Forum: Wirtschaft
Vermiedene Erbschaftssteuer: Unternehmer schleusten gut 100 Milliarden am Fiskus vorb
DPA

In wenigen Stunden dürfte das Bundesverfassungsgericht großzügige Ausnahmen für Unternehmenserben kippen. SPIEGEL ONLINE liegen neue Zahlen vor, die zeigen: Zuletzt wurden immer größere Summen komplett steuerfrei weitergegeben.

Seite 6 von 16
moe.dahool 17.12.2014, 09:33
50. Natürlich freue ich mich

...wenn mehr Geld für das Gemeinwohl generiert wird. Andererseits finde ich es bedenklich, dass Gelder, die vorab mindestens schon einmal, wahrscheinlich aber eher zwei- bis dreimal versteuert wurden, im Rahmen der Erbschaft ein weiteres Mal versteuert werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
postmaterialist2011 17.12.2014, 09:33
51. Spon-Foristen - alles Kleinunternehmer !

Ich hab ein Kleinunternehmen, aber habe auch lange als Angestellter gearbeitet. Was man hier an hanebüchenem Unsinn liest, ist ja kaum mehr zu überbieten. Die armen Unternehmer, schluchz - das sind doch die die in den letzten Jahren im Schnitt zweistellige Zuwächse bei den Vermögen erleiden mussten, die in der Zwischenzeit den Immobilienmarkt zum Explodieren brachten weil alternative Anlagemöglichkeiten fehlten. Das sind die, die ihren Kindern zum 18. Geburtstag häufig ein brandneues Fahrzeug ( welches als Firmenfahrzeug firmiert) vor die Tür gestellt und zum Studium eine Eigentumswohnung geschenkt haben. Ich spreche hier nicht von darbenden Kioskbesitzern oder Scheinselbständigen, sondern den Besitzern von oftmals geerbten Unternehmen ( ich hatte hiervon Dutzende Kommilitonen und Schulkollegen) und keinem geht es heute schlechter als vor 20 Jahren. Die Steuerlast wird großteils den abhängig Beschäftigten auferlegt, aber viele Unternehmer, die oftmals ein Grossteil des Vermögens in Aktien halten, werden mit 25 % Abgeltungssteuer belohnt. Hier baut eine kleine, hochgradig privilegierte Gruppe ein unglaubliches PR-Abwehrgeschoss auf und der seit 20 Jahren das gleiche Gehalt heimschleppende prekär Beschäftigte fängt mit an zu weinen. Woher kommen denn übrigens die ganzen Steuerselbstanzeigen in Baden-Württemberg ? Es handelt sich hierbei zum Grossteil um Unternehmer, die in den 80iger und 90iger Jahren Schwarzgeld in die Schweiz geschafft haben und Angst haben dass dieses verloren ist. Was wir brauchen sind faire Freibeträge und das Schliessen aller Steuerlücken, dann wird die Besteuerung im Erbfall auch keine negativen Einflüsse auf die Beschäftigung haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wolfjuergendeckert 17.12.2014, 09:35
52. Raffgier des Staates!

Sollen denn die Familienunternehmer. die jahrelang brav Steuern bezahlt haben und Arbeitsplätze geschaffen haben, zusehen, wie der Staat im Erbfall durch evtl. immense Steuern das Unternehmen zerschlägt? Und was geschieht dann mit den Arbeitnehmern, die ihren Job verlieren oder was geschieht mit den eingenommenen Steuern? Das muss man wohl nicht weiter ausführen. Die Betriebsverlagerung nach Österreich wird in Zukunft auch nicht mehr funktionieren, weil inzwischen auch dort an einem Erbschaftssteuergesetz gearbeitet wird.
Der Staat sollte bei seinem Handeln immer daran denken, welche langfristigen Folgen zu erwarten sind. Die Erfahrung zeigt aber, dass insofern keine Hoffnung besteht. Übrigens, ich bin kein Unternehmer!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Besserwisser1970 17.12.2014, 09:36
53. Lustig

