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Verfassungsgericht: Welche Grundsteuer Sie sich wünschen sollten
picture alliance / Kay Nietfeld/

Das Verfassungsgericht hat die Grundsteuer gekippt, nun wird über die künftige Höhe gefeilscht. Was auf Mieter und Hausbesitzer zukommen könnte - und was gut für sie wäre.

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kritischergeist 15.04.2018, 12:20
60. Wenn Staat und Kommunen nach mehr Gerechtigkeit schreien.....

Die Eigentumsquote in Deutschland gehört zu den niedrigsten in der gesamten EU. Nur die Schweiz liegt noch unter uns. Selbst in den armen Ländern im Osten ist die Eigentumsquote drastisch höher. Jede Regelung die zu noch mehr Abzocke der Immobilienbesitzer führt ist abzulehnen und wäre kontraproduktiv. Für wenig Begüterte die in einer geerbten Immobilie in Städten wohnen deren Grundstückspreise gerade an der Decke sind wäre es ein Desaster, das Mehrfache an Grundsteuer zahlen zu müssen. Immobilien die nur bewohnt werden generieren kein Kapital. Warum muss man eigentlich alles besteuern? Die Grundsteuer komplett wegfallen zu lassen würde das Problem lösen. Der Staat und die Kommunen sollen sich ihr Geld dort holen wo es erarbeitet wird. Das ist gerechter.

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shechinah 15.04.2018, 12:29
61. Achso

Die verschiedenen Grundsteuern sind ungerecht, aber die verschiedenen Hebesätze die sich bis zu 800% unterscheiden nicht?

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ondrana 15.04.2018, 13:10
62. Council Tax Uk style

Wie wäre es damit:
https://www.gov.uk/council-tax/who-has-to-pay

Jeder Hausbesitzer und Mieter zahlt pro Person. Es zahlen nur Personen über 18, die Einkommen haben. Ausnahmen oder Vergünstigungen aufrund sozialer Situation gibt es reichlich.
Warum nur in Deutschland nur Hausbesitzer die Infrastruktur bezahlen sollen, die alle nutzen (Kindergärten, Straße, Schulen, etc. ) erschließt sich mir nicht.

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wallot10 15.04.2018, 16:41
63.

Zitat von geschädigter5
Kapitalismus. Wer ein Häuschen in der Stadt auf einem Grundstück hat, dass schon seinen Eltern und Großeltern gehört hat, hat es jetzt zu Gunsten kapitalkräftiger Gesellschaften zu verkaufen, Wen er plötzlich eine neu berechnete Grundsteuer nicht mehr zahlen kann. Weil es, wie sie schreiben, plötzlich ein Sahnestück ist. Das ist eine Äußerung aus dem Tollhaus. Und das würde sofort wieder zu weiteren Prozessen führen. Nein, so wird es nicht gehen können.
man könnte es doch so machen, dass man die neue Grundsteuer (zumindest zum Teil) von der Einkommenssteuer absetzen kann. Damit könnten Investoren, die in Deutschland keine Einkommenssteuer bezahlen, zur Kasse gebeten werden, während es Arbeitnehmer nicht so hart treffen würde. Damit würde es sich für Investoren auch nicht mehr lohnen, Grundstücke liegen zu lassen, um damit zu spekulieren. Härtefälle wären Rentner.

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wallot10 15.04.2018, 16:45
64.

Zitat von Rooo
Das Bodenwertmodell sollte man nicht einheitlich in ganz Deutschland einführen. In den Metropolen ergibt das Sinn, denn man animiert endlich dazu höher zu bauen. Dann muss aber auch das Baurecht in der Stadt liberalisiert werden. Auf dem Land ist das weniger sinnvoll, weil dort ein typischerweise deutlich größeres Grundstück trotzdem ne Menge wert sein kann, allerdings überhaupt kein Bedarf an neuem Wohnraum besteht. Man bestraft hier also große Grundstücke, ohne dass es dafür eine sozialpolitische Begründung gäbe.
eine Begründung wäre vielleicht, dass der einzelne nicht riesige Grundstücke haben muss, die er dann noch umzäunt, damit keiner rein kommt. Stattdessen könnte man es auch als öffentlichen Raum allen zugänglich machen.

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KlausP22 15.04.2018, 23:35
65.

