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Verspätete Züge, kaputte Technik, Personalmangel: Was bei der Deutschen Bahn alles sc
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Jahrzehnte des Missmanagements haben die Deutsche Bahn zum Sanierungsfall werden lassen. Die Probleme sind riesig - es dürfte Jahre dauern, sie zu lösen. Für Bahnchef Lutz ist das möglicherweise zu lange.

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murrle01 18.01.2019, 01:27
300. Nicht ganz richtig...

Zitat von karldhammer
... dessen Lokführer die Fahrt nur fortsetzen wollte... Wenn der Zug überladen ist, und der Lokführer fährt weiter, dann sitzt er bei einem Unfall im Gefängnis. Es gibt eine Anzeige auf dem Führerstand. Eine Weiterfahrt ist in diesem Fall nicht zu verantworten. Die A****karte hat nämlich der Lokführer.
Wenn der Zugchef der Meinung ist, der Zug ist aus Sicherheitsgründen zu voll, kann er anregen langsamer zu fahren oder Personen BITTEN auszusteigen und den nächsten zu nehmen. Was aber meistens nicht "fruchtet". Die Entscheidung trifft dann aber eine höher geordnete Stelle. Zur Zeit der "Wende" gab es Reisezüge die so voll waren, das die Federwege nicht mehr vorhanden waren. Das ist außen zu erkennen durch Fachpersonal. (Tf, Zugchef und Wagenmeister) Wenn gefahren werden soll, oder muss, dann mit stark verringerter Geschwindigkeit, weil das Laufverhalten so ist wie ein Bollerwagen...

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murrle01 18.01.2019, 01:48
301. Was für Sie merkwürdig erscheinen mag:

Zitat von auweia
Tja, könnte die Bahn heute über Fremd- und Zwangsarbeiter verfügen die für einen Teller Kohlsuppe und unter bewaffneter Aufsicht Sechzehnstundenschichten kloppen könnten auch die Räder wieder für den Sieg rollen.... Merken Sie selber, oder?
ist dennoch logisch. Damals gab es die Eisenbahnpioniere, die fähig waren!! Heute überlässt man fast alles den Firmen...
Aber zur Realität, der Tatsache das es funktionieren KÖNNTE, wenn es gewollt wäre: Zur Zeit der Weltausstellung Hannover, im Jahr 2000, wurden enorme Leistungen erbracht um die hunderttausende Besucher pünktlich und gut zu befördern: Es gab Urlaubssperre, zusätzliches Wagenmaterial wurde von den Nachbarländern angemietet, das Werkstättenpersonal aufgestockt, auf allen End/ausgangsbahnhöfen für die Sonderzüge waren Techniker der Firmen für die Software stationiert. Es gab rund um die Uhr besetzte Büros in denen Lehrlokführer (Ausbilder) mit allen Technischen Plänen zur Verfügung standen, um bei Störungen am Telefon Hilfe leisten zu können. Jeder Zug musste sich 1 Stunde vor der Abfahrt bereit melden, ob alle Personale an Bord waren, die Vorräte und Wasser aufgefüllt war. Es standen Reservezüge mit Personal aufgerüstet bereit... Selbst mit den damals noch nicht störungsfreien ICE 3 hat alles funktioniert, wenn auch nervig! NIEMALS habe ich vorher daran geglaubt, das dort in Laatzen alle 5 Minuten ein Zug ein und ausfährt!!
Es lief alles rund! DAS war meine beste Zeit als TF bei der Bahn, auch wenn ich (wir) bis zu 70 Stunden in der Woche unterwegs waren. Es geht alles, man muss nur wollen und Geld in die Hand nehmen!!

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murrle01 18.01.2019, 01:54
302. Da fahre ich Ihnen in die Parade:

Zitat von lothar_schneider
ist, warum wird dann ein Prestigeprojekt nach dem anderen aufgelegt? Stuttgart 21, die neue und unrentable Schnellstrecke München Berlin, ein neuer Hauptbahnhof für München, Hamburg Altona. Es werden Mrd. in die Eisenbahninfrastruktur der Metropolen gesteckt. Für die Erhaltung bestehender Infrastruktur fehlt aber das Geld.
Die neue Strecke München Berlin ist nicht mehr unrentabel...Der Fahrgastzuwachs ist enorm. Durch die kürzere Fahrzeit wird Energie gespart. Und der alte Bahnhof Altona wird nur geopfert, um Grundstücke teuer verkaufen zu können, mit riesigem Gewinn!