Sobald das Thema kommt, werden immer 2 Argumente in den Raum geworfen:
1. Die armen armen KMU gehen pleite. Sorry, aber das ist nur ein Teil, ein großer Teil der Vermögen liegen nicht in KMU sondern in Anteilen an Unternehmen und Finanzanlagen, und die sollen ungeschoren davonkommen? Für die KMU gibt es Lösungsansätze, die Quandterben und Co. sollen aber bitte zahlen.
2. Doppelbesteuerung: Jeder Einkauf ist doppelt besteuert. Aber wenn es um den normalen Bürger geht, ist das ja vollkommen o.k., aber bei Vermögenden ist das dann unmoralisch? Dann müsste man konsequent die Abschaffung der Umsatzsteuer fordern, und weiterer Steuern. Bei der Erbschaftssteuer ist das zudem nicht korrekt. Die die Erbschaftsteuer zahlen sind andere Steuersubjekte, als die die das Vermögen aufgebaut und darauf Einkommenssteuer gezahlt haben. Der Sohn ist nicht der Vater.

Ich finde es immer wieder erschreckend, wie einige normale Einkommenssteuerzahler auch noch die Privilegien anderer verteidigen. Als Selbständiger finde ich es obszön, wenn Kinder auf das Erbe keine Steuern zahlen müssen, ich für mein Einkommen aber fleissig Steuer zahle, massig Umsatzsteuer generiere, diese als Konsument zahle und als Anleger dann auch noch auf meine weiteren Einkünfte Steuern zahle. Gerecht ist was anderes.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
prophet46 17.12.2014, 09:36
54. Umweg

Die (Auch-)Beamten im Bundesverfassungsgericht wissen es genau: der Staat braucht Geld für die bisher ungedeckten künftigen Pensionen. Direkte Steuererhöhungen, schon gar nicht mit dieser Begründung, sind nicht möglich, wie die letzten Wahlen zeigten.
Also geht man den Weg über das Bundesverfassungsgericht. Die Politiker sind dann unschuldig an der Erhöhung und setzen nur die Vorgaben des Gerichts um. Was für eine Roßtäuscherei. Der Wahnsinn der laufenden Steuererhöhungen geht also ungebremst weiter. Dafür haben wir mit den Staatspensionären die reichste Bürgerschicht im Lande, wie neulich eine Untersuchung belegte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pom_muc 17.12.2014, 09:37
55.

Zitat von ratxi
Die Idee, Firmenanteile an den Staat zu übertragen, um durch die Erbschaftssteuer nicht in Schieflage zu geraten, erscheint mir sehr sinnvoll. Diese Anteile könnten dann nach und nach zurückgekauft werden.
Zuerst schafft diese Regelung ein paar neue Beamtenstellen. Denn der "Staat" muss ja dann mitentscheiden wie mit "seinem" Vermögen umgegangen wird.
Abgehalfterte Lokalpolitiker oder ausgemusterte Karrierebeamte wird man dann nicht mehr in gesetzlichen Krankenkassen sondern in Aufsichtsräten "ererbter" Firmen unter bringen.
Dort dürfen sie dann "unternehmerische Entscheidungen" wie bei BER treffen.

Und weil alle 20-30 Jahre vererbt wird müssten die Erben jedes Jahr ein Prozent des Firmenwertes aus ihrem versteuerten Einkommen aufbringen falls sie es vom Staat auslösen wollen.
In den 30 Staaten der EU/EWR gibt es in der Hälfte gar keine Erbschaftssteuer. Nur in 3 Staaten ist die Erbschaftssteuer höher als in D.
Jeder Wohnsitz in einem Land östlich oder südlich Ds bedeutet keine Erbschaftssteuer und allgemein steuerliche Besserstellung.

