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Verspätete Züge, kaputte Technik, Personalmangel: Was bei der Deutschen Bahn alles sc
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Jahrzehnte des Missmanagements haben die Deutsche Bahn zum Sanierungsfall werden lassen. Die Probleme sind riesig - es dürfte Jahre dauern, sie zu lösen. Für Bahnchef Lutz ist das möglicherweise zu lange.

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spaceagency 17.01.2019, 09:31
50. maxistulz - Deutschland Takt

es wäre besser den einfach Taktfahrplan zu nennen, denn Deutschland Takt kann schnell ein peinliches Synonym werden. Einen Takt proklamiert man nicht sondern organisiert ihn. Das braucht Fähigkeiten, Geld und moderne Infrastruktur (alles nicht vorhanden). Sonst wird schnell ein Desaster und dann lachen alle über den Deutschland Takt

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kenterziege 17.01.2019, 09:35
51. Der Beitrag ist gut beschrieben....

Für eine Familiengeschichte recherchierte ich gerade über die Deutsche Reichsbahn im Jahr 1944. ich war Bass erstaunt, wie regelmäßig und relativ pünktlich die Bahn trotz der Parole "Erst siegen - dann reisen" damals unterwegs war. Offensichtlich war es damals noch eine Ehre Bahner zu sein.
Heute werden in weiten Berichen Techniker und gestandene Bahner durch viele Bachelors ersetzt. Die Bestimmer werden mehr und die Macher weniger. Das ist überall so - aber bei der Bahn fällt es auf.
Aber auch die Fahrgäste sind heute anders. Verstopfte Toiletten sind eher eine Frage der fehlerhaften Benutzung. Disziplin ist ein Fremdwort.
In jedem Fall hat die Bahn eine Herkules-Aufgabe vor sich. Leute, wie Pofalla sind da völlig fehl am Platz.

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iceyyo 17.01.2019, 09:35
52. die DB

ist einfach das unwirtschaftlichste Unternehmen der erde.. normalerweise hätte sie schon lange dicht machen müssen. jede Privatbahn kommt mit einem Bruchteil des Personals zurecht. (im Verhältnis betrachtet) eine reinste Frechheit. zum Glück muss ich nicht oft Bahn fahren, aber wenn dann verspätet. oder tolle Infos wie steigen sie in den ICE nach München, wo kein Mensch mehr reinpasst, fahren sie eine Station und warten sie dann auf den ICE nach Frankfurt, der nicht wie geplant von HH los fährt...

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kalim.karemi 17.01.2019, 09:36
53. nach drei ICE Fahrten in dieser Woche

bin überall, zwar nicht pünktlich, jedoch so, dass ich es zu den Terminen geschafft und Anschlüsse erreicht habe. War einmal knapp, bin mir auch dessen bewusst, dass ich einfach nur Glück hatte. Die Ansagen im Frankfurter Hbf, lauteten ICE XYZ heute anstatt 16.40 um 17.25, gefühlt war meiner der Einzige welcher pünktlich abfuhr. Dafür hat es die Bordbistromannschaft nicht aus geschafft, weil deren Zug aus Köln nie in Frankfurt ankam, gab halt nichts zu essen und zu trinken. Ist in der ersten Klasse ärgerlich. Flüge der LH sind meiner Erfahrung nach fast immer pünktlich, was zum Essen gibts in der Lounge, Getränke an Bord. Die Bahn muss sich strecken um für Reisende interessant zu bleiben. Es kann nicht angehen, dass es zum Glücksspiel wird, ob ich mein Ziel in der geplanten Zeit erreiche. Da ist selbst die BAB vorhersehbarer. Und komme mir bitte keiner mit, na dass fahre doch einen Zug früher. Früher fährt keiner ihr Schlaumeier, es sei denn ich fahre einen Tag vorher.

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kenterziege 17.01.2019, 09:37
54. Gut!

Zitat von abcd63
Leider hat sich eine Kaste von Managern herausgebildet, die heute im Automobilbau, morgen im Lebensmittelhandel und übermorgen bei der Bahn ihr Unwesen treiben. Die Führungsinstrumente bei diesen Herrschaften sind überall gleich: Excel-Tabellen mit maximaler Kosteneffizienz. Hinzukommen noch die tollen externen Berater, die sich in endlosen Meetings erst einmal erklären lassen müssen was eine Eisenbahn ist und dafür dann auch noch hohe Rechnungen schreiben. Was kann man von diesen Typen erwarten? Man braucht in der Unternehmensleitung EISENBAHNER und nicht abgehalfterte Politiker oder gescheiterte Manager. Das A und O bei der Bahn sind ausreichende Kapazitäten und Reserven. Lässt sich aber in Excel nicht gut darstellen. Also wird das auch in Zukunft nichts werden.
Da liegt der Hund begraben. Durchgehärtete Karrieren von unten nach oben gibt es nicht mehr!

