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Verspätete Züge, kaputte Technik, Personalmangel: Was bei der Deutschen Bahn alles sc
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Jahrzehnte des Missmanagements haben die Deutsche Bahn zum Sanierungsfall werden lassen. Die Probleme sind riesig - es dürfte Jahre dauern, sie zu lösen. Für Bahnchef Lutz ist das möglicherweise zu lange.

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murrle01 19.01.2019, 14:42
340. Da fehlen aber noch einige...

Zitat von Bernd.Brincken
"Der Vollbremsweg aus 300 km/h wird mit 2800 m, der aus 330 km/h mit 3300 Metern angegeben" (WP: ICE-3). Das wären etwa 34 s Abstand. Bei den tatsächlich meist gefahrenen Zuckel-Geschwindigkeiten entsprechend weniger. Und wie lang dauert es denn, eine Weiche umzustellen? Mehr als 3 Sekunden? Warum? Weil da immer erst jemand zu einer Schalttafel dackeln und einen Knopf drücken muss? Klar, ist ja auch ein wertvoller Arbeitsplatz.
Bedingungen: Bei so hohen Geschwindigkeiten muss es mehr Abstand geben als nur der Bremsweg. Dazu sind die Streckenblöcke oder LZB Blöcke auch nicht so dicht vorhanden. Der Zug voraus muss erst im nächsten Block sein, eine Rückmeldung vorhanden sein, und die Prüfung ob der Zug auch mit allen Achsen dort angekommen ist, durch elektronische Achszähler. Erst dann kann die Weiche umgestellt werden. Ohne eine solche Sicherung dürfte kein Zug fahren... Oder es würde riskiert, das ein einzelner verlorener Wage im Weg steht. Das ist technisch so gut wie unmöglich, aber nicht vollkommen ausgeschlossen.

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Bernd.Brincken 19.01.2019, 16:44
341. Weichen stellen

Zitat von murrle01
Prüfung ob der Zug auch mit allen Achsen dort angekommen ist, durch elektronische Achszähler. Erst dann kann die Weiche umgestellt werden. Ohne eine solche Sicherung dürfte kein Zug fahren... Oder es würde riskiert, das ein einzelner verlorener Wage im Weg steht. Das ist technisch so gut wie unmöglich, aber nicht vollkommen ausgeschlossen.
Da würde ich einen Transponder am Ende des letzten Wagens benutzen. Dazu noch Sensoren vor und hinter den Weichen.
Wird die Weiche denn dann bisher von Hand umgestellt, oder passiert das automatisch von einem Leitsystem?

Ausfälle wegen Stellwerks-Problemen sind (in NRW) ja leider auch häufig. Und da ist die Technik nun wirklich nicht kompliziert.

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HaPeGe 19.01.2019, 17:49
342. Der Fisch stinkt vom Kopf her ...

Die letzten beiden Verkehrsminister (Ramsauer und Dobrindt) haben für den Verkehr auf der Schiene nichts, absolut nichts, getan. Sie waren voll und ganz der LKW- und Speditions-Lobby verhaftet, die dafür steht, das Güter auf die Straße gehören. Das hat dann dazu geführt, dass die Bahn ihre Frachtkapazitäten abgebaut hat und die Straßen und Autobahnen immer voller wurden. Der absolute Wahnsinn diese Politik.

Die Bahn leidet an einer maroden Infrastruktur; das Gleisnetz inst in einem bedauernswerten Zustand. In vielen ländlichen Gebieten hat sich die Bahn ganz zurückgezogen und die Gleise demontiert. Aber auch Hochgeschwindigkeitsstrecken sind marode und müssen in diesem und im nächsten Jahr ausgebessert werden, was zu zahlreichen Verspätungen und auch Zugausfällen führen wird. Das hätte man besser planen können, ... wenn es finanziell früher möglich gewesen wäre. Wer mit einer Wartung bis zum letzten Moment wartet, muss sich nicht wundern, wenn es letztendlich sehr teuer wird.

Wenn die Bahn verkündet, sie will ihre Züge in einem schnelleren Takt fahren lassen mit einem verbesserten Management, dann frage ich mich, bitte schön, wie denn ? Die Signaltechnilk ist auf alle Fälle nicht unbedingt dazu in der Lage, denn sie ist nicht auf dem neuesten Stand.

