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Verliert die Rente ihre Legitimität?

Ein Durchschnittsverdiener muss 26 Jahre Beiträge zahlen, um im Alter ein Einkommen auf Hartz-IV-Niveau zu haben. Verliert die Rente ihre Legitimität?

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ergoprox 24.11.2009, 21:41
210.

Zitat von keinguternamemehrfrei
seit wann ist das US-Rentensystem kapitalgedeckt? Das ist genauso beitragsgedeckt wie das deutsche. Der "social security fund", in den dort die Beiträge gehen, heisst nur so. Aber es ist kein Investmentfonds.
Ja, nur das davon kein Mensch leben kann und der erhbelich höhere Rest durch die angebliche Kapitaldeckung und Pensionsfonds abgedeckt werden soll. Die Folgen sind u.a. diese:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...654487,00.html

http://www.wiwo.de/unternehmer-maerk...zkrise-373956/


Pensionsfonds in den USA sicherten öffentlichen Angestellten lange Zeit die Altersvorsorge mit saftigen Renditen. Doch die Finanzkrise hat das System
in den Abgrund gerissen. Experten gehen davon aus, dass die gigantischen Verluste ohne tiefe Einschnitte nie wieder ausgeglichen werden können.

Google gibt auch bzgl. der Pensionen der amerikanischen Automobilindustrie erstaunliches preis....

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Noodles 24.11.2009, 21:43
211. Nicht die Rente sondern

die Ökonomie aus Warenproduktion und Geldzirkulation, ist in Ihrer fundamentalsten Krise, weil dem Kapital die Arbeit abhanden kommt,und hat demzufolge keinerlei Legitimation mehr. Das ist auch die Ursache für alle anderen Probleme.

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ergoprox 24.11.2009, 21:46
212.

Zitat von Der_Franke
Der Kapitalismus wird nicht untergehen. Es wird höchstens die RESET-Taste gedrückt. Oder glauben Sie an künftige Kombinate oder VEBs?
Worin unterscheiden sich die großen Unternehmen in D von Kombinaten und VEB? Sind sie weniger bürokratisch oder schwerfällig? Schon mal die 5-Jahres-Planung in deutschen Konzernen, die Planerfüllunglügen, die Subventionsabzocke, die gezielte Lobbyarbeit bei der Politik mit dem Ziel der Abschottung, Monopolisierung und Ausschaltung des Wettbewerbs erlebt? Ich schon....

Ein wesentlicher Unterschied ist allerdings, dass in der DDR die Manager sich nicht so unverschämt bedient haben. Lohnte sich nicht.

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cosifantutte 24.11.2009, 21:46
213. Sehe ich auch so

Zitat von ostap
Das ist wohl der Schlüssel zum Problems. Die ganze Phantomdiskussion des "Finanzwissenschaftlers" Raffelhüschen und seiner Auftraggeber von der Versicherungswirtschaft, fleißig assistiert von der Partei der Besserverdienenden, soll lediglich den Kern des Problems verschleiern und Jung gegen Alt, Arbeiter/Angestellte gegen Beamte, Otto Normalbürger gegen Aussiedler usw. aufbringen, damit sie sich nicht mit dem wahren Problem beschäftigen. Die Renten sind doch nur der quantitative Ausdruck für den Anteil am gesellschaftlichen Gesamtprodukt, dass der älteren Generation zur Verfügung gestellt wird. Dabei ist es unerheblich, ob auf einen Arbeitenden ein oder zwei oder noch mehr Rentner kommen. Entscheidend ist allein die Produktivität. Am Beispiel der Landwirtschaft ist das leicht nachzuvollziehen. Noch vor etwa 200 Jahren waren in den entwickelnden europäischen Ländern fast 80% der Bevölkerung mit der Erzeugung der nötigen landwirtschaftlichen Produkte für das Überleben des Volkes nötig. Heute werden in den entwickelten Industrieländern dafür noch rund 1% der Bevölkerung gebraucht, die darüber hinaus noch einen erheblichen Exportüberschuß produzieren. Die Industrie geht den gleichen Weg wie die Landwirtschaft. Daher auch der beständige Jobabbau, der nur in Krisenzeiten wie jetzt besonders auffällig ist, aber auch sonst ständig voranschreitet. In den USA werden heute noch 8% der Bevölkerung für die Produktion aller Industriegüter benötigt. Auch der Deinstleistungssektor geht diesen Weg der ständigen und dramatischen Produktivitätssteigerung. Es werden also mit einem ständig kleiner werdenden Anteil der Bevölkerung alle von der Gesellschaft benötigten Güter und Dienstleistungen produziert. Da könnten nicht nur alle heutigen und künftigen Rentner ausreichend mit diesen Wohltaten versorgt werden, sondern auch die heute unter oder an der Armutsgrenze dahinvegitierenden Kinder inclusive deren Bildung. Warum das nicht funktioniert? Weil stimmt, was der Forist Zynik zitiert hat. Es handelt sich also um ein fundamentales Verteilungsproblem.
Allerdings ist es leider oder Gottseidank doch so, dass die Menschen sehr unterschiedlich sind. Selbst wenn man jetzt auf einen Schlag alles "gerecht" verteilen würde, wäre nach wenigen Jahren die gleiche "Ungleichheit" wieder da.
Die einen sind halt besser an das Leben angepasst als die anderen (oder wie immer man das bezeichnen will...). cosifantutte.

