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Verhandlungen mit Hedgefonds gescheitert: Argentinien ist pleite
AFP

Am Ende half nichts mehr: Die Verhandlungen zwischen Argentinien und seinen Gläubigern sind gescheitert - die Regierung in Buenos Aires ist pleite. Für die Menschen im Land hat der Staatsbankrott dramatische Folgen.

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garfield 31.07.2014, 10:03
220.

Zitat von sysop
Am Ende half nichts mehr: Die Verhandlungen zwischen Argentinien und seinen Gläubigern sind gescheitert - die Regierung in Buenos Aires ist pleite. Für die Menschen im Land hat der Staatsbankrott dramatische Folgen.
Wenn ich es gestern richtig gelesen habe, und wie es auch nochmal im Artikel steht, haben die damals die Staatsanleihen für'n Appel und 'n Ei gekauft, und alle Gläubiger bis auf diese Hedgefonds stimmten dann 2002 einem Schuldenschnitt und einem Verzicht auf 70 Prozent zu. Ebenso wurde gesagt, dass sich Argentinien seitdem deutlich erholt hat und die Wirtschaftsleistung stieg.
Dass die "Geier" sich ihre 1680 Prozent Rendite nicht entgehen lassen wollen, ist natürlich klar.
Jetzt will Argentinien die Hedgefonds nicht auszahlen, weil dann angeblich die anderen damaligen Gläubiger auch nachträglich ihre 100 Prozent einfordern könnten (können sie das wirklich, wenn sie doch schon dem Schuldenschnitt zugestimmt haben?).
Das alles ist aber keine "Zahlungsunfähigkeit" und keine "Pleite". Im Gegenteil. Seriöse Geschäftspartner werden es schätzen, wenn Argentinien weiterhin SIE bezahlt, statt den "Heuschrecken" das Geld in den Rachen zu schmeißen. Auch das hat Argentinien etwas anders formuliert schon ähnlich geäußert. Man könnte sogar soweit gehen zu sagen, dass das Land dadurch für seriöse Partner verlässlicher wird, weil die nicht befürchten müssen, dass bei Schwierigkeiten die Falschen bedient werden. Dass hingegen "Heuschrecken" in Zukunft nicht mehr in Argentinien "investieren" - umso besser für das Land.
Dass die Ratingagenturen pflichtschuldigst den "Heuschrecken" zur Seite springen, war eh klar. Who cares.
Wenn Argentinien hart bleibt, haben Hedgefonds verloren und die Orakel der Ratingagenturen haben endlich den Ruf, den sie verdienen.
Schon allein aus dem Grund wünsche ich, dass möglichst viele in Argentinien das gelassen sehen (können).

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Thomas Kossatz 31.07.2014, 10:03
221.

Zitat von fabio
Möglichst schnell weg vom Dollar und kein TTIP.Keine Schiedsgerichte! Aber ob das unsere Politiker auch so sehen? Wohl kaum. Zur Anmerkung: Dieser Fonds hat Argentinien keinen Dollar geliehen! Das gleiche Spiel wurde ja auch in Griechenland gespielt. Auch hier haben die europäischen Steuerzahler diesen Fonds Milliardengewinne ermöglicht. Nur darf man das hier ja nicht sagen! Leider.
Ach ja? Man darf schon, wie sie beweisen. Nur bleiben sie schuldig, was sie eigentlich meinen und was das mit ARG zu tun hat.

Die Fonds haben den früheren Gläubigern Geld gezahlt (das können die jetzt behalten und verlieren es nicht), während die Hedge-Fonds den Verlust tragen. Die extrem hohe Verzinsung die sich rechnerisch aus der Rückforderung von 100 % ergibt, ist der marktwirtschaftliche Ausdruck eines EXTREM hohen Ausfallrisikos. Denn dieses Manöver geht öfter schief als gut.

Warum wohl haben die Gläubiger verkauft? Weil sie damit gerechnet haben, von Argentinien noch weniger zu bekommen.

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markus.pfeiffer@gmx.com 31.07.2014, 10:03
222. Warum?

Zitat von fluxus08
tausende von Kleinsparern und Rentnern, die nahezu alles verloren haben, sich aber nicht wehren können. Die können das Vorgehen von Herrn Singer nur begrüßen. Was ist jetzt also perverser: Ein Hedge Fond Manager, der potentiell Schiffbruch vor Gericht erleiden kann und somit außer Schulden nichts hätte, oder eine argentinische Regierung, die einfach mal so beschließt, die zahllosen Kleinsparer zu enteignen, die guten Glaubens Geld verliehen haben?
Warum sollten die Kleinsparer das Vorgehen von Herrn Singer begrüßen?
Immerhin bekommen sie jetzt vermutlich nichtmal die 30% zurück, die im Schuldenschnitt vereinbart waren - und das nur, weil Herr Singer & Co als einzige den Schuldenschnitt nicht akzeptieren wollten.

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joanbacha 31.07.2014, 10:03
223. Es gilt für beide Seiten

Zitat von Herr Hold
Verschulden sich die Staaten nicht selbst? Staatsschulden sind kein Schicksal, das einen unverhofft ereilt. Die muss man schon eingehen wollen.
Bei Kreditvergabe geht man ein Aufallsrisiko ein , je höher dieses Risiko desto höher die Zinsen. und dieses Risiko muss man auch eingehen wollen.

