Forum: Wirtschaft
Vergleichsrechnung 2007 vs. 2017: War der Immobilienkauf früher leichter?
Westend61/ imago images

Viele jüngere Leute klagen: Noch nie war es so schwierig, sich eine Immobilie zu kaufen. Aber stimmt das überhaupt? Experten haben nachgerechnet.

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Ontologix II 17.04.2019, 11:44
160. Im Rahmen von Kohls geistig-moralischer Wende 1982 ...

... wurde der Immobilienkauf für Privaterwerber drastisch teurer. Bis dahin galten bei der Grunderwerbsteuer für einen Otto Normalverbraucher großzügige Freigrenzen beim Erwerb eines Einfamilienhäuschens oder einer Wohnung, auch in einer Großstadt. Erst der Erwerb von Luxusimmobilien wurde kräftig besteuert. Schwarz-Gelb senkte die Grunderwerbsteuer für den Luxus und schaffte die Freigrenzen für Otto ab, besteuerte also alle mit dem gleichen Satz. Folge: Die Ottos bezahlten mehr, die Raffkes weniger. Kapitalistische Gleichmacherei.
Der damalige Wohnungsbauminister der CSU, Oskar Schneider, verkündete triumphierend, man habe eine Steuer gesenkt, nehme nun aber mehr ein. Zu meinem Glück hatte ich gerade vorher mein Häuschen am Münchner Stadtrand erworben.

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marclarsen 17.04.2019, 11:44
161.

Zitat von jim_rewop
Die Preisuntergrenze für ein brauchbares Haus mit 150 qm Wohnfläche liegt aktuell in Hamburg bei 500.000 Euro (ohne Kaufnebenkosten). Ich weiß nicht woher die Zahlen im Artikel stammen, die wirken für mich unrealistisch bzw. ausgedacht. Wir haben uns im Februar ein Haus in HH Niendorf angeschaut: Kaufpreis: 550.000 Euro Courtage: 35.000 Euro Nebenkosten: 38.000 Euro Macht zusammen: 623.000 Euro Kaufpreis Mit 20% Eigenkapital / 2,5% Tilgungsrate / 20 Jahren Zinsbindung - Monatsrate: 1.600 Euro Restschuld nach 20 Jahren: 195.000 Euro
RESPEKT!
Sie schreiben....brauchbares Haus....und dann nochmals 20 Jahre drauf...*grübel*....nicht, dass ich das verurteile.....nein. Aber das ist schon eine Hausaufgabe...

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Theya 17.04.2019, 11:45
162.

Zitat von christian-h
Habe ich doch geschrieben. Preissteigerung = Inflation. In diesem Fall müssen Sie das Nettoeinkommen nehmen wobei es vom Zahlenwert unerheblich ist. 29% mehr Netto - 15% Inflation ergibt 14% Kaufkraftsteigerung.
In dem Artikel wird untersucht, ob es früher einfacher war, eine Immobilie zu erwerben als heute. Dazu werden Preis-, Zins- und Lohn- und Gehaltsveränderungen gegengerechnet. Daher ist eine nochmalige Einbeziehung der Inflationsrate hier unnötig, denn diese wird ja explizit durch die Gegenüberstellung von Preis- und Zinsentwicklung durchgeführt.

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demokrit2012 17.04.2019, 11:47
163. Zahlenmischmasch?

Was zum Teufel wird hier ausgeführt?

Ich zitiere von oben:
"Ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche kostete laut Dr. Klein 2007 in den zehn untersuchten deutschen Metropolregionen im Mittel rund 270.000 Euro. Zehn Jahre später ist der Durchschnittspreis auf 380.000 Euro gestiegen - ein Plus von 40 Prozent. "

Weiter unten steht:
"In Berlin haben 2007 für ein 150 quadratmetergroßes Haus noch rund 75.000 Euro gereicht, 2017 brauchte es 121.000 Euro - knapp 60 Prozent mehr. In München waren 2007 etwa 116.000 Euro aus eigener Tasche zu zahlen, 2017 schon 189.000 Euro."

