Forum: Wirtschaft
Vermögensbericht: Die Welt wird reicher - und Deutschland ungleicher
Corbis

Das private Geldvermögen ist im vergangenen Jahr erneut gewachsen: 2014 besaßen Privatleute weltweit mehr als 100 Billionen Euro, mehr als eine Milliarde Menschen bilden die globale Mittelschicht. Deutschland aber fällt zurück.

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Der Pragmatist 29.09.2015, 18:44
150.

Zitat von parisien
1948 hatte jeder DM 40.- - und viele hatten Grundstücke, alte Firmen und Läden und andere Vermögensgegenstände. Es hat nicht jeder bei DM 40.- angefangen. So einfach ist das.
Hire Theorie stimmt nicht. Jeder Deutsche beam DM 40.- und wer Vermoegen hate, z.B. Ein Hause Oder eine Wohung voller Moebel Oder eine Firma, wurde durch den Lastenausgleich um die Haelfte seines Vermoegens erleichtert, was dann an die ausgezahlt wurde, die alles verloren hatten

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UweZ+ 29.09.2015, 18:44
151.

Zitat von xaindsleena
Klar, das ist genau so wie Sie schreiben. Weil "die Reichen" ja "die Reichtümer" nur unproduktiv in bar in der Matratze horten, oder? Sie haben da echt was nicht ganz verstanden.
Ach, wenn die Reichen ihren monetären Reichtum doch mal zur Abwechslung unter der Matratze horten würden...

Dann hätte die Masse der bundesdeutsch-vermögenslosen Habenichtse, die von der Hand in den Mund leben müssen, nämlich nicht jene gigantischen grob 0,5 Billionen € Staats-Neuverschuldung am Bein, die die nadelstreifenschwarze-rostrote-neidgelbe Einheitsfront unter Mutti Merkel denen nach dem Lehman-Crash 2008 aus "systemrelevant" finanzmarktlichen Gründen ans Knie genagelt hat...

P.S.:
Nebenbei: die bundesdeutsche Volkswirtschaft ist mit ca. 670 % des BIPs, oder 18,5 Billonen € gesamtverschuldet.

Quelle: http://www.bbaw.de/publikationen/stellungnahmen-empfehlungen/bericht-staatsschulden
s.29, Schaubild 9: Schuldenstandsquoten der Wirtschaftssektoren, BRD 1991-2013 in Prozent des BIP.

Zur Abschätzung des Tributes, den die Kapitalanleger den weit überwiegend vermögenslosen, bundesdeutschen Wertschöpfenden abverlangen, reicht otto-normales Kopfrechnen.

1 % Zinsen/Renditen = 185 Mrd. € im Jahr oder ca. 7 % des deutschen BIPs.

5 % Zinsen/Renditen = 925 Mrd. € im Jahr oder ca. ein Drittel des unseres BIPs

8 % Zinsen/Renditen = 1,48 Bill. € im Jahr oder deutlich mehr als die Hälfte unseres BIPs

(8 % Verzinsung/Rendite erwartet und bekommt nebenbei das immer reicher werdende reichste Prozent aus unserer Mitte für seine Kapitalanlagen)

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gmbr 29.09.2015, 18:53
152. Eine Gleichung

Wo man reicher wird ist Ungleichheit an der tagesordnung. Das gilt überall.

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bartsuisse 29.09.2015, 18:59
153. zila - woher haben sie denn das?

auch kaufkraftbereinigt stehen Schweizer immer noch dopoelt so gut da wie Deutsche.
Vergleichbare Lände wie Italien und Frankreich auch weil dirt der Hausbesitz jnd nicht Miete die Norm ist. Das Lohndumping tut den Rest. 16.000 Euro Medianeinkommen....mit Verlaub...schauen sie bei Eurostat rein....

