Forum: Wirtschaft
Versicherungen: Warum Sie auf eine Unfallpolice verzichten können
imago/Frank Sorge

Fast 26 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Unfallversicherung. Die wenigsten aber wissen: Die Police greift nur in seltenen Fällen. Was sind die Alternativen?

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hwmueller 17.09.2017, 09:33
40. Herrlich! Eine ganze Generation von Ossi´s

über den kapitalistischen Tisch gezogen. Ja, Naivität lohnt sich! Oder waren die einfach zu blöd! Nein, wir Wessi´s sollten uns schämen, als wir mit dem Pathos der wirtschaftlichen Überlegenheit den Osten bekehrten und überrannten/besetzten. Für diese Leicht-und Gutgläubigkeit liebe ich die Neuen, während die anderen Besserwessi - so weiß ich - unsere Brüder und Schwester zutiefst verachten, eben darum! Die Schlauen, also die Edleren aus Duisburg, Hamburg, Kleingeizhals, München oder sonstwo haben sich ins Fäustchen gelacht und dabei gar nicht gemerkt, wie sie den post-demokratischen Ast ansägten, der angeblich der schönere sei! Die Abkehr der Ossis von der westlich post-bürgerlichen Selbstgefälligkeit hin zum rechten Rand, mag da nicht verwundern.

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Bolligru 17.09.2017, 11:03
41. Ach Du liebes bisschen

wieder der Tenhagen. Kennt er denn die modernen Unfalltarife nicht? Da gehen die Leistungen z. T. weit über die althergebrachte Unfalldefinition hinaus. Beispiel Insektenstiche/Zeckenbisse, auch Verletzungen durch Eigenbewegung usw, usw... Fachkompetenz gleich Null ist wohl eine Voraussetzung, um hier Artikel verfassen zu dürfen.

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touri 17.09.2017, 11:13
42.

Zitat von mr.andersson
Bitte was? Aus einer Unfallversicherung kommt am Ende absolut gar nichts raus. Das ist eine Schadenversicherung. Die zahlt beim Schadeneintritt oder überhaupt nicht. Desweiteren haben Sie am Ende von Irgendwas 22.000 Euro bekommen, was Ihnen aber nicht gefiel, deswegen haben Sie gekündigt. Was denn nun? Letzdenendes 22.000 oder vorher gekündigt? Das kann wie gesagt keine Unfallversicherung sein, denn die zahlt gar nichts bei Ablauf. Eine Lebensversicherung hingegen hat eine gesetzliche Mindestverzinsung, das Geld bekommen sie immer. Und eine unverbindliche Ablaufleistung, wenn "die zinsen der letzten Jahre weiter für die nächsten 30 gelten". Wer in den letzten 10 Jahren nicht mitbekommen hat, dass die Zinsen runtergegagen sind, dem ist auch nicht zu helfen. Aber ne Lebensversicherung mit ner Unfallversicherung zu verwechseln um dann die Versicherung zu beschuldigen ist schon ne Reife leistung. Ich bahaupte mal, sie haben schlicht ne Menge nciht verstanden und beschuldigen schlicht den Vertragspartner. Lebensversicherung vs. Unfallversicherung. Garantierte Ablaufleistung vs unverbindliche Prognose. Vorzeitig gekündigt vs "letzendlich". Nichts ist hier konsistent.
Ich würde mich an Ihrer Stelle etwas zurückhalten, den es kommt auf den Vertrag an, wie er die Unfallversicherung abgeschlossen hat. Ich habe z.B. auch eine BU abgeschlossen, die mir mit der Rente wieder zu großen Teilen ausbezahlt wird, sollte ich sie nicht in Anspruch nehmen. Ist dafür ein Stück teurer. Im Endeffekt eine Wette auf meine Gesundheit.

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touri 17.09.2017, 11:19
43.

Ich sehe die Unfallversicherung so, wenn ich sie nie brauche, habe ich nicht viel verloren. Sollte ich einmal einen richtigen Schadensfall haben (meine Versicherung deckt z.B. nach einem Unfall notwendige Zahnprothesen mit bis zu 10.000 € ab, was schonmal vorkommen kann) dann hat sich die Versicherung schon mehr als gelohnt.

