Forum: Wirtschaft
Verhandlungen mit Hedgefonds gescheitert: Argentinien ist pleite
AFP

Am Ende half nichts mehr: Die Verhandlungen zwischen Argentinien und seinen Gläubigern sind gescheitert - die Regierung in Buenos Aires ist pleite. Für die Menschen im Land hat der Staatsbankrott dramatische Folgen.

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helgeharder 31.07.2014, 11:04
360.

Zitat von rpgle
von wegen: wer Schulden macht muss sie auch bezahlen. Also wenn ich so gut wie pleite bin, und einer leiht mir 1000 Euro (selbst schuld) kommt nach 10 Jahren und will 27000 € haben. Den werde ich zum Teufel schicken. Schulden bezahlen?! Natürlich! Aber nicht zum Wucherzins
Sie verstehen anscheinend überhaupt nicht, worum es geht. Der Gewinn von 1680% ergibt sich nicht daraus, daß Sie (um mal bei ihrem obigen Beispiel zu bleiben) für 1000€ geliehenes Geld 27000€ zurückzahlen sollen. Sie sollen nur die 1000€ plus die vereinbarten Zinsen zahlen. Allerdings nicht an den, der Ihnen die 1000€ ursprünglich geliehen hatte, sondern an den, der den Schuldschein für wenig Geld (sagen wir 60€) dem ursprünglichen Gläubiger abgekauft hat, weil der nicht daran geglaubt hat, das Geld jemals wiederzubekommen und ihm der Spatz in der Hand (60€) wichtiger war als die Taube auf dem Dach (1000€).

Für Sie als Schuldner ändert sich gar nichts, nur macht derjenige, dem Sie die 1000€ zurückzahlen, aus seiner Sicht eben 1680% Gewinn, weil er für 60€ Einsatz 1000€ rausbekommt.

Nichts anderes ist es im Fall Argentinien, nur die geliehenen Summen sind größer. Der Hedgefonds will die vereinbarten 1000€ wiederhaben, die sich Argentinien geliehen hatte, und Argentinien will die 1000€ nicht zahlen.

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GrinderFX 31.07.2014, 11:04
361.

Zitat von klaus meucht
Wurden die Gläubiger gezwungen Geld zu leihen? Die sind das Risiko eingegangen und haben für das Risiko Zinsen bekommen. Verantwortlich sind beide.
Richtig. Das heißt aber nicht, dass die Gläubiger deswegen nicht ihr Geld einklagen dürfen und deswegen als die Bösen dastehen, nur weil sie ihr Geld irgendwann zurück haben wollen.

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Klapperschlange 31.07.2014, 11:05
362.

Zitat von zynik
Ich habe das Gefühl, dass viele der Befürworter der Finanzbranche selbst in der ein oder anderen Form nahe stehen oder zumindest in einem entsprechenden Studium die marktkonforme Logik verinnerlicht haben. Aber das ist nur meine subjektive Meinung.
Ich z. B. bin Architekt, verstehe aber das Handeln der Hedgefondsmanager. Alles entspricht den bestehenden Verträgen.

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joanbacha 31.07.2014, 11:05
363. Einspruch !

Zitat von Nightmare4Ali
Auch wenn diese Aasgeier jetzt den vollen Betrag einklagen ist dieses Unterfangen völlig ok. Sie zwingen Pleite-Staaten zum nachhaltigen Haushalten, weil die Aasgeier den letzten Knochen nach dem großen Schlachtfest noch verwerten. Wenn ich bei der Telekom eine Rechnung von 100 euro nicht bezahle, wird diese Forderung für 30 euro verkauft, die Inkasso-Firma sitzt evt. 2 Jahre lang darauf und wenn ich wieder liquide bin, kassiert sie den VOLLEN Betrag 100 + das 2 oder 3-fache an Mahngebühren, Inkasso plus Anwälte etc.....Bei den Hedge-Fonds gehts ähnlich. Die leben vom Mehrwert der beim Verwesen einer Volkswirtschaft ensteht, nachdem die Löwen und Schakale sich satt gefressen haben. Die Telekom ist dabei nur glimpflich mit 30 euro davon gekommen.Ich habe aber telefoniert für 100. Argentinien hat das ursprünglich geliehene Geld schon vor Jahren verlebt und will es jetzt definitiv GAR nicht mehr zurückzahlen. Sowas können nur Fidel-Castro-Anhänger gut heißen.
Nicht Kuba! Nein, polemisieren Sie nicht. Fakt ist, dass auch hier in Deutschland sogar die Möglichkeit der Schuldenbefreiung bzw. private Insolvenz existiert. Sogar im Fall, dass ein Staat betroffen ist, ist dies in der BVerG vorgesehen.

