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Verspätete Züge, kaputte Technik, Personalmangel: Was bei der Deutschen Bahn alles sc
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Jahrzehnte des Missmanagements haben die Deutsche Bahn zum Sanierungsfall werden lassen. Die Probleme sind riesig - es dürfte Jahre dauern, sie zu lösen. Für Bahnchef Lutz ist das möglicherweise zu lange.

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maxi_stulz 17.01.2019, 09:17
40. Darauf ist selbst die Bahn schon längst gekommen

Zitat von b1964
Ich weiß, was bei der Bahn schief läuft: Die meisten Züge fahren nicht zu den Fahrplanzeiten los und kommen nicht zu den Fahrplanzeiten an. Wenn man sich das erst mal klar gemacht hat, dann scheint etwas mit den Fahrplänen nicht zu stimmen... Das war jetzt so trivial, dass es den Bahnstrategen leider nicht eingängig ist. Darum verkünde ich meine Weisheit auch kostenlos und öffentlich, weil sie bei den Bahnstrategen ohnehin niemand interessiert.
Das Stichwort ist "Deutschland-Takt ". Einfach mal danach suchen.

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rosinenzuechterin 17.01.2019, 09:21
41. (Un)pünktlichkeit ist doch gar nicht so sehr das Problem

Die Bahn war auch früher selten pünktlich, doch früher hat mich das weniger gestört. Man hat einfach eine Zeitreserve eingeplant und gut war. Weswegen ich nicht mehr Bahn fahre, ist vielmehr die völlige Unklarheit der damit verbundenen (mittlerweile zu hohen) Kosten. Wenn ich Zug fahren wöllte, will ich mich nicht mit dem Tarifdschungel auseinandersetzen müssen. Das müsste radikal einfacher und wieder billiger werden, damit mehr Menschen mit der Bahn zufrieden sind. Ob es so sinnig ist, mehr Menschen zum Zugfahren zu animieren, bezweifle ich, wenn es jetzt schon vorkommt, dass Züge nicht weiterfahren, weil zu viel Menschen drin sitzen. Vielleicht sollte man das Management der Deutschen Bahn der SNCF übertragen und die hochinnovativen, aber unzuverlässigen ICE durch die robusteren TGV ersetzen. In Frankreich hat man das Bahnwesen gefühlt deutlich besser im Griff.

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eugler 17.01.2019, 09:22
42. endlich Privatisierung!

Katastrophale Zustände! Die Bahn muss endlich privatisierz werden! Oder, moment mal, ist sie ja schon und das Einzige was sich geändert hat ist die schöner Fassade... und ... vorher konnte man von A nach B nach C fahren und heute bezahlt mein ein Vermögen um von A nach B zu kommen um dann vor einer fehlenden Strecke nach C zu stehen, ein weiteres Vermögen für ein Taxi zu verschleudern, um sich dann darüber im Klaren zu sein, dass man das nächste Mal lieber gleich mit dem Auto fährt.
Privatisierung mag sich für Investoren und für die Autoindustrie rechnen, aber für den Steuerhaushalt, die Benutzer (Steuerzahler und zukünftige), die Umwelt und die Volkswirtschaft ist es Raub.

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meander6 17.01.2019, 09:23
43. Schade, der Redakteur hat wenig Wissen zur Bahn...

Wo liegen die Probleme der Bahn? Unter anderem in der Ideologie der Privatisierung, einem Auto dominanten Verkehrsministerium in Händen der CSU (wobei der SPD-Minister davor auch nicht besser war) sowie den Geldverbrennungsmaschinen BER und S21. Also vor allem in der Politik und der medialen Verwertung dieser Politik.

Personenfernverkehr, Güterfernverkehr sowie Regionalverkehr arbeiten seit Jahren in Konkurrenz zueinander. Die Netz-AG der Bahn ist gleichzeitig im Eigentum der Bahn, die dann diese Netz im Wettbewerb mit anderen selbst nutzt oder sich mit Verkehrsverbünden teilen muss, die eigenständig den Regionalverkehr auf diesem Netz organisieren. Im Personenfernverkehr bin ich dann als Reisender direkt Kunde der Bahn, im Regionalverkehr aber sind die Verkehrsverbünde der Kunde der Bahn. Für Ausfälle im Fernverkehr wird dann der Reisende ggf. entschädigt, im Regionalverkehr spart durch die Strafen der Verkehrsverbund und damit Länder wie Kommunen Steuergelder.

Schienennetz: da ist nicht der Abbau von Strecken das Problem (zumindest nicht wesentlich), denn das waren ja Strecken, die kaum benutzt wurden. Aber es mangelt doch seit 40 Jahren am Ausbau des Bahnnetzes. S21 blockiert weiterhin den Ausbau der Schnellbaustrecke im Süden und Südwesten, die eigentlich schon vor 30 Jahren geplant wurde und von der Politik immer wieder behindert wurde, zuletzt eben durch S21. Der BER verschlingt zusätzlich Milliarden pro Jahr, die bei einem Bau eines 0815-Flughafens längst frei für andere Verkehrsvorhaben wären (auch wesentlich dem Ehrgeiz im Bundesverkehrsministerium und Kanzleramt von Schröder bis Merkel getrieben).

Die fehlenden Überholstrecken sind eher dem mangelnden Ausbau geschuldet. Auf der Alb kann man kein weiteres Gleis neben das bestehende legen. Nur eine alternative Fernstrecke abseits vieler Regionalbahnhöfe würde hier eine Entlastung bringen.

