Forum: Wirtschaft
Verstopfte Städte, verpasste Lieferungen: Deutschlands Ärger mit dem Paket-Boom
DPA

Drei Milliarden Pakete verschicken die Deutschen pro Jahr - Tendenz stark steigend. Die negativen Folgen des Trends: blockierte Straßen, verpasste Lieferungen, frustrierte Kunden. Gibt es Abhilfe?

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monolithos 09.12.2017, 12:42
180. Parkraumbewirtschaftungskonzept und DDR-Wochen

Mal abgesehen davon, dass auch ich nicht nachvollziehen kann, wieso DHL, Hermes & Co. die Straßen mehr verstopfen sollen als viele, viele Einzelautos, die sich auf den Weg machen, um die Verödung der Einkaufszonen in den Innenstädten zu verhindern: Ich kaufe auch, wenn es irgendwie geht, alles online ein. Ich habe es nämlich einfach satt, mich in die Stadt zu stauen, dort einen halben Stundenlohn in einen Parkscheinautomat zu stecken, um mir dann im Geschäft meiner Wahl die Bestätigung abzuholen, dass es das, was ich kaufen wollte, hier und heute gerade nicht gibt. Mit dem Onlinekauf spare ich mir also mehrere Probleme: Zu einem die Teilnahme an der geschäftsübergreifenden Langzeit-Verkaufsaktion "DDR-Wochen" ("Hammwa grade nich do"), zum anderen die Abzocke der Lokalpolitiker, die in abendlichen Stadtratssitzungen beschließen, über noch höhere Parkgebühren für Innenstädte den Kunden das Missfallen über ihre Anwesenheit unmissverständlich zum Ausdruck zu bringen ("Parkraumbewirtschaftungskonzept"). Alter Handel in alten Städten ist einfach tot.

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frenchie3 09.12.2017, 12:47
181. @52 Das Doppelte in Frankreich?

Öhem, bei wem? Die Zustellkosten variieren bei jedem Verkäufer, von Null bis erträglich. Wenn mir das zu teuer erscheint laß ich es eben

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constractor 09.12.2017, 12:53
182.

Das Problem würde sich ganz einfach durch eine 50 Euro Paketsteuer auf jedes paket erledigen.
Damit würden sich der Dreck und der Verkehr durch die Sprinter (zumeist DIESEL!!!) verringern. Gleichzeitig werden die Innenstädte wieder belebt weil mehr Menschen dort einkaufen werden. Ganz zu schweigen davon das diese Menschen auch mal wieder unter Leute kommen und nicht in ihren Wohnungen vereinsamen.
Der Onlinehandel hat unser Land zerstört.

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Bernd.Brincken 09.12.2017, 12:56
183. Organisation

Zitat von ihss
Allgemein gilt: Würden Logistikunternehmen wie DHL endlich mal ihre Boten vernünftig entlohnen, wären die auch motivierter und freundlicher.
Das ganze Zustellgeschäft könnte für alle Beteiligten - Paketboten, Empfänger, Versand- und Frachtunternehmen - kostengünstiger, schneller und weniger stressig sein, wenn es richtig organisiert wäre.
Wenn die Verkäufer vom Internet profitieren, könnten es die Paketdienste auch: Rechtzeitige Benachrichtigung über die Zustellung, per Email oder SMS, genaue Angaben des Empfängers wer wo wann das Paket annimmt, und was passiert, falls niemand angetroffen wird.
Als Anreiz könnte man den Empfängern zB Bonuspunkte anbieten, für eigene Versendungen o.ä.

Was jetzt passiert, ist ein Wirrwarr von undurchsichtigen Prozessen, mal wird vorab per Email benachrichtigt, mal gar nicht, mal zu spät. Eine vorhandene Paketbox wird mal benutzt, mal nicht.
Dann wird das Paket in einer weit entfernten Filiale gelagert, für die man mit PKW 45 Min durch die Stadt unterwegs ist.
Irgendein geordnetes Qualitätsmanagement - Pustekuchen.
Beschwerden müssen einzeln am Telefon durchbuchstabiert werden, Vorgangsnummer gibt es oft nicht, und das nächste Mal hat niemand etwas gelernt.
Das gilt für _alle_ Dienste, aber leider auch für DHL, die als Platzhirsch noch historisch bevorteilt sind.
Das wäre schon ein Thema für ein staatlich gesteuertes Qualitätsmanagement, denn die Dienste selbst kriegen es auch nach X Jahren Erfahrung einfach nicht auf die Reihe.

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großwolke 09.12.2017, 12:58
184. Das geht alles am Problem vorbei

Das Grundproblem bei der ganzen Geschichte besteht doch darin, dass die Logistiker für den "falschen" Kunden arbeiten, sie werden nämlich von den Versendern angeheuert und bezahlt. Was der Empfänger sich wünscht, was er bereit ist mitzumachen oder eben auch nicht, das kriegt die Industrie nur mühsam heraus. Was wir brauchen, ist eine gesetzliche Regelung, durch die es für den Online-Handel zur Pflicht wird, die Auswahl des Versand im Detail dem Kunden zu überlassen. Nur so kann der Dialog zwischen den Verursachern des Problems und denen, die es lösen können, ins Rollen kommen. Ich meine, mal im Ernst: Kofferaum-Lieferungen, ferngesteuerte Türschlösser? Wer glaubt denn ernsthaft, dass sich sowas durchsetzen könnte, vor allem im vorsichtigen, technik-skeptischen Deutschland? Auf sowas kann man nur kommen, wenn man keinen Schimmer hat, wie die Leute ticken.