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UweZ+ 31.07.2014, 11:06
364. Mit Verlaub,...

Zitat von xaka
...Deutschland bedient seine Schulden, pünktlich und in voller Höhe, wo ist das Problem? Das mit dem Unterschied von relativ und absolut üben wir dann doch besser nochmal.
... nun kommen auf die gut 2,1 Billiönchen bundesdeutsche Staatsschulden aber vermutlich zusätzlich nochmal jene 125 Mrd. DM Schuldsumme plus Zinseszins oben drauf, die das damalig staatsbankrotte Deutschland in Einklang mit dem Londoner Schuldenabkommen 1953 bisher noch nicht getilgt hat.

Wenn wir als Zins die obligatorischen 6 % annehmen, hat ein Hedgefond, der auf den Flohmärkten dieser Welt die historischen, durch das Londoner Schuldenabkommen 1953 als wertlos angenommenen, von Deutschland ehemals ausgegeben Staatsanleihen-Urkunden aufgekauft hat, nun nach Adam Riese akkumuliert-berechtigte Zins-Forderungen in Höhe von ca. 4 Billionen DM.

Womit sich die Staatsverschuldung Deutschlands (zumindest nach der Logik der in diesem Forum zur Solidarität mit den Hedgefonds aufrufenden Mitbürgern) durch die us-amerikanische Rechtsprechung in der causa "Elliot versus Argentinien" auf grob 4 Billiönchen Eurönchen verdoppelt haben dürfte.

Na, Schwamm drüber: die Bürger unserer schnuckligen Bundesrepublik können sich ja die nächsten paar hundert Jahre als angekettete Galeeren-Sträflinge verdingen und ausländische Touristen auf dem Rhein, flussauf- wie flussabwärts fleissigst an der Lorelei vorbeirudern...

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ph.latundan 31.07.2014, 11:09
365. argentinien wird NIE .........

Zitat von markushatt
Jetzt noch mit Brics Krediten wieder auf die Beine kommen und aus den Fittichen des US Dollars kommen und wir haben ein Paradebeispiel für die Russisch/Chinesische Weltbank, dann wirds Eng für die Hedgefonds. Sieht das als Warnung.
argentinien wird NIE .........
auf die beine kommen. die argentinische "elite" hat dieses land ausgebeutet und bestohlen. ueber jahrzehnte. und wird es weiter machen. eine lehre fuer politiker die anleihen auflegen das geld verpulvern und stehlen (wie in argentinien passiert) und dann die rueckzahlung verweigern.

die fonds haben das einzig richtige gemacht. ich freu mich das die es kichner so richtig gezeigt haben.

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Pless1 31.07.2014, 11:09
366.

Zitat von interessierterleser1965
Der Artikel erwähnt mit keinem Wort, dass diese Hedgefonds es auch waren, die Argentinien damals Geld geliehen haben, als keiner sonst es tun wollte. Das sollte man nicht vergessen. Das diese Fonds nun diese Hilfe in höchster Not wieder zurück haben wollen, ist nur normal. Das war die Abmachung. Bitter ist es für die Menschen trotzdem. Die erneute Pleite ist die Konsequenz aus einer verfehlten Wirtschaftspolitik, das ist die bittere Erkenntnis. Dieses Ergebnis nur den Gläubigern zuzuschreiben, greift zu kurz. Die haben das Geld schließlich nicht verschenkt, sondern Argentinien geliehen. Dort glaubte man offenbar in südländischer Gelassenheit, dass alles schon irgendwie gut gehen werde. Nur das tat es nicht. Es bleibt zu hoffen, dass die Menschen in Argentinien nicht zu sehr leiden müssen. Für Europa sollte der Fall Argentinien insbesondere für Griechenland eine Lehrstunde sein.
Richtig, das Geld war nur geliehen! Aber Sie vergessen widerum, dass dieses Hochrisiko-Geschäft der Hedgefonds die Staatspleite Argentiniens 2001 nicht abwenden konnte, also schiefgegangen ist. Die Hedgefonds halten nun aber an Renditeforderungen fest, die nur mit der hohen Ausfallwahrscheinlichkeit des geliehenen Geldes begründbar waren. Dieser Ausfall ist dann später auch eingetreten.

Trotzdem bot Argentinien Zahlungen an, die für die Fonds noch eine enorme Rendite dargestellt hätten. Vergessen Sie nicht: nicht diese Hedgefonds hatten Argentinien das Geld geliehen, sondern andere Anleger. Diese Fonds haben nur für kleines Geld die bereits nahezu wertlosen Papiere gekauft - ausschließlich mit dem Ziel den Schuldner später damit zu erpressen. Daher haben sie sich sämtlichen Arrangements zwischen Argentinien und allen anderen Gläubigern entzogen. Würden die Fonds damit durchkommen wären zukünftige Verhandlungen über einen Schuldenschnitt obsolet - im Falle Argentiniens wie auch aller anderen staatlichen Schuldner.

