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Vermögensverteilung in Deutschland: "Viele Erben fühlen sich schuldig"
DPA

Sie erben Geld, Schmuck, Immobilien - glücklich sind sie nicht. Die Autorin Julia Friedrichs hat sich mit Menschen befasst, die durch Nachlässe wohlhabend geworden sind. Und viel zu grübeln haben.

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peter.nurrum 14.03.2015, 13:43
1. Gutes Interview

Es ist ein bisschen eine deutsche Krankheit, dass wir gerne über ungerechte Vermögensverteilung jammern, aber die meisten schlimm skeptisch sind selbst bei den noch so leisesten Versuchen, diese zu beseitigen... und auf gar keinen Fall Parteien wählen würden, die etwas in dieser Richtung tun würden.

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Ichbines2 14.03.2015, 13:58
2. schuldige Erben

Um mich herum beobachte ich in letzter Zeit verstärkt, dass viele erwachsene Kinder/Erben sehr rabiat mit ihren Eltern umspringen, sie treten den Eltern gegenüber arrogant, besserwisserisch und hochnäsig auf, brechen häufig den grundlos Kontakt völlig ab, weil sie nicht bereit sind, auch nur einen Finger für die Eltern zu rühren. Auch sind sie nicht in der Lage, eine vernünftige Aussprache herbeizuführen und lehnen jegliche Verantwortung für die alternden Eltern ab, hier sind vor allem viele Söhne betroffen, die zum Pantoffelhelden der Schwiegertochter geworden sind.
Es gibt immer mehr Selbsthilfegruppen für verwaiste Eltern.
Wenn solche Typen erben, haben sie zu Recht ein schlechtes Gewissen. Deswegen soll man sie von dieser Last befreien und sie fort enterben. Bei grober Undankbarkeit gibt's auch kein Pflichtteil.
Von diesen Typen heben sich ca. 90 % der erwachsenen Kinder ab, die ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern pflegen, bisweilen Zuneigung und Dankbarkeit und Verantwortungsbewusstsein zeigen, sie kümmern sich oft um ihre alternden Eltern, meist bis zum Schluss und fangen auf, was das System nicht schafft. In meiner Umgebung beobachte ich das durchweg. In der Regel haben diese Erben auch kein Problem, mit dem Erbe umzugehen, sie haben es sich mehr als verdient. Auch freuen sie sich über einen Geldsegen in Zeiten, in denen das Geldverdienen schwieriger die Ansprüche ihrer eigenen Kinder aber teurer werden.

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sanctum 14.03.2015, 14:02
3.

Wenn die wirklich Reichen damit belastet werden ist das okay. Aber mit einem Reihenhaus in München hat man auch schon einen Wert von 600.000 Euro. Das ist aber kein Reichtum hier. Also hohe Freibeträge um die 1 Million Euro, die ab und zu angepaßt werden wäre richtig. Darüber könnte man schon mehr besteuern.

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danielc. 14.03.2015, 14:05
4. Erbschaftsteuer abschaffen!

Ich wäre dafür, die gesonderte Erbschaftsteuer abzuschaffen und das Erbe über die reguläre Einkommensteuer zu verrechnen. Die Freibeträge könnten über das Existenzminimum hinaus erhöht werden. Die normale Progression würde greifen. Wobei ich dabei für eine dynamische Berechnungsformel eintrete.

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EwaldBeck 14.03.2015, 14:06
5. Ist das wirklich ernst gemeint?

„ SPIEGEL ONLINE: Warum gibt es keine verlässlichen Zahlen?

Julia Friedrichs: Das liegt daran, dass Vermögen seit 1998 nicht mehr besteuert werden und der Staat daher nichts über die Vermögen weiß. „



Also, da muss ich doch ganz laut lachen.
Es geht doch hier um Erbschaften, oder?

Schließlich bearbeitet das örtlich zuständige Nachlassgericht die Erbangelegenheiten und weiß deshalb auch, wie hoch der Wert jedes einzelnen Erbes ist.


Gehören Amtsgerichte denn nicht zum Staat oder führen sie ein Eigenleben?

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halfbrain 14.03.2015, 14:07
6. Dass die deutsche Erbschaftssteuer...

... aus vielerlei Gründen ungerecht und unsozial ist, ist vermutlich Jedem - nicht erst durch das Urteil des BGH - geläufig. Mich würde allerdings besonders aus Sicht der Erben interessieren, ob sie jemals die Neugier verspürt haben herau zu bekommen, auf welche Weise das Vermögen 'ihres' Erblassers entstanden ist, jedenfalls wenn es sich um Millionenbeträge handelt. Ich vermute, dazu bedarf es einer gehörigen Portion Courage.

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Schlaflöwe 14.03.2015, 14:07
7. Dass die Riesenvermögen

schier explodieren, hat doch einen anderen Grund. Der Steuerstaat greift bei den Leistungseinkommen der Mittelschicht hart zu. Von den Einkommen der verarmten Unterschicht, wo an direkten Steuern nichts mehr zu holen ist, holt er sich über indirekte Steuren (eine Vielzahl, Mehrwertsteuer ist nur die höchste davon) noch einen erheblichen Teil dessen, was eigentlich die Armen dringend zum Leben bräuchten. Von den Einkommen der Oberschicht, die nicht durch Leistung erworben wurden, Zinsen Dividenden usw. will es nur die läppische Abgeltungssteuer von 25%. Angemessene Steuern von den Reichen verschmäht er. Die Umverteilung von unten nach oben über die Staatsfinanzierung läuft seit Jahrzehnten und ist politisch so gewollt.

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bonner85 14.03.2015, 14:19
8. Oh mein Gott...

...ständig dieses gejammer darüber, was andere haben und was ich selber nicht habe. Ein typisch deutsches Problem! Was interessiert es mich, ob ein Kollege von seinen Eltern 1 Mio vererbt bekommt oder nicht? Die Eltern haben die Mio sicherlich nicht irgendwem geklaut, sondern sich dafür den A... aufgerissen, sich selbständig gemacht, Personal eingestellt und Leuten Arbeit gegeben, sind Risiken eingegangen und hatte eine riesen Verantwortung für Mitarbeiter, Betrieb etc... Aber in der heutigen Zeit gehen die Leute lieber in den öffentlichen Dienst und jammern dann über die anderen... Neid sollte ein Straftatbestand werden...

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flopi3 14.03.2015, 14:21
9. Vererbtes Geld ist bereits versteuertes Geld

Die permanente Forderung nach Umverteilung geht mir mittlerweile mächtig gegen den Strich. In der Regel hat Vermögen etwas mit Leistung zu tun. Und wer mehr leistet, hat entsprechend mehr. Mit welchem Recht stellen sich links orientierte Menschen wie diese Authorin hin und fordern, das Geld solle anderen zugute kommen.

Jeder Euro, den ich mal vererben werde, ist selbst verdient und zudem bereits mit dem Spitzensteuersatz besteuert. Damit ist den Anforderungen des Sozialstaates doch wirklich Genüge getan. Warum sollte mein Geld jemandem anderen zugute kommen, als meiner Familie oder meinen Freunden?

Sorry - alle die ständig nach dem Geld anderer schreien, sollten zuerst einmal einen Beruf erlernen, mit dem sich Geld verdienen lässt und dann 10-20 Jahre 70-80 Stunden die Woche arbeiten. Wenn diese Menschen dann immer noch nach Umverteilung schreien, können wir gerne diskutieren. Aber herum-philosophieren, nach 35 Stunden den Griffel fallen lassen und dann fordern, dass die Leistungselite gefälligst noch mehr abgeben soll, geht gar nicht.

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