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Vermiedene Erbschaftssteuer: Unternehmer schleusten gut 100 Milliarden am Fiskus vorb
DPA

In wenigen Stunden dürfte das Bundesverfassungsgericht großzügige Ausnahmen für Unternehmenserben kippen. SPIEGEL ONLINE liegen neue Zahlen vor, die zeigen: Zuletzt wurden immer größere Summen komplett steuerfrei weitergegeben.

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MM42 17.12.2014, 07:05
10. Wenn ich so was lese

bekomme ich einen dicken Hals. Da werden Milliarden an der Steuer "legal" vorbeigeschafft und erst das BVG wird das stoppen. Und ein paar Milliarden für kaputte Straßen, zur Abschaffung der kalten Progression oder zur menschenwürdigen Anpassung der Hartz-IV-Sätze sind nicht da ? In diesem Land ist einiges quer und der dumme Michel wählt jedes Mal dieselben Deppen.

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siegerländer79 17.12.2014, 07:37
11. Böses BVG

Zitat: "Aufgeschreckt durch das nahende Urteil hatten sich offenbar viele Unternehmer beraten lassen, wie sie komplett um eine Besteuerung herumkommen." Aha. Sonst hätte man artig gezahlt, oder wie?

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observerlbg 17.12.2014, 07:37
12. Nun könnte man argumentieren,

Unternehmer kriegen den Hals nie voll. Aber wenn die Gesetzgebung nun mal so ist, wird sie so bis zum Maximum ausgereizt. Wenn dann gegengesteuert wird, bleiben einige auf der Strecke. Es ist immer so, wenn ein System am Limit gefahren wird, ist der Verschleiß besonders hoch. Und unser Wirschaftsmotor läuft mit Sicherheit nicht im optimalen Drehzahlbereich. Dafür haben Gerhard und Angela mit ihren Maschinisten schon gesorgt.

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atheistenrealist 17.12.2014, 07:55
13. Nachfolgeregelungen

Ich gehe jetzt mal von einem familienbetriebenen KMU aus:
Man bezahlt jedes Jahr reichlich Steuern, weil man nicht, wie die großen DAX-Unternehmen, einen dubiosen Sitz in Luxemburg hat.
Zuviel Gewinn in einem Jahr kann im Zusammenhang mit der Steuervorauszahlung für das kommende Jahr, die die Finanzämter gerne wollen, in manchen Fällen schon Existenzbedrohend für ein KMU sein. Schon alleine diese Regelungen sind absolut Unternehmensfeindlich in Deutschland.
( Zocker an den Finanzmärkten zahlen hingegen nur 25 % Steuern. )

Wenn nun in einem Familienbetrieb die Nachfolge geregelt werden soll und dann auch noch die volle Erbschaftssteuer greifen soll auf das, was das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt "wert" ist (inklusive Lager und Maschinen), dann kann das ein oder andere KMU wohl gleich dicht machen.
Das hat nichts mit "an der Steuer vorbei schleusen" zu tun, um sich schön zu bereichern, sondern mit dem nackten Überleben eines Unternehmens.

Bitte so etwas berücksichtigen, bevor die SPON-Leserschaft nun gleich wieder auf die raffgierigen Unternehmer schimpfen wird.

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bernd-hofmann 17.12.2014, 07:57
14. Was ich mir zu Weihnachten wünsche ...

Eine objektivere Berichterstattung ohne stigmatisierende Headlines.
1. Es geht um die Ernschaftssteuer und nicht um die Schenkungssteuer.
2. Der Titel legt den Schluss nahe, dass Unternehmer gegen Gesetze verstoßen.
3. Betrifft die Erbschaftssteuer nur Einzelunternehmen und keine juristischen Personen, sprich GmbHs, AGs u.a., bei denen keine Erbschaftssteuer für das Unternehmen anfällt. Eine Steuer zur Weiterführung des Unternehmens wäre eine Ungleichbehandlung gegenüber juristischen Personen (GmbH).
4. Eine Übertragung des Unternehmens zu Lebzeiten liegt nahe, da z.B. ein Sohn, der das Unternehmen weiterführen soll, nicht darauf angewiesen sein kann, dass sein Vater mit 65 das zeitliche segnet um in seine Fußstapfen treten zu können.
5. Gemessen an der Eigenkapitalquote der meisten Unternehmen bedeutet es tatsächlich eine Bedrohung. Diese liegt im Bundesdurchschnitt unter 7%. Diese Geld liegt nicht rum, sondern steckt in z.B. Produktionsmitteln und Inovationen, die Deutschland zu dem gemacht haben, was es ist.
6. Der Wert eines Unternehmens liegt nicht als Geld rum. Er ist Fiktiv und relativiert sich sehr schnell, wenn der Betrieb in Summe auf dem freien Markt verkauft wird.
7. Außerdem sind an Schenkungen, und um die geht es letzlich in dem Artikel, hohe Anforderungen geknüpft. Hält man die nicht ein, wird die Steuer fällig. Und das ist gut so!
8. Unternehmer haften persönlich mit Ihrem Kapital.
9. Die hohe Quote an Insolvenzen macht deutlich, dass es nicht nur Superreiche gibt. Über die Hälfte der Unternehmen erwitschaftet mit Mühe und Not den Lebensunterhalt. Fragen Sie mal ihren Bänker.
10. Für Journalisten ist es leicht, einfach drauf zu hauen. Sie haften ja nicht, sie stecken nur in Brand!