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kayakclc 17.01.2019, 09:37
55. Den Überblick verloren

Haben alle Akteure: Politik, Management und Gewerkschaften. Jeder denkt nur an seine persönlichen Interessen, und vergiesst das Ganz im Auge zu behalten. Die Lokalpolitik der Abgeordneten will, dass an jeder Milchkanne der ICE hält, und vielleicht in einem Takt, das das Schienensystem nicht hergibt. Das Management verhandelt mit der Politik, und ist auch Weisungsgebunden, weil der Bund immer noch alleiniger Eigentümer ist. Also gehört zu Jobbeschreibung auch mache poltischen Ziele umzusetzten, die aber dem Unternehmen als ganzes Schaden. Es wäre daher sinnvoller, wenn die Politik sind endlich aus der Bahn zurückzieht. Und die Gewerkschaften treiben die Personalkosten in jeder Streikrunde höher. Am Ende gibt es den Dreiklang aus Produktionssteierungsversuchen, Preiserhöhungen und Personalabbau, mit dem das Managment reagiert, um die Defizite nicht zu groß zu machem. Da wäre einfach sinnvoller der Bevölkerung zu erklären, dass das Verbindungsnetz ausgedünnt wird und unwirtschaftliche Strecken geschlossen. Es mag zwar politisch wünschenwert zu sein, Nebenstecken vorzuhalten, aber es macht keinen Sinn, teuere Züge, teueres Personal vorzuhalten, nur weil drei vier Leute in einem Zug von Hintergroßhausen in die Großstadt fahren wollen. Leider fehlt da bei vielen die Einsicht. Jeder will hohe Löhne verdienen, aber hohe Ticketpreise will keiner bezahlen. Japan hat da ein anderes Arbeitsethos beim Personal, daher nicht mit Deutschland vergleichbar.

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nuckingfuts 17.01.2019, 09:37
56. es stimmt

Ich habe selber vier Jahre bei der DB gearbeitet. Und es stimmt, ein Großteil der Mitarbeiter hat innerlich gekündigt. Das Schlimme daran ist, dass auch die Neuen diese Haltung übernehmen. Während der Ausbildung hab ich sehr viel darüber gelernt, wie man sich vor der Arbeit drücken kann, dafür umso weniger, wie ich meinen Job richtig machen soll. Die Meisten meiner Azubi-Kollegen, auch solche von anderen Unternehmensteilen, haben Ähnliches berichtet. Die Bahn wird es so nie schaffen ordentliches Personal aufzubauen. Übrigens sind die Mitarbeiter der DB nach zwei Jahren praktisch unkündbar. Sprich man wird die unmotivierten Mitarbeiter mit katastrophaler Arbeitmoral auch nicht los.

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beathovenr66 17.01.2019, 09:39
57. Lutz das Problem ?

Ich glaube nicht, dass Lutz das Problem ist. Hier fallen mir als Erste die unfähigen Verkehrsminister der CSU ein.
Ein Herr Dobrindt setzte die unsägliche Maut als Priorität und "vergass" dass es Schienen gibt. Der Kollege
Scheuer setzt diese Armutspolitik ungeniert fort und erdreistet sich zudem, Herrn Lutz einzubestellen, um dessen
Pläne zu hören. Eine Bankrotterklärung der Politik, die UNSERE Bahn kaputtgespart hat und nun die Schuld auf das "Opfer" abschiebt. Motto "Oh, da ist mir jemand ins Messer gelaufen". Es gilt zu investieren, an Technik und Personal. Hier in Hessen hat sich vor Wochenfrist ein einziger Fahrdienstleiter krank gemeldet und Tausende
Pendler standen frierend auf dem Bahnsteig, ausgefallene Züge erwartend. Nein, der Fisch... aber das ist ja
bekannt...

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ofelas 17.01.2019, 09:39
58.

Zitat von anja-boettcher1
"Privatisierung" (ergo dadurch, dass der Gesellschaft ihr Eigentum geklaut und privaten Kapitalisten in den Rachen geschmissen wurde) sooo viel besser und effizienter gemacht werden sollte,
Grossbritannien ist das beste Beispiel. Teuer, spät, oft unbequem und der Steuerzahler pumpt Gelder in das Schienennetz aber die Unternehmen holen sich die Gewinne

Um die Bahn zu privatisieren haben die Regierungen BR 15 Jahre unterfinanziert, das Ergebnis waren Zustände wie hier für die DB beschrieben.

Dann hat man gesagt "es ist einfach kein Geld da", die aufgehäufte Summe war gewaltig

Die Bevölkerung hatte die Nase voll, und die Medien haben das hohe Lied der Privatisierung gesungen

PS So soll es bei aller Infrastruktur geschehen....

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tim_struppi 17.01.2019, 09:40
59.

Ohne Zweifel gibt es bei der Bahn viele Probleme und viel zu verbessern. Man sollte das aber mal alles etwas relativieren: Kürzlich sah ich bei Youtube eine alte Dokumentation über die Bahn aus den Anfang der 70er Jahren. Dort wurde all das bemängelt, worüber wir uns heute auch aufregen: Unpünktlichkeit, viele Baustellen, Langsamfahrstellen, zu viel Bürokratie und ein Wust an unübersichtlichen Vorschriften, defekte und ungepflegte Züge, veraltete Technik. Offensichtlich war also auch in der "guten alten Zeit" (TM) nicht alles so super bei der Bahn, wie heute ja gerne behauptet wird und die Probleme bestehen seit Jahrzehnten und nicht erst seit der Ära Mehdorn. Auch der hier im Artikel genannte Streckenabbau ist meines Erachtens nicht ursächlich für die Probleme, denn es wurden größtenteils unrentable Industriegleise und Nebenbahnen abgebaut und keine Überholgleise an den Hauptstrecken.

Ich wundere mich auch immer über die unterschiedliche Beurteilung verschiedener Verkehrsmittel hinsichtlich der Pünktlichkeit: Hat die Bahn 5 oder 10min Verspätung, dann regen wir uns auf und erwarten, dass die Bahn gefälligst nach Fahrplan fahren soll. Dauert eine Autofahrt oder ein Flug 5 oder 10min länger als geplant, dann regt sich kein Mensch darüber auf, im Gegenteil, viele freuen sich eher, dass sie gut durchgekommen sind.

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