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Verliert Mercedes seinen Nimbus?

Verliert Mercedes seinen Nimbus? Es wird eng für Mercedes. 2010 wird der Absatz des Mutterkonzerns Daimler hinter Audi zurückfallen. Im Premiummarkt wäre Mercedes dann nur noch die Nummer Drei - verliert die einstige Premiummarke allmählich ihren Nimbus?

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goofy1 02.12.2009, 11:29
700. MB und das Management

Als Münchner bevorzuge ich sowieso BMW, aber eines muß ich jetzt doch mal loswerden. Die Angestellten in Sindelfingen und Stuttgart haben den Kopf hingehalten für jahrelanges Mißmanagement von Reuter über Schremp bis Zetsche. Wenn ich daran denke, wie viele Milliarden diese Leute ins Klo gespült haben, dann hätte man mit diesem Geld wirklich viele Arbeitsplätze retten können. Übrigens, Zetsche wurde Vorstandsvorsitzender, weil er Chrysler nachhaltig saniert hatte!!! Heute weiß man was man darunter zu verstehen hat. Und diese Pfeiffen nehmen sich heute das Recht heraus, über die Verlagerung von Arbeitsplätzen zu entscheiden. Der Dank dafür ist der Abbau und die Verlagerung tausender Arbeitsplätze. Ich bin schon länger sprachlos über die eine oder andere Entscheidung.

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lupenrein 02.12.2009, 11:36
701.

Zitat von goofy1
Als Münchner bevorzuge ich sowieso BMW, aber eines muß ich jetzt doch mal loswerden. Die Angestellten in Sindelfingen und Stuttgart haben den Kopf hingehalten für jahrelanges Mißmanagement von Reuter über Schremp bis Zetsche. Wenn ich daran denke, wie viele Milliarden diese....
Man darf nicht übersehen, dass bisher alle großen (Fehl)-Investitionen deutscher Firmen in den USA einen handfesdten politischen Hintergrund haben.
Die USA leben schonn seit Jahrzehnten von Finanzimporten sehr gut.

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Berta 02.12.2009, 11:37
702. Tscha das ist

gnadenloser Kapitalismus,die gehen dahin wo sich keiner mehr traut
das Maul auf zu machen.

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dorpf 02.12.2009, 11:49
703. strukturwandel

meiner meinung fängt, initiiert durch die wirtschaftskrise, ein strukturwandel im produzierenden sektor ein, der vor allem den automobilbau und deren zulieferer betrifft. gerade diese sparte ist in ba-wü sehr stark vertreten. die aktuellen prozesse sind grundlegend von den herstellern und der politik zuzuschreiben. viel zu lange hat man sich auf den loorbeeren des "wirtschaftswunders" ausgeruht und irgendwie erhofft so weiterhin erfolgreich auf dem markt bestehen zu können. das reicht heute aber nicht aus. man hat zu lange gewartet und zieht nun plötzlich die reißleinen statt eine sanfte umstrukturiereung durchzuführen.
managementfehler. politik, meldet sich viel zu spät zu wort.
gerade in ba-wü sind die machenschaften der daimler ag bei den zulieferern seit jahren bekannt. daimler ag drückt die preise, zieht ausschreibungen zurück und verweist außendienstler, die keinen mercedes fahren, vom werksgelände. genau dieses überhebliche verhalten, welches bei den zulieferern an den tag gelegt worden ist, verpühren jetzt die mitarbeiter. ob es konzernpolitisch richtig ist die c-klasse in den usa zu bauen sehe ich auch kritisch. meiner meinung nach sehen die zukunftaussichten nicht rosig aus

ich gehen mal davon aus, dass gerade in deutschland, sich die automobilindustrie auf weitere veränderungsprozesse einstellen, muss die nicht aufgehalten werden können. da müssen sich die angestellten drauf einstellen.

enden wird das wie im stahlbau oder kohleabbau, jedoch nicht in solche extremen ausmaßen.

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Roter Teufel 02.12.2009, 11:51
704.