Was nötig ist, ist ein geregeletes Verfahren hierzu auch für Staaten ähnlich dem Insolvenzrecht. Wenn eine bestimmtes Quorum der Zustimmung für einen Insolvenzplan erreicht ist (z. B. 90%), so gilt die festgelegte Quote für alle Gläubiger, auch die, die nicht zugestimmt haben. Mit den 30% vom Nennwert hätten die Fonds immernoch eine gigantische Rendite auf das eingesetzte Kapital erzielt und Argentinien würde ein eigentlich verarbeiteter Staatsbankrott nach 13 Jahren nicht nochmals vor die Füße fallen.

Man muss natürlich auch sagen, dass die Regierung Kirchner in den letzten Jahren einfach einen lausigen Job gemacht hat. Anstelle die Wirtschaft anzukurbeln hat man lieber Beruhigungspillen verteilt. Beispiel ist der Export (sic!)-Zoll auf Rindfleisch, was den einst größten Rindfleischexporteuer der Welt weit zurückgeworfen hat und gerade in der Fläche verarmen lässt - nur damit das Überangebot im Inland weiterhin Rindfleisch für alle bezahlbar hält. Und wenn auch das nicht mehr hilft wird halt mit dem Säbel gerasselt und mal wieder nach Falkland geschielt. Beschämend!

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steueragent 31.07.2014, 11:10
367. An alle Hedgefond-Verteidiger, ich verstehe euch nicht!

Das ist doch wirklich ein ganz schmutziges Spiel, das hier läuft und mir ist ganz egal, inwieweit Argentinien selber schuld ist. Auf jeden Fall sollten solch schmutzige Geschäfte verboten werden. Diese Amerikaner werden mir immer unheimlicher.

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pek 31.07.2014, 11:10
368. Ahnungslos???

Zitat von olt2010
Wie ein anderer Forist bereits anmerkte, haben diese "Geier-Fonds" Argentinien keinen müden Cent geliehen. Sie haben lediglich die Papiere anderer weit unter deren ursprünglichen Wert aufgekauft, um dann auf die volle Zahlung der Schulden zu bestehen. Es ging also nur um eine hochspekulative "Investition" mit dem Ziel einen maximalen Gewinn einzufahren. Solche kriminellen "Geschäftsmodelle" sollten wir auf keinen Fall unterstützen. Es geschieht diesen jämmerlichen US-Verbrechern recht, wenn sie nun keinen einzigen Cent bekommen und leer ausgehen. Sie wenden erpresserische, kriminelle Methoden an und nehmen bewußt in Kauf, daß sie mit ihrer unnachgiebigen, geldgeilen Haltung Millionen Menschen ins Unglück stürzen. Die USA haben einen Grundsatz aufgestellt, der da lautet: "Keine Verhandlungen mit Terroristen!" Das münze ich um und sage: "Keinen einzigen Cent für US-Verbrecher!"
Sie vergessen bei ihrer Tirade zu erwähnen das sich das alles nach Recht und Gesetz abgespielt hat. Schulden müssen beglichen werden, egal wer den Titel hält und zu welchem Preis er ihn bekommen hat.

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jonk 31.07.2014, 11:11
369.

Wo sich amerikanische Unternehmen in solche Dinge einmischt bleibt meist nichts mehr übrig. kaum verständlich das die immer noch derart pleite sind. Wem haben wir die letzte Finanzkrise zu verdanken? Unfassbar ist das nicht mal 1% der amerikanischen Bevölkerung dazu in der Lage ist ganze Länder in den bankrott zu treiben. Siehe z.b. Irland, das vor der finanzkrise super dastand und diese auch problemlos überstanden hätte. Hätten sie nicht auf ihre amerikanischen Ratgeber gehört und Schulden weit über ihrem BIP angehäuft. Auch interessant finde ich es wenn sich ein amerikanisches Unternehmen an einem europäischen beteiligt. Das hat meist Entlassungen zur Folge. Was juckt es die auch wenn ein paar Europäer keinen Job mehr haben, wenn die doch Ihren Gewinn steigern können. Alle fürchten immer Kooperationen mit den Chinesen, von denen ich sowas bisher noch nicht gehört haben. Die Frage bleibt nur warum unsere "Freunde" das machen? Um den Dollar stabil zu halten? Oder um zu verhindern das andere Länder an Einfluss gewinnen?

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