Forum: Wirtschaft
Verliert die Rente ihre Legitimität?

Ein Durchschnittsverdiener muss 26 Jahre Beiträge zahlen, um im Alter ein Einkommen auf Hartz-IV-Niveau zu haben. Verliert die Rente ihre Legitimität?

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britta 25.11.2009, 10:42
260. Sehr richtig

Zitat von uwp-berlin
.... Meiner Meinuung nach delegitimiert sich jedes Rentensystem, das nach Einzahlung von Pflichtbeiträgen (die auch aus dem Existenzminimum des Einzahlers generiert werden) weniger als das Existenzminimum auszahlt (das in der Bundesrepublik bekanntlich voraussetzungslos jedermann garantiert wird). Ein Niedrigverdiener wird u.U. über 40 Jahre ins GRV-System einzahlen und trotzdem nur Hartz-IV-Niveau erreichen. Damit waren alle Einzahlungen individuell vollkommen nutzlos und haben während der Pflicht-Einzahlungszeit zu einem erheblichen Wohlstandsverlust des Einzahlpflichtigen geführt. Das ist das Modell einer geschickt getarnten Enteigungsmaschinerie. Als Lösung könnte man sich ein Renten-Modell nach Schweizer Vorbild vorstellen - oder wenigstens doch wie in der DDR eine Mindestaltersversorgung über Armutsniveau installieren.
Vollkommen richtig!

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Silverhair 25.11.2009, 10:46
261.

Zitat von ergoprox
Ihre Ansichten zur "Computerisierung" teile ich nicht, die zum ÖD auch nicht. Tatsächlich wurden im ÖD seit 1993 bis 2005 ziemlich genau 42% der Arbeitplätze ABGEBAUT. ...
Unter ÖD führe ich schlicht auch alle Angestellten auf die in diesem Bereich die Beamten Plätze besetzen.
Seit 1950 hat schlichtweg nur eine Verschiebung von Arbietsplätzen Industrieller Produktion in Handel und ÖD stattgefunden damit das "Arbeitsplatz" Problem nicht so schnell offensichtlich wurde.

Und bezüglich der Arbeitsplätze ist es sicherlich ein Verteilungsproblem - aber es ist das prinzielle Problem dahinter das in einer Welt mit Computern schritt für Schritt jegliche Menschliche Handarbeit - und 90% der "geistigen Mensch Arbeit" verlohren geht -für immer und alle Zeiten das Computer "ewig leben und NIE etwas vergessen".
Alle Ökonomen gehen davon aus das ca. 2020-2030 maximal 20, schliemsten(bestenfalls) 5% der Menschen für jegliche "Arbeit" benötigt werden.

Es gibt auf diesem Planeten schlichtweg keinen einzigen Menschen der irgendeine "Menschliche Arbeit" mehr erfindet - warum auch - alles Streben der Menschen ist auf die Vernichtung menschlicher Arbeit ausgerichtet.

Das ist auch kein Problem - solange man dafür sorgt das die Gesellschaft sich aus der Maschinellen Produktion auch speist. Geld - das hilft hier überhaupt nicht - es ist in einer Maschinenwelt wertloses Zeug - Maschinen arbeiten nicht um essen zu kaufen, nicht um ein dach über dem Kopf zu haben - sie arbeiten einfach weil sie Energie bekommen.

Geld verliert an Wert, und wird immer mehr an Wert verlieren, schlicht weil Investitionen in Maschinen sich nur "amortisieren" wenn Menschen dafür "Geld" zahlen.

Wir haben Bio über Bio an Investitionskapital - aber es wird von tag zu tag wertloser, weil Investitionen in Maschinen nicht mehr "Einnahmen" generieren - die Investitionen sich nicht mehr amortisiert.

Geld ist zum Spielzeug verkommen - es wird in Pferdewettbüros gehandelt die sich Banken nennen, und immer grösser Summen werden gebraucht um noch 1 Euro an Rendite zu bringen.

