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Vermeiden von Altersarmut: Wo es bei der Rente hakt
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Wie sieht die Zukunft der Rente in Deutschland aus? Fans der staatlichen Vorsorge konkurrieren mit Verteidigern des privaten Ansparens. Drei Empfehlungen für diejenigen, die unabhängig handeln wollen.

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interessierter Laie 11.05.2019, 17:03
70. @Mister Stone

Wie oft muss man noch wiederholen, dass man nicht nur die Leistungen vergleichen kann. Ihr Argument klingt wie: "Mein Nachbar fährt einen Panamera und ich nur einen Polo. Dabei haben wir doch beide einen Leasingvertrag. Das ist ungerecht!!!" Der Österreicher zahlt mehr ein, Österreich zahlt mehr aus dem Steuertopf zu und es gibt im Verhältnis mehr junge Österreicher...

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karl-felix 11.05.2019, 17:08
71. Deshalb

Zitat von zudummzumzum
Sämtliche Rentenmodelle tragen in sich den Grund-Konstruktionsfehler, dass sie sich über einen Zeitraum von 80 Jahren als Stein der Weisen darstellen. Dabei ist das Quatsch! Wir erleben heute die Verwerfungen, weil die Politik zum ersten Mal tatsächlich die Versprechen auch einlösen muss, die sie vor Jahrzehnten gegeben hat. In der Vergangenheit war das nie erforderlich, weil es harte Systembrüche gab, die daran Schuld waren, dass alles anders gekommen ist als angekündigt ... Dabei ist die Wahrheit eine ganz andere: Niemand weiß, wie die Welt in 30 Jahren funktionieren wird und niemand ist in der Lage, das tatsächlich zu steuern. Jeder, der in diesem Umfeld eine Rente garantiert, lügt garantiert. Wir werden also lernen müssen, selbst unsere Altersversorgung auf mehrere Füße stellen zu müssen. Ich bin höchst misstrauisch gegenüber denen, die sich anmaßen, für mich Verantwortung tragen zu zu können - egal ob Versicherungsfuzzi oder Politgeier. Im Zweifelsfall sind die über alle Berge, wenn ihre Versprechen nicht aufgehen. Und das ist nicht als Vorwurf gemeint!!! Ehrliche Politik würde aufhören, die Bürger derart zu bevormunden, sondern mehr Wert auf hochwertige Beratung und Schulung legen. Als erster müsste dabei die Betriebsrente über die Klippe springen: wie blöde ist das denn, seine Rente auf den eigenen Arbeitsplatz zu bauen: Wenn der wegrationalisiert wird und die Firma in Schieflage gerät, wackelt auch die Rente?! Also Kapitaldeckung überall, außer beim eigenen Arbeitgeber! Wie blöde agiert eigentlich eine Gesellschaft, in der sich die Leute für eine Bohrmaschine 4 Testberichte durchlesen und 2 Wochen Preise vergleichen, aber gleichzeitig glaubt, dass es ausreicht, wenn der Staat darüber wacht, wie man monatlich 500 € für die Rente anlegt? "Halte Du sie dumm, ich halte sie arm"
und das kann ich aus Erfahrung berichten , ist das Umlageverfahren das einzig sinnvolle um Altersarmut zu verhindern , nicht aber um den Lebensstandard zu sichern . Das wusste aber auch von 70 Jahren schon jeder und deshalb hat praktisch jeder Rentner heute irgendwie und irgendwo zusätzlich vorgesorgt .

Im Schnitt wird die heute reichste Kohorte, die der Rentner in der nächsten Rentnergeneration noch einmal deutlich reicher werden . Das liegt daran , dass jetzt die reichste Erbengeneration weitgehend deckungsgleich wird mit der reichsten Rentnergeneration .
Unser Problem sind die untersten 10% der Rentenbezieher da sich Armut eben genauso vererbt wie Reichtum .

Unterm Strich ist die Altersermut in Deutschland kein Thema - die Kinderarmut ist es denn arme Kinder haben keine reichen Grosseltern ,
vice versa..

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unwichtig_0815 11.05.2019, 17:10
72. Tja...

