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Verspätete Züge: Bahnchaos auf Sylt - wie weiter mit dem Hindenburgdamm?
DPA

Das Ausfälle und Verspätungen auf der Zugstrecke zwischen Sylt und dem Festland bringen Tausende Reisende und Pendler zum Verzweifeln. Was macht die Bahn, um die Probleme zu meistern?

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dickebank 01.09.2018, 07:10
50. transdev

Die derzeitigen Anteilseigner Caisse des Dépôts (70 %) und Veolia Environnement (30 %) sind somit auch die Muttergesellschaften der deutschen Gruppe.

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r_b 01.09.2018, 08:11
51. Der Hindenburgdamm hat ausgedient

Es wird Zeit, das man eine 2 gleisige Brücke aufbaut und den Damm, Damm sein lässt. Man könnte ihn für Fußgänger und Radfahrer öffnen. Vielleicht auch für den THW, Poliezi, Feuerwehr....
Die neue Brücke müsste gleich so breit sein, das mindestens 1 drittes Gleis aufgebaut werden kann.

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Frida_Gold 01.09.2018, 08:22
52.

Zitat von PeterBerg
Warum erhöht die Bahn die Überfahrtskosten nicht auf 600 EURO für den Autozug? Dann löst sich das Problem schon über den Markt und die Golfs und Opels bleiben zu Hause. Außerdem haben dann die SUV´s und Mercedes Cabriolets mehr Platz auf der Insel, um von List nach Hörnum zu cruisen.
Prima, so kann man Sylt auch komplett ruinieren. Die meisten Zugnutzer sind Pendler. Die arbeiten da für die Reichen. Und ja, den Leuten geht es auf die Nerven, dass sie selbst nicht auf der Insel wohnen können, weil wohnen zu teuer ist - aber die Arbeitsplätze unerreichbar machen ist auch keine Lösung.

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hausfeen 01.09.2018, 09:14
53. Es gibt doch eigentlich nur eine Lösung: Umstellung auf Fähren.

Bahndamm rückbauen, aus der Insel wieder eine Insel machen. Eine autofreie zudem, höchsten Autos der Golfcar-Klasse oder E-Bikes/Rollertwizzy. Dazu müssen Gemeinde, Land und Bund einmalig Geld in die Hand nehmen. Besser als die Flickschusterei am Bahndamm allemal.

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bluebill 01.09.2018, 10:18
54. Da beißt sich der Kapitalismus in den eigenen Schwanz

Das ehemalige Allgemeingut Bahn wurde zu einem gewinnorientierten Unternehmen gemacht. Also investiert es nur dort, wo es sich lohnt, bzw. wo die Analysen Gewinn versprechen. Das ist auf Sylt wohl nicht der Fall.
Andererseits wurde die Insel Sylt durch die sogenannte Freie Marktwirtschaft zu einem Refugium der Reichen. Die würden selbst auch per Fähre oder Privatjet anreisen, aber sie brauchen Heerscharen von Bediensteten, wie die Fürstenhöfe des 18. Jahrhunderts. Die können natürlich nicht auf dem exklusiven Inselchen wohnen, denn der Dienstherr stellt Ihnen keine Unterkunft, im Gegensatz zu besagten Fürstenhöfen. Sie müssen also auf dem Festland wohnen und zusehen, wie sie täglich zur Arbeit kommen. Da sie aber gemäß den Vorgaben des Kapitalismus so gering wie möglich bezahlt werden, sind sie kaum die wohlsituierte, gut zahlende Kundschaft, die die Analysten der Bahn als lohnenden Gewinn für Investitionen betrachten.
Somit sind die Reichen nun selbst betroffen, weil ihre Dienerschaft sie kaum noch erreichen kann. Das wird mittelfristig auch den Tourismus- und Wohnwert der Insel aufweichen. Wer will schon irgendwo leben, wo er nur mit dem (eigenen) Schiff hinkommt, und wo man gezwungen ist, sich komplett selbst zu versorgen? Rucksacktouristen vielleicht noch, aber keine betuchte High Society.

