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Verstoß gegen soziale Standards: Daimler trennt sich von Sarah Wiener
DPA

Der Autokonzern Daimler hat nach SPIEGEL-Informationen seine Verträge mit Firmen der Fernsehköchin Sarah Wiener beendet. Der Grund: Mitarbeiter sollen dort mehr als zehn Stunden täglich gearbeitet haben.

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Fettnäpfchen 29.12.2014, 11:00
160. Bigotterie ist das Zauberwort von Wirtschaft und Politik

Es ist immer dasselbe. Es wird selbst Wein getrunken und für die anderen Wasser gepredigt. Daimler und Sarah Wiener kann man getrost in einen Topf werfen. Andere "berühmte" Fernsehköche predigen über Bio-Qualitätsfleisch und machen Fernsehwerbung für Unternehmen, die gerade das nicht in ihrem Fleisch haben, sondern vielmehr schlechte Qualität und noch schlechtere Arbeitsbedingungen bieten.

Heutzutage ist Bigotterie angesagt. Daimler hat mal Qualitätsautos produziert. Jetzt obliegt die Qualitätskontrolle dem Kunden. Das ist allemal kostengünstiger, als selbst eine Qualitätskontrolle im eigenen Werk zu etablieren. Übrigens gilt das für alle Automobilherstellter. Gleich und gleich gesellt sich gern, ob Sarah Wiener und Daimler oder bei anderen. Hauptsache, der Verbraucher wird hinter's Licht geführt und die Dividenden für die Aktionäre/der eigene Profit stimmen. Ist doch alles eigentlich ganz einfach....

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Garum 29.12.2014, 11:03
161. Teildienst

Zitat von objection
Vielleicht hat das ja damit zutun, dass in der Gastronomie nur zu bestimmten Zeiten Bedarf herrscht. Bei einem Restaurant das Mittagstisch und Abendessen serviert, wird das Kuechenpersonal gegen 10 Ihr eintreffen, die Bedienung kurz vor Oeffnung. Dann bis gegen 3Uhr arbeiten. Kluegere Gastronomen schliessen jetzt fuer zwei Stunden, und machen gegen 5 Uhr wieder auf. Schliesszeiten werden verschieden sein, also heisst das fuer die Kueche je nach Lage zwischen 9-12 Stunden Arbeitszeit. Zwei Schichten lohnen sich garantiert nicht - weder fuer Arbeitgeber noch Arbeitnehmer. Fuer den Gastronom besteht das Problem, eine gleichmaessig gute Qualitaet zu halten, fuer das Kuechenpersonal auf genuegend Stunden zu kommen, dass es sich lohnt. Mich wuerde wirklich interessieren, wie sich unsere Amateurkommentatoren die Schichtteilung vorstellen. Bei einer 10 Stunden Schicht mit Ueberstunden springt dann wenigstens etwas heraus. Die Gastronomie ist generall eine harte Branche, da man die Preise nur anheben kann, wenn es genuegend Kunden gibt, die auch bereit sind zu zahlen. Das klappt nun mal nicht, wenn sich Oma Frieda zwei Stunden lang am Mineralwasser festhaelt und dabei eine Suppe schluerft.
Das nennt sich in der Gastronomie Teildienst.
Wird sehr häufig betrieben.
Meist von 10 Uhr -14 Uhr und von 18 Uhr bis 22 Uhr.
Abweichung sind möglich.Für den Arbeitnehmer heißt es nicht selten 2 mal am tag an und abfahrt.Und natürlich ist man auch nicht immer pünktlich fertig.Wenn ein Gast erst um 13 Uhr 45 kommt dauert es auch schon mal länger.Gastronomie die sehr viel frisch macht und noch selber alles kocht kann meistens auch Schichtdienst anbieten,ist allerdings sehr selten geworden.In einer guten Küche gibt es immer was zutuen.

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zeisig 29.12.2014, 11:25
162. Bravo Daimler !