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baikaler 17.09.2017, 11:28
44. Für mich ist das Lobbyismus

Herr Tenhagen ist mir nun schon öfter dabei aufgefallen wie er hier im Spiegel Werbung für die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) macht. Kein Wunder, denn das Wachstumspotenzial und die damit verbundenen Beitragseinnahmen sind für die Versicherungswirtschaft enorm, da vergleichsweise wenig Policen im Umlauf sind. Eine Versicherung ist immer dann besonders gut, wenn der Versicherungsfall eintritt. M.E. ist es aber bei kaum einer Police so schwierig den Versicherungsfall anerkannt zu bekommen, da die damit verbundene Leistung der Versicherung sehr hoch ist. Zwar wirbt die Branche damit dass jeder dritte Berufstätige im Laufe seines Lebens berufsunfähig wird, dass diese aber meist nur vorübergehend ist wird dabei wissentlich verschwiegen. BU´s sind teuer, die Versicherungsbedingungen komplex und die Versicherer hätten gerne viele viele Beitragszahler von Anfang 20 bis zum Rentenalter (Beispielrechnung als Gedankenexperiment: 49 Beitragsjahre x 12 Monate x durchschnittlich 90 € mtl. Versicherungsbeitrag = 52.920,-- € Beitragssumme. Davon ca. 10% Vertreterprovision). Der Versicherungsnehmer sollte also ganz genau wissen worauf er sich einlässt.

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quak_quak 17.09.2017, 11:59
45. Kosten?

Es ist in erster Linie eine Preisfrage - die zusätzliche Pflegeversicherung ist kostspielig, bei Kindern ist eine schwere Krankheit eher unwahrscheinlich (Unfälle stehen an erster Stelle bei den Todesursachen von jungen Menschen => wie soll dann die Invalidität bei gesund geborenen Kindern durch Krankheit wahrscheinlicher sein als durch Unfälle?). Die BU haben wir für uns ausgeschlossen, weil zu teuer - außerdem reicht uns die verpflichtende gesetzliche Absicherung (HartzIV). Damit kann man auch leben, berufsunfähig ist schließlich nicht gleichzusetzen mit schwerbehindert.
Wir leben mit dem Risiko Krankheit (bei vorhandener Krankenversicherung). Recht gut sogar, ohne größere Vorbelastung und bei vernünftiger Lebensweise. Aber ein Unfall kann einen mit höherer Wahrscheinlichkeit schon in jungen Jahren treffen und stellt u. U. das ganze Leben auf den Kopf (der gut verheilte Beinbruch nicht, und da brauche ich auch keine Versicherung, die über die medizinische Versorgung hinausgeht). Ich will beispielsweise bei einem Wirbelsäulenschaden bzgl. technischer Hilfmittel oder notwendiger Umbauten nicht auf die Kranken/Pflegeversicherung angewiesen sein.

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mundi 17.09.2017, 12:20
46. Der arme Versicherungsnehmer

Meines Erachtens besteht der Sinn einer Versicherung darin, nicht durch ein bestimmtes Ereignis existentiell ruiniert zu werden. Welche Ereignisse die eigene Existenz bedrohen könnten, muss jeder Mensch für sich beantworten.
Zum Beispiel wäre für einen Pauschaltouristen das schlechte Wetter im Urlaubsort, möglicherweise nicht Existenz bedrohend, das Verbrennen einer Fabrikeinrichtung für einen kleinen Unternehmer vielleicht eher.

Der Abschluss einer Versicherung an sich wäre immer zu begrüßen, wenn es nicht die damit verbundenen Ausgaben (Prämien) gäbe. Die Summe aller Versicherungsbeiträge kann bei manchen Menschen, die bisher fast sorglos lebten, die abzuwendende Existenzbedrohung erst richtig auslösen. (Im Film "Kehraus" beispielhaft dargestellt).
Im gewissen Sinn gleicht die Versicherungsgesellschaft einem Wettbüro. Im Wettbüro kann auf die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses gewettet werden. Zum Beispiel wird eine Wette angeboten, dass Bayern München Deutscher Meister wird. Vor Beginn der Meisterschaft bietet man 8 € beim Einsatz von 2 € auf Sieg. Nach der schlechten Vorrunde wird das Wettbüro skeptischer und bietet nur 7 € für 6 € Einsatz. Aus dem Verhältnis der Wettsummen zueinander, kann der Spieler die Chancenbewertung des Wettbüros erkennen.

In diesem Sinne sollte ein Versicherungsnehmer auch mit sich selbst eine "Wette" abschließen: Wie wahrscheinlich ist das Ereignis, gegen dessen Folgen ich mich versichern möchte, und den Einsatz mit möglichen Kosten vergleichen.
Dabei auf eine objektive Beratung eines Versicherungsvertreters zu bauen, ist abwegig. Erstens kennen viele Vertreter gar nicht die Gesamtpalette der Leistungen ihrer Gesellschaft und zweitens sind sie verständlicherweise an hohen Abschlussprovisionen interessiert. Die "Bedarfsanalyse" dient hauptsächlich der Gewinnmaximierung des Vermittlers. Je höher der Versicherungswert, um so höher die Provision des Versicherungsvertreters! Bei niedrigem Versicherungswert macht dann die Anzahl der kleinen Prämien den Gewinn aus.

