Forum: Wirtschaft
Verlagerung von Fabriken: Deutsche Firmen fliehen kaum noch ins Ausland
dapd

Fabriken im Inland schließen und in Ländern mit Niedriglöhnen wieder aufbauen: So sah jahrelang das Standardrezept vieler deutscher Firmen im Zuge der Globalisierung aus. Doch dieser Trend ist laut SPIEGEL-Informationen weitgehend gestoppt - denn Verlagerungen rechnen sich oft nicht mehr.

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STeinderWeisen 30.03.2013, 00:38
170. Wissen teilen - wenn man es hat

Zitat von otto-normal-bürg-er
Ja und wieviel Firmen waren es nun in Zahlen? Komplette Werke oder gar nur Teilproduktion? 6 Setzen für diese Nachrichtenverfassung!
Wenn Sie doch so wissend sind, teilen Sie uns doch Ihre Kenntnisse mit.

Erfreut die anderen Leser und auch den Redakteur.

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makese 30.03.2013, 00:43
171. Jo

Zitat von Grafsteiner
""schwindenden Vorteilen" durch Niedriglöhne" Der Grund waren nie Billiglöhne im Ausland, sondern Billigsteuern. Nur das konnte natürlich ein deutsches Unternehmen, das noch in Deutschland verkaufen wollte, nicht öffentlich sagen. Die Lohnstückkosten waren in Deutschland immer attraktiv, insbesondere, wenn man die sicherere Infrastruktur, die bessere Qualität und die niedrigeren Zinsen kalkuliert. Es ist schon ein Brocken, wenn man im Ausland für die Finanzierung einer automatisierten Fertigung die doppelten Zinsen zahlen muss. Die dann noch ide Hälfte der Zeit stillsteht, weil Strom oder die Vorprodukte in der supply chain fehlen. Nokia (Mobil-Telefone) musste Cluij in Rumänien wieder aufgeben, da durch die Qualitäts- und Disziplinproblem am Ende des Tages noch nicht einmal 20 % der verkaufsfähigen Ware produziert wurde, die in Deutschland in Bochum aus den Werken kam. 80 % Ausschuss , resp. nicht produzierte Geräte wegen Stillstands der Bänder. Die deutschen Automobilwerke hatten eine andere Konzeption. Natürlich müssen sie mit Werken auch dort vertreten sein, wo die Autos gekauft werden. Aber sie bleiben im Grunde bodenständig, wissen, wo sie hingehören und das zahlt sich jetzt aus. Ich brauche mir nur deren Traumrenditen anzugucken. Waren früher 3 % vom Umsatz eine hervorragender Gewinn in der Industrie, sind das jetzt an die 16 %! Bei deutschen Werken! Da haben einige schönrechnende Consultants einigen Mittelständlern ein Loch ins Knie gerechnet. Um Steuern sparen zu können, muss man erst einmal Gewinn machen!
Danke! Endlich mal ein Beitrag der durchblicken lässt, dass nicht nur der Bauch redet sondern auch Erfahrung dabei ist. Vieles, was allgemein unter "Verlagerung ins Ausland" eingestuft wurde, waren letztlich Erkenntnisse, dass zum Verkaufserfolg auch ein gewisses Image dazu gehört. Deshalb haben unsere Autobauer auch Werke auf der ganzen Welt und speziell auf Märkten wie in den USA (buy american!) macht sich das bezahlt, wenn man mit Arbeitsplätzen Werbung machen kann. F&E bleiben zu 95% in D. Echte Firmenverlagerungen waren (und bleiben) immer schon ein Flop, das hat schon vor vielen Jahren die Firma Sennheiser (China) erfahren. Die haben anschliessend öffentlich zugegeben, dass sie in D (für den europäischen Markt) billiger produzieren können. Fast alle großen deutschen AGs haben z.B. in China sehr viel Lehrgeld (Verlust) in den Anfangsjahren gezahlt. Lediglich die Aussicht auf einen Riesenmarkt hat dafür gesort, dass man weiterhin dort blieb. Die Lohnkosten werden ebenfalls regelmässig überschätzt. Ausgerechnet die Sparte, die mit die höchsten Löhne zahlt (Maschinenbau) ist beim Export am erfolgreichsten. Leider gibt es bei uns aber viele, nicht nicht viel wissen, das aber auf jeden Fall besser wissen.

