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Vermiedene Erbschaftssteuer: Unternehmer schleusten gut 100 Milliarden am Fiskus vorb
DPA

In wenigen Stunden dürfte das Bundesverfassungsgericht großzügige Ausnahmen für Unternehmenserben kippen. SPIEGEL ONLINE liegen neue Zahlen vor, die zeigen: Zuletzt wurden immer größere Summen komplett steuerfrei weitergegeben.

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cruisenbcn.com 17.12.2014, 09:44
60. He?

Zitat von dwbrook
Die Weitergabe des Geldes erfolgte ja wohl in Übereinstimmung mit der derzeit geltenden Gesetzeslage. Insofern ist der titel reisserisch und unseriös.
Wer ist hier reißerisch, die Weitergabe des Geldes beruft sich auf ein Gesetz das 2009 von der großen Koalition verabschiedet worden ist und nahezu verfassungsfeindlich ist. Sich auf Gesetze zu berufen die nahezu Kriminell sind ist nicht "seriös". Tschuldigung, sie haben ja gar nicht verstanden und was es eigentlich geht, oder ?

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münchen_giesing 17.12.2014, 09:44
61. ?

Die Formulierung "schleusten gut 100 Milliarden am Fiskus vorbei" ist absolut unzutreffend. Man "schleust" am Fiskus vorbei, wenn man etwas hinterzieht oder verheimlicht. Das ist hier nicht der Fall.
"Schleust" man auch am Fiskus vorbei, wenn man einen Kinderfreibetrag eintragen lässt? Wenn man eine Förderung für Solarzellen hat? Die Wegstrecke zum Arbeitsplatz von der Steuer absetzt? Ich halte die Formulierung für extrem tendenziös. Ich frage mich, wieso man hier Stimmung gegen Mittelständler machen möchte...

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Emderfriese 17.12.2014, 09:47
62. Belege

Zitat von HansChristianKommenter
Das wirklich große Steueraufkommen wird nicht vom Arbeitnehmer, sondern von Firmen und Arbeitgebern erbracht.
Ach! Wollen Sie das bitte belegen?

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reiner.block 17.12.2014, 09:48
63. Kleiner Denkfehler hier

Wer müsste denn die Steuer bezahlen? Der Erblasser/Schenkende oder der Empfangende ... Aha, der Empfangende, dessen Vermögen so gemehrt wird. Warum sollte dieser dann keine Steuer bezahlen?
Der Erblasser/Schenkende muss nicht erneut eine Steuer bezahlen. Normal hätte der Betrieb gekauft werden müssen und der Verkäufer hätte die Steuer begleichen müssen. Der Käufer müsste ggf. eine Finanzierung dazu abbezahlen, die er dann steuerlich geltend machen könnte. Sind in diesem Fall keine Arbeitsplätze gefährdet? Warum sind sie bei einer Erbschaft oder Schenkung gefährdet? Wo ist der Unterschied in den Auswirkungen?

Eine Ausnahme sehe ich hier nur, wenn z. B. der Lebenspartner, mit dem vermutlich auch eine gemeinsame Veranlagung der Steuererklärung durchgeführt wird, keine Steuern bezahlen müsste.
Aber bei erwachsenen, selbst steuerpflichtigen Kindern, ist dies schon wieder etwas anderes.

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brdistmist 17.12.2014, 09:55
64. keinerlei vergünstigungen mehr

wenn ich lese, wie sehr die Wirtschaftslobby "leidet" lach ich mich kaputt.
Deutschland hat sich der Wirtschaft genau so wie ein kleiner Junkie der auf seinen Dealer wartet verraten und verkauft!
Ich Prangere den Regierungen in Deutschland an, nicht gleichwertig Rechte und Pflichten von Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu verteilen.
Mit unverständnis reagiere ich auf Subventionen an die Wirtschaft, während der Arbeitnehmer nach und nach immer mehr Ausgebeutet wird, sei es von Staatlicher Seite oder der Wirtschaft.
Zu allen Leckerlies bescheissen uns die Unternehmen auch noch, in dem diese Steuern hinterzieht!
Es ist eine frechheit, dass dieses ständig tolleriert wird, und die jeweils regierende Partei statt den Herrschaften mal auf die finger zu klopfen.

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doedelf 17.12.2014, 09:57
65. Die logik

mancher Foristen zu folge muss ja die Erbschaftsteuer weg weil das Vermögen wurde ja schon versteuert. Korrekt - nur die Frage: Wer hat versteuert? Derjenige der Erbt oder der der Vererbt?
Bleiben wir bei dem Beispiel - es gäbe keine Erbschaftssteuer, weil wurde ja schon versteuert.

Nun, dann dürfte ich meiner Haushaltshilfe ja auch ihr "Gehalt" schenken und sie müsste nichts versteuern? Ist doch dasselbe, das Gehalt das ich ihr gebe habe ich ja auch schon vorher versteuert (war mein Einkommen).
Ach - da dann nicht, das ist ja was anderes? Wieso? Für den Erben ist das ein Geldsegen der wie ein Einkommen zu sehen ist. Wenn das System unerbittlich und brutal wäre würde es sogar als Einkommen gewertet, hui, wie sieht da wohl der eigene Steuersatz aus?
PS: Grundgesetz lesen hilft: Eigentum verpflichtet!