Zitat von Kabe
Liefern die dann in die USA just in time, oder glaubt Daimler, die bekommen die gleiche Qualität dann dort aufgebaut? Und ob 2014 der $ noch immer so schwach zum € steht, bleibt ebenfalls abzuwarten... solche Spekulationen sind schon häufiger nach hinten losgegangen.
so wie der Obama seine Finanzwelt aufgeblasen hat, wird der Dollar eher noch weiter abstürzen.

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juergw. 02.12.2009, 12:02
705. Super Nachricht !

Neue C-Klasse aus den USA ,Murksalusa.Da wurde die erste
M Klasse gebaut.Super Qualität zum Premiumpreis !!!
Warum nicht in China gleich bei Brilliance ???Für 5000 €
in China produzieren und hier für 35000 € verkaufen!Da stimmen die Boni wieder für den Vorstand !!
Die neue E Klasse hat schon wieder Probleme mit den Einspritzdüsen,etc.Der Nimbus ist schon lange weg-nur die Preise sind geblieben.

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superdoc 02.12.2009, 12:13
706. Keine Mark für müde Marken...

Zitat von grauer kater
...Welches sogenannte "deutsche Auto" ist noch ein deutsches Auto? Wieviel Image verliert Daimler/Mercedes durch Produktion im Ausland...
Dass auch in der Automotive-Branche die Supply-Chain global aufgestellt ist, weiß ich. Mir geht es vielmehr darum, dass die Produktionsverlagerung ins Ausland dem Image eines ursprünglich deutschen Produkts überhaupt nicht gut tut. Ganz abgesehen einmal von der Qualität. Das von mir angeführte Beispiel mit den umfangreichen Nacharbeiten (z.B. an frisch aus USA importierten M-Klasse Fahrzeugen) sauge ich mir nicht aus den Fingern. Sprechen Sie ruhig einen MB-Neuwagenverkäufer darauf an, wenn Sie mal ein richtig säuerliches Gesicht sehen wollen.

Zitat von grauer kater
...und welche Kosten werden real gespart, wenn statt dt. Fachkräfte US Autowerker schaffen? Welchen Kostenanteil hat denn überhaupt der Mensch in der unmittelbaren Produktion noch an den Gesamtkosten?
Sie glauben nicht im ernst, dass MB die Produktion in die USA verlegt, weil da das Wetter besser ist, oder dass die Lohnkostendiskussion bzgl. deutscher Standorte nur aus Jux und Dollerei geführt wird... Die deutschen Lohnnebenkosten sind im direkten Standortvergleich nur allzu oft das K.O. Kriterium.

Zitat von grauer kater
Wie lange werden noch Kunden bereit sein ... für einen Stern auf der Motorhaube ca. 10 bis 15 T Euro mehr zu bezahlen...
Diesen Imageaufschlag zahlt man doch aber auch bei Audi und BMW... Stellen sie mal einen Skoda Oktavia neben einen gleich motorisierten und ähnlich ausgestatteten A4. Identische Fahrzeugbasis mit riesiger Preisdifferenz, die bestimmt nicht auf geringere Produktionskosten zurückgeht.

Und das war eigentlich der Kern meines ursprünglichen Posts:

Wenn ich den Menschen Image verkaufen will und dafür ordentlich Geld verlange, dann muss ich mein Image auch pflegen. Stellen Sie sich vor, Rolex würde plötzlich ein "Einsteigermodell" für 500 Euro rausbringen... Reiner Selbstmord.

Markenaufbau und Markenpflege sind in jeder Branche die Königsdisziplin. Wenn ein Unternehmen aber nicht so genau weiß, wo es hin will und deshalb auf allen Hochzeiten tanzt, verwässert es sein Image.

Merke: Je breiter ich mich aufstelle, desto eher werde ich zur Massenmarke und kann so natürlich auch (zumindest vorübergehend) meinen Umsatz steigern.

Bei der Textilmarke Boss ist man den Weg vom Nobelhersteller zum Massenanbieter seinerzeit bewusst gegangen und hat so noch mal richtig Kasse gemacht. Zu der Zeit hatte man mit Baldessarini und Windsor allerdings auch schon zwei neue Top-Brands aufgebaut.

Ob Mercedes wohl noch eine Ersatzmarke im Kofferraum hat?

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redwed09 02.12.2009, 12:14
707.