Das fällt dann nicht nur dem Freien Markt auf die Füße, also der Luxusgastronomie und dem Immobilienhandel. Sondern auch der Bahn, die auf dem Sylter Damm kaum noch wohlhabende Touristen befördern könnte. Auch die bisherigen Investitionen würden sich nicht auszahlen.
So kann Sparwut und Kostenfixiertheit einerseits und hohes Anspruchsdenken andererseits zum Desaster werden.

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Ronja2009 01.09.2018, 10:26
55. Doch, das betrifft uns alle!

Die Kommentare hier sind an Uninformiertheit zum Teil wirklich nicht mehr zu überbieten. Gut, es mag an der unglücklichen Überschrift liegen, dass sofort alle mutmaßen, hier werde ein "Urlaubsort der Reichen und Schönen" zum "gesamtgesellschaftlichen Problem" gemacht und entsprechend Schnappatmung bekommen. Bei allem Verständnis für die Wut darüber, dass zu viele Mittel in Deutschland in die Partikularinteressen von einflussreichen Lobbies (z.B. Intendanten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks) gesteckt werden: ES GEHT UM DIE INFRASTRUKTUR UND HIER KONKRET UM DIE BAHNSTRECKE HAMBURG WESTERLAND, und die bringt ja nicht nur Touristen oder Pendler nach Sylt, sondern auch in sämtliche anderen Orte an der Strecke. Zu den Superreichen der Welt zähle ich weiß Gott nicht, aber ich habe ab und an das Pech, von Hamburg nach Husum und wieder zurück zu müssen. Das Chaos, das ich auf jedem dieser Trips erlebe, würde Bände füllen – nicht selten war der Zug so vollgestapelt mit Menschen und Gepäck, dass es für keinen der Passagiere mehr möglich war, z.B. zur Toilette oder zum Ausstieg zu gelangen. Bei einem Unfall oder einer Evakuierung ist die Katastrophe vorprogrammiert. Zugausfälle sind häufig, Verspätungen die Regel. Ich brauche jedes Mal meine gesammelte Selbstbeherrschung, um in dieser Enge nicht irgendwem an die Gurgel zu gehen und kann nur mit jedem mitfühlen, der sich das seit über zwei Jahren als Pendler täglich geben muss. Genauso unhaltbar sind die Zustände am völlig überlasteten Bahnhof Hamburg, da kommt man teilweise nicht mal auf die völlig überfüllten Bahngleise und wird derart gedrängelt und geschubst, dass es eigentlich nur eine Frage der Zeit ist, bis jemand vorm einfahrenden Zug im Gleisbett landet.

Ich lebe übrigens in Berlin, der ultimativen Chaos-Stadt in Sachen Infrastruktur. Mit den Worten BER und Schienenersatzverkehr kann man hier jedem den Tag versauen. Unvergessen der Sommer 2009, als die S-Bahn wochenlang stand und München Ersatzzüge schicken musste. Erst vor zwei Wochen hätte ich bei einem großzügigen "Zeitpuffer" von 90 Minuten beinahe einen Flug verpasst, weil die Bahn über eine Stunde brauchte, um informationspolitisch von einer sich stetig ausweitenden Verspätung zu "alle Züge Richtung Schönefeld Flughafen fallen auf unbestimmte Zeit aus" zu gelangen.

Noch besser ist der ganze Stuttgart 21-Zirkus, meine Familie lebt im Stuttgarter Raum, also auch schon aus erster Hand erlebt. Lapidare Aussage eines Schaffners nach über 90 Minuten Stehen am Bahnhof Heilbronn: Wenn man hier irgendwo pünktlich sein wolle, müsse man das Auto nehmen. Aber Hauptsache, der Quatsch wird mit Milliarden Steuergeldern gebaut, obwohl er noch nicht mal irgendeine Verbesserung oder Zeitersparnis bringt.

Infrastruktur, Bildung und Gesundheitswesen sind nicht dazu da, damit sich Anleger die Taschen füllen und die Korruption fröhliche Urständ feiert, sondern um das reibungslose Funktionieren einer Gesellschaft und gleiche Chancen für ihre Mitglieder zu gewährleisten. Dafür zahlen wir alle Steuern. Es ist dringend geboten, hier sehr, sehr schnell umzudenken, bevor auch bei uns die Züge kollidieren oder die Autobahnbrücken einstürzen.

