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Viel Geld, wenig Effekte: So absurd ist Familienförderung in Deutschland
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Elterngeld, Kindergeld, kostenlose Mitversicherung in der Krankenkasse: Familien in Deutschland werden mit vielen Milliarden Euro unterstützt. Das Geld bewirkt aber oft das Gegenteil dessen, wofür es gedacht ist.

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odapiel 16.09.2017, 11:38
1. Nachtigall, ick hör dir trapsen!

"Auch die beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen in der gesetzlichen Krankenversicherung ist mit 27 Milliarden Euro extrem teuer - und könnte verheiratete Frauen tendenziell davon abhalten, einen sozialversicherungspflichtigen Job anzunehmen und stattdessen nur zu jobben."

Für viele Familien würde das Leben unglaublich teuer, wenn Sie auch noch den vollen freiwilligen KK-Beitrag für jedes Familienmitglied bezahlen müßten. Kann es sein, daß dieser Text von einem GKV-Lobbyisten eingeflüstert wurde?!

Beim Ehegattensplitting stimme ich zu, die Ehe sollte ganz einfach gar nicht mehr bevorteilt werden. Es reicht, wenn man sich auf die Leute mit Kindern konzentriert.

Und ein Hauptgrund warum die Förderung von Familien ins Leere läuft, ist heutzutage, daß an einem Ende Geld verteilt wird und am anderen Ende (ALGII) wirds wieder abgezogen. Das gilt für alle Familien in denen auch nur einer ALGII bezieht, bzw. absolut alle Aufstocker (und das sind viele). Diese Gruppe der Gesellschaft ist es aber, die am meisten Hilfe benötigt.

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verantwortungsethiker 16.09.2017, 11:40
2.

Es ist langsam ermüdend, immer wieder die gleichen Attacken auf das Ehegattensplitting zu hören. Das Ehegattensplitting hat nichts und soll auch nichts mit Familienförderung zu tun haben, sondern dient dem Ausgleich einer Steuerbenachteiligung und trägt dem Prinzip der Ehe als Versorgungsgemeinschaft Rechnung.

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The Restless 16.09.2017, 11:42
3. Aber ohne Kindergeld ...

... wären wohl noch mehr Kinder von Armut bedroht, oder nicht?

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fin2010 16.09.2017, 11:43
4. Ehegattensplitting ist gut

Bei einer Wirtschaftsgemeinschaft muss es auch eine Steuergemeinschft geben.

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calavera_berlin 16.09.2017, 11:45
5. Kindergeld hilft wenig?

Natürlich ist es zutreffend, dass Empfänger von Hartz IV von höherem Kindergeld nicht profitieren. Daraus nun aber zu schließen, dass Kindergeld den Familien wenig helfe, ist nun aber wirklich Blödsinn. Es gibt doch die ein oder andere Familie mit zwei Vollverdienern in Deutschland... Wir gehören dazu und könnten auf die knapp 200 Euro nicht einfach so verzichten! Wir haben übrigens weder Wohneigentum noch einen SUV, geben also keine 1.000 Euro im Monat für Ratenzahlungen aus.

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HansPa 16.09.2017, 11:45
6. Was denn jetzt!?

Kaum ein Land in Europa gibt so viel Geld für Familien aus... im OECD Durchschnitt aber nur Mittelmaß!? Verstehe wer will. Der Grund für die niedrige Geburtenrate liegt nicht an den Transferleistung des Staates. Sondern prekäre Arbeitsverhältnisse, befristete Anstellungen und die dadurch verunsicherte Mittelschicht sind der Grund. Bei den Beamten gibt es eine Geburtenquote weit über dem Durchschnitt. Woher kommt das wohl?

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muekno 16.09.2017, 11:45
7. Eigentlich ein SPD Thema

aber im Wahlkampf vergessen. Aber auch für die Union kein Ruhmesblatt. Jedenfalls ein erneuter beweis für die Unfähigkeit deutscher Regierungen eine sinnvollen Steuerpolitik zu machen. leider ist auch für die Zukunft diese nicht in Sicht.

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rambazamba1968 16.09.2017, 11:46
8. Ein Beispiel

ich glaube, dass bei den Löhnen auch etwas gemacht werden muss für Familien. Warum bezahlt jemand, der keine Kinder hat den gleichen Rentenbeitrag wie ein Vater oder Frau. Die Kinder dieser Familie finanzieren später die Rente, die kein Kind haben.

Wir haben doch eine Schieflage in Deutschland, wenn Verheiratete Paare ohne Kinder Geld ohne Ende haben und Familien mit Kinder schauen müssen, wie Sie Ihr einziges gespartes Geld im Sommerurlaub den Lufthansas dieser Welt schenken müssen, damit alleinstehende Flugkapitäne ihr viertes Auto kaufen können.

Sorry, ich bin für klare Worte.

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thorsten35037 16.09.2017, 11:47
9.

Eine sinnvolle Kinderförderung fängt dort an, wo Kindergeld nicht mehr mit dem Füllhorn ausgeschüttet wird, sondern die Kinder direkt erreicht (Kita, Schulspeisung, Nachhilfe, Sanierung von desolaten Einrichtungen, Hilfsangebote an überforderte Eltern, etc.). So wie es jetzt gehandhabt wird, ist es ein Zusatzeinkommen für Eltern. Ich behaupte, gerade in den unteren Schichten hat man sich oftmals für den Beruf "Kinder kriegen" entschieden. Das ist aber vielleicht auch nicht der Nachwuchs, der unsere Gesellschaft voranbringt.
Desweiteren würde ich das Ehegattensplitting abschaffen und nur Kinder fördern (aber eben auch nur über Sachleistungen). Über die kostenlose KV-Familienversicherung habe ich mich als Single auch schon geärgert. Vielleicht ist das die Prämie, die man als Kinderloser zu entrichten hat, aber ich denke, Geld ist genug im System; es wird nur nicht sinnvoll verwendet..

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