Forum: Wirtschaft
Verhandlungen mit Hedgefonds gescheitert: Argentinien ist pleite
AFP

Am Ende half nichts mehr: Die Verhandlungen zwischen Argentinien und seinen Gläubigern sind gescheitert - die Regierung in Buenos Aires ist pleite. Für die Menschen im Land hat der Staatsbankrott dramatische Folgen.

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reinerhohn 31.07.2014, 10:57
350. Ich halte den Namen...

...Geierfonds fuer nicht all zu falsch. Statt diesen 1680% Gewinn den diese Herren machen wollten haetten sicher auch 500% oder weniger gereicht, aber das reichte ihnen nicht, sowas nennt man im allgemeinen Sprachgebrauch Geier!

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deuro 31.07.2014, 10:58
351.

Zitat von joomee
Bei allem Mitgefühl für Argentinien und ich bin ja auch kein Freund von solchen Fonds. Aber wenn ich mir ein Haus kaufe und Schulden aufnehme und sie nicht zurückzahlen kann, wird die Bank mir das Haus ziemlich schnell pfänden und ich bin dann auch pleite. Die Bank, Sparkasse oder wer immer mir Geld geliehen hat, fragt nicht nach meinem Schicksal oder ob ich nun womöglich mit zwei kleinen Kindern und einer kranken Frau auf der Strasse stehe. Und das würde überall auf der Welt so gehabt, auch in Deutschland... Also was soll das niedermachen der USA hier? Das hat im übrigen auch ein Gericht entschieden und nicht die US-Regierung. Und jeder Richter dieser Welt würde das genauso entscheiden, da vor Gericht es nicht um Moral geht - und auch nicht gehen kann. Das ist nun mal so. Und nochmal: Mir tut das auch leid, aber so einfach wie es viele hier schreiben ist die Sache leider nicht.
Der Unterschied ist, dass der Milliardenkredit eben von ein paar korrupten Politikern aufgenommen wurde- vermeintlich im Namen der Bevölkerung. So als wenn Ihnen der Bankberater eine Zwangshypothek aufdrückt ohne dass Sie dafür unterschreiben.
Wo die Milliarden versickert sind, wissen nur wenige. Beim Volk wird davon wenig angekommen sein. Genauso wie in Griechenland, wo grosszügigerweise Golmann Sucks gegen Wucherzins ausgeholfen hat und die Griechischen Bürger noch heute dafür bluten dürfen.

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muellerthomas 31.07.2014, 10:59
352.

Zitat von markus.pfeiffer@gmx.com
Durch die Insolvenz und den Schuldenschnitt von 2002 war von einer 100%igen Rückzahlung seit 12 Jahren keine Rede mehr - entprechend niedrig war der Kurs der Anleihen, nämlich bei ca. 6% des ursprünglichen Nennwerts.
Nein, so ist das nicht. Bei einer regulären Umschuldung, wird ein neuer Anleihekurs festgelegt (im Grunde eine neue Anleihe im Tausch gegen die alte ausgegeben), deren Kurs dann wieder im normalem Bereich liegt. Dass der Kurs bei 6% lag, zeigt eher, dass es eben keine reguläre Umschuldung gab.

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mr1978 31.07.2014, 10:59
353.

Zitat von Banause_1971
...Aus diesem Grund wurde doch auch Griechenland von der EU unterstützt, damit es in 10 Jahren eben keine 1.600% auf seine heute ausgegebenen Anleihen zahlen muss. Der Prozentsatz spiegel das Ausfallrisiko wider! Käufer solcher Anleihen gehen dieses Risiko ein weil sie gierig auf die hohen Gewinne sind. Nun kann Argentinien aber nicht zahlen, und die Geier wollen die Regeln des Spiels ausser Kraft setzen und trotzdem den Spekulationsgewinn einstreichen. ... Staatsanleihen sind auch Risikopapiere mit einer Ausfallwahrscheinlichkeit. Wer sie kauft weiß, dass er sein Geld evtl. nicht wiedersieht. Pervers, mit wie viel Unwissenheit hier gegen Argentinien gewettert wird. Ich möchte denjenigen sehen, der mit Erfolg den deutschen Lottoblock verklagt, weil er 6 Falsche hatte, aber trotzdem die 27 Millionen haben will.
Sie haben den Sachverhalt offenbar nicht richtig verstanden.
Um Ihre Analogie mal zu korrigieren:

