Forum: Wirtschaft
Verlierer der Globalisierung: Trumps Vorteil im Handelskrieg
AP

Wer Donald Trumps Strafzoll-Attacken mit alten Freihandels-Gebeten kontert, macht den selbsternannten Retter der Globalisierungsverlierer nur noch stärker - und tut Rechtspopulisten weltweit einen Gefallen.

Seite 6 von 15
Fuscipes 06.07.2018, 13:57
50.

Zitat von klardenkendermensch
Um die Schocks der Globalisierung und der immer wieder auftretenden Weiterentwicklung, auch Fortschritt genannt, einer funktionierende Marktwirtschaft abzufedern, bedarf es einer intelligenten wirtschaftlichen Strukturpolitik, welche die Ansiedlung von neuen, modernen Jobs in den betroffenen Regionen, wie hier den Rustbelt in den USA oder in Deutschland historisch das Ruhrgebiet, fördert etwa durch Umschulungs- und Fortbildungsmaßnahmen oder Förderung von neuen Unternehmen. Dies ist natürlich eine langfristige und komplexe Maßnahme, die für Trump schon intellektuell nicht zu erfassen ist und auch nicht zu seiner nur auf kurzfristige Showeffekte ausgelegten Politik passt. Es wird aber umso deutlicher, dass Trump die Menschen, die ihn eigentlich gewählt haben und sein Land für das er verantwortlich ist, vollkommen egal sind und er auch im Amt des Präsidenten immer das wahr und ist, ein kleiner, schäbiger New Yorker Immobilienhai, für den ein Deal nur ein guter Deal ist, wenn er seinen Gegenüber möglichst weit über den Tisch ziehen kann. So funktioniert die morderne Weltgemeinschaft aber nicht. Europa muss sich deshalb entsprechend verhalten, sich nicht auseinanderdividieren lassen, sondern im Gegenteil, Trump so weit wie möglich mit Nichtbeachtung begegnen und ansonsten absolut geschlossen ihm gegenüber auftreten und gleichzeit den Kontakt zu den vernünftigen Menschen in den USA, die tatsächlich in der Mehrheit sind, nicht abbrechen lassen.
So funktioniert die morderne Weltgemeinschaft aber nicht.
Kein Rechtschreibfehler.
Eine mordernere darf ebenfalls nicht das Ziel sein, die Handelsabkommen schützen in erster Linie Industrienationen, und weder der Freihandel noch der Protektionismus können die Strukturprobleme beheben im größeren Umfeld lösen, eine Politik trumpscher Prägung noch am wenigsten.
Jetzt mehr Rüstungsgüter aus den USA zu beziehen, als Belohnung für diese Art der Politik, wäre mit Abstand die dümmste Reaktion.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kkllaauussii 06.07.2018, 14:00
51.

Zitat von hergen.heinemann
Zitat hergen.heinemann: Hat diesmal schon was, was er sagt. Nur, es gibt keine Exportzölle, sondern nur Imporzölle.
Selbstverständlich kann ein Land auch Exportzölle erheben, etwa um zu verhindern, dass eine knappe Resource ins Ausland verscherbelt wird.

oder einfach Lieferbeschränkungen: Waffen in bestimmte Länder oder, ganz lustig: China darf nach wie vor die Computer, die es für die USA baut, nicht kaufen und aus den USA importieren. Das fällt dann halt mal ein Container vom LKW.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bondurant 06.07.2018, 14:01
52.

Zitat von rjb26
abet msl Klartext, es geht Trump ... doch nur um Maximieren det Gewinne einet kleinen Gruppe.
ja, alles klar. Eine ganz tief greifende Analyse. Denken Sie mal über den von Ihnen so tiefschürfend Gewürdigten nach: der Mann ist 72 Jahre alt und reich (wenn man auch nicht genau weiß, wie reich). Vielleicht geht es ihm in dieser Phase seines Lebens gar nicht mehr um Gewinne, sondern Ruhm. Und sei es als Verteidiger der Rechte der "Kleinen Leute". Unterschätzen Sie niemals Ihren Gegner. Denn (Sun Tzu): "einen Gegner zu überschätzen ist schlimmstenfalls Zeitverschwendung; einen Gegner zu unterschätzen kann tödlich sein"

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cvdheyden 06.07.2018, 14:01
53. Interessanter Ansatz

