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Verivox-Analyse: Strom wird zu Jahresbeginn noch teurer
REUTERS

Die Strompreise sind hoch wie nie - und es geht noch weiter: Das Verbraucherportal Verivox rechnet für das kommende Jahr mit einem Preissprung. Obwohl die Versorger Nachlass geben könnten.

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Kopf-Tisch 26.12.2017, 17:59
10. Energiepolitik

Energieversorgung gehört, wie einige andere grundlegende Dienste, nicht privatisiert. Gewinnmaximierung ist dafür kein guter Ratgeber. In anderen Ländern ist zudem elektrische Energie - "Strom" - deutlich günstiger als in Deutschland. Leider wird wohl mit der anstehenden Verbreitung von E-Autos der Strompreis eher noch teurer werden. Nicht, weil elektrische Energie so ein knappes Gut ist, sondern weil die Steuereinnahmen auf Kraftstoffe einbrechen werden. Gleichzeitig gibt es EU-Strafzölle auf Solarmodule aus China. "Saubere, günstige Energie" ist offenbar nicht das Ziel unserer Politik.

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freigeistiger 26.12.2017, 18:18
11. Geld für Gemeindekasse

Zitat von sir wilfried
Warum sollten die Versorger Nachlass geben? Es sind Privatunternehmen. Die wollen Rendite machen. Für Gemeinwohl sind andere zuständig. So ist das, wenn alles privatisiert wird, was Mensch zum Leben braucht.
Ich glaube, sich haben Stromerzeuger mit Stromversorger verwechselt. Stromversorger sind die Stadtwerke, mit denen die Endverbraucher einen Belieferungsvertrag haben. Zur Sanierung der städtischen Haushalte müssen die Stadtwerke jährlich Geld abführen.
Weiter werden auch der Bus- und Straßenbahnverkehr und Schwimmbäder oft über Gas-, Wasser- und Stromerträge subventioniert.

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cri cri 26.12.2017, 18:20
12.

Zitat von Kopf-Tisch
Energieversorgung gehört, wie einige andere grundlegende Dienste, nicht privatisiert. Gewinnmaximierung ist dafür kein guter Ratgeber. In anderen Ländern ist zudem elektrische Energie - "Strom" - deutlich günstiger als in Deutschland. Leider wird wohl mit der anstehenden Verbreitung von E-Autos der Strompreis eher noch teurer werden. Nicht, weil elektrische Energie so ein knappes Gut ist, sondern weil die Steuereinnahmen auf Kraftstoffe einbrechen werden. Gleichzeitig gibt es EU-Strafzölle auf Solarmodule aus China. "Saubere, günstige Energie" ist offenbar nicht das Ziel unserer Politik.
Von Gewinnmaximierung kann doch hier gar nicht mehr die Rede sein: Ein Kraftwerksbetreiber darf/muss doch nur noch dann in das Netz einspeisen einspeisen, wenn die regenerativen Energien die Last nicht mehr abdecken. Und welche Unabwägbarkeiten das mit sich bringt die eingepreist werden müssen, können Sie sich wohl vorstellen.

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Nordstadtbewohner 26.12.2017, 18:23
13. Die DDR ist einst gescheitert

Zitat von voiceecho
Auch in einer Marktwirtschaft sollte manche Bereiche wie Energie, Transport und Wasserversorgung oder sogar Kommunikation in Staatshand bleiben und diese Leistung mit geringem und gar keinen Gewinn an die in diesem Menschen weitergegeben werden! Auch wenn jetzt viele schreien werden und vom Monopol und fehlendem Wettbewerb oder sogar „Kommunismus“ reden werden, ist es Quatsch! Die Grundversorgung der Menschen muss eine Staatsaufgabe bleiben! Alles andere sehen und bezahlen wir täglich mit völlig überhöhten Energie oder Internetpreisen! Man ist abhängig von profitsüchtigen Unternehmen, die nur für ihre Aktionäre arbeiten!
Aktionäre sind die Eigentümer eines Unternehmens. So wie jeder eingetragene Kaufmann ein Recht auf Profit hat, so hat es auch ein Aktionär.

Die "Grundversorgung" muss mitnichten eine Staatsaufgabe bleiben. Denn dann müsste man folglich auch alle Nahrungsmittel- und Hygieneprodukthersteller verstaatlichen. Wozu das führte, kann man am Niedergang der ehemaligen DDR nachvollziehen.

Das Prinzip von Angebot und Nachfrage ist das einzige Prinzip, das folgerichtig die Allokation von knappen Gütern regelt. Staatliche Monopole führen nur zur Mangelwirtschaft.

