Forum: Wirtschaft
Ver.di-Erhebung: Krankenhäusern fehlen 80.000 Pflegekräfte
DPA

Keine Pausen, Überstunden, spontane Einsätze: Alltag für viele Krankenpfleger. Laut einer Ver.di-Erhebung müssten Krankenhäuser das Personal um mindestens 22 Prozent aufstocken, um den Mangel abzustellen.

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Lorah 18.06.2018, 15:36
1. Problem ist,

dass das Geld dafür irgendwo herkommen muss. Mal ganz ehrlich: Wer, der sich hier empört, ist bereit, wie viel mehr an die Krankenversicherung zu zahlen oder ein anderes Gesundheitssystem (Stichwort Beitragsbemessungsgrenze abschaffen, Bürgerversicherung, nur als Beispiel, hier gibt es bekanntlich viele weitere Modelle) zu akzeptieren? Das ist so, wie in der Altenpflege. Solange Gesundheitsdienste, wie andere kommerzielle Dienstleistungen (wie z. B. die Wartung von Software oder das Buchen von Fernreisen) behandelt werden, die im Wettbewerb miteinander stehen, wird es immer billiger werden müssen, bei gleichzeitig abnehmender Qualität. Ein Unding! Aber wer will das denn schon ernsthaft ändern? Die Patientenlobby wirft ja auch kein Geld ab und willige billige Arbeitskräfte gibt es noch genug.

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uhahn 18.06.2018, 15:52
2. Der Nutzen von Unternehmungsberatern

in sozial relevanten Bereichen des Lebens ist gleich Null. Erst wenn die Politclowns das begreifen geht es mit diesem Land wieder aufwärts. Es sieht also auch weiterhin nicht gut aus für die normalen Leute hier.

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Spiegelleserin57 18.06.2018, 15:56
3. Alles schon einigen Jahren bekannt!

Nichts tut sich. Hier könnte sich Herr Spahn Lorbeeren verdienen und seine Qualifikationen beweisen anstatt bei Frau Merkel zu intervenieren. Da sieht man keine Qualität!
Die Angaben von Verdi sind richtig! Ich kenne diese miesen Arbeitsbedingungen nur zu gut. Der Staat hat sich aus der Verantwortung gestohlen und weite Teile des Gesundheitswesens privatisiert. Das sind nun die Folgen. In der U-Bahn lernte ich einen ausländischen Mann kennen, über 70 der als Pflegekraft mit einem Stundenlohn von 10,23€ eingearbeitet wird. Sind dies die Leute die Herr Spahn am Krankenbett sehen will?

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xse 18.06.2018, 16:03
4. Alle...

zahlen prozentual von ihrem Vermögen/ Gehalt ohne Deckelung in die Krankenkasse. Vielleicht würde das dann reichen um den Sozialstaat aufrecht zu erhalten. Eine der reichsten Familien Deutschlands sackt jährlich bis zu 1000000000€ nur an Dividende eines bayerischen Automobilherstellers ein. Davon gehen 25% an den Fiskus und nichts ins Sozialsystem. Jede Pflegekraft hat mehr Abgaben und muss dafür auch tatsächlich arbeiten.
Zudem müsste man den Pfelegeberuf mit deutlich besseren Gehalt attraktiver machen. 80.000 Pflegekräfte warten nicht mal eben darauf jetzt eingestellt zu werden. Es gibt auch einfach nicht genug Menschen, die diese Arbeit machen wollen unter diesen Bedingungen.

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SPONU 18.06.2018, 16:06
5. Gerne würde ich für meine

....93 jährige Oma eine Pflegerin einstellen die sich ganztags um sie kümmert. Wohnraum wäre vorhanden. Ich konnte durch meine Tauchreisen auf die Philippinen dort Kontakte knüpfen und habe die freundliche und älteren Menschen gegenüber äusserst liebevolle Art kennenlernen dürfen.
Gerne würde ich eine Fremde einstellen, eine Ausländerin. Sie nach Europa holen, ordentlich bezahlen, versichern und ihr eine Wohnung stellen.

Geht nicht. Keine Chance. Sogar Besuchervisum ist fast ausgeschlossen.

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rubikon1a 18.06.2018, 16:09
6. Deutschland

...... hat die berufliche Zukunft seiner Bürger verpasst/patzt! Schulsystem und Berufsausbildung marode und nur noch ein Experimentierfeld für gelangweilte Beamte und unwillige Unternehmen. Der Staat und die Wirtschaft müssen lohnende Ziele setzen! Sonst "gute Nacht Deutschland"!