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makese 30.03.2013, 00:57
172. Jo

Zitat von RioTokio
Wenn H4 noch weiter angehoben wird werden eben auch Ingenieure und Informatikern zu Aufstockern werden, ist doch klar. In vielen Teilen Europas sind die von Ihnen genannten Beträge Spitzenlöhne für Akademiker. Vom Rest der Welt ganz zu schweigen. Sie halten das offenbar für eine Selbstverständlichkeit, dass ein deutscher, der Kisten in ein Regal räumt, also quasi null Ausbildung braucht, mehr verdient als gut ausgebildet Leute im Rest der Welt. Ist es aber nicht.
Da fällt mir gerade ein, dass ich vor ein paar Tagen einen Film von Mikle Moore (ich weiß, nicht jedermanns Liebling) gesehen habe. Da kamen ein paar US-Amerikaner zu Wort mit dem Job Berufspilot. Ausbildungskosten ca. 100000 US$, jährlicher Bruttolohn zwischen 30-40000 US$. Ohne viel Rechnen kommt man zu dem Schluss, dass die in ihrem Leben damit nicht reich werden.

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Newspeak 30.03.2013, 00:57
173. ...

Ist ja auch logisch...solche Sklavenhalterbedingungen wie in Deutschland gibt es selbst im Ausland nicht mehr. Vor allem in Europa haben die meisten Länder eingesehen, daß z.B. ein gesetzlicher Mindestlohn sinnvoll ist.

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makese 30.03.2013, 01:07
174. Falsch

Zitat von sarkosy
wenn dieser Artikel stimmen würde,müssten doch viele Firmen ihre Kapazitäten in Dt.ausbauen und Arbeitsplätze im Lande schaffen.Jeder weiss - dem ist leider nicht so.Aber sechs Monate vor der nächsten Wahl ist es wichtig,ein unternehmer - und CD freundliches Klima zu schaffen,sie Neue Soziale Marktwirtschaft.Es kommt immer gut an ,ein soziales Gewissen an den Tag zu legen.Auch wenn keine Realitäten dahinter stecken.
Es werden viele Arbeitsplätze in Deutschand geschaffen. Das steht aber in keiner Zeitung (ausser der örtlichen) drin. Unser kleiner Konzern hat z.B. ca. 4000-5000 (gut bezahlte) Arbeitsplätze in den letzten Jahren (nur in D) geschaffen, aber die Schlagzeilen machen halt die, die Arbeitsplätze abbauen.

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makese 30.03.2013, 01:20
175. Jo

Zitat von ein-berliner
Hi-Tech Produkte aus Old-Germany? Da muß man sehr lange suchen. Schon lange her damit, ziemlich kindliche Vorstellung. Q-Produktion findet hier schon lange nicht mehr hier statt, alles veräußert. Die Bosse haben die Globalisierung ernst genommen und sind weg. Der Weltmarkt findet woanders statt, der kommerzielle Erfolg auch. Hier wird nur noch sehr viel heiße Luft kreiert und "produziert", z.B. die schöne Welt neuer, undurchsichtiger Handy- und Internettarife, die nötigen realen Handys und Rechner aber selbstverständlich nicht. Das ist die Wirtschaftsleistung Deutschlands. Die Verlagerung von Fabriken ins Ausland läßt nach? Logisch, die sind alle schon weg, der Rest wird abgewickelt, bzw. verkauft.
Na ja, seltsamerweise kenne ich im aussereuropäischen Raum ein paar sehr erfolgreiche Unternehmer, die ihren Erfolg alle demselben "Geschäftsmodell" zuschreiben:Sie setzen Maschinen aus
Deutschland ein. Die sind zwar etwas teurer als die anderen , aber.....
Muss natürlich dazufügen, dass diese Leute auch hier in D studiert haben (Tiefbau,Maschinenbau etc.).
Woher kommen denn ihre Erkenntnisse?

