Forum: Wirtschaft
Verhandlungen in Berlin: Große Koalition einigt sich auf Kompromiss bei der Grundrent
Soeren Stache/dpa

Streitpunkt Bedürftigkeitsprüfung: Nach monatelangen Querelen hat sich die Große Koalition auf einen Kompromiss bei der Grundrente geeinigt. Das berichten Nachrichtenagenturen unter Bezug auf Regierungskreise.

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kr-invest 10.11.2019, 16:05
1. Finanzierung

Alles was nicht steuerfinanziert ist, sollte die Rentenversicherten auf die Strasse treiben. Es kann nicht sein, dass die Rentenversicherung dauernd als Sozialhilfe missbraucht wird, daür dann die Beiträge steigen oder die Auszahlungsquote sinkt.

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lukasw 10.11.2019, 16:12
2. Respektrente

Ich nahm bisher an, dass sich die "Lebensleistung der hart arbeitenden Menschen" (Originalton Hubertus Heil) auch durch die in die Rentenkasse eingezahlten Beiträge ausdrückt.
Um die Beiträge hier einordnen zu können wäre es schön, wenn jeder die Einzahlungen und der Stand seiner/ihrer Rentenansprüche gemäß Renteninformation 2018 mitliefern würde. Ich fange mal an:
Meine Einzahlungen (inkl. die der Arbeitgeber) betragen Euro 256.225,26, die damit erreichte Rentenanwartschaft beträgt Euro 1.112,60.

Und jetzt warte ich ab, ob durch die folgenden Beiträge meine Annahme bestätigt wird, dass durch die Grundrente lediglich eine Ungerechtigkeit die nächste ablöst.
Zusatzfrage: Erfüllt das von mir oben beschriebene Verhältnis schon den Tatbestand der Enteignung? Kann man bei mir schon von der Einführung der 1-Euro-Rente sprechen?

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TheFunk 10.11.2019, 16:18
3. Ist das nicht traurig?

Wenn jemand 35 Jahre gearbeitet hat, sollte sie Rente doch dann für ein Leben in Würde genügen. Das dies auch mit diesem Kompromiss nicht der Fall sein wird - (und Menschen, die zb nur 30 Jahre gearbeitet haben noch weniger bekommen) ist ein Armutszeugnis für beide Seiten.

Mieten immer teurer, Gehälter und Renten immer niedriger. Armes Deutschland. Aber Hauptsache, Friedrich Merz geht es gut!

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vossharburg 10.11.2019, 16:23
4. Wenn

die sog. Bedürftigkeitsprüfung wirklich auf den Abgleich der Steuerdaten der Finanzämter hinaus läuft, hätte man das wahrlich schneller haben können!
Wenn das der große Wurf sein soll ...
Deutlich geht bzw. ging es hier nicht mehr um die Sache (die ja schon im Koalitionsvertrag hinreichend definiert war), sondern um letzte Profilierungszuckungen ehemaliger Volksparteien. Dass sie dann, wenn die Parteitage es auch so sehen, nochmal zwei Jahre weitermachen können, wird leider die Radikalen auf beiden Seiten nochmals stärken.
Wischi-waschi Kompromiss statt endlich eine Entscheidung, nützt ja nichts.

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sholsth 10.11.2019, 16:25
5. Sinnloses Projekt

Wer in diesem Land noch Vollzeit arbeitet, ist einfach ein Depp. Warzum sollen Menschen, die 35 Jahre Teilzeit gearbeitet haben, nun plötzlich überproportional profitieren?

Man erreicht damit nur, dass die Motivation zur Altersvorsorge bei J´jungen Menschen noch weiter abgesenkt wird, weil diese andauern die Erfahrung machen müssen, dass es nicht lohnt etwas zu leisten, es nicht lohnt viel einzuzhalen, es nicht lohnt vorzusorgen. Am besten nichts pder wenig machen und hoffen, dass die Politik andere für einen zahlen läßt, die sich aufreiben.

Zudem hatten wir doch ein gutes System: Grundsicherung für alle, die zu wenig Rente haben? Warum mußte man dabei etwas ändern? Wo liegt denn die besondere Leistung einer Person, die 35 Jahre nur Teilzeit gearbeitet hat, die man nun mit besonderem "Respekt" anerkennen müßte? Absurd!