Ich wünsche mir zu Weihnachten endlich wieder verantwortungsbewußten Journalismus!
Pegida ist eine Folge dieser sich immer weiter ausbreitenden HauDraufVerantwortungslosigkeit durch Quotenjäger! Und das betrifft alle Bereiche des Journalismus.

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montesol 17.12.2014, 07:59
15. Vorbeischleusen

Der Titel suggeriert ('Vermögen werden vorbeigeschleust'), dass hier unrechtmäßig Geld nicht versteuert wurde bzw hinterzogen wurde. Das Gesetz sah bisher, ob gerecht oder ungerecht, die Möglichkeit der teilweisen Befreiung von der Steuer vor. Als Teil- Inhaberin eines kleinen Familienunternehmens empfinde ich eine solche Stimmungsmache, dass wir bisher Steuern unrechtmäßig nicht gezahlt haben als absolut unsachgemäße Berichterstattung.

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tokchi'i 17.12.2014, 08:00
16. Zieht man in Betracht,

wie etwa Arbeitssuchende, insbesondere Hartz IV Empfänger, Schwarzfahrer oder Arbeitnehmer (Kündigung einer Kassiererin wegen 'Unterschlagung' eines 1,30€ Leergutbons) behandelt werden, erscheinen diese Zahlen paradox.
Es führt nicht in Richtung gut funktionierende Wirtschaft, sondern verschärft die Kluft zwischen Arm und Reich, wenn Eohlhabende selbst vor Gesetz und Gericht dermaßen bevorzugt und verhätschelt werden. Es lässt diejenigen, die Unterstützung und Entlastung dringend benötigen, dafür bluten, dass denjenigen, die an sich ihren Teil beizutragen hätten, verschont werden und immer reicher werden.
Gerecht ist das nicht. Aber im 21. Jahrhundert gilt offenbar kein Gesetz mehr, das Geld regiert. Wer's hat hat's gut und wird vom Staat beschenkt. Und wer nicht, hat zu Zahlen.
Irre!

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peterbrocki 17.12.2014, 08:05
17. Erbschaftssteuer

Bei dem Vermögen handelt es sich oft um versteuertes Vermögen und da erhebt der Staat noch mal Steuern drauf!Raubrittertum ist das!Abgeschafft gehört diese Steuer!

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viceman 17.12.2014, 08:05
18. es ist wie zwischen hase und igel,

den wettlauf gegen die unternehmer kann der staat nicht gewinnen. da wird jede mange hirn in steuervermeidung und "optimierung" reingesteckt. das können dröge beamte evtl. unterstützt von "beratern" aus der wirtschaft nicht kompensieren. als normalsterblicher kannst du den klauen des fiskus nicht entkommen, aber diese schmale und reiche schicht schafft sich immer wieder ausnahmen.... hoffentlich wird das schlupfloch heute geschlossen!

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Blickpunkt 17.12.2014, 08:11
19. Eine Frage des Gesichtspunktes

Wenn der Ausgangspunkt der Klage ein Bürger ist, der auf - gemäß Radioberichten - 50.000 Euro Erbe 9.000 Euro Erbschaftssteuer bezahlen mußte und sich dadurch benachteiligt fühlt, dann kann das Thema sicherlich auch noch aus einem anderem Blickwinkel betrachtet werden:

Nicht die weiterverebten Unternehmenswerte der Familienbetriebe und des Mittelstandes sollten besteuert werden, sondern das Erbschaftssteuersystem insgesamt ist zu hinterfragen. Will heissen, warum soll ein privater Bürger auf ein Erbe (nach Abzug des Freibetrages) von ab 0,6 Mio Euro nahezu 1/5 an den Fiskus abgeben?? Das ererbte Vermögen ist in aller Regel hart erarbeitet worden und schon einer mehrfachen Besteuerung unterzogen (Einkommensteuer, Grundsteuer, Grunderwerbsteuer, Kapitalertragssteuer, Erbschaftssteuer, etc. etc.).

Die Frage die sich also stellt kann nicht sein: wie nehme ich dem Mittelstand und den Menschen, welche unternehmerisches Risiko tragen, Arbeitsplätze schaffen und erhalten und über Gewerbesteuern, Ertragssteuern, etc. etc. letzlich laufend Geld an den Fiskus abführen noch mehr Geld ab und eliminiere ggf. die Existenzgrundlage (Steuern sind in BAR zu begleichen und ggf. muss der Steuerpflichtige das Unternehmen liquidieren um die Steuerschuld zu begleichen), sondern muss doch vielmehr sein, wie entlaste ich den privaten Bürger im Falle eines Erbes.

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