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makese 30.03.2013, 01:33
176. Na ja,....

Zitat von studibaas
Könnte es auch was damit zu tun haben, das man in Deutschland Dank Agenda 2010 und Zeitarbeit seine Mitarbeiter nun auch "endlich" in Deutschland flexibel einsetzen kann und die Lohndifferenz nicht mehr so hoch ist? Nur sone Frage... . Ich zum Beispiel: Netzwerkspezialist mit Kundenkontakt und Englischkenntnissen, parallel Disposition für 2000 Brutto. Zeitarbeit, befristeter Vertrag... .
Da fehlt mir doch etwas der Glaube bei der Bezeichnung "Netzwerkspezialist". Die bekommen bei uns locker das Doppelte und sind gesuchte Leute. Denke das Problem liegt evtl. auch daran, dass wir heute zuviele "Spezilisten" (zwei zertifizierte VHS-Kurse) haben.
PS: Meine Tochter hat bei H&M als Werksstudent ungefähr gleich viel verdient (12 Euro .. pro Stunde)

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makese 30.03.2013, 01:50
177. Na ja,...

Zitat von cassandra106
Natürlich ist er das. Würde man Arbeitshäuser nicht nur halbherzig sondern vollständig einführen, würde man sogar das Maximum erreichen. Sobald Leute wie Sie selbst als Lohnsklaven arbeiten kann man Ihre Meinung respektieren. Bis dahin sind Sie einfach nur ein Hetzer mit Sklavenhaltermentalität und als solcher eine Bedrohung für den Frieden und die Existenz dieses Landes.
Auch wenn ich ihnen teilweise recht geben muss mit manchen "Lohnsklaven" in D, so ist das Lohnniveau insgesamt doch eines der höchsten auf dieser Erde. Bevor man hier alles verteufelt, sollte man sich zuerst kundig machen, wie es in anderen Ländern aussieht. In einer ordentlichen Deutschen Firma (und das dürften 90% sein) verdienen sie in ihrem Job genug zum Leben und genug um noch 30 Tage Urlaub zu geniessen. Unser Problem sind die schwarzen Schafe, die es immer wieder fertig bringen zu 6-8 Euro Stundenlohn Leute zu beschäftigen. Bei ordentlichen Unternehmen bekommen selbst Werkstudenten um die 12 Euro pro Stunde (zumindest hier bei uns im Süden Deutschlands).

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makese 30.03.2013, 02:01
178. Jo

Zitat von dunnhaupt
Deutsche Firmen (mit Ausnahme einiger Großfirmen) haben nie verstanden, worum es bei Globalisierung geht. Deutsche Gewerkschaften haben sie von Anfang an als "Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billigländer" bekämpft. Tatsächlich ging es immer nur darum, die Fertigung näher an den Verbraucher zu bringen.
Richtig. In vielen Ländern wirbt die Konkurrenz mit Hilfe des "Patriotismus" (buy american) . Dieses Argument entfällt, wenn man im Kundenland produziert.

Zitat von dunnhaupt
Wenn Siemens Fabriken in USA baut, so geht es nur um die dortigen Verbraucher, denn die Löhne sind ja dort noch höher. Verlagerung in Billigländer bringt nichts ein, wie jetzt selbst die etwas langsamen Deutschen merken.
Nein, die Löhne sind in den USA nicht höher. Das war einmal vor vielen,vielen und nochmals vielen Jahren. Meine ersten Erfahrungen machte ich in den USA in den 80er Jahren. Es war für mich erschreckend, wie wenig die "Facharbeiter" schon damals in den USA verdienten (z.B. 5 US$/Stunde im "teuren" Raum Chicago, wohlgemerkt als "Facharbeiter" in der Industrie). Viele von denen hatten einen Zweitjob.

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userinlm 30.03.2013, 03:44
179. Billiglöhne

Dann sind wir hier in Deutschland jetzt wohl auch so weit unten angelangt, dass sich unsere Billiglöhne von denen im Ausland nicht unterscheiden. Danke Angela und der Rest des Politikeradels. Hauptsache euch geht's gut!

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