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Verschollener Firmenchef Karl-Erivan Haub: Tengelmann trauert - und muss handeln
DPA

Karl-Erivan Haub galt als strategischer Kopf bei Tengelmann. Seine Familie geht davon aus, dass er tot ist, und ordnet die Unternehmensführung neu. Wie macht das Handelsimperium ohne ihn weiter?

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schocolongne 21.04.2018, 12:35
1. Familien DNA

Das mit der Familien DNA im Lebensmittelhandel war wohl einmal so, das letztlich erfolglose agieren in dem Handels-Segment geht dann wohl auf einen Gendefekt zurück.
Der Verkauf und damit praktisch die weitgehende Liquidierung von PLUS, einer der bekanntesten deutschen Handelsmarken, hat die Einkaufsmacht der ganzen Tengelmann-Gruppe erheblich geschwächt und läutete damit konsequent das absterben der gesamten Gen-Sequenz "Lebensmittelhandel" ein. Deren Rest dann folgerichtig "mit einem leichten Minus" dem Plus-Aufkäufer EDEKA hinterhergeworfen.

Eine zweifelhafte Unternehmerische Leistung der Familie Tengelmann, es Strategie zu nennen, wage ich nicht.

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Velociped 21.04.2018, 12:52
2. Alleine auf Skitour

Alleine auf Skitour gehen, ist ein großes Risiko. Lawinen, Gletscherspalten aber auch bereits kleine Verletzungen können da schnell gefährlich sein, wenn niemand da ist, der vor Ort helfen kann oder auch nur die Rega ruft.
Es gibt Geräte, die über Satellit die Position regelmäßig mitteilen, das wäre in dieser Situation hilfreich gewesen. Die Batterie eines LVS hält im Gegensatz zu einer in Kontext dieses tragischen Unglücksfalls verbreiteten Falschmeldung ziemlich lange - das Problem ist jedoch die geringe Reichweite von weniger als 100 Metern, die zudem dazu führt, dass Einzelgänger das Gerät häufig gleich gar nicht einschalten.

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fat_bob_ger 21.04.2018, 14:18
3. Wenn man vom Lebenseinzelhandel keine Ahnung hat,

Zitat von schocolongne
Das mit der Familien DNA im Lebensmittelhandel war wohl einmal so, das letztlich erfolglose agieren in dem Handels-Segment geht dann wohl auf einen Gendefekt zurück. Der Verkauf und damit praktisch die weitgehende Liquidierung von PLUS, einer der bekanntesten deutschen Handelsmarken, hat die Einkaufsmacht der ganzen Tengelmann-Gruppe erheblich geschwächt und läutete damit konsequent das absterben der gesamten Gen-Sequenz "Lebensmittelhandel" ein. Deren Rest dann folgerichtig "mit einem leichten Minus" dem Plus-Aufkäufer EDEKA hinterhergeworfen. Eine zweifelhafte Unternehmerische Leistung der Familie Tengelmann, es Strategie zu nennen, wage ich nicht.
dann sollte man einfach mal ruhig sein. Der dt. Lebensmitteleinzelhandel ist der wettbewerbsintensivste Markt der Welt. Die Gewinnspannen sind niedriger als in Indien. Walmart und andere sind auf die allerkläglichste Art in D gescheitert. ALDI mischt den englischen Markt auf, warum wohl? Per Ferndiagnose würde ich mir kein Urteil über die unternehmerische Kompetenz erlauben. Von außen kann man nicht beurteilen, ob die Kostenstruktur, das Einkaufsvolumen, die Logistik so sind, dass man ohne großen Aufwand mit Aldi, Lidl oder REWE mithalten kann. Im Zweifel ist es dann besser, das Business zu verkaufen, bevor man es in Insolvenz bzw. Bankrott abwickeln muss, wie ein gewisser Herr Schlecker. BTW ich vermute, dass die meisten PLUS Märkte zu klein waren und massive Investitionen erforderlich gewesen wären, um die Marke zu erhalten. Mir ist jedenfalls wäre eine Familienführung lieber, die auf Kapitalerhalt durch kluge Investitionen setzt, als eine, die sich gerne mit alten Zöpfen schmückt.

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slaritbartfass 21.04.2018, 15:29
4. R.i.p. ...

... und vielen Dank für die Tengelmann Läden.