Das passt gar nicht zu stammen und ist zudem fern jeglicher Realität. Für 189t€ kriegt man in München vielleicht noch eine Garage, aber kein 150qm Haus.
Ich kann nur das Beispiel aus Frankfurt liefern: Während man 2012 noch 3t€-4t€ pro qm bei einer Neubauwohnung im Europaviertel/Gallus gezahlt hat, ist man inzwischen 8t€-10t€ pro qm im Neubau.

Für Eigentum daher völlig uninteressant. Um meine aktuelle Wohnung zu kaufen müsste ich - bei einer angenommenen Mieterhöhung von 2% pro Jahr auf die aktuelle Miete - 30 Jahre Miete zahlen um den Kaufpreis raus zu haben. Sanierungen+Modernisierungen, sowie der nicht-umlagefähige Teil des Hausgeldes sind noch nicht berücksichtigt (und ob das derzeit schicke Neubauviertel in 30 Jahren nicht ein Plattenbaughetto mit Abrisswert ist, steht auch in den Sternen). Als Investitionsobjekt kann man noch über Wohnungen reden, aber auf 20 Jahre gerechnet komme ich im Durchschnitt auf 3% Rendite unter Berücksichtigung aller Kosten und der Annahme dass sie durchgehend vermietet ist (Mietverwalter noch nicht einkalkuliert). Ist mehr als die Durchschnittliche Altersvorsorge, aber immer noch ein erheblicher Risikofaktor dahinter. Aber ich weiß, alle Welt versucht es einem immer noch schön zu reden um die überteuerten Wohnungen zu den aktuellen Mondpreisen loszuschlagen. Der Herr, der diese Rechnung aufgestellt hat, verdient sicherlich auch Geld mit dem Verkauf von Immobilien...

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mostly_harmless 17.04.2019, 11:48
164.

Zitat von muellerthomas
oh man oh man, nein: Wenn Ihr Burrolohn um 20% steigt, steigt ihr Nettolohn auch um fast 20%.
https://de.wikipedia.org/wiki/Facepalm#/media/File:Paris_Tuileries_Garden_Facepalm_statue.jpg

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mr.room 17.04.2019, 11:48
165. Der Finanzierungsvermittler dankt!

Hat man ihm doch hier ein schönes Forum beschert. Vielleicht hätte man noch einen Link für Finanzierungsanfragen einbauen können.
Wer in Städten wie bei uns in Köln nicht bereit ist 580k für eine Neubau-Doppelhaushälfte (ohne Keller) zu bezahlen, bekommt hier nichts. Bestandsimmobilien in die noch investiert werden muss gibt es nicht viele auf dem Markt. Und mit Investment sind die auch nicht wesentlich günstiger. Kann ja jeder selbst im Netz nachschauen. Für junge Familien ist es unmöglich geworden in Ihrer statt zu kaufen, wenn nicht von Haus viel Kohle hat. Pech gehabt. Für mich wird es allerdings ja auch wieder Thema wenn die Kinder ausziehen wollen.

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les2005 17.04.2019, 11:50
166. Es war noch nie einfach

Ein Hauskauf war für Normalverdiener schon immer eine gewaltige Belastung, daran hat sich nichts geändert. Wenn man aber bedenkt, daß bis vor nicht allzu langer Zeit ein Zins von rund 7% völlig normal war, sieht man wieviel vorteilhafter die Startbedingungen heute sind. Entscheidend ist immer, daß man so agressiv wie möglich tilgt. Deshalb ist die Möglichkeit der Sondertilgung entscheidend, um bei günstigen Gelegenheiten die Schuld schnell abtragen zu können. Innerhalb des Zinsbindungszeitraums sollte man außerdem genügend Tilgung einplanen, damit ein evtl. höheres Zinsniveau danach keine Finanzierungskrise auslösen.

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sepph124 17.04.2019, 11:50
167. @SPON: Artikel völlig unbrauchbar

Was passiert denn am Ende der Zinsbindung? Und wie haben sich die NETTOlöhne die letzten 10 Jahre entwickelt?
Im Münchner Umland, selbst 70km und mehr entfernt bekommen sie kaum mehr Einfamilienhäuser unter 1Mio€.
Selbst ohne Zinsen zahlt/spart mal 40 Jahre lang rund 2100€.
Das sind fast 100% vom Durchnittslohn.....

