Forum: Wirtschaft
Verliert die Rente ihre Legitimität?

Ein Durchschnittsverdiener muss 26 Jahre Beiträge zahlen, um im Alter ein Einkommen auf Hartz-IV-Niveau zu haben. Verliert die Rente ihre Legitimität?

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Roter Teufel 26.11.2009, 08:55
290.

Zitat von uwp-berlin
Zitat von Astir01 Ein Niedrigverdiener wird u.U. über 40 Jahre ins GRV-System einzahlen und trotzdem nur Hartz-IV-Niveau erreichen. Damit waren alle Einzahlungen individuell vollkommen nutzlos und haben während der Pflicht-Einzahlungszeit zu einem erheblichen Wohlstandsverlust des Einzahlpflichtigen geführt. Das ist das Modell einer geschickt getarnten Enteigungsmaschinerie. Als Lösung könnte man sich ein Renten-Modell nach Schweizer Vorbild vorstellen - oder wenigstens doch wie in der DDR eine Mindestaltersversorgung über Armutsniveau installieren.
Die Einzahlung ist nicht unnütz, mit seinen jetzigen Einzahlungen unterstützt er immer noch die jetzigen Rentner.
Höhe ist doch egal.
Und geringe Einzahlung = geringe Rente ist sein individuelles Problem, nur kann man ihm deswegen nicht die Rentensystematik erlassen.

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marks & spencer 26.11.2009, 09:01
291.

Zitat von Astir01
Ich decke mit meinen Rücklagen den Kapitalbedarf der "Old Economy", die deswegen nicht zur Bank zu gehen brauchen. Ich gebe mich mit 5- 6 % Rendite (in Form von Dividenden) zufrieden.
Die 6 Prozent kriegen Sie aber nur bis zum Sparerfreibetrag (800 Euro bei Singles). Darüber schlägt der Staat 30 % Steuern drauf. Dann sind es nur noch 4 Prozent. Rechnet man die Inflationsrate ein, kommt nicht viel bei raus.

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uwp-berlin 26.11.2009, 09:34
292.

Zitat von Roter Teufel
Die Einzahlung ist nicht unnütz, mit seinen jetzigen Einzahlungen unterstützt er immer noch die jetzigen Rentner. Höhe ist doch egal. Und geringe Einzahlung = geringe Rente ist sein individuelles Problem, nur kann man ihm deswegen nicht die Rentensystematik erlassen.
Fragt sich halt nur, inwiefern diese Rentensystematik gerecht, ökonomisch sinnvoll und überhaupt verfassungsmäßig ist.
Sie wissen doch, was gestern recht war, kann heute schon unrecht sein.

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Silverhair 26.11.2009, 10:44
293.

Zitat von Roter Teufel
Die Einzahlung ist nicht unnütz, mit seinen jetzigen Einzahlungen unterstützt er immer noch die jetzigen Rentner. Höhe ist doch egal. Und geringe Einzahlung = geringe Rente ist sein individuelles Problem, nur kann man ihm deswegen nicht die Rentensystematik erlassen.
Die frage ist nicht, ob man die ihm "erläßt", sondern ob er dann noch mitspielt. Glücklicherweise kann jedermann die Grenzen der BRD verlassen, und in einem anderen Staat arbeiten.
2007 waren das 175.000 Menschen - die gegangen sind -vor allem Junge Menschen.
Und das nicht zuletzt wegen der vollkommen unklaren Lebensituation und "bezahlsituation in D".

175.000 gegenüber 500.000 u. 400.000 "neugeborenen"? - das nähert sich der Hälfte nochmal - die dann eben "nicht arbeiten" nicht beiträge zahlen.

Würde der Mensch auch nur ansatzweise dem "Homo oeconomicus" entsprechen, also rational abwägen, würden es 500.000 jedes Jahr sein - mit der Folge das die Rentner dann genau NULL Rente in zukunft bekommen - weil schlicht keine Wirtschaft mehr da wäre!

Kurz, man kann die Menschen nicht langfristig zum erdulden von Ungerechtigkeit verurteilen - auch kein Staat - sie verlassen notfalls "Staat" einfach.

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dogs 26.11.2009, 14:07
294.

Zitat von Silverhair
2007 waren das 175.000 Menschen - die gegangen sind -vor allem Junge Menschen.
Nicht nur Beiragszahler werden fehlen, die 175.000 Abgewanderten hinterlassen der Rentenversicherung eine weitere Hypothek: die geburtenbezogenen Sonderleistungen, die an ihre Mütter/Eltern später fließen werden. Und die ungeachtet der veränderten Bedingungen (globaler Arbeitsmarkt und Abnahme SV-pflichtiger Arbeit zugunsten anderer Erwerbsformen) weiter ausgebaut werden sollen. Die RV wird also in immer größerem Ausmaß Leistungen ohne Gegenleistungen auszahlen müssen. Eine Plünderung der Beitragszahler.

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Der_Franke 26.11.2009, 19:16
295.

Zitat von dogs
Nicht nur Beiragszahler werden fehlen, die 175.000 Abgewanderten hinterlassen der Rentenversicherung eine weitere Hypothek: die geburtenbezogenen Sonderleistungen, die an ihre Mütter/Eltern später fließen werden. Und die ungeachtet der veränderten Bedingungen (globaler Arbeitsmarkt und Abnahme SV-pflichtiger Arbeit zugunsten anderer Erwerbsformen) weiter ausgebaut werden sollen. Die RV wird also in immer größerem Ausmaß Leistungen ohne Gegenleistungen auszahlen müssen. Eine Plünderung der Beitragszahler.
Es gibt aber auch genügend die bleiben: Die ohne Schulabschluß oder gering Qualifizierten, die Transferleistungen beziehen. Und weil ja Geburten so wichtig sind, werden die Eltern derjenigen im Alter auch noch mit 3 Rentenpunken (Wurfprämie) prämiert.