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murrle01 18.01.2019, 02:05
303. Das könnte ich Ihnen haarklein beschreiben...

Zitat von Bernd.Brincken
Die Wartung und das Sparen daran werden jetzt in den Medien häufig als Ursache der ganzen Verspäterei angeführt. Als Ingenieur und nebenbei Fahrzeugtechniker frage ich mich, welche Wartung - nicht Verschleiß - denn bei Unterlassung bei der Eisenbahn so viele Ausfälle produzieren kann. Bei Klimaanlagen kann man das noch nachvollziehen, aber ansonsten, bei der Fahr- und Gleistechnik sind alle Parameter sehr viel besser berechenbar als bei LKW oder Schifffahrt. Keine Schlaglöcher, kein Gummiabrieb, weniger Vibrationen, und dazu ein Gleisnetz, das man exklusiv nutzen kann, seit Jahrzehnten. Da tauchen auch nicht plötzlich LKW-Kolonnen aus Osteuropa auf, die tagelang an der Grenze festsaßen o.ä. Die Eisenbahn-Technik ist altbewährt und muss nicht alle zwei Jahre neue EU-Normen umsetzen, alle Beteiligten sind am Gerät ausgebildet, alles bestens dokumentiert. Welche Heinzelmännchen bringen denn da immer die Loks zum Stillstand?
aber so vielZeit das zu lesen, hätten Sie nicht.. Besuchen Sie doch nur einmal ein ICE BW, Hamburg, München oä. Dann sehen Sie wie komplex solche Fahrzeuge sind. Nur die vielen Sensoren, welche für die Laufüberwachung vorhanden sind, bringen Störungen die es nötig machen können den Zug anzuhalten. Meist sind es aber die Sensoren selber...Und das ist kein Billigschrott. Nur die Beanspruchung ist enorm.

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max.schmitt 18.01.2019, 03:13
304. Politisches Kalkül zugunsten Autolobby

Das mit der "maroden" Bahn ist ein Stück weit wirtschaftspolitisches Kalkül. 300 km ICE kosten 72 Euro + meist notwendige Sitzplatzreservierung 4,50 Euro. Sind etwa -Überraschung- 25,5 Cent/km. Ohne BC, zzgl. Stadtverkehr.

Ähnlich, was für einen Normal-PKW rechenbar ist. Wäre Bahnfahren preiswert und super attraktiv, würden weniger mit dem Auto fahren. Bei Brutto 20 TEUR für einen PKW hat der Fiskus/Staat 3.200 Euro an MWst. vereinnahmt, die nach oben zu Quandt, Scheffler und Co. umverteilt werden können.

Ich wüsste auch nicht, dass beispielhaft die SNCF in BRD rumturnt, die Deutsche(?) -Bahn macht aber rund 42% ihres Umsatzes im Ausland. Und "pleite" sind die eigentlich auch nicht...

Ein paar Zahlen DB Konzern 2017:

Umsatzerlöse 42.693 Mio. Euro
davon in BRD 24.093 Mio. Euro
davon Fernverkehr 4.193 Mio. Euro

Ergebnis vor ErtragSteuern 968 Mio. Euro
Ausschüttung an Aktionäre DB AG(Bund) 745 Mio. Euro

Stromkosten 1.771 Mio. Euro
Stromsteuer ! 156 Mio. Euro
Dieselkosten 1.052 Mio. Euro

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akkarin 18.01.2019, 07:20
305. noch heute

Zitat von schnoesel99
Das Geschriebene trifft den Nagel auf den Kopf, aber wer (wie ich) mit dem Güterverkehr der DB zu tun hat, kann da nur müde schmunzeln. Zu den Umständen im Güterverkehr läuft der Personenverkehr wie am Schnürchen ! Muss er ja auch, da in öffentlicher Wahrnehmung. Der Güterverkehr ist und wird auch weiterhin nicht in der Lage sein, den Warenverkehr auf der Strasse zu entlasten und damit die Umweltbelastung zu senken. Deshalb sollte die Politik um so mehr mal den Focus auf die Schiene lenken !!!!!
Und vor allem ist im Güterverkehr ist die jahrelange Entfernung der Anschlußgleise vergleichbar mit dem Entfernen aller kleinen Zusteigmöglichkeiten im Personenverkehr. Es ist doch inzwischen fast schon eine Besonderheit, wenn ein Unternehmen einen Güterbahnanschluss hat, und diesen auch noch nutzt. Dabei wäre gerade hier ein enormes Kostenpotential für die Unternehmen vorhanden. Aber sowie die Ware dann für den Empfänger wieder umgeladen werden muß, ist der ganze Vorteil dahin. Eine Umkehr wäre durchaus möglich, aber noch heute werden Industriegleise ohne Not abge- und gleich überbaut. Über das Warum und Wieso braucht nicht mehr gesprochen zu werden, es muß sehr schnell ein lösungsorientiertes Denken einsetzen. Es ist ja sehr offensichtlich, daß der Aufwand für das mehdornisieren eines Gesamtsystems sehr einfach ist, es wieder aufzubauen wiederum sehr schwierig, aber machbar.