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postmaterialist2011 17.04.2019, 11:58
168. Es hat sich NICHTS geändert !

Wer früher keine Erbschaft hatte oder ein Grundstück mal soeben geschenkt bekam tat sich schon schwer selbst Eigentum zu schaffen Da hat sich nicht viel geändert, weil auch als Gutverdiener ohne glückliche Fügung der Erwerb von Eigentum nicht möglich ist. Wer will aber schon mit 70 auf einer abbezahlten Immobilie sitzen, die dann 40 Jahre alt, renovieranfällig und meist für den Seniorenlebensabend komplett ungeeignet ist. Ich sehe es im Freundeskreis meiner Eltern wo sich viele Paare schwer tun die "alte" Immobilie an den Mann zu bringen und eine altersgerechte und bezahlbare Wohnung zu finden.

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k70-ingo 17.04.2019, 12:00
169.

Zitat von kenterziege
....eigenen Haus höher sind. Ich habe in meinem langen Leben drei Immobilien gekauft und zwar in Bonn. Das war Mitte der 70er Jahre, als alle dachten die Teilung Deutschlands sei eindeutig, die absolute Boom-Region. Wer damals bauen wollte, bekam Grundstücke nur, wenn er sie erbte oder - und das war der häufigste Fall - er baute über einen Bauträger. Für die miese Qualität und die eigenen Kosten der Nacharbeit hätten die Verantwortlichen ins Gefängnis gehört. Meinen letzten Bau habe ich hier - wieder Boom-Region trotz Entzug des Regierungssitzes - 2009/10 mit allen Erfahrungen aus drei Immobilien bauen lassen. Eine ähnliche Geschichte, was den Generalunternehmer betrifft. Mit dem Generalunternehmer sind andere richtig auf die Nase geflogen. Und das war erst der Beginn der Hochphase hier. Es gibt keine Bauleistungen mehr. Der Mangel an Handwerkern schmeißt jede Bauplanung über den Haufen. Man hört abenteuerliche Geschichten. Abseits von der Finanzierung muss man Mut haben, sich auf das Abenteuer „bauen“ einzulassen. Man kann nicht auf Fairness „bauen“. Der Lohn meines Mutes ist nun ein tolles Haus in guter Lage. Jeden dritten Tag werfen Immo-Makler Angebote in den Briefkasten:“ An die Eigentümer des Hauses .....“. Sie wollen kaufen, weil sie eine lange Liste „ solventer“ Interessenten von Telekom, DHL, Postbank, UNO u.s.w. haben. Daran sieht man, wie angespannt der Markt ist. Die Preise schießen in guten Lagen nach oben. Das alles sind für junge Leute ohne Erbe eine sehr hohe Hürde. Es ist nicht das Geld allein. Am besten, man ist selbst Handwerker, kennt viele von denen und baut allein auf dem Land.
Ach ja, diese "Du wolle Haus verkaufe?"- Flyer haben wir hier im Ruhrgebietsspeckgürtel auch alle naselang im Briefkasten.

Die Schaukästen der Makler sind leer. Wobei es durchaus Angebote gibt - die kommen nur nicht bis zu den Schaukästen. Die gehen vorher unter der Hand in der Nachbarschaft weg. Gerade hier auf dem Dorf geht die Nachricht von einen Todelfall in Minutenschnelle herum.

Die immer wieder kolportierte Story, daß kaum daß der Leichenwagen weggefahren ist, der erste Kaufinteressent auf der Matte steht, ist kein modernes Märchen, sowas kommt wirklich vor, und das gar nicht mal so selten. Eine Kollegin ist so an ihr Haus in begehrter Landeshauptstadtlage gekommen.

Mit den Handwerkern läuft das ähnlich. Wir reichen sie in der Nachbarschaft weiter. Das läuft alles über Empfehlungen.
Einige Betriebe, etwa unser Gartenbauer, machen gar keine Werbung mehr und lehnen Aufträge außerhalb eines 5 km-Radius ab. Sie kommen auch so bestens zurecht.

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