22.000 neue Mitarbeiter, ... ein löblicher Vorsatz ! Nur ..., woher nehmen und nicht stehlen ? In den letzten zwanzig Jahren wurde keine kontinuierliche Personalpolitik betrieben und das lässt sich nicht innerhalb eines Jahres wieder aufholen. Das wird dauern; vor allem sollte man nicht die gleichen Fehler bei der Ausbildung machen, sondern auf eine solide Ausbildung Wert legen.

Die Bahn sollte dem Gemeinwohl verpflichtet sein und nicht dazu dienen, jährlich an den Bund etlich hundert Millionen Euro abzuführen. Das konterkariert ihre eigentliche Aufgabe, Menschen und Güter von A nach B zu transportieren.

Bei der Bahn kann man wirlich sagen: Früher war es besser ! Die Privatisierung der Bahn war einfach eine Schnapsidee !

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DerBlicker 19.01.2019, 18:20
343. manches stimmt einfach nicht

Zwischen Köln und Frankfurt fährt der ICE 3 wie in Japan der Shinkansen auf einer eigene Strecke, und genau da gibt es seit Monaten Probleme, weil die Bahn die Strecke mit einem kaputten ICE halb abgefackelt hat und es bis heute nicht geschafft hat zu reparieren, sowas wäre in Japan undenkbar. Nein, bei der Bahn regiert einfach nur die Unfähigkeit.

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DerBlicker 19.01.2019, 18:24
344. die Bahn hat nie was abgeführt

Zitat von HaPeGe
22.000 neue Mitarbeiter, ... ein löblicher Vorsatz ! Nur ..., woher nehmen und nicht stehlen ? In den letzten zwanzig Jahren wurde keine kontinuierliche Personalpolitik betrieben und das lässt sich nicht innerhalb eines Jahres wieder aufholen. Das wird dauern; vor allem sollte man nicht die gleichen Fehler bei der Ausbildung machen, sondern auf eine solide Ausbildung Wert legen. Die Bahn sollte dem Gemeinwohl verpflichtet sein und nicht dazu dienen, jährlich an den Bund etlich hundert Millionen Euro abzuführen. Das konterkariert ihre eigentliche Aufgabe, Menschen und Güter von A nach B zu transportieren. Bei der Bahn kann man wirlich sagen: Früher war es besser ! Die Privatisierung der Bahn war einfach eine Schnapsidee !
Denn das Schienennetz wurde immer mit Milliarden der Autofahrer subventioniert. Ohne die Milliarden aus der Mineralölsteuer wäre die Bahn längst Pleite. Ohne Autofahrer gäb es längst keine Bahn mehr, weil kein Geld mehr da wäre.

Der Autofahrer zahlt bei uns alles, die Straßen für die LKW ( denn 1 LKW zerstört die Straße wie 100 000 PKW), die Fußwege, die Radwege, die Schienen und auch die Wasserstraßen, zudem seit Schröder die Rente.

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ganzeinfach 20.01.2019, 08:47
345. Bahnanschluss? Ja? ähhm..

Ausländischer Investor sucht Industrie-Areal mit Bahnanschluss Raum Kassel (Verkehrsknoten) zwecks Verarbeitung von Bulkmaterial. Ein wahrer Erfahrungsbericht. Gesucht - gefunden in Homberg EFZE/Kassel. Investor reist mit Sachverständigen per Zug an: im ICE von Zürich. Komplett-Ausfall schon in Aarau. Dann Weiterfahrt im Ersatzzug nach Basel und nächster ICE- klitzekleine (2h Verspätung). Besichtigung vor Ort. Bahnanschluss da! Passt! Vertragsunterzeichungen für sofortigen Start hängt noch vom Nachweis des funktionierenden Bahnanschlussees ab. Mehrere Besuche, dann Sendepause! Die Wahrheit nach eigener Recherche des Investors: Das Gleis zum Areal gibts noch (Privatboden). Der Güterverkehr allerdings wurde bereits 2002 in Homberg Bhf eingestellt, einzelne Gleise zwecks Verkauf der Schienen längst abgebaut und mit Strassen überpflastert. Hä? Wir haben 2019! Auf eine glückliche und funktonierende Industrienation bis zur Katastrophe! ganzeinfach

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murrle01 20.01.2019, 11:14
346. Für Zugfahrten ..