Sie kaufen ein Los bei Lotto für 10 Euro mit einer garantierten Gewinnsumme von 12 Euro. Dann bekommt Lotto Zahlungsschwierigkeiten und sie laufen Gefahr, das Geld einklagen zu müssen oder schlimmstenfalls gar nichts zu bekommen. Sie haben keinen Bock auf den Rechtsstreit (schon gar nicht wegen 12 Euro) und bevor sie gar nichts sehen, verkaufen Sie mir ihr Los für 1 Euro. Damit Sie überhaupt was zurückbekommen. Den Verlust (9 Euro) machen Sie natürlich steuerlich geltend :).

Ich bin nun aber etwas finanzkräftiger, habe gute Anwälte und klage gegen Lotto auf den vereinbarten Garantiegewinn von 12 Euro.
Ich gewinne vor Gericht (warum auch nicht) und Lotto muss zahlen. Also habe ich eine sagenhafte Rendite von 1100% erwirtschaftet, weil ich für meinen 1 Euro Einsatz dann 12 Euro rausbekomme.
Bin ich nun ein Aasgeier, weil ich aus den ursprünglich 10 zur Verfügung gestellten Euro 12 gemacht habe? Die ja damals von Lotto auch garantiert wurden. Wohl kaum.

Und jetzt kommt das Risiko dazu: Habe ich nun einen Titel gegen Lotto (12 Euro, juhuu), heisst das nicht ,dass ich das Geld auch sehe. Denn wenn die zahlungsunfähig sind, bekomme ich gar kein Geld.

Das Problem (soweit ich das verstanden habe, bin ja kein Staatsrechtler) bei Argentinien ist nun aber, dass ein Staat nicht durch Pleite aus seinen Zahlungsverpflichtungen rauskommt. Sondern zahlen muss, sobald wieder Geld da ist. Er kann nicht einfach eine neue Argentinien GmbH gründen und bei 0 anfangen. Dann wäre die Frage, warum auf Staatsanleihen überhaupt hohe Zinsen gezahlt werden. Denn dann würde ja immer zurückgezahlt. Ist nur die Frage, wann.

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Thomas Kossatz 31.07.2014, 10:59
354.

Zitat von xhugo
was soll solche Headline? Argentienien wäre bankrott, hätten sie sich auf diese Zahlungen eigelassen. So bleibt Argentienien zahlungsfähig gegenüber berechtigten Forderungen. Für die Zukunft muss gelten, was nach englischem Recht in solchen Finazfrageen bereits Gang und Gebe ist: mehrheitlich erlassene Schulden (für funktionierende Marktteilname) sind und bleiben getilgt. Nur berechtigte Forderungen werden fristgerecht bedient. Unter dieser Prämisse gibt es keine Staatspleite Argentiniens. Wenn Hedgefonds die Rückzahlung verschleppen, um über Verzinsung und zweifelhafte Privatrechtsprechung Reibach zu machen, gehört dem ein Riegel vorgeschoben im allgemeinen öffentlichen Interesse (und gegebenenfalls der Prozess wegen Betrugsabsichten gemacht).

Hallo? Bonität Y, verursacht durch betrügerischen Bankrott (vermeintliche Zahlungsunfähigkeit trotz vorhanener Mittel).

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muellerthomas 31.07.2014, 11:00
355.

Zitat von Wildes Herz
Nun ja, es wird ja niemand mit vorgehaltener Waffe dazu gezwungen, Argentinien oder sonst irgendeinem Staat Geld zu leihen. Wer das tut, weiß ganz genau welches Risiko er damit eingeht - und lässt sich dieses Risiko ja auch regelmäßig mit einer entsprechend hohen Rendite vergolden...
Das stimmt, es müsste aber anerkannt festgelegt sein, wann ein Staat insolvent ist. Einfach zu sagen, wir zahlen nicht mehr und das wars, kann m.E. keine sinnvolle Lösung sein.