Es gibt, anders als manche Foristen hier schreiben, KEINE Garantie für die Rückzahlung.

Wer Garantie haben möchte, sollte nicht leihen.
Wer den Verlust nicht riskieren will. Sollte kein Kreditgeschäft eingehen.

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muellerthomas 31.07.2014, 10:03
224.

Zitat von taupunkt
Argentinien hat sich bei den Hedgefonds kein Geld geliehen. Wenn sie aber irgendwo einen Kredit aufnehmen, haben sie keine Kontrolle mehr, welche Gauner sich die Rechte daran sichern.
Nunja, dass Anleihen handelbar sind, liegt in der Natur der Sache, sonst wären es keine Anleihen.

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finnegan 31.07.2014, 10:03
225. Aha...,

Zitat von gorchus
Immer wieder liest und hört man den Namen USA in Verbindung mit Missständen, Niedergängen, und und und anderer Länder. Das sollte jeden, auch die USA Fanboys, zu denken geben.
weil man das überall liest, sollte man sich Gedanken machen.

Es wäre besser man würde sich eigene Gedanken machen. Die USA agieren so wie alle anderen Länder auch, sie sind nur wirtschaftlich etwas größer, mehr nicht!

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muellerthomas 31.07.2014, 10:05
226.

Zitat von Benjowi
Das ist natürlich grober Unsinn, denn in Wirklichkeit haben diese tollen Fonds ein halbwegs geordnetes Insolvenzverfahren torpediert .
Und da muss doch der Ansatzpunkt liegen: Ein international akzeptiertes Insolvenzverfahren für Staaten.

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finnegan 31.07.2014, 10:05
227. Das muss man sich wirklich einmaol vorstellen...,

Zitat von thomas_gr
Das muss man sich mal vorstellen, da fordert irgendein Geldjongleur, der nichts nachhaltiges erschafft, Geld von einem Staat und weil er es nicht bekommt werden Staats-/Volkseigentum beschlagnahmt und sogar Botschaften gepfändet. Wo ist denn hier die Grenze? Warum lässt man Geldjongleuren, die nichts und wieder nichts erschaffen so einfach an reale Werte kommen für die andere gearbeitet haben?
Sie haben die Vorgeschichte vergessen zu erwähnen und die geht so:

Da leiht man einem Staat sein Geld und nun wollen die das tatsächlich nicht zurückzahlen?

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0xd00faffe 31.07.2014, 10:05
228. So ein Quatsch!

Zitat von finnegan
Wer Schulden macht, muss sie auch bedienen, das gilt für den kleinen Häuslebauer genau so wie für Staaten.
Wer von der Verwaltung des Geldes anderer Leute lebt, soll auch seinen Job machen, wie z.B. die Abwägung Risoko <--> Zins in einer gesunden Mischkalkulation auf gesunde Beine stellen und er muß dann halt für das Pech anderer geradestehen. Das ist der F*** Job einer Bank und auch Banken haben nicht das Recht auf Reichtum ohne Gegenleistung.

Was mit Argentinien passiert ist so, als wäre der Bauherr pleite gegangen, Haus, Grundstück und Baumaschinen enteignet, verkauft, die Gläubiger soweit möglich (aber nicht völlig) entschädigt und jetzt kommt irgendein äußerst windiges Inkassobüro mit einem korrupten Richter als Freund daher und sagt: "ne, sehen wir aber ganz anders. Wir haben hier vom Klempner folgenden Rechtsanspruch auf Bezahlung einer Kanalisation erworben. Die wurde zwar nie angefangen, aber der Auftrag wurde erteilt und deswegen pfänden wir ..."

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Dr.Fuzzi 31.07.2014, 10:05
229. Och Joh!

Zitat von Dr.Q
Es darf nicht sein, dass (schon wieder) ein Staat vor ein paar Spielern, aaeh Haendlern in die Knie geht, noch dazu vor Auslaendern! Demnaechst der Vatikan? Verkaufen wir bald Kirchen? Ein Staat sollte eine gewisse Immunitaet haben, und ueber solchen Dingen stehen. Schliesslich ist ein Staat kein Wirtschaftsbetrieb eines Einzelnen, sondern dient allen, die in ihm leben und die ihn gewaehlt haben, also dem Allgemeinwohl. Man stelle sich vor ein paar US-Zocker verklagen die USA und die USA sind bankrott! Sind die Zocker dann staatenlos? Ich lach mich tot. So gesehen, KANN ein Staat nie wirklich pleite gehen. Schliesslich ist Geld ja heutzutage nur Vertrauen und Sicherheit, Vetrauen eine Leistung zurueckzuzahlen, oder Vertrauen darin, dass man auf riesigen Erdoelvorkommen liegt, oder Vetrauen in die schlagkraeftige Armee des Staates etc.... Absurd das alles.
Nur nebenbei: Kirchen werden zuhauf verkauft und in Diskos oder Restaurants o.ä. "umgewidmet".

Im speziellen: Sie meinen also, das "der Staat" mit seiner Immunität, seine Schulden nach Gutdünken begleichen kann, wenn er dann will und wenn diesem Staat "die Nase" des Eigentümers der Schuldtitel hinterher nicht mehr passt, eben nicht?

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