Zitat von Bernd.Brincken
Da würde ich einen Transponder am Ende des letzten Wagens benutzen. Dazu noch Sensoren vor und hinter den Weichen. Wird die Weiche denn dann bisher von Hand umgestellt, oder passiert das automatisch von einem Leitsystem? Ausfälle wegen Stellwerks-Problemen sind (in NRW) ja leider auch häufig. Und da ist die Technik nun wirklich nicht kompliziert.
werden keine einzelnen Weichen gestellt, sondern komplette Fahrstraßen. Das erledigt der Fdl mit einem oder zwei Tasten. Alle weichen dieser Fahrstraße (Weg) stellen sich dann automatisch.
Das mit dem Transponder lässt sich nicht verwirklichen, schon gar nicht bei Güterzügen, bei denen die Wagenfolge oft verändert wird, was mit einem Transponder meines Wissens nicht möglich ist. Auch ist die Anzahl der Achsen entscheidend. "Fährt" nur eine Achse weniger aus dem Block als eingefahren ist, bleibt die Strecke gesperrt (Signale auf Halt) Danach wird eine Gleisfreimeldung geprüft.
Bevor Sie über die Technik eines Drucktastenstellwerks urteilen, sollten Sie sich so ein Stellwerk einmal genau "betrachten". Dazu hatte ich berufsbedingt mehrfach die Gelegenheit, und bin deshalb anderer Meinung. Eindringendes Wasser (Regen, Überflutungen oder Hochwasser), Blitzeinschlag oder Übertemperatur, führen zu ziemlichen Schäden, deren Behebung kompliziert und teuer ist, und kann meist nicht bei laufendem Betrieb gemacht werden.

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Bernd.Brincken 20.01.2019, 13:05
347. Stellwerk

Zitat von murrle01
Stellwerk .. Eindringendes Wasser (Regen, Überflutungen oder Hochwasser), Blitzeinschlag oder Übertemperatur, führen zu ziemlichen Schäden, deren Behebung kompliziert und teuer ist, und kann meist nicht bei laufendem Betrieb gemacht werden.
Aber wenn es mal zufällig kein Hochwasser gibt, sondern ganz überrrachend Frost .. klar, dann frieren die Weichen ein. Huch, was jetzt? Stillstand!
Passiert wohl an bestimmten Stellwerken jedes Jahr bei Frost wieder von neuem.
Das ganze Verhalten ist nicht davon geprägt, Fahren zu ermöglichen, sondern möglichst viele Gründe zu suchen, oder zu inszenieren, die es behindern.

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anark 20.01.2019, 15:19
348.

Es wäre doch mal interessant, eine fundierte Aufstellung der seit den 1990er Jahren "eingesparten" Aufwendungen im Vergleich zum gegenwärtigen Instandhaltungsrückstau und den infrastrukturell notwendigen Maßnahmen zu erstellen. Also liebe Redakteure, ihr habt und ja jahrelang die großen Vorteile der Privatisierungen verkauft, belegt das mal mit konkreten Zahlen!

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murrle01 21.01.2019, 01:36
349. Abgesehen davon....

Zitat von Bernd.Brincken
Aber wenn es mal zufällig kein Hochwasser gibt, sondern ganz überrrachend Frost .. klar, dann frieren die Weichen ein. Huch, was jetzt? Stillstand! Passiert wohl an bestimmten Stellwerken jedes Jahr bei Frost wieder von neuem. Das ganze Verhalten ist nicht davon geprägt, Fahren zu ermöglichen, sondern möglichst viele Gründe zu suchen, oder zu inszenieren, die es behindern.
die wichtigsten Weichen in den Bahnhöfen haben eine Heizung, ein längerer Heizstab ist am Schienenfuß befestigt. Wird aber meist aus Kostengründen? zu spät eingeschaltet...
Und Rückblick zur "alten" Bahn: Zu meiner Zeit gab es noch Menschen in den Bahnhöfen, auch in Güter und Rangierbahnhöfen, deren Tätigkeit es war, in Bereitschaft zu sein, um mit einem besenartigen Werkzeug, die Weichen von Schnee frei zu machen.
Diese anspruchsvolle Aufgabe hatte ich auch schon zu erfüllen, als ich noch nicht im Fahrdienst war. ( Gab dann immer Tee mit Schuss!!) An einem Extremwetter Wochenende wurde sogar Personal aus den Büros dazu verdonnert...
Können Sie sich das heute vorstellen?? Heute würde eine Firma bestellt, die es dann irgendwann macht. Aber Gott sei Dank werden wir vermutlich von solch Extremwetter verschont, bis auf wenige Ausnahmen, wie in diesem Winter im südlichen Teil der BRD.
Aber da wäre fegen und heizen sinnlos gewesen...

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