Forum: Wirtschaft
Verliert die Rente ihre Legitimität?

Ein Durchschnittsverdiener muss 26 Jahre Beiträge zahlen, um im Alter ein Einkommen auf Hartz-IV-Niveau zu haben. Verliert die Rente ihre Legitimität?

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Astir01 25.11.2009, 06:59
240. Das Beste ist doch:

Wenn ich gar nix in die RV einzahle, bekomme ich trotzdem Hartz IV.

Wenn ich hingegen das Geld, dass mein Brötchen- und Arbeitgeber jeden Monat an die Deutsche Rentenversicherung Bund abführt, in Aktien oder Immobilien anlegen würde, könnte ich nach 30- 40 Jahren leben wie ein Fürst.

Der Generationenvertrag ist ein Klotz am Bein eines jeden jungen Menschen, der sich wohl eher so fühlt, als werde er zwischen zwei Betonplatten eingeklemmt anstatt zwischen zwei Scheiben pappigen Brotes. Kinder wirklich leisten können sich doch nur Doppelverdiener und Sozialhilfeempfänger.

Ich lebe und arbeite mit der Aussicht, mindestens bis 67 weiter malochen zu müssen, um dann trotz all der abgeführten Beiträge wie die 50 Millionen anderen Rentner auch mit einer Einheitsrente auf Sozialhilfeniveau abgespeist zu werden.

Dabei weiß ich nicht, über was ich mich mehr ärgern soll.
Darüber, dass jemand, der viel weniger eingezahlt hat, genauso viel Rente wie ich erhalten wird.
Oder darüber, dass die Umstände, die zu diesem Ergebnis führen, schon seit Jahrzehnten bekannt sind; ihnen aber nicht ausreichend Rechnung getragen wird.

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Roter Teufel 25.11.2009, 08:19
241. Nein

Zitat von sysop
Ein Durchschnittsverdiener muss 26 Jahre Beiträge zahlen, um im Alter ein Einkommen auf Hartz-IV-Niveau zu haben. Verliert die Rente ihre Legitimität?
26 Jahre Einzahlen für Renten-Niveau auf Hartz-IV.

Kein Problem.
Bleiben i.d.R. noch 20 Jahre um für für den Beitrag im Golfclub, 4monatige Überwinterung in Griechenland und ähnlichem anzusparen.
Oder dachte hier jemand, dass man nach 26 Jahren schon in Rente darf.

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Silverhair 25.11.2009, 09:13
242.

Zitat von Astir01
Wenn ich gar nix in die RV einzahle, bekomme ich Hartz IV. Wenn ich hingegen das Geld, dass mein Brötchen- und Arbeitgeber jeden Monat an die Deutsche Rentenversicherung Bund abführt, in Aktien oder Immobilien anlegen würde, könnte ich nach 30- 40 Jahren leben wie ein Fürst. Der Generationenvertrag ist ein Klotz am .....
Schlichtweg werden sie nicht als Fürst leben, eher sehr dämlich aus der Wäsche schauen weil sie in der Schule Mathematik und Wirtschaftslehre nicht belegt haben.

1 Mio Euro hört sich viel an .. aber nur für den heutigen Tag. In 46 Jahren werden 1 Mio Euro grad mal die kaufkraft von 250.000 Euro noch haben - erzwungenermaßen durch Wachstum und Inflation.

Bei 3 % Wachstum oder 3% Inflation verdoppeln sich alle 23 Jahre die Preise - ALLE. Wenn ihre Wohnung heute 500 Euro kostet, dann wird sie 2000 Euro kosten, ihr Brötchen von 1Euro wird 4 Euro kosten!

Im allerbesten Fall kann eine Anlage nur die reinste Inflation ausgleichen - aber meistens weniger, da prinziell über lange Zeiträume die Anlagen nie über dem Wachstum liegen können.

Da Lebens- + Rentenversicherer aber auch verdienen wollen gibts noch saftige Gebühren obendrauf - 15-20% fallen da an - eine Bessere Art und Weise sein Geld in den Wind zu schreiben gibts kaum noch.

Es sind die reinsten Milchmädchenrechnungen - weil darauf spekuliert wird das keiner an die Preisteigerungen denkt die kommen , und je besser die Wirtschaft läuft, also das Wachstum, desto mehr verdienen die Versicherungen, und desto geringer fällt der Nutzen dieser "Anlagen aus".