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mundi 17.09.2017, 13:09
47. Der Sieg der Hoffnung über die Erfahrung

Zitat von lafari
Jungs, hört mal zu! Je mehr policen ihr abgeschlossen habt, desto besser. Für die versicherungen. Das einzge was ich habe sind deren aktien. Die kennen nur eine richtung und die ist oben. Keine rocket science oder?
Die Ansichten zur Versicherung sind aber ein Spiegelbild der Gesellschaft. Man erwartet in allen Lebenslagen Vollkasko vom Staat, den Rest sucht man bei Versicherungen. Von beiden Institutionen kann man nur enttäuscht werden. Die Widersprüche zur Argumentation sind immer theoretischer Natur. Man schreibt, was die Versicherung angeblich alles zahlen müßte, nicht aber, was sie im Versicherungsfall konkret gezahlt hat.
Ein Sieg der Hoffnung über die Erfahrung!
Dass sich mal eine Versicherung "gelohnt" hat, freut mich für die Betroffenen, ändert aber nichts an der Gesamteinschätzung.
Ich persönlich, habe meine Rechtsschutzversicherung gekündigt. Aktuell bin ich Privathaftpflicht versichert, KfZ-Haftpflicht (Mindestpauschale) Teilkasko und natürlich (gesetzliche) Krankenversicherung.

Trotz vieler Reisen schließe ich keine Rücktritts- Reisekranken- oder Gepäckversicherung ab. Für das gesparte Geld gibt es schönere Verwendung!

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hotgorn 17.09.2017, 14:02
48.

Zitat von quak_quak
Es ist in erster Linie eine Preisfrage - die zusätzliche Pflegeversicherung ist kostspielig, bei Kindern ist eine schwere Krankheit eher unwahrscheinlich (Unfälle stehen an erster Stelle bei den Todesursachen von jungen Menschen => wie soll dann die Invalidität bei gesund geborenen Kindern durch Krankheit wahrscheinlicher sein als durch Unfälle?). Die BU haben wir für uns ausgeschlossen, weil zu teuer - außerdem reicht uns die verpflichtende gesetzliche Absicherung (HartzIV). Damit kann man auch leben, berufsunfähig ist schließlich nicht gleichzusetzen mit schwerbehindert. Wir leben mit dem Risiko Krankheit (bei vorhandener Krankenversicherung). Recht gut sogar, ohne größere Vorbelastung und bei vernünftiger Lebensweise. Aber ein Unfall kann einen mit höherer Wahrscheinlichkeit schon in jungen Jahren treffen und stellt u. U. das ganze Leben auf den Kopf (der gut verheilte Beinbruch nicht, und da brauche ich auch keine Versicherung, die über die medizinische Versorgung hinausgeht). Ich will beispielsweise bei einem Wirbelsäulenschaden bzgl. technischer Hilfmittel oder notwendiger Umbauten nicht auf die Kranken/Pflegeversicherung angewiesen sein.
Naja bei jungen Menschen beliebt Autounfälle die BU zahlt bei Invalidität dann halt bis zum 60. Lebensjahre eine ordentliche meist Steuerfreie Zusatzrente und keine lächerlichen 12.000 Euro einmalig. Hartz IV reicht nicht hab ich selber ausprobiert mit Hartz4 kann man auch nicht fürs alter vorsorgen mit einer BU sehr wohl. Neben Autounfällen können bei jungen Menschen viele psychische Krankheiten auftreten bei Frauen häufiger Essstörungen, Psychosen, Borderline, das kann auch häufig eine Schwerbehinderung und Einschränkungen bedeuten. Psychische Krankheiten werden auch häufiger und sind langwierig oder dauerhaft.

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genugistgenug 17.09.2017, 14:18
49. Reine Werbung?!

Vorher lief auf irgendeinem Kanal Werbung für die Berufsunfallversicherung (13,50 €/Monat) glaube Hannoversche (war durchzappen).
Zusatzfrage: Wer hat heute noch einen erlernten Beruf oder arbeitet im erlernten Beruf?
Wo ist eigentlich die Berufsgenossenschaft? Abgeschafft?
Irgendwie riecht das auch nach Versorgung öffentlicher Dienst, die so irgendwie Pluspunkte/Geld bekommen, weil sie nicht flexibel sein oder sich weiterentwickeln mussten. Auch die Rente mit 63 passt in diesen Bereich genau rein.
Der Beitrag hat die übliche 'Qualität' - man will auf die zweite Seite für Details umblättern, doch die fehlt dann.

PS Eine Unfallversicherung ist unserer Meinung nur bei Coachpotatoes verzichtbar. Außerdem wurden hier die ganzen Varianten außer acht gelassen und nur für Berufsunfähigkeit getrommelt. Wir haben unsere UV immer wieder auf die Bedürfnisse angepasst, auch die Kollegen im Sportverein. Gleichzeitig waren wir froh, wenn man sie nicht gebraucht hat - auch wenn das für einige Leute 'ich habe doch bezahlt und möchte auch was haben' unverständlich ist. Doch das ist KEINE Geldanlage, sondern Absicherung.

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