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Vermögens-Studie: Asien steigt zum reichsten Kontinent auf
AP

Die Gewichte der Weltwirtschaft verschieben sich: Laut einer Studie werden die Bewohner Asiens in wenigen Jahren mehr Reichtum angehäuft haben als alle anderen. Auch die Europäer werden reicher - im Vergleich mit anderen Weltregionen fällt der Kontinent aber zurück.

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maxbee 01.06.2013, 05:08
50.

Zitat von muunoy
Im Artikel ist von Asien die Rede! Gemeint ist ganz Asien. Und für ganz Asien liegt Ihre Aussage völlig daneben. Ich arbeite häufiger in Asiatischen Ländern und bereise den Kontinent seit 1989. Somit konnte ich den turboschnellen Anstieg der Prosperität in einem Großteil der Asiatischen Länder beobachten. Und das gilt für die breite Masse der Menschen. Daher bin ich auch bekennender Vertreter des Liberalismus. Leider haben wir in Deutschland ja keine liberale Partei mehr. In vielen Asiatischen Ländern konnte bzw. kann man schön beobachten, wie sehr individuelle Leistungsbereistschaft zum Wohle aller nützt, sobald staatliche Bevormundung und Gängelei abgebaut wird. Auch zeigt Asien noch weit besser als Europa, dass Sozialismus und Kommunismus zur Verelendung Aller (bis auf die politische Elite) führt. Hält sich jedoch der Staat, der dazu noch nicht einmal demokratisch legitimiert sein muss, aus dem wirtschaftlichen Geschick der Bevölkerung heraus, steigt der Wohlstand der Bevölkerung zunächst langsam und dann exponentiell wie man sehr schön an den Ländern der ASEAN erkennen kann. Linke Umverteilungsphantasien unterdrücken jedoch die Leistungsbereitschaft. Daher mein Tipp an Investoren: Nachdem das immer liberaler werdende Vietnam nun wirklich kein Geheimtipp mehr ist, sehe ich als nächsten Shooting Star Myanmar, da die sozialistische Militärdiktatur die Zügel zunehmend lockerer lässt. Vielleicht noch etwas zur Mentalität von Ostasiaten: Als ich letztes Jahr in Singapur tätig war, fielen mir putzige Schilder auf. Dort wurde die Bevölkerung gebeten, hilfbedürftige Personen doch bitte zu melden, damit man ihnen helfen kann. Der typische Ostasiate kommt nämlich nicht auf die Idee, anderen auf der Tasche zu liegen. Und das eben selbst dann nicht, wenn es ihm richtig dreckig geht.
Und ich habe neulich einen TV-Bericht aus Malaysia, auch so ein prosperierendes asiatisches Land, gesehen. Da setzen immer mehr Familien ihre alten Mitglieder (Omas und Opas) auf die Strasse weil sie berufsbedingt keine Zeit für diese oder kein Geld für deren Unterhalt haben.
Ob dies auch eine liberale Lösung des demografischen Problems ist?
In vorkapitalistischen Zeiten wurden v. a. in asiatischen Kulturen den Alten höchster Respekt entgegengebracht während heutzutage offenbar auch dort die Menschen nur noch nach Kosten-Nutzen-Aspekten beurteilt werden.

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berater2050 01.06.2013, 11:51
51. Nicht