In Bayern wird sich der Trend zum Wohnsitz in Österreich verstärken. Schon heute pendelt mancher aus Österreich für die 2-3 Tage Arbeit vor Ort nach München.
Mit zunehmender Home Office-Tätigkeit und bei Chefs sowieso häufigen Dienstreisen ist der Wohnsitz am Betriebsort nicht zwingend.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dr.könig 17.12.2014, 09:37
56. Maßhalten !

Zitat von ratxi
Die Idee, Firmenanteile an den Staat zu übertragen, um durch die Erbschaftssteuer nicht in Schieflage zu geraten, erscheint mir sehr sinnvoll. Diese Anteile könnten dann nach und nach zurückgekauft werden.
Die Gier der Unternehmer, siehe neueste Zahlen, ist schuld am vorraussichtlichen Urteil.
Dann fangen sie alle wieder an zu jammern.
Wie Ludwig Erhard schon sagte : Masshalten.......
By the way.......
Die Länderfinanzminister wird eine effektivere Erbschaftsteuer, ohne die vielen Schlupflöcher, sehr freuen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
HansChristianKommenter 17.12.2014, 09:40
57. Ganz einfach

Zitat von huettenfreak
Wenn ich solche Artikel lese dann frage ich mich, wer in unserem Land die wirklich Asozialen sind?!
Die, die für das Geld, das sie erhalten, nicht einen Finger krumm machen. Im Gegensatz zu Leistungsträgern, die jeden Tag schuften, um solche Vermögen zu erwirtschaften und dem Gemeinwohl und dem Wohl der Arbeitnehmer, für die sie verantwortlich sind, zur Verfügung zu stellen. Ob nun geerbt oder nciht. Und die, die diesen das Geld aus der Tasche ziehen, um es großherzig und sozialistisch unter den anderen zu verteilen. DA kann dann jeder kommen. Soviel zum Thema Asozial.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
phillyst 17.12.2014, 09:40
58.

Zitat von Koalabärin
Sollte es so sein, daß man im Falle einer Erbschaftssteuer sein Kleinunternehmen riskiert (und das sollte eigentlich nicht der Fall sein) sollte die Frage in den Raum gestellt werden, ob die Erbschaftssteuer nicht allgemein fallen sollte.
Das ist leider schon der Fall - wie ein Mitforist hier schon bemerkt hat - der errechnete Unternehmenswert hat nichts mit den liquiden Geldmitteln zu tun.Je nachdem wie der Sachbearbeiter gerade geschlafen hat können sogar reine Wirtschaftskontakte in den Wert mit Einfließen.

Um es mal ganz deutlich zu sagen - unser ganzes Steuersystem ist defekt und Bedarf einer Sanierung. Unverständliche Ausnahmen, umständliche Regelungen, zu viel Ermessensspielraum für die Ämter... wäre das Steuersystem ein Haustier hätte es schon längst eingeschläfert werden müssen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Emderfriese 17.12.2014, 09:41
59. Salon

Zitat von bimbambum
Da sind sie alle wieder, die ganzen Salonsozialisten und Nichtleister, wahrscheinlich mit Beamtenstatus, ÖD oder sonstigen Versorgungsanstalten gesegnet, die nur "Milliarden am Fiskus vorbei" lesen und schon den automatischen Beißreflex bekommen. Mal als kleinen Hinweis, es geht hier auch um den Mittelstand, und nicht nur um irgendwelche Großkonzerne (die in der Regel eh nicht vererbt werden. (...)
"...Da sind sie alle wieder, die ganzen Salonsozialisten und Nichtleister..."

Während meiner Zeit als Student habe ich nicht wenige dieser "Salonsozialisten und Nichtleister" kennengelernt, und - Überraschung! - wie oft steckte hinter dem revolutionären Elan der gut situierte spätere Erbe eines großen oder kleinen Vermögens. Zugegeben, es waren eher die kleineren, denn die wirklich großen fand man in unseren Seminarräumen nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 16