Forum: Wirtschaft
Verteilungsdebatte: SPD will Sozialstaatsreform mit höheren Steuern für Reiche finanz
DPA

Die SPD spricht von einem "neuen Sozialstaat". Vorhaben wie Bürgergeld und Grundrente würden einiges kosten. Dafür wollen die Sozialdemokraten das Vermögen von Reichen besteuern.

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thermo_pyle 11.02.2019, 15:54
290. Der Vorschlag greift zu kurz

Der Staat erwartet von mir, dass ich roundabout 45 Jahre arbeite und Steuern für den Staat generiere. Ich erwarte vom Staat, dass ich nach 45 Jahren in den Ruhestand gehen kann und ein menschenwürdiges (!) Leben führen kann. Dazu müsste m.M.n. das Rentensystem komplett reformiert werden anstatt durch (polemische) Steuererhöhungsforderungen Wähler auf Zeit zurückzugewinnen. Jeder zahlt ein, jeder bekommt, wer mehr braucht zahlt zusätzlich, aber jeder kann im Alter davon existieren. Ab einem bestimmten Einkommen, besser, Vermögen ist man auf der Gewinnerseite (Geld kommt zu Geld), somit gehört das Steuersystem genauso reformiert, beispielsweise niedrigere Steuersätze als heute bei Streichung aller Abschreibungen. Also ein ehrliches Steuerrecht. Bei der Gelegenheit könnte oder müsste man auch gleich das KV-System reformieren, eine Versicherung für ALLE mit der Möglichkeit der Zusatzversicherung für besondere Leistungen, keine Sparmöglichkeit auf Kosten der Allgemeinheit (z.B. bei den Kosten für versicherte Flüchtlinge). Es IST genug Geld vorhanden, nur leider bereichern sich einige auf Kosten anderer, egal ob Sonderstellung von Staatsdienern oder dubiose Beraterverträge, bevorzugung von Konzernen durch Lobbyarbeit auf unser (fast) aller Kosten, etc. etc. ... Aber nee, Steuererhöhungen für Reiche, plakativ und eingängig beim durch (SPD)-HARTZ IV gebeutelten Wählervolk. Get lost ! Weg mit den alten Zöpfen, lasst jüngere (und ideenreichere) PolitikerInnen an die Spitze, egal ob Nahles oder Gabriel, Scholz oder Schulz...und lasst Schröder endlich mal außen vor, der in Sozimanier seinen GAZPROM-Job als Privatsache kaschiert aber als Altbundeskanzler vom Volk alimentiert wird und damit eben KEIN Privatmensch ist !

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Aberlour A ' Bunadh 11.02.2019, 15:57
291. Und wie soll unser reicher Unternehmer das bezahlen?

Transnationale-/Multinationale Konzerne haben den Sitz der Holding aus steuerlichen Gründen ohnehin in Liechtenstein oder den Niederlanden angesiedelt. Von daher ist dort ohnehin nichts zu holen außer der Gewerbesteuer - und die fällt kommunal an. Wie war das noch zu Zeiten von Helmut Kohl, als in Deutschland durch die Kohl-Regierung der blanke Sozialismus in Reinkultur regierte: Spitzensteuersatz 1982 bis 1990 bei 56 Prozent ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von mehr als 130.000 DM. In Worten D-MARK. Ab 1990 dann 53%. Bezüglich der Kapitalertragssteuer gab es drei unterschiedliche Steuersätze auf Gewinne: 25 Prozent auf Aktien-, 35 auf Wertpapiergeschäfte über die Bank und 30 Prozent auf besonders lukrative Zinseinkünfte. Und dazu kam noch die heute nicht mehr existente Vermögenssteuer. Wie haben die Unternehmer die 16 Jahre Kohl-Kanzlerschaft bei so viel sozialistischer Knechtung nur überleben können? Und noch was: Arm sein und sich arm rechnen können, sind zwei paar verschiedene Schuhe.

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spiegelleser987 11.02.2019, 15:58
292.

Zitat von martin2011ac
Wie schon letztens gesagt, wäre die SPD eine Aktie, ich würde jetzt kaufen. Das Thema Soziales, Schließung bzw Verringerung der Lücke zwischen Arm und Reich, z.B. durch Erbschaftssteuer,...
Erbschaftssteuer? Das habe ich Ende vergangenen Jahres von jemandem erfahren. Die Mieter mussten das Haus verlassen, weil die Mieten extrem gestiegen waren. Der Vermieter war gestorben und hatte das Haus nicht an eigene Kinder sondern an Verwandte vererbt. Da ist der Grenzwert für die Erbschaftssteuer extrem niedrig. Weil die Erben das Geld nicht hatten, mussten sie das Haus verkaufen. Und damit ging es mit gesetzlich festgelegten Sanierungen los und die Mieten stiegen extrem.