Zitat von Schartin Mulz
angenommen, Sie sind echt und keine Erfindung eines Neoliberalen, finde ich diese Verallgemeinerung persönlicher Erfahrungen schon ziemlich platt. Dass man sich vom Hausmeistergehalt mehrere Häuser kaufen kann, halte ich mal für ein Gerücht. Ok, ich kenne die Preise in Ihrer Stadt nicht. Aber bei einem Nettogehalt von 2.450/Monat haben Se im Jahr knappe 30.000. MAcht nach 10 Jahren 300.000. Da könnte man hier langsam anfangen, sich eine Eigentumswohnung zu leisten. Wenn man denn 10 Jahre nichts für Essen, Wohnen, Kleidung ausgibt. Ihre Rechnung stimmt doch hinten und vorne nicht.
Ich antworte da mal Stichwortartig:
- ich/wir sind echt und klar ist das eine Verallgemeinerung...weil alle hier nur von ihrer eigenen Sichtweise aus darauf reagieren.
- das ist ganz einfach...265.000 DM /13 Jahre/12 Monate = 1.700 DM mtl. minus 2x52 DM VL...ach ja...Eigenheimzulage 2 x 2.000 DM x 8 Jahre => ca. 1.400 DM mtl. Damals war meine Frau noch voll berufstätig...passt.
- Jan. 2013 fertig und durch Zufall eine vermietete Wohnung (78qm) für schmales Geld ersteigert (Sicherheit für die Bank => das Haus)
- Reihenhaus (116qm) für einen tollen Kurs für 88.000 Euro 2013 gekauft. (Sicherheit eigenes Haus und Teil der Wohnung)
- 2016 (116qm) Reihenhaus für 120.000 Euro (Sicherheit das Haus selber und Teil des vorherigen RH
- 2017 Wohnung (78qm) für 85.000 Euro gekauft (Sicherheit Whg selber und erste bereits abbezahlte Whg.)
Gesamte Investition wird bis heute durch Mieteinnahmen getragen (qm ca. 5,50€). Klar...ich habe immer auf Schnäppchen gesetzt (hetzt mich ja keiner) aber immer auf die Lage/Lage/Lage geachtet. Und die Zinssätze betragen aufgrund der Erfahrung der Banken mit uns 0,8 -1,6 bei Laufzeiten bis zu 15 Jahren (Sondertilgungen selbstredend möglich).
Ob ich real bind :-) hoffe ich doch oder vielleicht lebe ich in der Matrix...ist aber egal...es passt für uns.

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olli0816 11.05.2019, 17:12
73. In Österreich wird dir Rente...

Zitat von engelchen5711
Dort funktioniert es doch. Sind deutsche Rentenpolitiker nicht mehr in der Lage, über den Tellerrand zu schauen? Man hat den Eindruck, unsere Berufspolitiker dümpeln nur noch in ihrer eigenen Blödheit. Lediglich die Abgeordnetendiäten für diese Stümper gehen regelmäßig in die Höhe.
... dem Staat in einigen Jahren auf die Füße fallen. Kein Mensch arbeitet dort bis 65 oder gar 67 und die Beiträge decken die Auszahlungen schon heute nicht ab. Sie leben über ihre Verhältnisse, so einfach ist das.

Zu der Hysterie mit den ganzen Armutsrentnern. 3% aller Rentner in Deutschland beziehen Grundsicherung. Viele Leute, die nur eine kleine Rente haben, besitzen zusätzliche Einkommensquellen. Fakt ist aber, dass wir in Zukunft Probleme bekommen werden.

Die Vorschläge von Herrn Tenhagen sind bis auf das ETF-Sparen alle Mist. Jeder wird beschissen, wenn er Riester/Rürup oder die Betriebsrenten abschließt. Das Thema ist, dass man in eine Blackbox einzahlt und man nicht weiß, was am Ende herauskommt, weil die Bedingungen für Auszahlungen in z.B. 20 Jahren noch gar nicht bekannt sind. Siehe die doppelte Sozialversicherungsversteuerung der Betriebsrenten. Es besteht einfach keinerlei Vertragssicherheit und eine Unmenge an Gebühren seitens der Finanzdienstleister und des Staates, die selbst der Vertriebler, der die Verträge verkauft nicht überschauen kann.

Die gesetzliche wird nicht mehr das leisten, was sich viele hier vorstellen. Auch wenn man Beamte, Selbstständige etc. mit einbezieht. Die bekommen durch Einzahlung genauso Ansprüche und gerade bei den Selbstständigen wird es ein Draufzahlgeschäft, weil es da ganz viele arme Schweine gibt, die sich das gar nicht leisten können und z.T. noch ärmer als ein H4-Empfänger sind.