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salbader 24.11.2009, 21:47
214. Nicht auf meine Kosten!

Zitat von herberger
Schon wieder so ein Artikel über die Ungerechtigkeiten dieser Welt. Was soll eine Aussage, dass man nach 26 Jahren versicherungspflicht nur eine Rente in Hartz IV Höhe bekommt? Lohnt es sich nicht, 26 Jahre zu arbeiten? Wenn meine Frau und ich demnächst nach über 45 Beitragsjahren in Rente gehen, werden wir von unseren Einzahlungen profitieren. Denn nur der , der etwas eingezahlt hat, bekommt auch etwas raus. Das nenne ich Gerechtigkeit! Aber jetzt kommen wieder die Frustrierten und Zukurzgekommenen, die zwar nicht unsere Leistung erbracht haben, aber mindestens soviel wie wir haben wollen. Weil das Leben ist ja so ungerecht .......
Ihrer Leistungslogik zufolge müssten Altersbezüge eigentlich dann enden, wenn die geleistete Einzahlungssumme verbraucht ist, oder nicht?
Und warum werden Ihre monatlichen Rentenbezüge eigentlich über den monatlich geleisteten Beiträgen liegen? Ist das nicht geradezu wider das Leistungsprinzip?
Und wenn Sie tatsächlich so viel geleistet haben, wie Sie behaupten, dann dürften Sie jetzt am Ende Ihres Erwerbslebens wohl kaum mit leeren Händen dastehen und dergestalt eigentlich gar keine Rente benötigen - oder irre mich?

Die Leistungsbilanz Ihrer - mit Verlaub - selbstgerechten Generation, die vielleicht wie keine andere vor ihr auf Kosten der Nachwelt gelebt hat, lässt sich auch ohne allzu großen Mutwillen folgendermaßen darstellen: Exzessive Ressourcenverschwendung infolge eines krassen Materialismus, exorbitante Haushaltsverschuldung infolge eines maßlosen Anspruchsdenkens, Werteverfall infolge eines hedonistisch-libidinösen Egoismus etc. pp.

Gerechtigkeit hieße m.E., wenn Sie für das bezahlen müssten, was Sie sich da jahrzehntelang "geleistet" haben!

Deswegen bin ich sehr froh, dass es mir persönlich gegenwärtig gelingt, mich (legal arbeitender Weise) diesem System - das Ihr System ist - entziehen zu können, denn es ist insofern illegitim, als meine Generation weniger davon profitieren wird, als sie dafür leisten soll.

Oder wollen Sie etwa behaupten, dass Ihre Leistung mehr wert ist als unsere?

Einen besinnlichen Lebensabend wünsche ich Ihnen noch - aber nicht auf meine Kosten!