Ich kenne noch einen Firmenbesitzer, der gute Löhne zahlt. Das jährliche Geld investiert der immer in neue Maschinen und verzichtet auf Urlaubsreisen. Der hat schon überlegt, was er macht, wenn er sehr alt ist. Da will er kurz vorher Insolvenz anmelden, weil seine Kinder das Geld für die Millionen-Erbschaftsteuer garnicht haben.

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johnny_b 11.02.2019, 16:00
293.

Zitat von ich2010
na super, dann muss der Sohn das Einfamilienhäuschen der Eltern verhökern weil er sich die Erbschaftssteuer nicht leisten kann und muss weiterhin mit seiner Familie zur Miete wohnen. Nur weil man das Häuschen der Eltern erbt ist man noch lange nicht reich. Und von wegen "höherwertig", schon allein die Lage kann 100% Wertunterschied machen bei ansonsten gleichen Vorzeichen. Da ist ein 40 Jahre altes EFH in München Stadt bis eine Mio EUR und mehr wert, während das gleiche Häuschen irgendwo im Nirgendwo grad mal 100.000 EUR wert ist. Der ein hat Pech und muss verkaufen, während der andere einziehen kann... soll das etwas gerecht sein?!
In diesem Fall sollte es kein Problem sein, einen Kredit für die Finanzierung der Erbschaftssteuer mit dem Haus als Sicherheit aufzunehmen. Damit lebt der Erbe dann immernoch deutlich günstiger in dem geerbten Haus als wenn er es selbst erwirtschaftet hätte. Und wenn er nicht selbst dort wohnt dürften die Mieteinnahmen locker die Annuität für den Kredit tragen. Nach vielleicht 10 Jahren ist der dann getilgt und gut ist.

Problematisch sehe ich allenfalls Familienbetriebe. Hier müsste ggf. ein geringerer Steuersatz gelten oder sich dieser am entnehmbaren Gewinn orientieren, so dass er durch den Erben in einer realistischen Zeit aufgebracht werden kann, ohne dabei dem Unternehmen Investitionsmittel zu entziehen, bzw. dieses (teil)verkaufen zu müssen. Denn es ist nicht im Interesse, dass Firmenerben Teile des Unternehmens verkaufen müssen. Nachweislich wirtschaften Familienbetriebe über lange Zeit viel nachhaltiger, als wenn die Unternehmen an irgendeinen Investor verkauft werden.

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Olli Ökonom 11.02.2019, 16:01
294.

Zitat von friedrichgelbhof
Ich kann es nicht mehr hören! Zu Kohls Zeiten war die Mehrwertsteuer bei 14, später 15%, es gab noch Baukindergeld, die Sozialabgaben (AN-Anteile) waren weit niedriger, der Spitzensteuersatz griff sehr viel weiter oben als heute, Kapitalerträge / Spekulationsgewinne waren de facto steuerfrei und es war dem Sparer viel leichter möglich für sein Alter vorzusorgen als heute. Und die ersten Kohljahre gabs auch keinen Soli. Ach ja, und "die Rente war sischä"... Wenn man solche Vergleiche zieht sollte man schon das Gesamtpackage beachten.
Was erwarten Sie von einem Vollblusozialisten? Der fragt sich doch den ganzen wie er auf Kosten anderer noch besser für wenig Arbeit über die Runden kommen kann. Das ist doch Hauptsache

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spiegelleser987 11.02.2019, 16:02
295.

Zitat von vogelskipper
Die sollten erst einmal damit anfangen, dass die Beitragsbemessungsgrenze abgeschafft wird und auch Menschen, die über diesem Betrag verdienen, prozentual genau so viel vom Lohn an Abgaben zahlen müssen, wie es derjenige zu tun hat, der unter dieser schwachsinnigen Grenze verdient! In der Schweiz ist das so und ich habe noch nicht davon gelesen, dass die Reichen in Horden die Schweiz verlassen.
Beitragsbemessungsgrenze? Das erinnert mich an Faru Göring-Eckardt. Die wollte 2013 den Mindestlohn von 450 auf 100 Euro senken. Wer monatlich mehr als 100 Euro verdient soll darauf Steuern und Gebühren zahlen. Heute sagt sie das nicht mehr, weil die Grünen sonst weg wären.

https://de.wikipedia.org/wiki/Katrin_Göring-Eckardt#Agenda_2010_und_Hartz_IV

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georg schwarz 11.02.2019, 16:04
296. Wozu Reichensteuer?