Was kann man machen? Im Grunde ist man gezwungen, einen gut bezahlten Job zu finden oder sich erfolgreich selbstständig zu machen. Beide Gruppen werden keine Probleme im Alter haben. Sollten hier die Enteigner zu scharf auftreten, sind diese Gruppen schneller weg als man mit dem Finger schnippen kann. Mein einziger Rat: Weniger ausgeben als einnehmen und diesen Überschuß beständig sparen und anlegen. Dieses Geld in ETFs für Aktien langfristig anlegen, genau das machen die Reichen auch. Aber selbst das wird keine 100% Sicherheit geben. Es ist nur die beste Möglichkeit, wie es einigermassen klappen kann, mehr nicht. Auf den Staat würde ich mich nicht verlassen.

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karl-felix 11.05.2019, 17:18
74. Sie

Zitat von In-Golf
25 % der Rentner müssen heute zum Sozialamt gehen und Grundsicherung beantragen! Eine Schande ist das.
haben sich um den Faktor 10 verrechnet. Bei 20 Millionen Rentnern sind 500.000 kein 25% sondern eher 2,5%, oder ?.

Die heutige Rentnergeneration ist die recihste die es je gab und die nächste wird noch deutlich reicher sein .

Unser Problem ist das unterste Dezil, das ein Leben lang arm war, bei denen sich die Armut vererbt hat .

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karl-felix 11.05.2019, 17:23
75. Nein

Zitat von hadwerker
2004 hat die SPD die gesamten Rentner betrogen und alle Altervorsorgen unrentabel
die jungen Leute wurden betrogen . Ich bin Zeitzeuge, stand 2004 voll im Erwerbsleben und erfreue mich einer ausgezeichneten Rente , die allerdings nach 50 Arbeitsjahren um 3,6% lebenslänglich( hoffentlich noch lange ) gekürzt wird. Das empfinde ich aber nicht als betrogen . Ich finde es gut, wenn heute 63jährige ggf. ohne Abzüge in Rente können .

Eine Altersversorgung schliesst man nicht aus Rentabilitäts- sondern aus Sicherheitsgründen ab .

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hexenbesen.65 11.05.2019, 17:34
76.

Zitat von kumi-ori
Ich stimme zu einem gewissen Grade zu. Aber die Erhöhung des Rentenalters braucht nicht zu höheren Rentenzahlungen zu führen, weil diese die einzige Komponente gegenffinanziert, an der die Regierung nicht schuld ist, nämlich die gestiegene Lebenserwartung. Wenn die Menschen zehn Jahre später sterben als noch vor einem halben Jahrhundert, dann benötigen sie logischerweise länger Rente, müssen daher auch länger einzahlen. Außerdem ist der durchschnittliche Arbeitnehmer heute mit 65 nicht mehr gesundheitlihc so verschlissen wie damals.
Wie alt sind SIE ????? Ich glaube, wer 45 Jahre lang malocht hat (egal, ob Bau, im Verkauf oder "nur" Büro), sollte doch - solange es einigermaßen geht, in Rente gehen dürfen .
Meine ganze Kollegen 60 + zählen die Monate, bis sie endlich in Rente können. Ihnen sieht man nix an...aber sie sind fertig, ausgebrannt. Auch wenn einer "nur" im Büro arbeitet...die Belastungen (psychsich) sind enorm höher als vor 20 Jahren. Damals hatte man nur Kunden von A-E---heute von A-Z.. Und wenn einer mit 90 Jahre stirbt---wie lange liegt er im Pflegeheim und wird künstlich am Leben erhalten ? Klar gibt es rüstige Rentner, die mit 80 noch einen Marathon laufen....aber das sind eher die Ausnahme als die Regel.
Ich darf, wenn ich Glück habe, mit 65 nach 46 Jahre Beitragszahlung in Rente.. Und nicht----mit 67 oder gar mit 70 Jahren. Dann hätte ich 50 ( !!!) Jahre gearbeitet: Zuerst im Krankenhaus, dann 20 Jahre 3-Schichtbetrieb, und jetzt in einem Befundungslabor mit höchsten Ansprüchen …(es geht um viel Geld...die Verantwortung ist immens....) Nebenbei zähle ich zwar noch nicht die Monate, aber die Jahre...wenn ich Glück habe, noch 11 Jahre...11 lange Jahre ! Na, dann wünsch ich Ihnen viel Spaß bei der Arbeit bis 70 Jahren !

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n.wemhoener 11.05.2019, 17:36
77.

Ein Forist hat schon darauf hingewiesen - solange die Altersversorgung einseitig nur auf die Beiträge der Arbeitenden abstellt ist und private Kapitalgewinne nicht zu ihrer Finanzierung herangezogen werden, wird es bei dem kümmerlichen Rentenniveau bleiben.