Zitat von wallot10
eine Begründung wäre vielleicht, dass der einzelne nicht riesige Grundstücke haben muss, die er dann noch umzäunt, damit keiner rein kommt. Stattdessen könnte man es auch als öffentlichen Raum allen zugänglich machen.
Welcher Bedarf der Öffentlichkeit besteht denn in einer normalen Dorfstraße (usw.) mit Einzelhausbebauung dann die Gärten aller Häuser frei betreten zu können? Ist ja nicht wie in der Großstadt wo Grünflächen knapp sind.
Eigentlich wäre so etwas doch nur für Diebe interessant, die dann die Erlaubnis hätten von allen Seiten in die Fenster zu schauen ob einer daheim ist und ob es was zu klauen gibt.

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sirchrissie 16.04.2018, 08:32
66. individuelle Bedürfnisse

"eine Begründung wäre vielleicht, dass der einzelne nicht riesige Grundstücke haben muss, die er dann noch umzäunt, damit keiner rein kommt. Stattdessen könnte man es auch als öffentlichen Raum allen zugänglich machen."
Human denkende Menschen gestehen Legehennen und anderen Nutztieren ein Minimum an Platz zu, warum sollte der Mensch kein Recht auf Privatspäre oder Raum zur individuellen Entwicklung haben sollen?

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reinhard_becker 16.04.2018, 10:03
67. Gehirnwäsche

"Steuerprivileg" = Du bekommst nicht ganz so viel weggenommen, wie andere
"Steuergeschenk" = Du bekommst ausnahmsweise nichts weggenommen
"Sparen" = Der Staat verschuldet sich erneut, aber etwas weniger, als im Vorjahr
Und jetzt wird getitelt, man solle sich eine Steuer "wünschen". Das alles ist doch Neusprech, Gehirnwäsche.

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Rao 16.04.2018, 12:51
68. Insel der Seligen

Mit den momentanen Grundsteuerhöhen, die auf realen ermittelten (Durchschnitts-)Werten des Jahres 1964 basieren, leben Grundstückseigentümer eigentlich auf einer Insel der Seligen. Auch weil diese Werte praktisch nie überprüft werden, wenn nicht gerade größere genehmigungspflichtige Baumaßnahmen durchgeführt werden, weshalb gar nicht so wenige Häuser bis heute zustandsmäßig auf Stand 1964 (Nachkriegszeit, damals mangels guter Baumaterialien meistens eher mau im Zustand) erfaßt sind, mit entsprechend niedrigen Werten.
Die Gemeinden und Städte passen den Stand 1964 den modernen Grundstücks- und Mietwerten über den sogenannten Hebesatz an, der aber auch je nach Beliebtheit einer Wohngegend bzw. der Stadt stark variiert - Großstädte mit starkem Zuzug und entsprechender Wohnungsnachfrage sind teuer, Gemeinden irgendwo in der Pampa, wo niemand hinziehen will, bleiben billig. Oder erlassen in manchen Fällen sogar ganz die Grundsteuer, um wenigstens ein paar Rentner mit starkem Ruhebedürfnis anzulocken.

Fazit: ganz egal wie die Berechnung der Grundsteuer in Zukunft aussehen wird - so günstig wie bisher wird es vermutlich nie wieder, wenn reale heutige Werte mit realen heutigen Bauzuständen (die im Schnitt deutlich höherwertiger sind als 1964!) angesetzt werden. Da wird sich so mancher Häuslesbesitzer vermutlich umschauen, was auf ihn zukommt .... die Bearbeiter in den Bewertungsstellen sowieso, wenn sie sämtliche Grundstücke in Deutschland neu bewerten dürfen. Die Arbeit der Hauptfeststellung 1964 dauerte damals bis weit in die 70er Jahre hinein, und damals waren diese Stellen massiv stärker mit Bearbeitern besetzt als heute. Wo die Ämter die ganzen Arbeitskräfte herkriegen wollen und wer die ganze Umstellung finanzieren wird? Null Ahnung. Kein Wunder, daß sich mehr als 50 Jahre lang niemand traute, diese Büchse der Pandora zu öffnen ...

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p2063 16.04.2018, 16:06
69.

warum nicht einfach brach liegende Baugrundstücke nach dem Durchschittswert eines laut B-Plan erlaubten Gebäudes besteuern - das motiviert zu bauen.
Grundstücke mit vermieteten Objekten sollten nach deren Gebäudewert versteuert werden - der Vermieter legt die Kosten doch eh auf die Mieter um, ob jetzt extra ausgewiesen oder versteckt im Mietpreis.
Und selbst bewohntes Wohneigentum sollte lediglich nach Bodenwert versteuert werden - das entlastet junge Familien die grade gebaut haben.

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