Zitat von Think-Smart
Mercedes läuft natürlich Gefahr, dass die Bundeskanzlerin öffentlichen zum Boykott der Marke aufruft (Siehe Nokia), wenn der Betrieb abwandert. Oder ist es gerade die Kaltschnäuzigkeit unserer Politiker, die so nach und nach jeden Unternehmer vergrault?

Das Problem sind nicht die Politiker, das Problem sind seelenlose Manager die weder ein Verhältnis zu dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern noch zu den dort hergestellten Produkten haben.
Diese Leute sind austauschbar. Man kann sie überall hinsetzen, ob in den Vorstand eines Burgerbraters, eines Waschmittelherstellers, einer Fluggesellschaft oder eines Automobilunternehmens. Für diese Leute gibt es nur Zahlen und diese müssen anzeigen, das der Gewinn stetig steigt. Der Weg zur Gewinnmaximierung ist völlig egal. Sei es durch Auslagern der Produktion in Billiglohnländer, durch verstärkten Einsatz von billigen Leiharbeitern oder das Rausschmeißen von Teilen der Belegschaft. Diese Leute würden auch vor Kinderarbeit nicht zurückschrecken, wenn nur die Rendite stimmt.
Die Auslagerung der C-Klasse in die USA ist bei dem Streben nach Gewinnmaximierung nur ein logischer Schritt. Dort gibt es keinen Kündigungsschutz, keine Sozialabgaben und aufgrund der Wirtschaftskrise auch billige Arbeitskräfte.
Man würde mit der Produktion auch nach Bangladesch gehen, wenn dort die erforderliche Infrastruktur wäre. Denn dort sind Arbeitskräfte extrem billig, besonders Kinder.
Übrigens war der Boykott gegen NOKIA mehr als gerechtfertigt, einem gegenüber seinen Beschäftigten besonders brutalen Unternehmen.

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hojas 02.12.2009, 12:21
708. Psychologisch unklug

Zitat von Berto v. Klick
Ich fahre seit über 20 Jahren Jahren MB, die neuen Typen interessieren mich aber schon lange nicht mehr, weil veraltete Technik, zu hohe Wartungskosten, Spritfresser, zu eng und unbequem, zu wenig Platz im Kofferraum (wegen Design-Spielereien) und genauso unzuverlässig wie andere Marken. Nun gibt es noch einen weiteren Grund, MB nicht mehr zu kaufen.
Warum kaufen viele Leute in Baden-Württemberg einen Daimler? Weil sie eine emotionale Verbindung haben, der Schwager/Sohn/Vater... arbeitet in SiFi am Band. Wenn MB diesen Standortvorteil wegen einer - zweifelhaften - Renditesteigerung ins Klo kippt, werden sich die Burschis in Nadelstreifen noch sehr wundern, wie sich die Verkaufszahlen in BW entwickeln!

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maxweber 02.12.2009, 12:22
709. Was Premium ist

Zitat von CMH
Audi soll Premium sein? Ist das hier ein Satire-Forum?
Premium hat überhaupt nichts mit der Produktqualität zu tun. Das ist ein Begriff aus dem Marketing. Er beschreibt, dass Kunden bereit sind, für ein Produkt einer bestimmten Marke mehr Geld auszugeben. Ob der Produktinhalt diesen Mehrpreis rechtfertigt, ist unerheblich. Bei Audi trifft der Begriff Premium, wie bei BMW und Mercedes auch, zweifellos zu.

Die Frage ist nun, was ein Unternehmen mit den Mehreinnahmen macht. Daimler, Audi und BMW verwenden zumindest einen Teil des Preis-Premiums dafür, die unrentable Fertigung in Deutschland zu subventionieren, statt sie ins kostengünstigere Ausland zu verlegen. Das sollte man den Unternehmen aus beschäftigungspolitischer Sicht eigentlich hoch anrechnen. Doch da sich gerade die Premium-Hersteller in letzter Zeit verstärkt öffentlicher Kritik ausgesetzt sehen (Klima-Sünder, Bonzen-Autos), sinkt dort offenbar die Motivation, hier Arbeitsplätze zu erhalten und sich dafür auch noch beschimpfen zu lassen. Was ich verstehen kann.

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