
Der Empfänger am Ziel hat dann wieder das Recht, das zu ihm transportierte Gut übergeben zu bekommen (eventuell aber erst nach Zahlung von Nachnahmegebühren), auch wenn er weder Auftraggeber noch Vertragspartner ist. Daher muss man für die Übergabe des Pakets weder dankbar sein, noch muss man fürchten, dass der Paketbote die Pakete im nächsten Bach entsorgt.
Das wird der aber ohnehin nicht machen, weil er sonst bald keine Pakete mehr austrägt - und sein Arbeitgeber keine Aufträge mehr bekommt.

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h.hass 14.12.2016, 17:56
234.

Mein Gott, hier geht es doch nicht um juristische Finessen und Detailfragen.

Die Paketdienstleister wissen genau, dass sie heute geschätzte 60 % ihres Umsatzes mit Internetbestellungen machen. Deshalb sollten sie eigentlich dankbar dafür sein, dass es so viele Leute gibt, die für diesen Umsatz sorgen, indem sie bei Amazon etc. Waren bestellen. Statt dessen werden genau die Leute, die das Geschäftsmodell der Paketdienste am Leben halten, nämlich die Besteller/Empfänger, oft wie der letzte Dreck behandelt (Beispiele könnte ich aus leidvoller, auch aktueller Erfahrung viele nennen). Bzw. werden Strukturen geschaffen, die eine korrekte Abwicklung der Dienstleistung kaum möglich machen.

Es ist übrigens egal, vor wem sich der Paketbote zu rechtfertigen hat, wenn er die Pakete in den Bach wirft. Das ist hier nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass Sie als Empfänger - wen man Ihrer Argumentation folgt - dann nicht das Recht haben, sich darüber zu beschweren. Sie haben auch nicht das Recht, einzufordern, dass der Paketbote bei Ihnen klingelt oder dass er das Paket zu Ihnen in den dritten Stock hochschleppt. Sie müssen einfach nur demütig darauf hoffen, dass er es tut, denn: Sie sind ja nicht der Vertragspartner von DHL/DPD/Hermes.

Konsequenterweise sollten die Empfänger den Logistikunternehmen mal ihre Macht demonstrieren, indem sie ein halbes Jahr einfach keine Internetbestellungen mehr aufgeben. Mal sehen, ob sich der Service dann unter Umständen nicht doch verbessern würde. Die ganzen formaljuristischen Finessen wären dann auch nicht mehr ganz so relevant...

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croster 14.12.2016, 18:29
235.

Ich habe bisher auch noch keine negativen Erfahrungen gemacht. Einmal wurde mein Paket in der nächsten Filiale abgegeben- mein Gott- das ist ja auch kein Weltuntergang da schnell hinzugehen und das abzuholen und man erspart den Fahrern jede Menge Arbeit in der eh schon stressigen Vorweihnachtszeit

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benmartin70 15.12.2016, 14:57
236.

Zitat von metastabil
Hat er aber nicht. Der Empfänger hat den Paketdienstleister weder für die Dienstleistung bezahlt, noch ist er überhaupt Kunde oder Vertragspartner des Dienstleisters. Vertragspartner/Kunde ist hier stets der Absender. Der kassiert zwar von seinem Kunden (dem Empfänger) häufig Versandkosten, aber die entsprechen nicht immer den tatsächlichen Kosten für Versand, Verpackung und Aufwand, und die ändern auch nichts daran, wer der Vertragspartner des Paketdienstleisters ist, und von wem dieser für seine Dienstleistung bezahlt wird. Daher muss ein Nachforschungsauftrag für eine verlorene Postsendung auch stets vom Absender beauftragt werden. Dasselbe gilt auch für Briefe, ob eingeschrieben oder nicht. Einzige Ausnahme ist bei der Zahlung eines Nachentgelts: da muss der Empfänger in die Tasche greifen, wenn er die Sendung haben will. Allerdings darf er die Annahme auch verweigern: die Post bleibt dann auf ihren Kosten sitzen.
Sonst ist aber alles ok? Ist das mein Problem als Empfänger wenn der Absender seine Versandkosten nicht richtig kalkuliert?
Wo soll da meine Verantwortung sein?
Ich als Empfänger habe das recht auf eine ordnungsgemäße Auslieferung, wenn dem das Transportunternehmen nicht nachkommt gibt es sowohl beim Versender als auch beim Transportunternehmen eine Beschwerde.

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niemals_muede_77 16.12.2016, 09:52
237.

Zitat von Thoregon
natürlich nicht. Wären die Kunden bereit, mehr für diese Leistung zu bezahlen, wäre allen geholfen.
Es liegt nicht immer nur am Kunden. Die Preise für Päckchen und Pakete sind nicht gesunken, ganz im Gegenteil.

Man sollte mal lieber schauen, wer sich das alles in die Nahrungskette mit eingehangen ist und mit absahnt. Denn die ganzen Zwischeninstanzen der Sub-Sub-Sub-Unternehmer verdienen alle mit, ohne eine Leistungs zu erbringen. Wenig verwunderlich, dass dann beim Fahrer am Ende kaum noch etwas ankommt.

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