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Vermögensbildung: Die widerspenstigen Sparer
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Wegen der Niedrigzinspolitik der Notenbanken lohnt es sich schon seit Jahren kaum noch zu sparen. Trotzdem horten die Bürger immer mehr Geld - nicht nur in Deutschland. Das hat vor allem drei Gründe.

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jonashof 24.11.2019, 10:34
1. Sparen ohne Alternative

Die nächste Rezession ist bereits überfällig, ketzt noch in spekulative Assets zu investieren ist sehr risikoverbunden. Mit der neuen Fianztransaktionssteuer wird dem einfachen Haushalt ein weiterer Stein in den Investitionsweg gelegt. In was soll man denn heute noch investieren, dass einigermaßen Sicherheit wie Rendite verspricht?

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maryw 24.11.2019, 10:43
2.

Vielleicht spielt ja auch Lebensplanung in Eigenverantwortung eine Rolle warum Leute Geld auf die hohe Kante legen um nicht nach dem Staat zu schreien in Notfällen

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Kamillo 24.11.2019, 10:49
3.

Was anderes wurde vergessen: Wenn ich was Großes kaufen will, brauche ich großes Geld. Wenn ich aber monatlich nur kleines Geld übrig habe, bleiben mir nur zwei Möglichkeiten: Finanzierung des großen Dings mit Zinsen oder Sparen mit keinen Zinsen bis ich das große Geld zusammen habe. Was dann gemacht wird hängt davon ab, ob ich das Große sofort haben will oder brauche, oder ob ich noch warten kann. Offensichtlich können viele Leute warten.

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harald_maier 24.11.2019, 10:51
4.

Wer als "Wirtschaftsexperte" glaubt, die kleinen Sparer würden wegen der Zinsen sparen, sollte noch einmal ganz von vor beginnen. Am besten Sozialkunde. Im BWL/VWL-Kurs wird ja offenbar nur Unsinn gelehrt.

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badbanker 24.11.2019, 10:51
5. Der Sparer wird verlieren

Weil letztlich die Sparvermögen herangezogen werden (müssen) um die Schulden der Staaten zu begleichen. Auf welche Weise dies geschehen wird ist nicht genau absehbar, aber im Grunde kommen 3 Möglichkeiten in Betracht. Die einfachste, aber unpopulärste, ist die Enteignung. Werden einfach alle Kontostände halbiert, wäre der Staat damit schuldenfrei. Dieses offizielle Ende des Kapitalismus werden Politiker scheuen und lieber versuchen, die Schulden durch ewiges Wachstum bei niedrigen Zinsen und Inflation zu "inflationieren". Leider spielt momentan die Inflation nicht mit, aber dafür die Zentralbanken. Wenn demnächst der Zins bei minus 5% liegt, wird man dies als Sparer deutlich merken. Nur ist dieser Prozess langsamer als die Enteignung, es dauert 10 Jahre bis 50% weg sind. Die 3. Möglichkeit wäre die Nicht-bedienung der Schulden, also offizielle Staatspleiten. Diese könnten aber zu militärischen Auseinandersetzungen führen, man stelle sich vor die USA zahlen den Chinesen ihre 3000 Milliarden Staatsanleihen nicht zurück. Letztlich wird sich der Staat oder die Gesellschaft am Sparer bedienen...müssen.

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haarer.15 24.11.2019, 10:53
6. Der vorausschauende Sparer

Menschen sparen schon lange nicht mehr wegen der Zinsen, sondern um Rücklagen zu haben - fürs Alter, für Gesundheit und um sich einen gewissen Lebensstandard zu halten. Da ist es verständlich, von Risikoanlagen eher die Finger zu lassen - erst recht bei jenen, die sich mühsam ein kleines Sparpolster aufgebaut haben. Mit Niedrigzinsen den Konsum immer noch mehr zu befeuern, führt längst schon in die Sackgasse. In einer alternden Gesellschaft wachsen die Bedürfnisse nicht mehr in den Himmel. Die Konsumfreude geht altersgemäß von Natur aus zurück.

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Chrisp 24.11.2019, 10:54
7. Teufelskreis der Dummheit

Der Notenbank kann man hier wohl keinen Vorwurf machen: um aus dem Teufelskreis niedriger Zinsen, höher Assetpreise und schwachen Konsums auszubrechen, helfen wohl nur steigende staatl. Ausgaben. Nur leider versteht kaum noch jmd. Den makroökonomischen Zusammenhang von Sparen und Verschuldung, ansonsten würden sich unsere Volkswirtschaften wohl kaum mit völlig übertriebenen Defizitgrenzen und Schuldenbremsen kasteien.

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bernhard.geisser 24.11.2019, 10:54
8. Vermögensverteilung in Deutschland

Die neuesten Zahlen "Vermögensverteilung in Deutschland" bei Wikipedia sind 2002 und 2007: Das reichste Zehntel der Bevölkerung hat von 57.9 auf 61.1 Prozent zugelegt, alle anderen Zehntel stagniert oder gesunken. Die reichsten 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland besitzen zusammen 80 Prozent. Ich weiss Vermögen ist nicht identisch mit Sparkonto-Guthaben, aber dennoch vermute ich dass es vorallem die Reichen sind, welche ihren Reichtum stetig erhöhen, statt mehr auszugeben.

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dr.carl.brenninkmeijer 24.11.2019, 10:56
9. Das Geld Klima

Klima und die globale Erderwärmung sind ausserordentlich komplex aber wir wissen ganz genau dass wir weit weniger fossile Brenstoffe benutzen müssen. Das Geldklima ist sehr komplex aber Zufall spielt ein erhebliche Rolle. Niemand weiss wie es jetzt weiter geht. Die Angst für eine Rezession - die Reichen würden viel verlieren , wir arme Menschen auch - lässt die Kreditschleusen weiter öffnen. Es ist wie eine Droge...

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