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Der_Franke 26.11.2009, 19:24
296.

Zitat von sparel
Die Rente verliert ihre Legitimität durch die grassierende Kinderlosigkeit. Das bisherige Rentensystem lebte vom "Generationsvertrag" welcher besagt, daß ich mit meinen jetzigen Beiträgen für meine Eltern sorge und dafür einen Versorgungs-Anspruch gegenüber meinen Kindern erwerbe. Also fehlt bei Kinderlosigkeit ein Anspruch aus dem Generationsvertrag und somit der moralische Anspruch auf Rente. Also bleibt mir als Kinderlosem nur die Eigenvorsorge, habe ich doch durch fehlende Kinder-Erziehungskosten dafür den nötigen finanziellen Freiraum. Hätten also nur noch Eltern Anspruch auf Leistungen aus dem heutigen Rentensystem, stellt sich die Frage nach der Legitimität nicht mehr. meint sparel
Postbank: 2000 Stellen abzubauen
Opel: 5000 Stellen abzubauen
Quelle: 3700 Stellen

und es wird weitergehen. Für die Schrumpfung der Gesellschaft gibt es keine Alternative und Sie faseln hier was von graßierender Kinderlosigkeit. Übrigens ist es seit Jahrhunderten so, daß man selbst für sein Alter vorsorgen muß. Sie können das ja gerne über ihre Kinder machen, ab bitte unsubventioniert, so wie vor Bismarck. Ihr Kinder werden sich freuen, ab dem 5. Lebensjahr zum Dienst beim Bauern ausrücken zu dürfen, wenn Sie kein Schulgeld aufbringen können und die Kleinen den Lebensunterhalt selbst erwirtschaften dürfen. So lange Sie aber die Hand aufhalten bitte ich um Ruhe.

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Der_Franke 26.11.2009, 19:29
297.

Zitat von marks & spencer
Die 6 Prozent kriegen Sie aber nur bis zum Sparerfreibetrag (800 Euro bei Singles). Darüber schlägt der Staat 30 % Steuern drauf. Dann sind es nur noch 4 Prozent. Rechnet man die Inflationsrate ein, kommt nicht viel bei raus.
Das gilt aber nur für die Rendite aus Sparvermögen zum sonstigen Einkommen. Stellt diese Rendite das einzige Einkommen da, schaut es ein bischen anders aus. Das jährlich steuerfreue Existenzminimum übersteigt doch 800 jährlich.

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Motorpsycho 26.11.2009, 23:34
298.

Zitat von Fred W
Der Wert ihrer eigengenutzten Immobilie minus Restschuld bildet das Eigenkapital.
Klar, aber dieses Kapital ist in Ihrer Immobilie gebunden, im Gegensatz zu dem Fall, dass Sie das Geld nicht in eine Immobilie gesteckt hätten.
Zitat von Fred W
Wenn Sie 50% Eigenkapital in ihrer Immobilie anghäuft haben und ein sicheres Einkommen, dann nehmen sie 25% davon und refinanzieren den Rest ihrer eigen genutzten Immobilie und stecken die 25% die frei sind in eine vermietete Immobilie!
Ich verstehe es immer noch nicht. "50% Eigenkapital in ihrer Immobilie angehäuft haben" bedeutet lediglich, dass man nur noch die Hälfte der ursprünglichen Schulden hat. Da sind keine 25% frei, die Sie nehmen können und in eine andere Immobilie stecken können. Das Geld steckt in der Immobilie. Sie können allenfalls das Haus wieder stärker beleihen. Dann haben Sie aber wieder Kredite in Höhe von 75% des Wertes auf ihrer Immobilie lasten. Für diese zusätzlichen 25% müssen Sie ebenso Zinsen zahlen wie für den restlichen Kredit, den Sie brauchen, um die zweite Immobilie kaufen zu können. Sie haben die zweite Immobilie also voll finanziert und zusätzlich auf ihrer selbstgenutzten noch 50% Belastung und dass muss sich erstmal rechnen. Die Renditen von Vermietungen liegen nicht unbedingt deutlich über den Hypothekenzinsen. Wenn Sie Instandhaltung, Leerstände und Nebenkosten zusammenrechnen, dann davon ausgehen, dass Sie in 10 Jahren bei der Anschlussfinanzierung nicht mehr das derzeit niedrige Zinsniveau vorfinden werden, dann kann das ein gewagtes Spiel sein, dass Sie da vorschlagen.

Zitat von Fred W
Wer eine eigene Wohnung kauft wenn er jung ist, kann darin mietfrei wohnen wenn wenn er in Rente geht!
Das kann auch, wer sich eine eigene Wohnung kauft, wenn er alt ist.

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Roter Teufel 27.11.2009, 08:11
299.

Zitat von Silverhair
Die frage ist nicht, ob man die ihm "erläßt", sondern ob er dann noch mitspielt. Glücklicherweise kann jedermann die Grenzen der BRD verlassen, und in einem anderen Staat arbeiten. 2007 waren das 175.000 Menschen - die gegangen sind -vor allem Junge Menschen. Und das nicht zuletzt wegen der vollkommen unklaren Lebensituation und "bezahlsituation in D". .
Wenn die ersten höheren Arztrechnungen im Ausland anfallen, sind ihre Auswanderer schneller wieder hier, als sie gucken können.

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