Forum: Wirtschaft
Verkehrsboom in China: Bahn-Strategen träumen von Blitzzug Shanghai-Berlin

Die schnellsten Hochgeschwindigkeitszüge der Welt jagen in China dahin. Die großen Inland-Fluggesellschaften können mit ihnen kaum noch konkurrieren, mancherorts verlieren sie die Hälfte ihrer Passagiere. Und schon denken die Bahn-Strategen an mehr: eine Trasse ins Herz Mitteleuropas.

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the_flying_horse 08.07.2010, 10:16
20. Gibt es: mit der Transsib

Zitat von markus_wienken
Sollte es wirklich mal eine Verbindung Deutschland --> China mit dem Zug geben, wäre ich wohl einer der ersten die sich ein Ticket kaufen würden.
Gibt es: mit der Transsib von Berlin über Moskau, Sibierien nach Peking. Fährt ca. 1 Woche und ist eine echt gute Reise.

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harrold 08.07.2010, 10:24
21. So jedenfalls

Zitat von Realo
....wie lange dauert in Deutschland ein Planfeststellungsverfahren ? Shanhai-Berlin wird NIE kommen.
Jedenfalls wahrscheinlich nicht vor Beendigung des Nahostkonflikts.
Dann kann man wahrscheinlich auch in Teheran Richtung Jerusalem umsteigen.

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blücher 08.07.2010, 10:25
22. Bahnverbindungen von Zentraleuropa nach China.

So neu sind diese Gedanken nun auch wieder nicht.
Wenn man in die Annalen der deutschen Reichsbahn geht, wird man dort Pläne finden für eine Trasse mit überbreiter Spur von 3 Metern die zunächst bis zum Ural führen sollte.
Deren Bedeutung war allerdings eher im langsamen Frachtverkehr angesiedelt.
Und das immerhin schon in den 1930er Jahren - welche Weitsicht im Hinblick auf den dagegen archaisch anmutenden Einzel-Straßenverkehr mit Kleinstlasten pro LKW und ungeheurer Resourcenverschwendung.
Die Schnellfahrstrecke ist dann nur noch die Ergänzung/Verbesserung durch entspr. Fortschritte im Schienen- und Zugmaterial.
Man freut sich doch, wenn gute Ideen wieder aufgenommen werden.

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anders_denker 08.07.2010, 10:27
23. nicht alles was hinkt...

Zitat von mhampel
Die Chinesen sind da wohl falsch informiert! Der ICE fährt in D eher mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 100-110 km/h. Vermutlich können sich die Chinesen eine solche lahme Ente überhaupt nicht vorstellen! Das kann man schließlich auch mit einem alten Dampfross noch hinbekommen. Bei einem Schnitt von 230 km/h wäre man ja in 2:30h von München in Hamburg!
ich gehe davon aus, das es zahlen für die Fahrt auf den Hochgeschwindigkeitstrassen sind und das ggf. auch stopps etc. herausgerechnet sind.
Allerdings zeigt sich hier das sowohl Chinesen wie Franzosen das bessere Konzept haben. Wenig/Nichtnutzen herkömmlicher Trassen, Stops nur an A++ Zielen und nicht wie beim ICE an zig Provinzbahnhöfen.

Dessen ungeachtet, die Topologie sollte man auch nie vergessen. Bretterlebene Strecken bietet die Narur normalerweise nicht auf der idealen geraden von A nach B. Hinzo kommt, das in China abgesehen von Ballungsräumen sicherlich merklich weniger Orte den neubau einer Trasse behindern. Ind wenn, kann man dort leichter der Trasse die höhere Prio zugestehen (mit all seinen leider negativen auswirkungen, wie von Bezirksregirungen unterschlagenen Ebtschädigungen etc.).

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harrold 08.07.2010, 10:28
24. /

Zitat von Sapientia
die Chinesen können das eventuell auf ihre Art, hierzulande werden dann jedoch zwischen deutsch-polnischer Grenze und Berlin über 10 Jahre hinweg (mindestens) neue Froscharten entdeckt, die das Projekt vor dem BVerwG zum Stehen bringen. Die Deutschen können so etwas allein verwaltungstechnisch nicht mittragen, sie demokratisieren sich in den Stillstand. Vergleich: International Container Terminal in Shanghai/Yangshan ggü Container Terminal Wilhelmshaven; in China entstehen in kürzester Zeit Verbindungs-Dämme mit 8 spurigen Autobahnen zum Terminal, das Terminal selbst ca. 5km lang, mit ca. 100 gentries, steht innerhalb von 5 Jahren und floriert, man arbeitet bereits an der Erweiterung. In Wilhelmshaven stehen 3 Bauarbeiter mit ne Schippe rum, blicken auf die Uhr wann Fofftein ist und sie sich ein "Flens" reinhauen können; es steht seit Beginn vor 10 Jahren nichts. Und nun analogisieren Sie mal, wie das beim Bau des Blitzzuges aussehen würde; ungeachtet dessen, ob man den notwendig benötigt. Die Deutscher sind selbstgefällige Schwätzer, Ballbesitz ohne Abschlußdrang.
Der Vorteil ist, dass Berlin weit im Osten liegt. Ab der polnischen Grenze ist man schnell da und durchquert wenig, und wenn dann kaum besiedeltes Gebiet. Es ist eher die Frage, ob mit chinesischen Hochgeschwindigkeitszügen auch das menschenverachtende kommunistische System nach Deutschland kommen würde.

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BreitCalde 08.07.2010, 10:31
25. etwas?