Man kann jederzeit über Steuerverschwendung diskutieren aber wer in dieser Gemeinschaft leben will der hat sich auch für die Gemeinschaft zu verpflichten. Die geringste Verpflichtung ist die Zahlung von Steuern zum erhalt der Gemeinschaft. Wir können das auch alles abschaffen - dann gehts halt zu wie in Mexiko, die Reichen können dann schön Versicherungen gegen Entführungen abschließen und sich mit der Mafia über ihre "Steuern" einigen - der ist es nämlich wurst ob man reich ist oder arm, die beseitigen im Zweifel jeden!

Es gibt einen Grund für soziale Ruhe - darüber sollte manch einer mal nachdenken, grade in diesen weihnachtlichen Zeiten.

PSS: Frei nach Merkel - uns gehts doch gut!

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Gotthold 17.12.2014, 10:06
66. Es gibt keine Doppelbesteuerung!

Der Erbe und der Erblasser sind zwei unterschiedliche Subjekte, und dann ist eine Besteuerung völlig in Ordnung. Stattdessen wird aber versucht Unternehmensvermögen zur privaten Nutzung weiterzugeben. Das ist das Problem. Wenn man aber Nachweisen würde, das das Vermögen z.B. komplett in die Firma investiert werden würde, könnte man ja über Steuerfreibeträge etc. nachdenken. Dann ergäbe das wieder Sinn. Aber das Angehörige, die Aufgrund ihres Vermögens eh schon ein besseres Leben führten als andere, dann Firmenwagen, Villen und Konten steuerfrei bekommen, hat mit marktwirtschaftlichen Überlegungen nichts zu tun.

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DMenakker 17.12.2014, 10:07
67.

Es wird von Seiten der schmierenden Zunft ( siehe heutige headline ) oft der Vergleich US oder Uk gebracht. Aber der hinkt gewaltigst.

Erstens reden wir in D von kleinen und mittelständischen Produktionsunternehmern. Und das bedeutet in erster Linie kapitalintensiv und ertragsschwach.

Des weiteren ist in D - anders als in angelsächsischen Ländern - die Kultur Gewinne weitgehend im Betrieb zu lassen sehr viel stärker ausgeprägt. Im Vergleich zu den Privatentnahmen in anderen Ländern, sind diese in D auch ausserordentlich schwach ausgeprägt.

Man sollte nicht vergessen, dass dies auch ausdrücklich so gewollt wird und vom Staat auch steuerlich gefördert wird!!! Damit entwickelt sich eine Situation, dass die Betriebe als solches wegen der hohen Investitionsquote unwahrscheinlich wertvoll sind ( Sachanlagen, Maschinen, überteuerte Immobilien ) und die Inhaber i.d.R. liquiditätsmässig eher schwach auf der Brust sind. Nochmals, ich beklage mich nicht darüber, die Situation ist ja so gewollt und macht die Stärke unserer Wirtschaft aus.

Und jetzt, im Erbschaftsfall, soll der ( neue ) Inhaber plötzlich ( i.d.R. nicht vorhandenes ) Bargeld berappen. Und das nicht zu knapp. Natürlich werden es die allermeisten Unternehmen überleben. Aber man muss sich über eines klar werden: Die Unternehmerstruktur in D wird damit nicht nur für den Moment, sondern langfristig und nachhaltig verändert.

Wer angelsächsische Verhältnisse will, bekommt sie auch. Rosinenpickerei hat noch nie funktioniert.

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misterknowitall 17.12.2014, 10:08
68.

Zitat von gärtnerin_65
es gibt ein kleines Familienunternehmen, mit 20 Mitarbeiter. Mitarbeiter, die Geld verdienen und Steuer zahlen. Unternehmen ist aber nicht so reich, dass grosse Summe "freien Geld" hat. Jetzt stirbt "der Hauptbesitzer". Um Erbschaftsteuer ......
So sieht das beschworene Horroszenarium aus. Kleine Betriebe müssen für die Erbschaftssteuer Abeitnehmer entlassen. Dass das natürlich kaum auf einen Betrieb zutrifft, da man ja durchaus Möglichkeiten hat, diese Belastung so zu verteilen, dass sie bezahlbar bleibt, wird leider kaum erwähnt. Zumal in kleinen Betrieben die Belastung auch nicht so groß sein wird. Wenn es klare Regeln ohne Schlupflöcher gibt, wird dieser Posten auch vernünftig planbar. Muss man eben nur früh genug bedenken, wenn man seinen Betrieb übergeben will.

Es muss auf jeden Fall verhindert werden, dass privates Kapital im Firmenvermögen versteckt wird. Nur ist das inzwischen gängige Praxis. Also müssen sich einige Unternehmer an die eigene Nase fassen. Selber Schuld.

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Tamaskano 17.12.2014, 10:08
69. an asfcb

Leider muss ich widersprechen.
Aus Sicht des Staates haben wir ein Einnahme- und ggf. ein Ausgabenproblem. Fragen Sie 'mal eine durchschnittliche Familie, arme Rentner. Schauen Sie 'mal auf unser marodes Sozialsystem. Hier sparen uns von Lobbyisten getriebene Politiker zu tode.

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