Einer muß ja mal anfangen, das Arbeitsschutzgesetz ernstzunehmen. Daimler hat wie jeder verantwortungsvoll gefühte Betrieb Ethik- und compliance- Richtlinien, die es einzuhalten gilt. Genau das tut Daimler hier und wird dafür kritisiert. Ich kann diese Kritik nicht nachvollziehen. Für mich hat das Handeln von Daimler hier Vorbildfunktion.

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bruno09 29.12.2014, 11:29
163. Schön, wie sich Daimler ein sauberes Gewissen erkauft.

Allerdings würde bei Daimler keine einziges Auto mehr vom Band rollen, wenn sie auch bei ihren Zulieferern auf die Einhaltung der 10-Stunden-Regel achten würden!
Outsourcing ist doch ein tolle Erfindung - Nicht!

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silas145 29.12.2014, 11:48
164.

10-Stunden-Schichten (und auch länger) sind in der Hotellerie normal und werden auch erwartet. Ich habe während meines Studiums im Hotel gearbeitet. Ich habe es sehr selten erlebt, dass jemand nach 8 Stunden nach Hause gehen konnte. Allerdings wurde man schon mal nach Hause gesckickt, wenn nichts zu tun war. Die Tage, an denen ich mehr als 12 Stunden gearbeitet habe, kann ich nicht zählen und ja, ohne Zuschläge auch am Wochenende ohne Zuschläge, Aushilfen bekommen in der Hotellerie nichts extra, auch kein Trinkgeld. Nur mal zur Info.

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bobinobaker 29.12.2014, 12:00
165. Kan ich nicht verstehen...

Zitat von querollo
Na, dann kennen wir ja jetzt auch den Grund für den jüngsten Agentur-Wechsel. Bei JvM wird ja auch gern mal länger als 10 Stunden gearbeitet. Wie man hört, auch von J und vM selbst.
Wenn ich Ihren Beitrag richtig verstanden habe,verteidigen Sie Frau Wiener..
Ich kann Ihrem Sarkusmus nicht nachvollziehen und lehne die Aussage darin natürlich rundum ab - das es in einem Gastronomischen Betrieb, sinngemäß: "normal und notwendig" ist Arbeitsrechtliche Vorschriften nicht einzuhalten.Wenn, so etwas hin und wieder einmal vorkommt in Ausnahmefällen ist das sicherlich ok , aber nicht wenn es zur Regel wird , wie anscheindend in dem Betrieb von Frau Wiener.Mit Iher Logik müßten Sie dann auch die Vorfälle bei Burger King und anderen verharmlosen oder negieren.Gerade Gastronomie Betriebe,Restaurants sind anfällig für Verletzungen des Arbeitsrechts zb.im Bereich der Mitarbeiter,(Lehrlinge) die sich in der Ausbildung, befinden.
Also, da sollte man nicht ständig ein Auge zudrücken,und sagen es geht nicht anders...

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spon-facebook-10000734904 29.12.2014, 12:41
166.

Zitat von spatzi
(...) Aktuelles Beispiel:Der Mindestlohn ab Januar. Wir müssen uns ab sofort Pausen aufschreiben, die wir gar nicht machen/gar nicht machen können, denn niemand kann Pause machen, wenn der Laden gerade brummt. Umfragen unter Kollegen in anderen Restaurants kämpfen mit denselben Problemen. Und: Vorbeugend hat der Chef erklärt: wenn wegen dieser Melde-Hotline für Verstöße gegen den Mindestlohn ab Januar eine Kontrolle kommt, dann wird die komplette Belegschaft ausgetauscht, wenn man den Schuldigen nicht findet. (...)
Dann soll der doch die ganze Belegschaft austauschen.
1. er wird es nicht machen, denn nachher hat er mehrere Prozesse vor dem Arbeitsgericht am Laufen. Womit will er die Kündigung begründen? Das wird für ihn teuer.
2. er kann es sich gar nicht leisten, die ganze Belegschaft auszutauschen. Wer soll die neuen Malocher einarbeiten? Soviel Zeit und Ressourcen hat er gar nicht. Bis den neuen alles genauso gut von der Hand geht wie den alten, vergeht wertvolle Zeit, die seine Gäste ihm nicht zugestehen.
Also ja nicht einschüchtern lassen.
3. man kann und soll über solche Chefs und deren Machenschaften im Internet berichten. Was glauben Sie, wie schnell ihm die Gäste wegbleiben?