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CyberDyne 18.06.2018, 16:09
7. Weshalb plötzlich so viel?

Jens Spahn hat doch 13.000 neue Stellen versprochen. Kann der Mann nicht richtig zählen?

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mol1969 18.06.2018, 16:10
8. Die wirkliche Wahrheit will keiner hören ...

Die wirkliche Wahrheit will keiner hören.
1) Die medizinische Versorgung heute deutlich besser ist als vor einer Generation, dadurch gibt es natürlich auch mehr Krankenhausaufenthalte. Das kostet alles Geld, das aber niemand aufbringen will.
2) Genauso Thema Altenpflege: Vor einer Generation wurden die Alten in aller Regel noch zu Hause von den Angehörigen gepflegt, das war aber nur möglich, weil die Familie von einem Gehalt, i. d. R. dem des Ehemannes, gelebt hat und die Ehefrau sich um unbezahlte Tätigkeiten, wie Angehörigenpflege und Kindererziehung gekümmert hat. Wobei wir bei
3) Kindererziehung und -Betreuung wären. Gleiches Thema.

Ob das jetzt besser oder schlechter war, mag jeder für sich entscheiden. Fakt ist aber, dass wir unseren Lebensstandard in den letzten Jahrzehnten dadurch erhöht haben, dass die klassische "Hausfrau" immer seltener wurde und durch die zumindest teilzeitarbeitende Ehefrau / Partnerin ersetzt wurde.
Jetzt kommt sicher gleich das Argument, dass es heutzutage nicht mehr möglich sei, von nur einem Gehalt zu leben. Falsch. Das zweite Gehalt ist notwendig, um sich den heute üblichen Lebensstandard (2 Autos, mehrere Urlaube, neueste Unterhaltungselektronik, Kleidung usw.) leisten zu können. Für den Lebensstandard von vor 40 Jahren reicht fast schon Hartz 4 aus, dann fährt man halt nur ein Auto auf dem Standard eines Dacia Logan und fährt nicht jedes Jahr in den Urlaub, und wenn, dann wird nicht nach Teneriffa geflogen, sondern im Bayerischen Wald gewandert.

Wir haben uns Wohlstand erkauft, indem wir vieles wie eben Angehörigenpflege auf die Sozialsysteme abgeschoben haben. Das geht aber auf Dauer finanziell auch nicht gut, weil auch die Sozialsysteme Geld benötigen. Normalerweise müßte Kranken- und Pflegeversicherung deutlich teurer sein, aber auch das will natürlich keiner hören. Politiker am wenigsten.

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nelson76 18.06.2018, 16:11
9. Aha,

dies ist eine Seite. Eine Andere ist das das Problem besonders bezogen auf Ausbildung auch gefühlt selbstgemacht ist. Menschen zb. die trotz mittleren Alters aus Überzeugung eine 2. Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger beginnen wollen, werden von den Pflegeschulen einfach abgewiesen. Trotz vorhandenen Zugangsvorausetzungen (Realschulabschluß und oder abgeschlossene Ausbildung). Es werden in dem Fall zb. Schulzeugnisse verlangt die 20+ Jahre zurückliegen die entweder nicht mehr vorhanden sind oder nicht mehr beschafft werden können. Umd ich meine nicht den Berufsabschluss. Lieber werden zb. Abiturent genommen die aufgrund eine fehlenden Studieplatzes einfach eine "Ehrenrunde" drehen ohne Ernsthaftigkeit den Beruf später ausüben zu wollen weil sie nur auf einen freien Studieplatz warten. Menschen die seit 1 Jahr als Pflegehelfer arbeiten aber vielleicht nicht alles Voraussetzungen haben werden trotz Empfehlungen der Pflegdienstleitung oder/und der Krankenhausleitung abgewiesen obwohl sie mehr geeignet sind als irgendein gerade aus der Schule gekommene Jugendlicher der keine Vorstellungen über den Beruf hat. Das ist mal die andere Seite des Problems.
Stimmt nicht? Kann nicht sein? Doch ist so. Weiß es aus eigener Erfahrung und durch Aussagen des Pflegepersonals. Also vielleicht mal ein wenig vom hohen Roß runterkommen und mal etwas flexibel werden in den Voraussetzungen. Pflege ist keine Wissenschaft.

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