Zitat von maikalex
Die Chinsesen entfachen einen Konkurrenzkampf zwischen Bahn und Luftfahrt nach französischem Muster, indem sie Millionenmetropolen mit schnurgeraden Trassen verbinden, dagegen nichts für die Verkehrserschließung des "platten" Landes unternehmen. Dagegen sehe ich viele Vorteile in der deutschen Version, wo über ICEs mit häufigeren Halten auch abgelegenere Teile des Landes verkehrstechnisch angeschlossen werden, natürlich mit dem Nachteil etwas geringerer Durchschnittsgeschwindigkeiten. ...

Wieso etwas langsamer?
Durch die deutsche Bummelzugverbindungen dauert die Fahrt doppelt solange wie nötig.
So wird das nichts mit der Alternative zum Fliegen.
Die Chinesen schaffen über 1000 km in 3 Stunden.
Die DB schafft in etwas über 3 Stunden gerade München Frankfurt (ca. 400km).
Oder im Expressmodus (ICE-Sprinter) Hamburg Frankfurt (ca. 500 km).
Von den Reisezeiten auf längeren Strecken will ich gar nicht erst anfangen.

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Pinarello 08.07.2010, 10:33
26. Bitte weniger US-Serien kucken!

Zitat von Realo
....... Außerdem kann das auch ganz schnell in die Hose gehen, Schienen sind nun mal noch viel anfälliger für terroristische Angriffe (siehe Indien) als Flugzeuge.
Sie sehen viel zu viel US-amerikanischen Serienschund im Fernsehen.
Da wäre mal abschalten und das Denken versuchen angesagt.

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eierkopp123456 08.07.2010, 10:34
27. Erschreckend wie schlecht Spiegel ist

Ich finde es erschreckend was Spiegel für einen Artikel hier veröffentlicht hat. An diesem stimmt ja gar nichts, ich bezweifle, dass der Autor jemals in China mit der Bahn gefahren ist. Selbst in Bild Artikeln steckt wenigstens ein Funken Wahrheit. Aber wie hier Stimmungsmache betrieben wird, hätte ich mir nicht träumen lassen.

Nun zu Fakten:
- klar ist, das China mehr Schienenkilometer baut als jedes anderes Land, sie haben ja auch einiges nachzuholen
- auf Umweltschutz, Bevölkerung, Eigentumsverhältnisse, technische Standards muss nicht Rücksicht genommen werden
- die hohe Durchschnittsgeschwindigkeit erklärt sich dadurch, dass der Zug über Stunden nicht hält, noch Bahnhöfe passiert
- Bahntickets sind teurer als Flugtickets
- Flüge und Flughäfen sind wesentlich moderner, komfortabler und sicherer als Züge und Bahnhöfe
- Züge sind wesentlich umweltschädlicher als Flüge, bedingt durch lange Strecken und Energiegewinnung durch Kohle
- die Zukunft liegt eher auf der Mittelstrecke innerhalb der Provinzen, als von Metropole zu Metropole und dort ist noch einiges an Aufwand zu tun

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Christian B. 08.07.2010, 10:34
28. hihi

Auch wenn hier alle so schön meckern wie toll die Franzosen und Chinesen sein mögen, möchte ich doch mal gerne sehen wie groß das Geschrei wäre wenn der ICE nicht alle paar Meter jeden kleinen Bahnhof mitnehmen würde ;)

Sorry, aber das Ei legen wir uns doch selber. Ich bin stellenweise ganz froh um das recht gute Netz grade auch in/um kleinere Städte, auch wenn unser Schienennetz dank der tollen DB immer maroder wird. Aber gut, hier regiert Wirtschaftlichkeit und Ökodenken, ist mir lieber als Kommunismus und Enteignung.

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Beduine 08.07.2010, 10:35
29. Oft bestimmt auch nur ein Vorwand ...

Zitat von john mcclane
Nur in Deutschland, da kann man die Uhr danach stellen, wann der erste Feldhamster gesichtet wird, sobald nur laut über ein wichtiges Infrastrukturprojekt nachgedacht wird...
Ich denke, dass wir hier in Deutschland eine zu starke Autolobby haben. Die wahre Macht im Staate liegt doch bei Wissmann, ADAC Piech & Co.
Es besteht, denke ich, überhaupt kein politisches Interesse an einer wirklichen Konkurrenz zum automobilen Individualverkehr.
Das geht bei den Eierstrecken los und endet beim Preis.

Wenn ich mit Frau und zwei Kindern mal zu Ostern oder zu Weihnachten zu den Eltern von München nach Köln fahren (dafür brauche ich keine Bahncard), müsste ich hin und zurück (2. Klasse) zwischen 400 - 460 EUR bezahlen.

Mit dem Auto (8 Jahre alt, abbezahlt) sind das 2 Tankfüllungen, also 120 EUR.

Es ist politisch also doch gar nicht GEWOLLT, die Bahn wirklich zu einer ernsthaften Konkurrenz zu machen.

Und der Schwerpunkt deutscher Verkehrspolitik liegt nicht im Schienenverkehr. Nicht von ungefähr hat sich die Post vom Postwaggon komplett verabschiedet.

Es sind ja nicht nur die angesprochenen Schnellstrecken, die dringend ausgebaut werden müssten. Wenn man sich mal anschaut, wie das Autoreisezugnetz aussieht - da sehe ich ein unglaubliches Potenzial.

Stattdessen fahren die Autoreisezüge hochinteressante Strecken teilweise nur einmal wöchentlich. Klar, dass die ein Ladenhüterdasein fristen.

Von München nach Süden (Österreich / Italien) gibt es keine Autoreisezugverbindung, nicht einmal wöchentlich. Stattdessen: Des ganz normale Wahnsinn am Brenner, Inntaldreieck und Irschenberg, jedes Wochenende und vor allem in den Ferien.

Aber auch hier: Der Preis. Eine Fahrt Berlin - München im Autoreisezug kostet mit Schlafwagen mehr als eine Nacht im Adlon.

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