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sternfeldthommy 21.04.2018, 15:37
5. zu 3.

wenn die Gewinnspannen im Lebensmitteleinzelhandel angeblich so gering sind, dann erklären sie uns doch mal bitte, weshalb dann die Aldi Brüder, die mit großem Abstand reichsten Deutschen waren, direkt gefolgt von einem gewissen Dieter Schwarz, seines Zeichens Eigentümer von Lidl..
Jetzt bin ich aber gespannt...

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mundusvultdecipi 21.04.2018, 17:17
6. Ganz einfach..

Zitat von sternfeldthommy
wenn die Gewinnspannen im Lebensmitteleinzelhandel angeblich so gering sind, dann erklären sie uns doch mal bitte, weshalb dann die Aldi Brüder, die mit großem Abstand reichsten Deutschen waren, direkt gefolgt von einem gewissen Dieter Schwarz, seines Zeichens Eigentümer von Lidl.. Jetzt bin ich aber gespannt...
..wie mir ein damaliger Insider erklärte.AlDI brachte seine Tageseinnahmen auf die Bank.Da gabs damals noch odrdentlich Guthabenzinsen.Die Zulieferer wurden 8 Wochen später bezahlt.Nicht die Wurst hat ALDI reich gemacht sondern die Zinsen.

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fat_bob_ger 21.04.2018, 17:39
7. Ganz einfach

Topdiscounter haben eine TOP Kostenstruktur. Kein unnötige Werbung, kein überflüssiges Umweltgedöns, kurze Logistik, knallhartes Arbeitszeitmanagement, hoher Lagerumschlag, Sanktionierung von Filialen bei erhöhten Diebstahlquoten und ganz hart verhandelte Einkaufspreise und -konditionen. Minderleister bei den Arbeitnehmern verlassen freiwillig ganz schnell die Lidl und ALDI, obwohl man dort im Verhältnis gutes Geld verdienen kann. Momentan schwingt das Pendel etwas zurück in Richtung Qualititätslebensmittel, aber wenn das Geschäftsmodell funktioniert, dann müssen andere ausstellen bzw. den Markt verlassen. Wer nicht über die Topkostenstruktur verfügt, kann auch nicht Preisführer sein. Bei den Praktiker Baumärkten konnte man beobachten, wohin es führt, wenn man mit schlechter Kostenstruktur planlose Rabattaktionen macht. Deshalb ist die Aldisippe so reich geworden. Die Umsätze müssen natürlich stimmen, damit man dann über firmeneigene Immobiliengesellschaften den Gewinn absaugen kann.

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Atömchen 21.04.2018, 17:58
8.

Trotz der sehr unwirtlichen Geländebedingungen ist es erstaunlich, wie jemand, der so gut situiert war, einfach so bei einer derartigen Veranstaltung mitten in Europa "verschwinden" kann.

Ich habe selber einen derartigen Geschäftsmann in meinem Bekanntenkreis, der auch ständig als Extremsportler in D-A-CH unterwegs und nur wenige Jahre jünger ist. Der führt bei Expeditionen immer ein ganzes Arsenal an technischen und medizinischen Gimmicks mit sich, mit der er sich selber verarzten (bis hin zur Eigen-Amputation falls erforderlich), lange selber versorgen und mit der Außenwelt kommunizieren kann, selbst wenn es keinen regulären Handyempfang gibt. Mal ganz zu schweigen von der automatischen Standortübermittlung, Ortungsmöglichkeiten usw.

Gerade da Haub dem Artikel nach auch Internet- und Technik-affin gewesen zu sein scheint, ist es ungewöhnlich, wie so etwas passieren kann. Aber Familie und Behörden werden sicherlich schon längst alle Möglichkeiten ausgereizt haben. Trotzdem heftig.

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dasfred 22.04.2018, 01:10
9. Ich hätte im Forum mehr Mitgefühl für die Familie erwartet

Das Wesentliche ist doch, dass ein Firmenchef und Familienvater von einem auf den anderen Tag aus dem Leben gerissen wurde und für alle Hinterbliebenen eine große Lücke hinterlässt. Man sollte ein paar Minuten innehalten und sich Gedanken machen, ob man selbst auf solch eine Situation, die jährlich tausende Familien und viele eher unbekannte Betriebe trifft, selbst ausreichend vorbereitet ist.

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