Ich habe Respekt vor Menschen, die im Jahr 1 Million Euro Steuern zahlen und hier das halbe Sozialsystem finanzieren, ich habe Respekt vor den 10% unserer Vielsteuerzahlern, die aktuell mehr als 50% des Steueraufkommens bezahlen.

Hört endlich auf ständig die Rente oder Krankenversoicherung für soziale Taten anzuzapfen, dafür sind Steuern dar und nicht Systeme, die auf einem Äquivalenzprinzip basieren! Dafür giubt es Harz4 und die Grundsicherung, nicht aber Rente, daf+r muß man einzahlen!!!

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michi_meissner 10.11.2019, 16:28
6. Noch ein Grund nie wieder SPD zu wählen...

Diese Partei soll endlich mal Politik für die Bürger machen, für eine saubere Umwelt sorgen und nicht usneres Rentenkasse für soziale Projekte anzapfen.

Jeder Mensch, der MOnat für Monat 18,7% in die Bfa einzahlt, müßte eigentlich auf die Barrikaden gehen.

Hoffentlich kostet dieses schlimme Projekt die SPD ähnlich viele Stimmen, wie die unsinnige Mütterrente.

Sinnvoll wäre mal eine Garantie in der Rentenversicherung, dass man zumindest das Geld in Euro (ohne Zinsen!!!) herausbekommt, das man eingezahlt hat, wenn man genau die durchschnittliche Lebenserwartung erlangt. Das wäre mal ein gerechtes soziales Projekt.

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chinadragon 10.11.2019, 16:31
7. Mit der Grundrente müsste unbedingt eine Reform

der Sozialgesetze einhergehen, damit Unterversorgung vorgebeugt und Freistellung von der Zahlung in die Sozialkassen stark eingeschränkt würde. Man sehe nur mal unsere Nachbarn im Süden oder Westen.
In Frankreich und Österreich liegt das Rentenniveau zum ehemaligen Arbeitseinkommen erheblich höher - auch wenn der Staat sich das eigentlich nicht leisten könnte (Frankreich).
Wir lassen unsere Rentner ganz schön in Stich. Grundrente ist nur Kurieren am ungerechten System, weil zuviel Ausbeuteranstellungen zulässt.
Der Schaden wird durch Auslagerung, Automatsierung und KI nur verschärft.
Wenn die Regierung nicht bald eine Reform der Arbeit als Vision hat, wird der Rustbelt und die Folgen auch bei uns Einzug halten.
Man sehe die falschen Versprechungen in den USA, man wolle unrentable Minen wiederbeleben. Und Solaranlagen sanktionieren - aber das haben wir ja auch schon!

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hanfiey 10.11.2019, 16:33
8. Im Moment sieht's so aus...

Es wird die Rente eingereicht und weil die nicht reicht geht es gleich weiter zur Grundsicherung, da wird dann auf Grundlage der Sozialgesetze gearbeitet und das ist erheblicher Aufwand, bei einigen mehr und bei anderen weniger. Diese Sachbearbeiter fallen dann für andere Aufgaben aus in der Zeit und das kostet. Was hier völlig unklar ist, ist folgendes: Grundsicherung und Menschen mit geringen Einkommen können Wohngeld, verbilligte Fahrkarte und Befreiung von dem Beitrag der Rundfunkgebühr bekommen. Wenn jetzt die Gelder mehr werden fallen viele aus dieser Förderung heraus und es wird Geld gespart. Das ganze wird für einige ein Nullsummenspiel und wenn da jetzt auch noch die Bedürftigkeit geprüft werden soll fühlen sich viele zu Recht ver(***). Das ganze ist längst überfällig um die Bürokratie abzubauen.

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smokiebrandy 10.11.2019, 16:34
9. ... wer 35 Jahre gearbeitet und in die Rentekasse eingezahlt hat , sollte selbstverständlich eine Rente oberhalb der Grundsicherung erhalten.

Es ist traurig, dass die Parteispitzen der GroKo sich monatelang darüber streiten ob man diesen Menschen diese Rente zugesrehen sollte oder nicht...gleichzeitig streichen diese Politiker aber meistens als Abgeordnete gut 10.000 ? ...noch mal in Worten zehntausend Euro ein... Steuer Geld.
Und diese Damen und Herren streiten über eine Rente 10% über der Grundsicherung.

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