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forumgehts? 09.12.2017, 12:59
185. Sie

Zitat von zensurgegner2017
Wahrscheilich haben Sie auch gar kein Interesse daran zu überlegen, wieso es "früher" viel weniger Paketzustellungen, dafür viel mehr Einzelpersoneneinkaufsfahrten gegeben hat Und genau deswegen werden die Gestrigen auch Morgen gegen den Konsum schimpfen, und das Onlinebestellwesen als Quelle des "Voll und dreckigen Innenstädte" beschimpfen
haben das Problem nicht begriffen. Es handelt sich hier nicht um die Innenstädte sondern um die Wohngegenden, wo die Anwohner oft ihre Wohnung nicht erreichen können, weil die engen Strassen nicht auf den stehenden Verkehr eingerichtet sind. Beste aber unrealistische Gegenmassnahme: Verstärkte Überwachung, teure Strafzettel, die von den Lieferfirmen, nicht von den Fahrern getragen werden müssten. Da die Firmen diese Kosten sehr bald in ihren Tarifen berücksichtigen würden, hätte der Spuk ein rasches Ende. Falls nicht, wäre dies eine elegante Methode der Personalfinanzierung der Polizei.

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zensurgegner2017 09.12.2017, 13:03
186.

Zitat von constractor
Das Problem würde sich ganz einfach durch eine 50 Euro Paketsteuer auf jedes paket erledigen. Damit würden sich der Dreck und der Verkehr durch die Sprinter (zumeist DIESEL!!!) verringern. Gleichzeitig werden die Innenstädte wieder belebt weil mehr Menschen dort einkaufen werden. Ganz zu schweigen davon das diese Menschen auch mal wieder unter Leute kommen und nicht in ihren Wohnungen vereinsamen. Der Onlinehandel hat unser Land zerstört.
Das ist eine ganz hervorragende Idee !!!!! (auch 5 Ausrufezeichen, damit es jeder sieht)
Achtung: Ironie off

Frage: Wie kommt denn die Ware in das Fachgeschäft?
Frage 2: Wie kommen denn die bisherigen 160 Onlinebesteller, die ein DHL Fahrzeug pro Tag anfährt, nun als Offlinekäufer in die Stadt?
Mit einem 160 Personen fassenden Bus? oder mit 160 Fahrzeugen?

Zum Thema Menschen vereinsamen...da gibt es sicherlich bessere Lösungsmethoden als Onlineshopping zu besteuern

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Anonymus post Dionem 09.12.2017, 13:06
187.

Zitat von MütterchenMüh
Wenn das mit den Behinderten-Parkplätzen schon definitiv nicht funktioniert , ist es sehr unwahrscheinlich, dass das mit den Buchten für die Paketautos funktioniert.
Da geb ich ihnen natürlich recht. Aber dagegen gibt es ein bewährtes Mittel: rigoroses Abschleppen. Direkt gegenüber bei mir an der Straße gibt es auch einen Behinderten-Parkplatz. Eine Zeit lang wurde er einfach zugeparkt. Nachdem sich jemand den kleinen Aufwand gemacht hat und immer schön das Ordnungsamt informiert hat und der Abschlepper mehrmals hier war ist der Parkplatz jetzt immer frei ^^

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OskarVernon 09.12.2017, 13:07
188.

Zitat von frenchie3
Ist der gleiche Artikel bei Amazon Schrott während er im Einzelhandel erste Sahne ist?
Im Geschäft weiß ich vor dem Kauf, ob der Artikel wirklich genau meinen Wünschen entspricht, passt und unbeschädigt ist, womit die allermeisten Reklamationsgründe schlicht wegfallen. Und es sind vor Ort Alternativen verfügbar: Zuletzt bei einem Paar Schuhe, die bei der Onlinerecherche toll aussahen, sich aber beim Anprobieren als unbequem erwiesen haben.
Im Laden hab ich mir daraufhin einfach andere Schuhe ausgesucht, online hätte ich Umtriebe mit der Retoure gehabt, mir mit erneutem Risiko eines Fehlgriffs andere aussuchen, bestellen und nochmal darauf warten müssen.
Der qualifizierte Einzelhandel hat auch seine Vorteile.

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Anonymus post Dionem 09.12.2017, 13:08
189.

Zitat von krautrockfreak
Ein generelles Problem in Deutschland bzw. weiltweit. Jeder Mist wird hin und her gefahren oder Rücksicht auf die Folgen. Ein Paket sollte mindestens 10 Euro kosten und die Rücksendung müsste der Käufer tragen! Und schon wäre das Problem viel geringer.
Und auch an sie: In wie fern ist es den besser wenn sie mit ihrem privaten PKW wie auch 99 andere durch die gegen Cruisen um was einzukaufen als ein Transporter der 100 Leute beliefert? Sie sitzen hier einer Ente auf. Das ist Unsinn, dass es ein Verkehrsproblem mit Paketdiensten gibt.

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