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Ontologix II 18.01.2019, 08:31
306. Wenn man die letzten drei Verkehrsminister betrachtet ...

Zitat von alterknacker54
Ist das eigentlich der Trick von Frau Merkel? Absolut unfähige Leute zu MinisterInnen (Seehofer, vdL, Klöckner, Scheuer natürlich usw.) zu machen, um sich um so mehr im Glanz ihrer relativen Überlegenheit zu sonnen? So wird z.Zt. das ganze Land restlos runtergewirtschaftet.
... drängt sich dieser Verdacht auf: Peter Ramsauer, Alexander Dobrindt und Andreas Scheuer, alle CSU, und alle ohne besondere Talente. Dahinwurschteln lautet das Panier unserer Politik, schon seit 2005.
P.S.: Unsere Bahn ist nicht in einem desaströsen Zustand. Ich unternehme mindestens eine Fernreise pro Monat, habe eine Bahncard und bin im Großen und Ganzen mit der Bahn zufrieden. Kleinärger gibt es, richtig, aber ich habe das Gefühl, die Bahn arbeitet daran.

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oldsiamsir 18.01.2019, 08:37
307. So gesehen...

Zitat von gammoncrack
"Buche ich über reiseauskunft.bahn.de, ist davon nichts zu sehen. Da würde die Fahrt 97,80 Euro kosten." Und Sie schreiben: "Ich habe mal kurz auf der Reiseauskunft....
...haben Sie völlig recht. Ich hatte Ihren ersten Beitrag schlicht falsch verstanden. Entschuldigen Sie bitte den daraus hervorgegangenen kleinen Disput.

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oldsiamsir 18.01.2019, 09:00
308. Sie reden in Rätsenl!

Zitat von Bernd.Brincken
Bitte lesen was ich schrieb: Der Fahrplan muss neu gerechnet werden. Dann fahren alle Züge so schnell wie....
Wenn ein stündlich verkehrender Zug von A nach B statt planmäßig 50 nun 53 Minuten (drei Minuten zusätzlicher Puffer) benötigt, ist das entsprechende Gleis jede Stunde drei Minuten länger belegt. Damit ist die Kapazität denklogisch jede Stunde reduziert. Da trotz vieler Verspätungen immer noch der größte Teil der Züge pünktlich fährt. wäre also in Summe auf der betreffende Strecke weniger Verkehr möglich. Es gilt übrigens noch folgendes zu bedenken: Da es zwischen Anfangs- und Enbahnhof einer Strecke Verknüpfungspunkte mit anderen Strecken gibt, auf denen auch Züge verkehren, zudem unterschiedlich schnelle Züge unterwegs sind, was zu Überholungen führt, bestehen betriebliche Fahrplanzeiten nicht nur aus den jeweiligen Zeiten an Haltebahnhöfen, sondern auch aus solchen, an denen kein Halt stattfindet, von denen aber andere Zugleistungen betroffen sind und betroffen sein können. Daher können Zeitpuffer auch nicht pauschal auf eine Gesamtstrecke draufgepackt werden.
Aber das wissen Sie sicher alles und Sie halten derartiges Denken für Blödsinn.

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keksguru 18.01.2019, 09:06
309. Trassenbau in der Wüste Gobi, aber zuhaus passiert nichts

das ist auch eins der Probleme... die DB ist in 140 Ländern aktiv, und wie man hört verbleiben Gewinne oft im Ausland. Was hat z.B. ein Unternehmen wie die DB eigentlich in der Wüste Gobi zu suchen, in Argentinien oder in Kasachstan? Die Leute werden in Deutschland gebraucht, nicht in der chinesischen Wüste und der deutsche Staat ist 100% Anteilseigner - und sollte die Bahn mal zurück auf heimisches Terrain lotsen.

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