Zitat von muunoy
Im Artikel ist von Asien die Rede! Gemeint ist ganz Asien. Und für ganz Asien liegt Ihre Aussage völlig daneben. Ich arbeite häufiger in Asiatischen Ländern und bereise den Kontinent seit 1989. Somit konnte ich den turboschnellen Anstieg der Prosperität in einem Großteil der Asiatischen Länder beobachten. Und das gilt für die breite Masse der Menschen. Daher bin ich auch bekennender Vertreter des Liberalismus. Leider haben wir in Deutschland ja keine liberale Partei mehr. ... Linke Umverteilungsphantasien unterdrücken jedoch die Leistungsbereitschaft. Daher mein Tipp an Investoren: Nachdem das immer liberaler werdende Vietnam nun wirklich kein Geheimtipp mehr ist, sehe ich als nächsten Shooting Star Myanmar, da die sozialistische Militärdiktatur die Zügel zunehmend lockerer lässt. Vielleicht noch etwas zur Mentalität von Ostasiaten: Als ich letztes Jahr in Singapur tätig war, fielen mir putzige Schilder auf. Dort wurde die Bevölkerung gebeten, hilfbedürftige Personen doch bitte zu melden, damit man ihnen helfen kann. Der typische Ostasiate kommt nämlich nicht auf die Idee, anderen auf der Tasche zu liegen. Und das eben selbst dann nicht, wenn es ihm richtig dreckig geht.
Vielen Dank für diesen Artikel! Allerdings liegen die Probleme in Europa nicht nur am aufgeblähten Sozialstaat, sondern auch an den unverschämten Lohnforderungen unserer Fachkräfte. Insbesondere das Gehalt deutscher Ingenieure ist international nicht wettbewerbsfähig. Dies hat sich mittlerweile zu einer richtigen Innovationsbremse entwickelt, da sich viele Entwicklungsprojekte nicht mehr lohnen. Immer mehr deutsche Unternehmen sind folglich gezwungen, Ihre Entwicklung nach Asien zu verlagern. Ein Chinesischer Ingenieur verdient weniger als 15.000 €/Jahr.

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albert schulz 01.06.2013, 23:28
52. Dilemma

Zitat von berater2050
Vielen Dank für diesen Artikel! Allerdings liegen die Probleme in Europa nicht nur am aufgeblähten Sozialstaat, sondern auch an den unverschämten Lohnforderungen unserer Fachkräfte. Insbesondere das Gehalt deutscher Ingenieure ist international nicht wettbewerbsfähig. Dies hat sich mittlerweile zu einer richtigen Innovationsbremse entwickelt, da sich viele Entwicklungsprojekte nicht mehr lohnen. Immer mehr deutsche Unternehmen sind folglich gezwungen, Ihre Entwicklung nach Asien zu verlagern. Ein Chinesischer Ingenieur verdient weniger als 15.000 €/Jahr.
Die Konsequenz ist doch einfach und an jeder Ecke zu sehen. Man verlagert auch die Entwicklung ins Ausland, erst mal die unwichtigeren Teile, aber der Rest muß zwangsläufig folgen. In der Produktion ist es schon lange gang und gäbe, daß personalintensive Tätigkeiten nicht mehr im Inland ausgeführt werden oder von einheimischen Firmen. Ihre Argumentation betrifft also alle tariflich Beschäftigten. Die Autozulieferer können auch nur existieren, weil sie gravierend geringere Gehälter und Löhne bezahlen als die Autokonzerne. Diese ökonomische Rechnung ist nicht befriedigend aufzulösen.

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albert schulz 01.06.2013, 23:31
53. Ziemlich blödsinnig und unangebracht

Zitat von laxness
gegen die Chinesen haben wir Null Chancen (habe selbst 2 Jahre in Shanghai gelebt). Der fundamentale Unterschied ist, dass Chinesen -Nie- aufgeben, auch wenn die Umstände noch so schlecht sind. Bei uns ist das anders, da wird dann Hartz 4 beantragt.....
Wir leben in einer kalten Zone mit einer über Jahrtausende gewachsenen Solidarität, die ganz nebenbei dafür sorgt, daß es bei uns weniger Stinkreiche und weniger Stinkarme gibt als anderswo. Es ist nicht unbedingt fair, aber erträglich, auch wenn hierzulande Arme eine weit geringere Lebenserwartung haben als Begüterte.