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martinnorden 01.09.2018, 11:06
56. millionen km Autobahn? Quatsch

Zitat von sigmarsoulbach
Wir haben millionen problematischer Autobahnkilometer, von denen weitere Millionen Bürger betroffen sind, und SPON nimmt sich der problemarischen Zuwegung einer Urlaubsinsel an? Wie viele Pendler waren das, 4500? Was ist denn jetzt los? Wurde der letzte Wochenendausflug der Hamburger Chefredaktion gestört oder wue erkläre ich mir dieses eigenartige Interesse an einer gesamtgesellschaftlich irrelevanten Bahnlinie?
Es gibt nicht "millionen problematischer Autobahnkilometer". In Deutschland gibt es nur etwa 13tausend Autobahnkilometer.

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martinnorden 01.09.2018, 11:21
57.

Zitat von Grummelchen321
der Aufstand.Die Insel der Reichen und Schönen wird doch untergehen.Schleswig Holstein will die Kosten für die Sandaufspülungen nicht mehr tragen.Warum also Geld in eine Infrstruktur stecken die dann nicht mehr gebraucht wird. Echte Sylter gibt es fast keine mehr die können sich die Mieten dort nicht mehr leisten.
Relativ viele Reiche haben eine Villa oder Ähnliches auf Sylt. Aber nicht nur Reiche leben auf Sylt. Auch machen nicht nur Reiche Urlaub auf Föhr. "Echte Sylter gibt es fast keine mehr". Falsch. Viele Echte Sylter wohnen und arbeiten auf der Insel. Viele Arbeiten im Tourismus, aber lange nicht alle. Nicht wenige leben in Häusern, die seit langem in Familieneigentum sind und zahlen keine Miete. Wenn es keine Sandaufspülungen mehr geben würde, würde die Insel trotzdem nicht untergehen. Vielleicht würde sie an schmalen Stellen durchbrechen oder auch etwas kleiner werden, aber untergehen sicher nicht. Ein öffentliches Verkehrsnetz aufrechtzuerhalten ist Aufgabe des Staates (oder von Staatsunternehmen). Das gilt auch für Sylt. Deshalb muss Geld in die Infrastruktur gesteckt werden.

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Softeis 01.09.2018, 11:22
58. Durchgehend viergleisig ausbauen

Warum baut man eine für eine Insel essentielle Bahnverbindung nicht MINDESTENS viergleisig aus?! Warum spart man da von vorne bis hinten? Einfach alles von Westerland bis Hamburg viergleisig ausbauen, elektrifizieren, einen kompetenten Hersteller zum Bau funktionierender komfortabler Triebzüge beauftragen (und mit saftigen Pönalen drohen, die mindestens existenzbedrohend sind). Die NIMBYS entlang der Strecke werden einfach kommentarlos enteignet. Entstehende Bürgerinitiativen werden sofort verboten. Natürlich bekommen die Anwohner genug Geld.
Das mit einer Straße ist, wie glücklicherweise mehrfach gesagt wurde, die dämlichste Idee die es gibt.

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rainer60 01.09.2018, 11:22
59. enteignen

Zitat von kraftmeier2000
ganz einfach, die Bahn hier "Enteignen", den Damm etwas erhöhen und verbreitern, und dann eine Zweispurige Straße drauf setzen, und schon hat das Drama ein Ende. Die Bahn ist doch seitdem Sie von Mehdorn und Co kaputt saniert wurde in den nächsten 20 Jahren sicher nicht in der Lage dieses Dilemma zu beheben. Sitzen ja auch Heute noch die sogenannten Nieten in Nadelstreifen an der Spitze, nur mit anderen Namen.
" enteignen " und privatisieren hilft wahrscheinlich garnichts. schauen sie sich doch einmal privatisierte bahnlinien bzw. öffentliche verkehre an. besser wird es in den seltensten fällen. schauen sie nach england, totales chaos und teurer geworden. man hat sogar diverse lizensen eingezogen und bahnen wieder nationalisiert weil kein vernünftiger service geleistet wurde.
schauen sie in die niederlande. in den ballungsgebieten alles friede,freude,eierkuchen. in den ländlichen gebieten katastrophal.
übrigens, wenn sie eine 2-spurige straße bauen werden spätestens nach 2 jahren die leute sich beschweren das sie ständig im stau stehen.

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