Mehdorns Preis- und Netzreformen sowie seine Art der Sanierung haben viel zu jenen Problemen beigetragen, die die Bahn heute hat. In den Bahnhofshalten fehlen oft Pufferzeiten. Die Sanierung mit der Gießkanne sowie der Kampf gegen die Gewerkschaften haben den Job bei der Bahn unattraktiv werden lassen, und das zu Zeiten, in denen wir über den kommenden Fachkräftemangel geredet haben. Jetzt ist er da, der Fachkräftemangel, selbst geschaffen und organisiert durch die von der Politik genau so beauftragte alte Führung. Da hat einfach niemand über die Konsequenz des eigenen Handelns nachgedacht.

Und nun haben wir einen Selbstdarsteller als Verkehrsminister. Also wieder keine Lösungen aber viel Show um nichts. Denn wird die Schalterhalle des BER endlich abgerissen und dagegen tradionell gebaut, die Idee von einem einzigen Flughafen in einer Metropole wie Berlin endlich aufgegeben oder Gelder für die Bahn statts für die Straße umgeschichtet? Das kann ja nur der Minister mit dem Parlament, aber niemand im Bahnvostand tun und entscheiden. Scheuer also muss handeln und nicht den Vorstand der Bahn ständig am Handeln durch seine Haushaltspolitik behindern.

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ford.prefect 17.01.2019, 09:23
44. Netz abtrennen

Das Streckennetz ist bei der Bahn wie bei der Straße Aufgabe des Staates. Das muss der Staat nach gesellschaftlichen Erwägungen ausbauen, nicht vorrangig nach wirtschaftlichen. Dazu muss dieser Bereich eigenständig sein (Behörde) und auch nicht kostendeckend arbeiten. Die darauf verkehrenden Züge können dann von einer staatlichen Bahn, einer privatisierten Bahn AG oder sonstigen Unternehmen betrieben werden, die dann eine Benutzungsgebühr für die Strecke zahlen. Die kann auch unterschiedlich hoch sein, je nach Attraktivität der Strecke.

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pipipupu 17.01.2019, 09:27
45. Macht keinen Spaß.

Seit Neujahr wieder im Besitz einer BahnCard, da die wöchentliche Fahrt von 450 Km pro Richtung zu einem Kunden mit dem Auto zu anstrengend wurde. Sind also sechs Fahrten in diesem Jahr gewesen, von den nur eine pünktlich war, vier mit einer Stunde Verspätung, eine mit 2,5 Stunden. Bei zwei Fahrten war kein Bistro Personal vorhanden bei einer mussten die umliegenden Waggons geräumt werden, da anscheinend Gas aus dem Bistro austrat. Es macht definitiv keinen Spaß. Ein paar Fahrten mache ich noch, damit sich die BahnCard rentiert hat und dann landet sie im Müll.

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goggo64 17.01.2019, 09:28
46. Die Bahn ist nur ein Symptom dafür ...

... dass Deutschland seine beste Zeit hinter sich hat. Die Verantwortlichen Politiker (außer Schröder) haben nicht an die Zukunft des Landes sondern an die nächste Wahl gedacht.

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Robert_Rostock 17.01.2019, 09:29
47.

Zitat von Ontologix II
... seit über einem Dutzend Jahren die Chefetage des Kanzleramts? Ja, genau die. Und die wollte 2007 die Bahn privatisieren, die durch Einsparungen für potenzielle Aktionäre attraktiv gemacht werden sollte.
Wie bitte?!
Die Privatisierung der Bahn wurde 1994 mit der Bahnreform beschlossen. Da war noch Kohl Kanzler.

Und es war die Zeit von Bahnchef Mehdorn, wo die DB unbedingt an die Börse gebracht werden sollte, wohlgemerkt von der Politik so gewollt. Mit den bekannten desaströsen Folgen.

Mehdorn wurde 1999 Bahnchef. Da hieß der Bundeskanzler Schröder.

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Fantastic 17.01.2019, 09:30
48. Die Bahn

Die eine Lösung "Privat" oder "Staatlich" gibt es leider nicht. Vor langer Zeit begann die Diskussion um die Privatisierung wegen der schlechten Performance der Staatsunternehmen und der erforderlichen sehr hohen Zuschüsse. Damals waren die Beschäftigten dort auch noch unkündbare Beamte.
Vieles ist schlecht gelaufen, manches aber auch gut. Bei Vergabe von Autobahnbauten an "Private" gegen Abtretung der (zukünftigen) Mautgebühren wurden diese sehr schnell fertig gestellt.Zudem hat es den laufenden staatlichen Haushaltsplan nicht belastet.
Auch in öffentlicher Hand verbliebene Vorhaben sind teilweise extrem schiefgelaufen. Siehe BER. Dort hatte der Berliner Bürgermeister gesagt, das können wir selbst besser und günstiger. Das Ergebnis kennt jeder.
Konnte man das in jedem Einzelfall vorher wissen? Hinterher ist man natürlich schlauer. Das Facit kann nur lauten: Vorher genauer die Folgen abschätzen und auch mal auf die Erfahrungen im Ausland schauen. Das Rad muß niemand erneut erfinden.

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maxi_stulz 17.01.2019, 09:31
49. Mit Missmanagement kann man das nicht alles erklären

Es ist doch politisch auch gewollt und dort sollte man ebenfalls nach den Gründen suchen und diese abstellen. Die Bahn ist zu einem Selbsbedienungsladen geworden. Inkompetente Menschen wie Pofalla mit einem eigens geschaffenen hoch bezahlten Vorstandsposten zu versorgen ist eines der vielen Zeichen dafür. Vielen Dank an Frau Merkel dafür. Blender und Lobbyisten haben aus der Bahn einen Trümmerhaufen gemacht. Und die Politik hat es zugelassen und sogar gefördert.

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