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pierrotlalune 29.12.2014, 12:49
167.

Daimler zahlte jährlich mehr als 700.000 Euro an die SW Museumsgastronomie im Restaurant des Stuttgarter Mercedes-Museums und an die Sarah Wiener Bremen GmbH als Betreiberin der Gaststätte im Bremer Kundencenter. Dafür sollten die Firmen die Restaurants in Eigenregie betreiben.

Da bleiben bei mir große Fragezeichen: Wo ist die Eigenregie bei einem Zuschuss von 700.000 Euro. Verstehe ich nicht ganz. Ist doch ein gesponsertes Geschäft, muss man da noch viel tun? Ich frage weil ich auch selbstständig bin und leider nie in den Genuß kam von solchen nette Zusteckungen.

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klausbaerbel 29.12.2014, 13:19
168. Es gibt noch weit vorbildlichere Betriebe.

Zitat von zeisig
Einer muß ja mal anfangen, das Arbeitsschutzgesetz ernstzunehmen. Daimler hat wie jeder verantwortungsvoll gefühte Betrieb Ethik- und compliance- Richtlinien, die es einzuhalten gilt. Genau das tut Daimler hier und wird dafür kritisiert. Ich kann diese Kritik nicht nachvollziehen. Für mich hat das Handeln von Daimler hier Vorbildfunktion.
Schauen Sie zB mal in unsere Behoerden - da wird taeglich nur 2-3h gearbeitet.

Solange Fremde den Salat bezahlen, ist gut quatschen.

Und fuer uns alle zahlen in diesen Jahrzehnten die Chinesen. Aber auch das hat ein Ende.

Mitbuerger abzocken ist das Schluesselwort in dieser Gesellschaft.

Ich weiss noch, Chefeinkaeufer von Daimler Ende der Neunziger: "Ab naechsten Monatsersten berechnen Sie bitte fuer Ihre Leistungen 7% weniger. ALLE." Duerfte in einigen Unternehmen nicht nur das Weihnachtsgeld gekostet haben.
Die haben dort mit Moral und Ethik so gar nichts am Hut.

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Garum 29.12.2014, 16:47
169.

Zitat von spon-facebook-10000734904
Dann soll der doch die ganze Belegschaft austauschen. 1. er wird es nicht machen, denn nachher hat er mehrere Prozesse vor dem Arbeitsgericht am Laufen. Womit will er die Kündigung begründen? Das wird für ihn teuer. 2. er kann es sich gar nicht leisten, die ganze Belegschaft auszutauschen. Wer soll die neuen Malocher einarbeiten? Soviel Zeit und Ressourcen hat er gar nicht. Bis den neuen alles genauso gut von der Hand geht wie den alten, vergeht wertvolle Zeit, die seine Gäste ihm nicht zugestehen. Also ja nicht einschüchtern lassen. 3. man kann und soll über solche Chefs und deren Machenschaften im Internet berichten. Was glauben Sie, wie schnell ihm die Gäste wegbleiben?
Gastromitarbeiter vor dem Arbeitsgericht sind recht selten.Die meisten haben nicht das Geld für einen Anwalt.Wenn dem Chef die Gäste ausgehen hat keiner was davon.Dann haben alle keine Arbeit.Ein Teufelskreis.
Wichtig ist ersteimal das die Belegschaft zusammen hält und mal alle einen Tag zu Hause bleiben.Manchmal hilft sanfte Gewalt etwas.Der ein oder andere Chef ist dann vieleicht zu Gesprächen bereit.Einfach ist der weg aber nicht und es kommt auf die Betriebsgröße an.

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