Zitat von scoopx
Mein Eindruck ist allmählich, daß Trump gewissermaßen der Gorbatschow der USA ist. Dieser hat sich bekanntlich mit seiner "Perestroika" u.a. von der Planwirtschaft abgewandt, einem System das die Sowjetunion in den Jahrzehnten zuvor ins Werk gesetzt hatte. Analog haben wir bei Trump eine Abkehr vom Freihandel, Outsourcing und Globalisierung, alles Prinzipien, die allen voran von den USA propagiert und betrieben wurden. Was beiden Fällen gemeinsam ist: die Wirtschaftssysteme haben auf lange Sicht nicht funktioniert, weil sich ihre inneren Widersprüche immer weiter verschärft haben. Gorbatschows Reformen gingen einem Zusammenbruch voraus. Wird das im Fall der USA genauso sein?
So habe ich das noch garnicht gesehen. Das die USA irgendwann einen Umbruch erleben ist auch logisch. Es wird kein Zusammenbruch in dem Sinne wie bei der UDSSR.
Der Artikel trifft dennoch den Nagel auf den Kopf mit dem Satz: Es ist dem Arbeitslosen nicht zu vermitteln warum Globalisierung toll ist, weil eben diese seinen Arbeitsplatz gekostet hat. Und die Foristen hier gehen mit der gleichen Arroganz darübe hinweg, dass der Mensch auch bedürfnisse hat, auch wenn er in veralteten Systemen arbeitet. Und genau dieser wird dann Rechts wählen. Im übrigen warum muss immer alles besser schneller weiter größer werden? Wenn ein Land sich entscheidet im Mittelalter zu leben, dann kann es das tun. Da gibt es viele die per monotheistischen Religionen Begründungen aus den Rippen leiern. Der Artikel trifft es haargenau. Wenn die Politiker das aber nicht begreifen, dann wird es halt finster.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Claes Elfszoon 06.07.2018, 14:02
54. Aha - so also ...

Zitat von GrüneLeuchte
Der Freihandel ist eine Erfindung des Neoliberalismus. Davon profitieren in erster Linie die, die Haben. Die, die wenig Haben, haben danach dann gar nichts mehr. Was in den USA zu sehen ist, ist der Kapitalismus im Endstadium. Und wer glaubt, das könnte es in Deutschland nicht geben, der wird sich noch verwundert die Augen reiben. Spätestens wenn die ganzen für Blöd verkauften ihre tatsächliche Rente erhalten gibt es ein Millionenheer das nur auf seinen Erlöser wartet.
... sieht der Kapitalismus im Endstadium aus?
Vollbeschäftigung, weltgrößter Importeur, zweitgrößter Exporteur und im Gegensatz zu allen anderen kapitalistischen Ländern eine erstaunlich schnell wachsende Bevölkerung. Ist das jetzt der Zustand vor der Kumulation des Finanzwesens oder schon nachher und wie ist der vergleichsweise hohe Wohlstand und der noch immer generell hohe Optimismus der "arbeitenden Massen" in diesem Ihrem Musterland des Unterganges zu bewerten?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Beat Adler 06.07.2018, 14:02
55. Wieviel Geld bunkert Apple im Ausland?

Zitat von jens.kramer
40% seines Umsatzes erzielt Apple in China, mit entsprechenden Gewinnen. Die Margen bei Apple dürften bekannt sein. Und diese Gewinne werden also nicht per Dividende ausgeschüttet, weil Apple diese Gewinne nicht in die USA transferiert? Das glaube ich nicht... Wenn dem so wäre, dürfte man ja keine Apple Aktie kaufen.
Wieviel Geld bunkert Apple im Ausland? Warum verlangen die Aktionaere keinen Rueckfluss, um mehr Dividenden un den USA zu bekommen? Warum?
mfG Beat

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kkllaauussii 06.07.2018, 14:04
56.

Zitat von g_bec
Insofern ist die Idee des Autors schon tot bevor sie überhaupt in Betracht gezogen werden wird.
Es geht ja nicht nur um die USA, sondern um alle Staaten.
und dass ein solcher Struckturwandel schmerzhaft aber erfolgreich sein kann, zeigt das Ruhrgebiet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cup01 06.07.2018, 14:10
57. Billig kaufen

das wollen auch die Amerikaner. Wenn sie Trump weiter folgen wird es damit bald vorbei sein. Entweder werden sie arbeitslos oder die selbst erzeugten Waren und Dienstleistungen werden wegen der hohen Löhne teurer. Wer hier die Vorteile der Arbeitsteilung des Freihandels nicht erkennt, dem ist nicht zu helfen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dieterg 06.07.2018, 14:12
58.

Zitat von Beat Adler
Wieviel Geld bunkert Apple im Ausland? Warum verlangen die Aktionaere keinen Rueckfluss, um mehr Dividenden un den USA zu bekommen? Warum? mfG Beat
Sehr gute Frage.
Die Antwort ist sehr einfach:
weil die Mehrheit der Stimmen in der Aktionärsversammlung nicht dafür ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Claes Elfszoon 06.07.2018, 14:12
59. Das mit den ...

Zitat von dieterg
Der Artikel, gespickt mit Beleidigungsworte (ihrer komischen Autos, Chefdealer, Rumpelkurs ) kommt aber zu dem Ergebnis, Trump könnte doch recht haben. Vor allem dann, wenn es um Menschen geht, Menschen für die er verantwortlich ist.
... "komischen Autos" darf man nicht so ernst nehmen. Solcher Mumpitz soll doch nur dem angeschlagenen deutschen Selbstbewußtsein einen kleinen, tröstenden Schub geben.
Ich sehe auf den deutschen Straßen jedenfalls immer mehr Jeeps, Range Rovers, Cadillacs, Chevrolets und sogar Dodges. Wer was auf sich hält läßt doch die Finger von den deutschen Mogelkarren, die selbst mit Exportverschönerung US-Umweltstandards nicht ohne betrügerische Manipulationen, erfüllen können.
Gutes Preis-Leistungsverhältnis und Zubehör ohne Aufpreis bekommt man bei den Japanern und den"komischen" US-Fahrzeugen, jedenfalls eher als bei den deutschen Qualitäts - Dreckschleudern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 15