Mathematik mal lernen empfehle ich!

Lehmann Brothers und verrückte Finanzmodelle sollten eine Warnung sein!

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ergoprox 25.11.2009, 09:14
243.

Zitat von Astir01
Wenn ich hingegen das Geld, dass mein Brötchen- und Arbeitgeber jeden Monat an die Deutsche Rentenversicherung Bund abführt, in Aktien oder Immobilien anlegen würde, könnte ich nach 30- 40 Jahren leben wie ein Fürst. .
Das ist leider vollkommen dummes Zeug. Dies funktioniert nurund ausschließlich dann, wenn eine ganz keline Minderheit es betreibt. Sobald viele vom Kuchen abhaben wollen, wird das System kollabieren. Sie scheinen aus den jüngsten Entwicklungen auf den Finanz"märkten" absolut nichts gelernt zu haben.

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ergoprox 25.11.2009, 09:18
244.

Zitat von syramon
Falsch! Investionen macht man dort wo das "Umfeld" stimmt, verkaufen kann man dann sein Produkt überall.
So einen Unsinn liest man tatsächlich selten.Herzlichen Glückwunsch.

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ergoprox 25.11.2009, 09:20
245.

Zitat von oldswissbanker
Es gibt doch noch die Gerechtigkeit. Die Generation der heute 70 bis 90 jährigen hat unter dem Krieg und dem Mangel der auf den Krieg folgte gelitten.
Sie hat die Kriege auch mit verursacht oder ist AH persönlich in Europa und Afrika einmarschiert?

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ergoprox 25.11.2009, 09:25
246.

Zitat von Silverhair
Schlichtweg werden sie nicht als Fürst leben, eher sehr dämlich aus der Wäsche schauen weil sie in der Schule Mathematik und Wirtschaftslehre nicht belegt haben. 1 Mio Euro hört sich viel an .. aber nur für den heutigen Tag. In 46 Jahren werden 1 Mio Euro grad mal die kaufkraft von 250.000 Euro noch haben - erzwungenermaßen durch Wachstum und Inflation. Bei 3 % Wachstum oder 3% Inflation verdoppeln sich alle.....
Danke. Leider sterben die Dummen niemals aus, somit kann man sich hier "totschreiben". Immer wieder kommt ein willfähriges Opfer der Banken- und Versicherungsmafia um die Ecke, welches diesen Kapitaldeckungsschwachsinn, der nach vernünftiger Bewertung einfachster volkswirtschaftlicher Zusammenhänge tatsächlich völlig UNMÖGLICH ist, glaubt. Zur Not tuts auch ein Böll, der mal wieder einen Lobyyartikel ungeprüft veröffentlicht.

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Silverhair 25.11.2009, 09:31
247.

Zitat von SirTurbo
a) welche Regierung war denn NICHT neoliberal? b) Schneeball? Mackenroth-Theorem verstanden?
Tja, der H. Mackenroth .. nette Vorstellung, aber leider sehr unvollständig.

Punkt eins: Das Volkseinkommen ist zwar wichtig, aber da ins Volkseinkommen auch die Schuldeneinnahme des Staates als "Positiver Faktor" eingeht, steigt das Volkseinkommen und das BIP auch wenn Merkel ihre Bankenfinanzierungs Kredite aufnimmt.

Dummerweise muss man aber Schulden abbezahlen bevor man daraus etwas verteilen kann - schlecht für die Rentner , jeder Bankenrettungskredit vermindert ihre Rente in Zukunft gewaltig.

Punkt zwei: Als H.Mackenroth seine Theorien bastelte gab es zwar Maschinen, aber keine Computer. Seit Masseneinführung der Computer gehen aber die Arbeitsplätze noch viel viel stärker verlohren als mit uralten "Maschinen".
Von 1950 bis 2008 ist der Anteil der Arbeitnehmer im Industriellen Bereich von 43 % auf 23% gesunden - fast die Hälfte mit ungebrochner Tendenz.
Da man die Leute in den Niedriglohnbereich Handel gedrückt hat und in den ÖD verbessert die Staatsfinanzen auch nicht.