Opel wird mit 3 Mrd. 10.000 Arbeitsplätze wegrationalieren - in 5 Jahren mit 30 Mrd. die 19.500 - und mit 100 Mrd. in 10 Jahren wird der letzte Menschliche Arbeitsplatz verschwunden sein.

Mercedes wird in die USA ziehen, weil nur noch dort genügend Leute da sind, die ihre Premium Modelle kaufen können. Wird nur auch nichts nützen, weil immer weniger Leute benötigt werden um diese Autos herzustellen und immer weniger damit auch überhaupt einnahmen haben werden.

Ökonomie und Volkswirtschaft über die Schiene Geld zu betrachten hat ausgedient - weil Maschinen nichts aber auch nichts mit Geld anfangen können.

Deshalb sehen wir den sog. Finanzcrash - deshalb sehen wir das an den Börsen Wettläufe nach oben gestartet werden .. man bekommt keine Rendite schlichtweg mehr raus.

Banken vergeben keine Kredite mehr , nehmen aber auch längst kein Investitionskapital mehr an - weil sie selber schon nicht mehr wissen worin sie den Investieren sollen.

Geld ist reines Tauschobjekt unter Menschen - sobald Maschinen anfangen den Menschen überflüssig zu machen verliert das Geld seine Bedeutung - man braucht es schlicht einfach nicht mehr um an ein Produkt zu kommen.
Und dieser Bedeutungsverlust äussert sich einfach im Kapitalismus durch immer gigantischere Geldbeträge - die aber immer weniger "wert für den Menschen haben".

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lupenrein 25.11.2009, 11:25
262.

Zitat von syramon
Völlig falscher Ansatz.Führt zu noch weniger Investoren, zu mehr Ab - und Auswanderung,höherer Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung.DDR 2.0 will keiner.
Was Sie hier als F o l g e der genannten Forderungen an die Wand malen, das ist doch bereits in vollem Umfang Realität !

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Meerkönig 25.11.2009, 11:25
263.

Zitat von salbader
Ihrer Leistungslogik zufolge müssten Altersbezüge eigentlich dann enden, wenn die geleistete Einzahlungssumme verbraucht ist, oder nicht?
Mein Freund, der Zahlrentner lebt immer nur auf seine eigenen Kosten . Das ist auch gut so, müsste er sich auf Leute wie sie verlassen, dann wäre er in der Tat verlassen. Denn sie werden sich im Alter nicht einmal selbst helfen können, es sei denn sie haben dann noch fleißige Eltern bzw. Großeltern. 10 Jahre kann ein Rentner von seinem der "Rentenanstalt Bund" zwangsanvertrautem Vermögen leben. Mindestens 10 weitere Jahre lebt er von den Zinsen die sich aufrechnen lassen. Die Jahre darüber hinaus lebt der Rentner von den Zahlrentnern, die vor Ablauf von 10 Jahre Rentenbezug wegsterben (einzigste Solidarkomponente in diesen System).

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volkmargrombein 25.11.2009, 12:32
264. Verliert die Rente ihre Legitimität?

Zitat von Volker Gretz
So einfach ist das ja nicht. R. kann seine Auftragsarbeiten ja nur verbreiten, weil es Medien gibt, die diese auch abdrucken bzw. senden. Da wird ja eine selbsterfüllende Prophezeihung inszeniert. Der eine Teil glaubt, was da an .....
Ich gebe Ihnen ja absolut recht. Das System ist noch viel einfacher: Man weiß ganz genau, dass immer die gleiche Unwahrheit in möglichst vielen Kanälen von möglichst vielen Interessengruppen hinausposaunt, am Ende zur Wahrheit wird. Das ist die Strategie. Dumm aber äußerst erfolgreich. Und die Medien spielen zum großen Teil mit, weil ihre Redakteure blind alles abschreiben, was man ihnen hinwirft. Oder wie in diesem Falle, ist es eher eine PR-Aktion. Viele Leute können kaum noch den Unterschied zwischen PR und redaktionellen Artikeln unterscheiden. Das ganze ist eine regelrechte Gehirnwäsche. Man kann nur durch den Versuch einer Gegenöffentlichkeit auf derartige Unverschämtheiten der Lobbyisten reagieren!