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Paul Max 24.11.2009, 21:51
215. die herrschenden verlieren ihre legitimität

Zitat von sysop
Ein Durchschnittsverdiener muss 26 Jahre Beiträge zahlen, um im Alter ein Einkommen auf Hartz-IV-Niveau zu haben. Verliert die Rente ihre Legitimität?
warum wird im spiegel und anderswo in diesem lande immer um den heissen brei herumgeredet:

nicht die rente, nicht die "alternde" gesellschaft, nicht mangelde produktivität in diesem land sind das problem, sondern der s.g. arbeitsmarkt.

dort agieren mitspieler, denen die verantwortung für die gesellschaft als ganzes abhanden gekommen ist (wenn sie diese je besassen und nicht nur gezwungenermassen gute miene zum "bösen" spiel gemacht haben), die nur noch eins im sinn haben, aus dieser gesellschaft alles herauszuholen, was herauszuholen ist, ohne auch nur ein quentchen zurückzugeben.

das wird über s.g. niedriglohnsektor, hartz iv versorgung, und 1-euro-jobs erreicht, und die s.g. politische elite (von schröder, clement und fischer bis zu westerwelle, von links bis rechts) hatte nichts besseres zu tun (auch zum eigen nutzen, und zur sicherung der eigenen pensionen - die scheinen ja nicht gefährdet), als das vorgehen der ökonomisch herrschenden politisch abzusichern.

das jetzige geschrei kann man sich sparen, die lösung würde ein generelles umdenken erfordern; aber dazu ist keiner bereit.

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syramon 24.11.2009, 21:57
216.

Zitat von Noodles
die Gier nach kurzfristigen Gewinn, frisst das Hirn, das die langfristigen Folgen dieser Gier überdenken könnte. Von Marx stammt die Erkenntniss daß die Bourgeosie auch noch den Strick verscherbeln wird, andem man Sie aufknüpft.
Mit ner Neuauflage von Marx wirds net besser.

Zitat von Noodles
Wo sollen sie denn Rendite bringend angelegt werden die vielen Milliarden, die die spätere Rente finanzieren soll. Wer soll die Rendite erarbeiten, wenn die Arbeit durch Automaten, Maschinen, Roboter, Computer usw. überflüssig wird.
Das ist doch nicht so schwer,seien sie kreativer.

Zitat von Noodles
Nicht die Rente ist in der Krise, sondern das kapitalistische Schneeballsystem daß auf die Ausplünderung der Arbeitskraft beruht, ist das Plünderungsobjekt abhanden gekommen.
Doch, leider irren sie hier,sie vergessen das sich
zu den Gesamtschulden von ca. 1,6 Billionen Euro,noch
ca. 6 Billionen Euro Pensionszusagen und Ähnliches
auftürmen.Bei solchen Zahlen kommt man mit Klassen-
kampf nicht mehr weiter,da sind realitätsnahe Ansätze
Erfolg versprechender.

Zitat von Noodles
Schäuble von dem ich eigentlich keine hohe Meinung habe, hat völlig Recht die sogenannte Finanzkrise, die nichts anderes als eine fundamentale vermutlich sogar finale Krise des Geldes ist, wird einen Epochenwandel herbei führen, der den Mauerfall noch in den Schatten stellen wird.
Es ist leicht eine Finanzkrise für politisches Versagen
oder einen überbordeten Sozialstaat herhalten zu lassen.

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gue5003 24.11.2009, 22:00
217. der neoliberale Ansatz

Zitat von syramon
Völlig falscher Ansatz.Führt zu noch weniger Investoren, zu mehr Ab - und Auswanderung,höherer Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung.DDR 2.0 will keiner.
Der neoliberale Ansatz hat genau die Zustände hervorgebracht, die Sie an die Wand malen !
Ein Weiter So führt garantiert in die finale Krise,
aber die ist ja gewollt.

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marks & spencer 24.11.2009, 22:03
218.

Zitat von Der_Franke
Der Kapitalismus wird nicht untergehen. Es wird höchstens die RESET-Taste gedrückt. Oder glauben Sie an künftige Kombinate oder VEBs?
Mittelfristig wird der Kapitalismus nicht untergehen, aber langfristig. Das dürfte klar sein. Allein aus den Gestzen der Logik.

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gue5003 24.11.2009, 22:11
219. Rente und Sozialsysteme

Zitat von syramon
Mit ner Neuauflage von Marx wirds net besser. Doch, leider irren sie hier,sie vergessen das sich zu den Gesamtschulden von ca. 1,6 Billionen Euro,noch ca. 6 Billionen Euro .....
Wenn Neoliberal und Kapitalistisch nicht mehr weiterführt,
dann gehört das abgeschafft, nicht die Sozialsysteme, die Menschen gehören weg, die Kapitalisten gehören dann weg.

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