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SucheExperte 29.09.2015, 19:05
154. Gini-Koeffizient

Vielleicht könnte mir jemand erklären, was hier mit dem Gini-Koeffizienten passiert ist, denn weder der Spiegel noch der Original-Bericht erklären, wie dieser genau berechnet wurde. Jede einzelne Quelle der letzen Jahre setzt den Gini-Koeffizienten der USA etwa bei 40 fest, den weiterer Industrieländer meist deutlich darunter (vergleiche Weltbank, OECD). Wie kann es sein, dass hier plötzlich von einem Wert um die 80 gesprochen wird? Ja, die Einkommen sind ungleich verteilt und das wird aber immer schlimmer - aber die Zahlen hier scheinen, vor allem im Vergleich zu allen anderen Werten - schlichtweg unvorstellbar. Einen Gini-Koeffizient von 80 erreicht vermutlich kein einziges Land der Welt.
Also bitte, jemand der sich damit auskennt: Was sagen die Werte wirklich? Und können sie stimmen? Danke!

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susannebanse 29.09.2015, 19:24
155. Vollkommen richtig.

Zitat von OWL-Dirk
Alle diese Misstände existieren, sind ärgerlich und ich will sie nicht kleinreden, aber sie sind nicht das Hauptproblem. Die Staatsquote in Deutschland war schon wesentlich höher, sie ist in den letzten Jahren tendenziell gesunken. Auch die Sozialquote ist seit Jahrzehnten relativ konstant,obwohl die ungesunde demographischen Entwicklung eher einen deutlichen Anstieg erwarten lassen sollte. Das oft bemühte Bild vom unersättlichen, verschwenderischen Staat und von ausufernden Transferleistungen stimmt nicht mit den Tatsachen überein. Was diesen Staat wirklich in eine bedenkliche Schieflage bringt, ist die Tatsache, dass seit mind. 20 Jahren eine Mehrheit der Bevölkerung um den ihr zustehenden Anteil am Wirtschaftserfolg betrogen wird. Nennenswerter realer Einkommenszuwachs hat in dieser Zeit nur bei Gewinn- und Kapitaleinkommen, sowie generell hohen Einkommen stattgefunden. Gleichzeitig wurden diese Einkommen steuerlich entlastet und werden traditionell nur unterrepräsentativ an der Finanzierung des Sozialstaates beteiligt. Da sich unser Staat, und v.A. unsere Sozialsysteme, vorrangig aus Steuern und Abgaben auf (sozialversicherungspflichtiger) Arbeit finanziert, bringt dieses Auslaugen der arbeitenden Mittelschicht, unsere Gesellschaft in viel größere Schwierigkeiten als die oft medienwirksam aufgebauschten Misstände, die Sie als Hauptübel ausmachen.
Hatte dies bereits in anderen Zusammenhang erwähnt. Die Sozialcharta einseitig auf den Schulter der abhängig Beschäftigten zu lasten ist m.E. zu einseitig bzw zu Kurz gedacht. Man mag sich sicherlich darüber streiten, wie das inhaltlich zu regeln sein wird, aber generell halte ich jedes Einkommen gleich welcher Art für sozial abgabenpflichtig.

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claterio 29.09.2015, 19:56
156.

Zitat von susannebanse
Das BGE ist ein feuchter Traum eines jeden Linkspopulisten: Zugegeben, sicherlich eine Offerte, dennoch in der unserer neoliberalen Welt nicht durchsetzbar. In dem Augenblick, wo jeder dieses Einkommen bekommt, wird sich eine Preisspirale nach oben drehen. Es dauert dann kein fünf Jahre bis die 1500€ von heute nur noch einen minimalen Einkaufswert hat.
Nicht unbedingt, außerhalb Deutschlands kann man mit dem Geld ja weiterhin einkaufen, beispielsweise via Online-Shopping. Ich gehe davon aus, dass nach Einführung des BGE rund 400 Millionen EU-Bürger einen Briefkasten in Deutschland anmelden, um ebenfalls monatlich in den Genuss der geschenkten Staatsknete zu gelangen. Das BGE wäre also ein gigantisches europäisches Konjunkturprogramm, das den privaten Konsum enorm befeuern würde. Ich werde dann mein Haus meistbietend an Wohnsitzsuchende aus dem Ausland vermieten.