In China gilt trotz Kommunismus das uneingeschränkte Recht des wirtschaftlich Stärkeren, wie in den USA und in den meisten Entwicklungsländern, auch den romanischen europäischen. Catch as catch can. Kämpfen bis zum Umfallen und Verrecken. Natürlich hat das einen unglaublichen Ehrgeiz zur Folge, weil jeder am Erfolg teilhaben will, er muß es einfach. Genau das ist unser Nachteil. Wir sind arg luxusgewöhnt, sehr verwöhnt, wir leben in Kanaan, wo Milch und Honig in Strömen fließen, allerdings weniger für die Hartzer. Die bekommen ein Almosen. Sehr viel beängstigender sind die von allem Ehrgeiz und Fleiß befreiten Bessergestellten, die davon überzeugt sind, daß ihnen auch zukünftig Geld und Jobs und Aufgaben in die Tasche fallen, ohne daß sie sich anstrengen müssen. Dabei ist es glasklar, daß unsere Vermögen und Einkünfte sich reduzieren müssen, während die der Tigerstaaten zunehmen werden. Sie kämpfen und verzichten, weil das ihre einzige Chance zu überleben ist. Und sie werden es zwangsläufig schaffen, was die deutsche Industrie längst kapiert hat. Sie stellt weit lieber einen ehrgeizigen Osteuropäer ein als einen deutschen Warmduscher. Es sei denn sein Opa wäre schon in der Firma gewesen, oder er wäre in der richtigen Seilschaft, sprich Partei oder Gewerkschaft.

Für einen Deutschen stellt sich nur eine einzige relevante Frage, nämlich ob wir gesellschaftlich auch zu einem Entwicklungsland verkommen, oder ob wir eine halbwegs erträgliche Solidargemeinschaft erhalten können, durchaus mit oben und unten. Unser Spitzensozialist Schröder hat im Grunde die Weichen so gestellt, daß es mehr Arme geben soll, und daß der Mittelstand abgeschafft wird. Wie in China und den USA: Wer Geld hat, ist auch schön und klug. Diese neureichen Emporkömmlinge sind ein rechter Fluch.

Mittelfristig werden wir uns darauf einstellen müssen, daß unsere Einkünfte sich nach unten bewegen, zumindest für die meisten, und daß die der Chinesen weiter ansteigen. Das wußte aber schon Adenauer.

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makese 02.06.2013, 15:35
54. Jo

Zitat von albert schulz
Die Konsequenz ist doch einfach und an jeder Ecke zu sehen. Man verlagert auch die Entwicklung ins Ausland, erst mal die unwichtigeren Teile, aber der Rest muß zwangsläufig folgen. In der Produktion ist es schon lange gang und gäbe, daß personalintensive Tätigkeiten nicht mehr im Inland ausgeführt werden oder von einheimischen Firmen. Ihre Argumentation betrifft also alle tariflich Beschäftigten. Die Autozulieferer können auch nur existieren, weil sie gravierend geringere Gehälter und Löhne bezahlen als die Autokonzerne. Diese ökonomische Rechnung ist nicht befriedigend aufzulösen.
In den 70ern und 80ern hat unsere Groß-Industrie (speziell Automobil)angefangen Produktionsstätten in den USA aufzubauen. Auch die Zulieferer haben dann nachgezogen. So sind in den USA neue Industrieparks (Georgia,South Carolina) entstanden. Natürlich sind dort auch F&E-Abteilungen entstanden. Aber-man staune-,in Deutschland wurde deswegen nicht Personal abgebaut sondern aufgebaut.Auch im F&E-Bereich. Genau dasselbe passiert seit knapp 2 Jahrzehnten mit dem Bereich China/Asien. Es wird nicht VERLAGERT, es werden NEUE Produktionsstätten aufgebaut. Natürlich auch mit einem F&E-Bereich. Dort werden aber nicht die fundamentalen Entwicklungsthemen bearbeitet sondern dort werden aktuelle Probleme, die in dieser Region anfallen oder Entwicklungen, die für diese Region interessant sind in Angriff genommen. Vorschläge wie vom foristen "berater2050" gibt es schon seit Jahrzehnten (früher wurden da gerne die Japaner herangezogen, heute nicht mehr, weil dort ein Ingenieur mehr verdient wie in D) und dienen nur einem Interesse:Die Masse zu verdummen um den Großverdienern noch ein paar Euro mehr zu gönnen. Daran verdient er nämlich.

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