Und durch einführung neuer Technologien wird im Handel in den nächsten 10 Jahren auch nochmal 50% der Beschäftigten "freigestellt" - was H4 in D. heißt.

Neoliberalismus, Wachstum, Kredite - das sind alles schöne Rattenfänger Melodien - aber wer die Speisekammer heute auffuttert, sie nicht wieder auffüllt (Arbeitsplätze) der hat morgen und übermorgen nichts mehr zu knabbern.

1952 (Mackenroth) führten Investition noch zu Arbeitsplätzen da "Hand-Arbeit" angesagt war. Heute führen Investitionen zu mehr Maschinen+Computern und "Arbeitslosen".

Wer mit Konzepten aus der Steinzeit arbeitet ist ausgestorben - irgendwie hat man vergessen das den Menschen mitzuteilen!

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ergoprox 25.11.2009, 09:45
248.

Zitat von Silverhair
Tja, der H. Mackenroth .. nette Vorstellung, aber leider sehr unvollständig. Punkt eins: Das Volkseinkommen ist zwar wichtig, aber da ins Volkseinkommen auch die Schuldeneinnahme des Staates als "Positiver Faktor" eingeht, steigt das Volkseinkommen und das BIP auch wenn Merkel ihre Bankenfinanzierungs Kredite aufnimmt. Dummerweise muss man aber Schulden .....
Ihre Ansichten zur "Computerisierung" teile ich nicht, die zum ÖD auch nicht. Tatsächlich wurden im ÖD seit 1993 bis 2005 ziemlich genau 42% der Arbeitplätze ABGEBAUT. Mackenroth hat im Übrigen "nur" und völlig richtig festgestellt, dass jede Generation im IST für die Alten sorgen muss und sich Geldkapital gesamtwirtschaftlich eben nicht in die Zukunft tranferieren lässt. Das stimmt auch heute noch. Die Anzahl der Arbeitsplätze hat damit wenig bis gar nichts zu tun. Wenn es der Gesellschaft gelingt mit deutlich weniger Arbeitplätzen ein entsprechendes Wiwachstum zu generieren (tut sie ja erkennbar), dann ist das "Rentenproblem" genau so ein Verteilungsproblem, wie alle anderen Schieflagen der sozialen Absicherung auch Verteilungsprobleme sind. Der Kuchen wird immer größer, es schneiden sich nur bestimmte Akteure VOR der Verteilung immer größere Stücke heraus.

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maikalex 25.11.2009, 09:47
249. Perversion

Nicht nur die Rente verliert ihre Legitimität, sondern das ganze kapitalistische System. Die Missstände sind nicht mehr zu übersehen:
Die überhöhten Managerbezüge sind nur möglich, weil im Gegenzug in den Betrieben die Löhne gedrückt werden, weil Praktikanten, Leiharbeiter, Niedriglöhner gezwungen werden für Löhne zu arbeiten, von denen sie nicht leben können.
Die ehemalige deutsche Solidargemeinschaft ist verkommen zu einem Selbstbedienungsladen, wo man Faulenzern aus aller Welt die Schatulle des deutschen Steuerzahlers zur gefälligen Bedienung geöffnet hat.

Bei Autorennen gibt es das Phänomen des Boxenluders. In der Politik gibt es etwas ähnliches: Die Altersversorgung der Politiker ist so phantastisch, dass sich auch dort Damen um Anschluss bemühen. Der senile Helmut Kohl heiratet eine 40jährige, Joschka Fischer eine 35jährige, Hans Eichel eine 50jährige, dies kann man beliebig fortsetzen. Die Witwenpensionen in einer Größenordnung von 10.000 Euro pro Monat sind dann noch in 50 Jahren fällig.

Der ehemalige Postchef, ein verurteilter Steuerhinterzieher, lässt sich 20 Millionen Pensionsabfindung auszahlen und verdrückt sich ins Ausland. Mit seiner Abfindung hätte man mehreren 100 unterbezahlten Briefsortiererinnen eine anständige Rente finanzieren können.

Ich finde, das System Bundesrepublik wird bis zur Perversion ausgenutzt, von manchen Politikern, von manchen Bankern, manchen Managern, aber auch von zugewanderten libanesischen Großfamilien; und das wird das Land auf Dauer nicht aushalten.

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