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Verfassungsgericht: Welche Grundsteuer Sie sich wünschen sollten
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Das Verfassungsgericht hat die Grundsteuer gekippt, nun wird über die künftige Höhe gefeilscht. Was auf Mieter und Hausbesitzer zukommen könnte - und was gut für sie wäre.

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seidler.frank 16.04.2018, 16:35
70. Bodenwertsteuer

Das einzig sinnvolle ist eine Boden Wert Steuer. Diese ist endlich mal einfach zu erheben, gerecht und wirkt der Kapital Akkumulation im Kapitalismus entgegen. Das weitverbreitete Problem des Eigenheims im Szeneviertel ist keines, denn wer ein großes Eigenheim im Szeneviertel erbt, darf sich auch gern mal anstrengen im Leben, dass er das auch behalten kann. Denn die Bäckersfrau an der Kasse strengt sich mit ihren Steuern ja auch an, dass die Infrastruktur (Straßen, Schulen, Rechtsstaat) um das teure Haus rum erhalten bleibt. Leistungslose Einkommen gehören auf den Müll. Die Bäckersfrau die ihre Miete nicht mehr bezahlen kann, weil der AG mal wieder ne Nullrunde verabreicht hat, muss auch umziehen.

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Peter der 1. 16.04.2018, 17:07
71. Leben in einem seltsamen Land...

...in einem Land, in dem nicht mal verlorene Weltkriege das bestehende Steuersystem auf „Null“ setzen können.
Warum wurde nicht wie per Gesetz beschlossen, alle 6 Jahre neu bewertet?
Warum wurde nicht spätestens 1990 mit der Wiedervereinigung eine neue Bewertung
bundesweit vorgenommen?
Bestehende Gesetze müssten doch eigentlich nur angewendet werden!
Viele andere Ungerechtigkeiten im deutschen Steuerrecht warten seit Jahrzehnten auf Lösungen...
...hat das villeicht was mit einflussreichen Lobbyverbänden zu tun?
Gerechte Besteuerung ist sicher schwierig, noch schwieriger ist es sie auf dem aktuellen Stand zu halten.
Die am Ort verfügbare Infrastruktur und der Marktwert des Grundstücks sollten in die Berechnung einfließen...

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Rao 16.04.2018, 18:30
72. Den ...

Marktwert eines bebauten Grundstücks erhält man üblicherweise per Gutachten. Das den Grundstückseigentümer ein paar tausend Euro kosten dürfte, und das alle sechs Jahre wieder, wenn die nächste Neubewertung ansteht? Oder behilft man sich dann doch mit ortsüblichen Durchschnittswerten und überprüft den Wert nur dann neu, wenn konkrete Baumaßnahmen oder andere Veränderungen bekannt wurden? Wobei man den Aussagen des Eigentümers meistens glaubt, ohne teures Gutachten, außer es besteht ein dringender Verdacht, daß diese Angaben falsch sein könnten. Genau so arbeiten nämlich die Bewertungsstellen. Wenn zwei Bearbeiter in einer Bewertungsstelle in einer Großstadt so an die 20.000 Fallakten betreuen müssen, was durchaus der Fall sein kann, bleibt einfach nur Zeit für "akute" Fälle mit konkreten Änderungen, die pro Jahr vielleicht 2 - 3000 ausmachen, aber nicht noch zusätzlich für - alle sechs Jahre wieder - eine komplette Neubewertung sämtlicher 20.000 Fälle, also auch derer bei denen keine Änderungen bekannt wurden. (Was nichts heißen will, weil die Ämter nicht von jeder Renovierungs- oder Baumaßnahme erfahren.) Sprich alle Grundstückseigentümer müßten alle sechs Jahre aufs neue erklären, wie der aktuelle Zustand ihrer Grundstücke aussieht. Wäre zwar machbar, aber nur wenn die Bewertungsstellen personell massiv aufgestockt würden, wofür dummerweise nichts spricht, da ja auch wieder eine massive Kostenfrage.

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Rao 16.04.2018, 18:37
73. Ganz so einfach ist es nicht ...

Zitat von Peter der 1.
...in einem Land, in dem nicht mal verlorene Weltkriege das bestehende Steuersystem auf „Null“ setzen können. Warum wurde nicht wie per Gesetz beschlossen, alle 6 Jahre neu bewertet? Warum wurde nicht spätestens 1990 mit der Wiedervereinigung eine neue Bewertung bundesweit vorgenommen? Bestehende Gesetze müssten doch eigentlich nur angewendet werden!
Bestehende Gesetze sorgen dummerweise nicht automatisch für genug Bearbeiter in den Stellen, und schon die erste Hauptfeststellung dauerte mancherorts deutlich länger als die 6 Jahre, die man sich als Frist bis zur nächsten Hauptfeststellung gedacht hatte. Deshalb lautete das Fazit, einmal und nach Möglichkeit nie wieder! Bei einer kompletten Neubewertung heute darf nämlich auch der Grundstückseigentümer nicht übergangen werden, wenn man den Zustand eines Grundstücks/Gebäudes (ausschlaggebend für den Marktwert!) in den Wert mit einfließen lassen will, sei es daß er selbst den Zustand erklärt, oder daß er zur Abgabe eines amtlichen Gutachtens verpflichtet wird. Letzteres kostet aber deftig, und beides macht den Ämtern gewaltig Arbeit. Ergebnis: Vermehrung der Bürokratie statt erwünschter Verminderung.

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wallot10 16.04.2018, 20:12
74.

Zitat von KlausP22
Welcher Bedarf der Öffentlichkeit besteht denn in einer normalen Dorfstraße (usw.) mit Einzelhausbebauung dann die Gärten aller Häuser frei betreten zu können? Ist ja nicht wie in der Großstadt wo Grünflächen knapp sind. Eigentlich wäre so etwas doch nur für Diebe interessant, die dann die Erlaubnis hätten von allen Seiten in die Fenster zu schauen ob einer daheim ist und ob es was zu klauen gibt.
das ist aus dem Kontext gerissen. Der User schrieb, dass "auf dem Land (...) deutlich größere Grundstücke auch eine Menge wert sein kann". Da auf dem Land Grundstücke generell günstiger sind, müssten die Grundstücke deutlich größer sein. Da würde ganz klar über einen Garten hinausgehen. Natürlich will ich keinen den Garten wegnehmen. Die Frage wäre natürlich, was wäre, wenn der Besitzer keinen Käufer finden würde. Er könnte dann ja einen Teil seiner riesigen Fläche in eine begehbare Wiese umwandeln und für diese Fläche von der Steuer ausgenommen werden (obwohl er es weiter besitzt). Zudem habe ich geschrieben, "eine Begründung wäre vielleicht".

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