Dummerweise könnte sich selbst ein reiches Land wie Deutschland das BGE x 400 Millionen Bezieher maximal ein Vierteljahr leisten, dann wäre es pleite und der ganze Spaß wieder vorbei.

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UweZ+ 29.09.2015, 20:00
157.

Zitat von SucheExperte
Vielleicht könnte mir jemand erklären, was hier mit dem Gini-Koeffizienten passiert ist, denn weder der Spiegel noch der Original-Bericht erklären, wie dieser genau berechnet wurde. Jede einzelne Quelle der letzen Jahre setzt den Gini-Koeffizienten der USA etwa bei 40 fest, den weiterer Industrieländer meist deutlich darunter (vergleiche Weltbank, OECD). Wie kann es sein, dass hier plötzlich von einem Wert um die 80 gesprochen wird? Ja, die Einkommen sind ungleich verteilt und das wird aber immer schlimmer - aber die Zahlen hier scheinen, vor allem im Vergleich zu allen anderen Werten - schlichtweg unvorstellbar. Einen Gini-Koeffizient von 80 erreicht vermutlich kein einziges Land der Welt. Also bitte, jemand der sich damit auskennt: Was sagen die Werte wirklich? Und können sie stimmen? Danke!
Gini-Koeffizienten bis grob 0,4 finden sich in den Einkommensverteilungen der OECD Staaten.

Bei den vergleichbar auswertbaren Vermögensverteilungen finden sich Gini-Koeffizienten bis grob 0,8

In Deutschland besitzen die allerallerreichsten 0,1 % aus unserer Mitte ca. 15 % aller Vermögen, die allerreichsten 1 % grob 33 %, und die 10 % Reichsten über 60 %. (*)

Die Allerallereichsten 0,1 % aus unserer Mitte besitzen als grob 10 mal soviel Vermögen, wie der Rest der allerreichsten 1 %, und grob 30 mal soviel, wie der Rest der 10 % reichsten Nasen in unseren bundesdeutschen Reihen.
Die untere Hälfte der bundesdeutschen Vermögensverteilung geht leer aus, denn diese gut 40 Millionen Deutschen besitzen gar KEIN signifikantes Vermögen.
Genannt einseitig(st)e Verteilungs-Umstände resultieren in unserer schnuckligen Bundesrepublik nach SPON in einem deutschen Vermögens-Gini von ca. 0,75.

(*) Quelle: http://www.diw.de/de/diw_01.c.496861.de/themen_nachrichten/neue_schaetzungen_des_diw_berlin_das_reichste_proz ent_der_deutschen_besitzt_mehr_als_30_prozent_des_ privatvermoegens.html

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james-100 29.09.2015, 20:00
158.

Zitat von appel&ei
der wöchentliche artikel zur anregung einer neiddiskussion. spon, es ist zu eindeutig, durchschaubar - und wird langweilig. auch wenn die zielgruppe mit sicherheit darauf anspringt.
Und Sie sind der erste, der auf das Totschlagargument Neiddebatte reitet.

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claterio 29.09.2015, 20:02
159.

Zitat von nixkapital
Aber die Tafeln in Deutschland versorgen ca. 1,5 Millionen Menschen in Deutschland, oder? Darunter fast 300.000 Rentner und fast 500.000 Kinder / Jugendliche! Wie kann das angehen?
Ja, wie kann das angehen? In allen Ganztags-Schulen und -kindergärten in Deutschland gibt es vergünstigtes Essen für Kinder aus Hartz-IV-Familien. Was machen die Eltern mit dem Geld, das sie für die Ernährung ihrer Kinder vom Staat bekommen?

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