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Der_Franke 25.11.2009, 12:43
265.

Zitat von Hardliner 1
Sie irren! Hoffentlich zahlen die Kinder später auch mal ein. Hunderttausende zahlen nämlich nicht ein, andere studieren (und kosten) bis sie 27 oder 30 Jahre alt sind, um, mangels eines adäquaten Jobs hinterher in einer Kneipe zu kellnern. Meinen Sie diese Kinder?
Und wenn man denen dann sagt, daß die Eltern die Ausbildungskosten der Kinder zurückzahlen sollen, ist genau dies die Gruppe, die vorher ökonomisch argumentiert hat, plötzlich von Ökonomie nichts mehr wissen will. Wenn ich heute 500.000 Euro erbe, ein Unternehmen gründe und es in den Sand setze, ist die Kohle auch weg. Da kann ich auch nicht sagen. Ich habe investiert, Arbeitsplätze geschaffen und so weiter und sofort. Ich will die 500.000 zurück. Das Geld ist weg.

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Der_Franke 25.11.2009, 12:55
266.

Zitat von marks & spencer
Mittelfristig wird der Kapitalismus nicht untergehen, aber langfristig. Das dürfte klar sein. Allein aus den Gestzen der Logik.
Eben nicht. Weil die Alternative Kommunismus noch nie funktioniert hat. Der Kapitalismus bleibt bestehen, in welcher Ausprägung (sozial oder weniger sozial) auch immer.

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key_art 25.11.2009, 13:24
267. Krieg der Generationen

Habe mir gerade vorgestern zur Entspannung eine amerikanische Krimiserie angeschaut, die ich zum Großteil höchst amüsant finde (Boston Legal). In einer Szene ging es um das Thema Generationenkonflikt, und so fiel mir wieder ein, dass sogar die Begriffe “Kampf/Krieg der Generationen” bzw. “Generationenkonflikt” aus den USA stammen. Habe eben noch gegoogelt, um das zu bestätigen. Das hat also mit dem deutschen Rentensystem bzw. der deutschen Gesellsschaft herzlich wenig zu tun.

Ich frage mich, wer den Nutzen von der Anwendung solcher Begriffe zieht. Warum wurden sie eingeführt?
Könnte es sein, dass es Kräfte gibt, die den Schwächeren gar nichts mehr gönnen? Selbst, wenn sie schon ihr Leben lang für eine angemessene Rente vorgesorgt haben? Und falls ja, warum?

Haben diese Menschen Angst, zu kurz zu kommen? Wohl kaum. Ich denke eher, diese Menschen können selbst den Hals gar nicht mehr voll genug kriegen. Es geht ja nicht nur um die Rentner. Diese Kräfte wollen nämlich JEDEN Mensche, auch die jungen Menschen, zu einer Produktionseinheit reduzieren, die dann zusammengezählt das Humankapital bilden. Der menschliche Wert wird an Leistung gemessen. Wer nichts leistet, ist nichts wert und wird ausrangiert.

Es ist nicht nur dumm sondern wenig weitsichtig zu glauben: Ich verdiene gut, mich geht das nichts an. Schon vor 15 Jahren hat ein älterer Freund, der sein Leben lang als Manager Höchstsätze eingezahlt hatte, uns erzählt, dass er trotz alledem eine absolut miserable Rente bekommen wird. Damals war die private Vorsorge noch kein Thema.

Die Briten und die Amerikaner HABEN privat vorgesorgt. Und nun? Viele Rentenfonds sind inzwischen im Zuge der Finanzkrise pleite gegangen. Es droht eine Altersarmut enormen Ausmaßes, in welche die alten Menschen ohne jedes Verschulden geraten sind bzw. geraten werden. Sie sind einfach um ihre Lebensleistung betrogen worden.