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ti.go 31.07.2014, 11:01
356. Verleihe nur Geld...

... wenn du auch darauf verzichten kannst. Alle die hier schreiben, dass es richtig ist, dass diese "Aas-Geier" nun Geld zurückfordern sollten bedenken, dass diese ja die 16,8 fache Summe von dem zurückfordern was sie ma geliehen haben. Wo gibt es denn sowas???? Was ich mich frage ist, warum US Gerichte über das Schicksal Argentiniens entscheiden können? Sollen die doch einfach sich weigern den das Geld auszuzahlen, will dann die USA Argentinien den Krieg erklären?

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Botox 31.07.2014, 11:02
357. System im System

1.)Vertrag. Hierfür werden sich sogenannte Berater geholt und die kommen............. Richtig, und die lassen in dem Kleingedruckten immer ne Hintertür offen, die man Später nutzen kann.
2.) Gericht. Die Finanzierung und die Richter werden in diesem Fall nicht von der Regierung gestellt, sondern wird Ausschließlich von der Finanzwirtschaft getragen. Es ist ein Öffentliches Gericht ohne jede Demokratische Grundlage.
Rating.) Das selbe wie das Gericht. Auch diese „Agenturen“ werden Ausschließlich von der Finanzwirtschaft getragen und finanziert. Das die nicht Neutral Arbeiten, ist längst bekannt.
Wenn man jetzt mal von den „Beratern“ absieht, haben wir es mit einem System zu tun, wo im Grunde genommen jede Öffentliche Grundlage fehlt und die Demokratie lächerlich macht und Ernsthaft gefährdet.

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markus.pfeiffer@gmx.com 31.07.2014, 11:03
358.

Zitat von clausen1977
Auch wenn SPON es nicht schreibt (bzw es nur andeutet) haben die Hedgefonds sich mit argentinischen Papieren zu Bruchteilen des Nennwerts eingedeckt (ca. 10-15% des Werts), kurz bevor Argentinien in 2001 Pleite gegangen ist. Schon wenn sie damals eine Kürzung von 70% wie alle anderen Gläubiger angenommen hätten, dann hätten sie Geld daran verdient. Aber sie waren immer danach hinaus, die 100% einzufordern und vor Gericht zu gehen. Und da haben sie einen Richter gefunden, der sich mit Details nicht auskennt und ihnen gut gesonnen ist... Jetzt haben alle anderen den Salat...
Wenn ich mit den 1680% Kursgewinn richtig gerechnet habe etwa zu 6% des Nennwerts - was bei einer Verzinsung von 8% (des Nennwerts) für den Investor schonmal 133% Zinsen/Jahr auf seine Investition gibt. Und bei 30% Rückzahlung 500% Kursgewinn - aber die Wetten auf die argentinische Staatspleite waren halt noch lukrativer, eben weil es Argerntinien in den letzten Jahren zwischendurch besser ging und die Wetten vermutlich auch entsprechend günstig zu bekommen waren. Letztendlich haben die Hedgefonds das jetzige Szenario schon 2002 so "geplant".

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Thomas Kossatz 31.07.2014, 11:03
359.

Zitat von Schreiber5.1
An die Kritiker, die die USA für so unheimlich solvent halten und meinen, andere würden gegen diese unberechtigte Kritik üben: Hatte Obama nicht kürzlich erst die allergrößten Nöte seinen Haushalt wegen der immensen Schulden durchzubringen? Er musste gravierende Abstriche machen, weil die Republikaner sonst alles blockierten! Also, auch die USA haben mit dem System ihre Sorgen und Nöte.
Falsch. Was sie meinen ist die Schuldenobergrenze ("debt ceiling"). Die Republikaner haben sich den Irrsinn erlaubt, erst Ausgaben zu beschließen und dann dem Präsident (fast) die Zahlung (!) untersagen zu wollen. Das sagt viel über den Zustand der Politik in den USA aus, aber nichts über die wirtschaftlichen Basisdaten.

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