Wem die Strompreise zu hoch sind, der sollte den Anbieter wechseln oder einfach den Stromverbrauch einschränken. Oder noch besser: Selbst Stromproduzent werden. Photovoltaikanlagen und Windkraftanlagen machen es möglich. Ebenso finanzielle Beteiligungen an Energieunternehmen.

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dapete89 26.12.2017, 18:25
14. Bei uns bleibt alles

Unser Lokaler Anbieter bleibt. Mal eine Frage, 4000kw/h bei 3 Personen. Ist dies noch aus den 70ern? Wir sind fünf und haben rund 2800 kWh.

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tinnytim 26.12.2017, 18:27
15.

Zitat von cri cri
Man muss nur das hier ansehen : https://www.youtube.com/watch?v=jm9h0MJ2swo&t=317s dann weiss man Bescheid warum!
Hans Werner Sinn mal wieder. Er hat in puncto Target Salden und EZB-Anleihenkäufe große Anteile der Zusammenhänge der Euro-Zonen-Wirtschaft wissenschaftlich erarbeitet. Das weist ihn allerdings mit nichten zu einem Experten in jedem volkswirtschaftlichen Thema aus.
Alleine die Behauptung, Atomenergie sei die günstigste Energieform, macht ihn auf breiter Front so leicht angreifbar, dass jeder Mensch mit Internetzugang und den richtigen Suchbegriffen ihn in einer halben Stunde als energiewirtschaftlichen Laien entlarven kann.

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oidamo 26.12.2017, 18:31
16. Wer mehr zahlt, ist selber schuld

Ich verstehe die Aufregung ehrlich gesagt nicht. Wenn man sich jedes Jahr für 10 Minuten - eher weniger - die Zeit nimmt, online die Stromanbieter vergleicht, und regelmäßig zum günstigsten Anbieter wechselt, dann steigen die Stromkosten jedes Jahr im Durchschnitt eher nur geringfügig, im lngjährigen Vegleich etwa so wie die Inflationsrate. Ich selber habe in den letzten Jahren nie mehr als 33 Euro/Monat für eine 2-Personen-Haushalt bezahlt. Aber man muss sich halt a bisserl drum kümmern. Wer dagegen zu faul ist, um von seinem Grundversorgervertrag umzusteigen, der halt einfach selber schuld.

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syracusa 26.12.2017, 18:32
17.

Zitat von Kopf-Tisch
Leider wird wohl mit der anstehenden Verbreitung von E-Autos der Strompreis eher noch teurer werden. Nicht, weil elektrische Energie so ein knappes Gut ist, sondern weil die Steuereinnahmen auf Kraftstoffe einbrechen werden.
Die Strompreise bei uns sind v.a. wegen hoher Steuern und anderer Abgaben, die nichts mit Energie zu tun haben, so viel höher als im Ausland. Die Steuereinnahmen bleiben v.a. wegen der Umstellung der KFZ-Steuer auf Maut also weiterhin hoch.

Gäbe es einen funktionierenden Strommarkt, dann müssten durch die Einführung von Elektroautos die Strompreise sogar drastisch sinken, denn durch diese werden die bestehenden Kraftwerke sehr viel besser ausgelastet. Tatsächlich müsste in Deutschland selbst bei vollständiger Elektrifizierung aller PKW kein einziges zusätzliches Kraftwerk gebaut werden. Die Stromanbieter könnten ihre gleich hoch bleibenden Fixkosten also auf eine um ca 20 bis 25% höhere Strommenge umlegen, was in einer Wettbewerbssituation zu sinkenden Preisen führen müsste.

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rromijn 26.12.2017, 18:35
18. Man sieht

Dass die Energiepolitik nicht funktioniert. Man sieht dass der Staat zur Aufrechterhaltung des Wettbewerbs immer wieder eingreifen muss. Ansonsten stimme ich den Mitforisten zu, dass es einfach Bereiche gibt, die man nicht der Gewinnsucht aussetzt. Bildung, Gesundheit, Pflege, Wasser und Energie gehören überhaupt nicht in private Hände

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nadennmallos 26.12.2017, 18:37
19. Ist doch klar: Die Stromverbraucher werden immer sparsamer, also ...

... muss der Energieversorger die Preise anheben, sonst wird das nix mit dem erhofften Gewinn. Und wenn wir in Zukunft alle mit E-Mobilität durch Stadt und Land fahren, dann werden die Preise weiter anziehen. Denn der Staat wird statt einer Mineralölsteuer eine E-Steuer einführen. Momentan wird man zur E-Energie durch Industrie (Bedarfsweckung) und Staat (Vorschriften) abwechselnd geködert und gedrängt. So und nur so funktioniert eben unser Wohlstandsmodell.

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