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karl-felix 11.05.2019, 17:36
78. Deshalb

Zitat von Sique
Und zwar daran, dass wir vom Geld, das wir vor 40 Jahren verdient haben, heute nichts haben. Geld kann man nicht essen. Jeder Rentner muss heute Geld ausgeben für Essen, das heute produziert wird, für Dienstleistungen, die heute erbracht werden, für Miete, die heute fällig wird, für Medikamente, die er heute verordnet bekommt. Die Preise, die heute verlangt werden, haben exakt Null mit dem zu tun, was er vor 40 Jahren verdient und in irgendwelche Rentensysteme eingezahlt hat. Die Situation stellt sich immer gleich dar: Es wird heute etwas produziert, und das wird heute verteilt und konsumiert. Und deswegen findet auch immer heute der Verteilungskampf statt zwischen denen, die heute Waren und Dienstleistungen produzieren und davon profitieren wollen, und denen, die auf Waren und Dienstleistungen angewiesein sind, aber nicht in der Lage sind, selbst Waren und Dienstleistungen anzubieten, weil sie zu alt, zu jung, zu krank oder aus anderen Gründen erwerbslos sind. Das einzige, was Rentensysteme produzieren, ist ein Konkurrenzkampf der Rentner untereinander darum, wer vom Kuchen, der an die Rentner insgesamt verteilt wird, wie viel bekommen kann. Haben Rentner im Vergleich zur übrigen Bevölkerung z.B. zuviel Kaufkraft, d.h. wenig eigenes Armutsrisiko, dann führt das lediglich dazu, dass z.B. per Inflation die Preise so lange angehoben werden, bis die Kaufkraft wieder dem Anteil entspricht, die die Gesellschaft als Ganzes an die Rentner abgeben will. Oder es wird eine neue Besteuerung der verschiedenen Rentenarten beschlossen. Oder neue Krankenkassentarife. Wer produktiv ist, sieht parallel zur Inflation sein Einkommen steigen, und so steigt seine Kaufkraft im Vergleich zu den Rentnern. Alle Vorsorgediskussionen laufen am Ende eigentlich nur darauf hinaus: Wer von den künftigen Rentnern kriegt wie viel im Vergleich zu anderen zukünftigen Rentnern? Wieviel es absolut gibt bzw. wieviel das wert sein wird, wird erst dann entschieden, wenn die Rente auch tatsächlich ausgezahlt wird. Und selbst dann kann im Nachhinein noch die Siegerliste umgeschrieben werden, indem z.B. staatliche Rentnen anders behandelt werden als Betriebs- oder Versicherungsrenten.
das Umlageverfahren und das ist gut so , denn im Laufe meiner Berufstätigkeit hat sich mein Einkommen mehr als verdreissigfacht.

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hexenbesen.65 11.05.2019, 17:47
79.

Zitat von hadwerker
Jeder soll selbst vorsorgen. Wie sollen Frauen, die die Kinder grossziehen das tun? Von welchem Geld? Über 20 Jahre? Und, nochwas, als fast 60 jähriger habe ich fast 45 Jahre brav meinen Beitrag bezahlt und erwarte auch meine Rente, und zwar in einem Rahmen, der mir einen sorgenfreien Lebensabend ermöglicht. Und wie viele richtig erwähnten, angeschissen sind doch wir,für die bis in die 2000er Jahre "die Rente ist sicher" der Spruch war. Und plötzlich greift uns die Spd in unsere angesparten Beiträge und verarmt ein Millionenheer von Menschen. Das ist die grösste Sauerei. Die jungen Menschen von heute wissen, was auf sie zukommt. Sie müssen ab dem ersten Arbeitsjahr in jedem Fall was zur Seite legen, wir wussten das nicht.
Hm...wenn eine Frau 20 Jahre nur zuhause war, und nix einbezahlt hat...will die allen ernstes noch Rente für ihr faul sein bekommen ?
Diese Dame hätte zb auf Mini-Job arbeiten können,und die hälfte irgendwie anlegen können, für später.
Und "wir wussten das nicht"---ist eine LÜGE ! Schon meine Mutter hat in den 60ern, als wir noch Kinder waren, nebenbei in einem Supermarkt Regal eingeräumt, und das Geld gespart / angelegt. Nebenbei hat das meine Schwester nach der Geburt ihres Kindes (vor 27 Jahren) auch so gemacht.

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