Deutschland will ja unbedingt eine Klongesellschaft der amerikanischen Neocons werden. Schöne Aussichten auch für dieses Land.

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berns 25.11.2009, 13:42
268. Die Durchschnitts-Altersrente ist zur Zeit 666.- Euro im Monat.

Frauen erhalten durchschnittlich nur 460.- Euro und West-Freuen noch 100 Euro weniger. Das sind die momentanen durchschnittlichen Auszahlbeträge, angegeben vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden.
Der "Eckrentner", der im Monat 1200 oder mehr bekommt, ist nicht der normale Atersrentner.
Angesichts der ständigen Lohndrückerei, der Hungerlöhne und 400-Euro-Jobs und der zunehmenden Arbeitslosenzeiten dürfte die durchschnittliche Rentenauszahlung noch um einiges sinken.

Wer da von Sozialstaat spricht, der weiss nicht, was er sagt.
Um ein gerechteres Altersversorgungs-System zu bekommen, nützen Private Zusatz-Versicherungen überhaupt nichts, weil Geringverdiener ganz einfach nicht das Geld dazu haben.
Die sofortige Einführung eines für alle Branchen geltenden gesetzlichen Mindestlohnes von mindestens 1.500 Euro netto wäre ein erster Schritt zur Besserung. Aber auch eine Mindestente sollte für alle beschlossen werden: Fa wären ca. 1.300 Euro als Mindestbetrag anzusetzen.

Bezahlt werden könnte das alles ohne Probleme durch die Übernahme des dänischen Sozialmodelles und die Umstellung auf das dänische Steuermodell.

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keats 25.11.2009, 13:52
269.

Zitat von syramon
Wer heutzutage,nach neuesten Berechnungen, 32 Jahre in die Gesetztliche einzahlt, bekommt nur noch eine Rente auf Sozialhilfeniveau. Man sollte das System nochmal überdenken.

Nur liegt das, aus meiner Sicht, nicht an dem staatlichen Rentensystem, denn das ursprüngliche System, so wie es eigentlich mal gedacht war, ist schon brauchbar, nur was man in den letzten gut 20 Jahren daraus bzw. aus dem gesamten staatlichen Sozialversicherungssystem absichtlich gemacht hat, kann man diesem, an sich vernünftigen System der sozialen Absicherung u.a. gegen Schicksalsschläge des Lebens usw., nicht anlasten.

Seit der Wiedervereinigung bzw. dem Untergang des bürokratischen Sozialismus, hat sich die BRD von allen ihren sozialen Errungenschaften immer weiter getrennt, das liegt natürlich nicht an der DDR. .
Das Konkurrenzsystem, der Sozialismus ging bankrott und wurde geschluckt, so glaubte man dann auch, dass das System der sozial-ökologischen Marktwirtschaft, oft als soziale Hängematte diffamiert, "modernisiert" werden kann.
Eine besonders auf Kosten der Sozialsysteme völlig verfehlte wirtschaftliche sowie die psychologisch katastrophale "Methode" der Wiedervereinigung, liess die Arbeitslosen weiter ansteigen
Mit der Propaganda von der Globalisierung und den bevorstehenden demographischen "Umwälzungen" wurden von der Politik und besonders auch von den privaten Massenmedien der Weg in den Neokapitalistischen Mehrklassen Staat eingeleitet, wo die Reichen reicher und die Armen ärmer werden.
Staatlich geförderte Dumpinglöhnen inclusive diverser Subventionen, zunehmend entrechtete Arbeiter (Zunahme von Lohnsklaven), Ausweitung von unterbezahlten Teilzeitjobs und die Zunahme der staatlich geförderten Leiharbeitsfirmen.
Die eigentlichen Sozialversicherungen werden vom Staat an die Wandgefahren damit die privatwirtschaftlichen Versicherungskartelle, dank staatliche Förderung (und korrupter Politiker) ein Milliarden Geschäft machen können, natürlich auf kosten der Versicherten.

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