Bevor einen neue Reichensteuersau durchs Dorf gejagt wird, sollte sich die SPD und die anderen Reigierungsparteien natürlich auch durch die Stärkung der Finanzämter organisieren, daß alle Bürger bis zum reichsten Superreichen ihre Steuern nach Gesetz entrichten, Steuerschlupflöcher schließen, die Finanztransaktionssteuer endlich durchsetzen. Steuerflüchtlinge radikal verfolgen. die Staatsbürgerschaft aberkennen, auch solchen Steuerflüchtlingen wie z.B. die Herren Schumacher und Vettel und all die Großvediener, die regelmäßig vor dem Finanzamt auswandern.

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spiegelleser987 11.02.2019, 16:12
297.

Zitat von Freidenker10
Ich bin sehr dafür die wirklich Reichen stärker zu besteuern, denn die Verteilung von Reichtum hat in den letzten Jahrzehnten perverse züge angenommen! Man könnte beispielsweise ab bestimmten Gewinnen die Kapitalverkehrsteuer erhöhen, denn das Arbeit höher besteuert wird als Börsengewinne ist ungerecht. ...
Was sind denn Börsengewinne? Das erinnert mich an Zuckerberg von Facebook. Der hatte damals (2008 oder 2009) 500.000 und sollte 4 Mrd. Steuern zahlen. Der Aktienkurs war einfach nur sehr stark gestiegen. Das ist aber kein Geld sondern nur Zahlen auf einem Blatt Papier oder im Computer. Um die Steuern zu zahlen, musste er Aktien verkaufen. Die Versteuerung von Börsengewinnen sind Spekulationsgeschäfte des Staats über nicht sichtbare Umwege.

Anders würde es aussehen, wenn jemand das Geld runterholt. Dann sollte man es versteuern, nicht aber die sogenannten Börsengewinne.

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mocodelpavo 11.02.2019, 16:15
298. Aus Sicht eines Betroffenen...

Zitat von phg2
Pacht-, Mieteinnahmen sind sicherlich nicht leistungslos, wird Ihnen mein Vermieter bestätigen. Zinsen, Dividenden, Aktiengewinne werden in der Regel mit versteuertem Geld erzielt und so'n Depot kann richtig Arbeit machen. Und was ist mit Verlusten bei Aktien? Kann man heute nur mit Gewinnen gleicher Art im gleichen Jahr gegenrechnen, also sehr schwierig. Zinsen sollten eigentlich mit der Inflation gegengerechnet werden - 2% Inflation und 1 Prozent Zinsen macht nun mal Minus und wenn da richtig (>800E) was zusammenkommt zahlt man auf das Minus auch noch Steuern.
Ich bin Vermieter und das zu versteuernde Einkommen ist mindestens leistungsarm (um leistungslos als Begriff zu vermeiden). Alle Aufwendungen, die Sie mit der Vermietung haben, werden vom Ertrag abgezogen (Werbungs- und Kapitalkosten) und damit nicht besteuert.

Und ich bin Aktionär und auch dieses Einkommen ist mehr oder weniger leistungslos. Wer sein Portfolio andauernd umschichtet, hat einfach keine Ahnung vom strategischen Investieren (hin und her macht Taschen leer). Darüber hinaus werden Kapitaleinkünfte nur mit der Abschlagssteuer belastet, die erheblich niedriger sein kann als der persönliche Grenzsteuersatz.

Leider komme ich nicht in den Genuss des leistungslosesten aller Einkommen: nämlich das Erben großer Vermögenswerte. Schade eigentlich, denn hier hätte man mit der CDU seine willfährigen Vertreter von Partikulärinteressen an der Regierung sitzen.

Fakt ist: Die Mitte der Gesellschaft ist zu stark belastet. Ich finde es gut, wenn die SPD endlich nicht mehr die Frösche fragt, ob man den Sumpf trockenlegen soll. Weiter so, hätte nicht gedacht, dass noch Leben in der Bude ist.

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M von B 11.02.2019, 16:17
299. Das Thema mit den Steuern......und die ungeklärten Fragen

Dass das Geld irgend wo her kommen muß ist wohl jedem klar.
Die frage ist nur woher ?
Niemand gibt freiwillig sein Geld an den Staat.
Ich habe hierzu eine Frage auf die mir noch niemand eine Antwort geben konnte:
Warum bezahlen Roboter in Fabriken keine Steuern ???
Tragen die nichts zur Produktion bei?
Arbeiten die nicht Tag und Nacht?
Wollen wir nicht endlich mal anfangen, Roboter zu besteuern ?
Oder besser, Produktion im allgemeinen ?
Dass dies nur in europäischem Maßstab geht ist auch klar und um Ungleichgewichte zu
vermeiden muß natürlich jeder Import ebenfalls entsprechend besteuert werden.
damit wird verhindert, dass Produktion verlagert wird und billig impoortiert.
Damit kann man dann die Menschen bezahlen, die a) keine Abriet haben und b)
wenn wir immer mehr Rentner haben die sich nicht ernähren können, muß das Geld auch irgend wo her kommen.

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