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Viel Geld, wenig Effekte: So absurd ist Familienförderung in Deutschland
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Elterngeld, Kindergeld, kostenlose Mitversicherung in der Krankenkasse: Familien in Deutschland werden mit vielen Milliarden Euro unterstützt. Das Geld bewirkt aber oft das Gegenteil dessen, wofür es gedacht ist.

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tatsache2011 18.09.2017, 10:47
330. Falsche Wortwahl der Regierung

Zitat von ds10
... Im Übrigen ist der Zusatzbeitrag in der Pflegeversicherung eine Frechheit für Menschen, die ungewollt kinderlos sind. Wie sich das für die wohl anfühlen muss, jeden Monat eine Strafzahlung für ihre Behinderung leisten zu müssen.
Das Verfassungsgericht hat eine Ermäßigung bei der Pflegeversicherung für Eltern gefordert.
Daraus machte die Regierung eine Erhöhung für Kinderlose,
die Sie als Frechheit empfinden.
Ermäßigung für Eltern würden Sie nicht als Frechheit empfinden.

Die heutigen Kinder müssen auch für Kinderlose im Alter leisten.
Kinderlose - der Grund ist egal - leisten für die Kindergeneration weniger als Eltern laut Verfassungsgericht.

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g_bec 18.09.2017, 10:57
331. Häh?

Zitat von sachse78
Darf gerne abgeschafft werden, wenn dafür Kita und Hort kostenlos werden. Für mehr reicht das Kindergeld eh kaum.
Kosten Kinder nach Übertritt in weiterführende Schulen oberhalb der Grundschule kein Geld mehr?
Und außerdem: Wenn das Kindergeld nur für Kita und Hort reicht, ist das immer noch besser, als wenn Sie gar nichts hätten.

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tatsache2011 18.09.2017, 11:02
332. Rentenpunkte für Kinder

Zitat von ds10
Vielleicht ist es Ihnen nicht bewusst, aber es gibt bereits eine Kinder-Komponente in der GRV. Pro Kind gibt es 3 Rentenpunkte, wenn jemand also 10 Kinder groß zieht, bedeutet das eine Rente von ca. 900 EUR, für die gleiche Rente muss jemand bei Mindestlohn ca. 60 Jahre in Vollzeit arbeiten. Wie viel zusätzliche Berücksichtigung darf es denn sein? Vielleicht 18 Rentenpunkte pro Kind? ...
Toll, dass der Staat gestattet, dass die Kinder Ihrer Mutter Rente finanzieren dürfen.
.
1) Natürlich 3 Rentenpunkte nur für heutige Kinder.
Das mildert die allgemeine Rentenkürzung für Mütter etwas, die ja am Kindermangel unschuldig sind.

2) Mütter, die weiter arbeiten statt Erziehungsjahre, bekommen nichts.

3) Väter bekommen gar nichts, obwohl sie z.B.
für 2 Kinder über 200.000 Euro bezahlt haben.

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g_bec 18.09.2017, 11:11
333. Na und?

Zitat von KaraBenFasel
Natürlich gibt es das Privileg für die Ehe. Sie beschränken Ihr "Familienunternehmen" auf ein bürokratisches Konstrukt. Eine Familie bedarf keiner Bürokratie. Oder wollen Sie uns (Paar mit gemeinsamen eigenem Kind in gemeinsamer Wohnung) absprechen, eine vollwertige Familie zu sein. Das macht schon die Politik mit ihrer Ungleichbehandlung.
Na und? Heiraten Sie doch. Dann kommen Sie auch in den Genuss des Ehegattensplittings. Eine Ehe ist nun mal die Voraussetzung, um in den Genuss dieser Begünstigung zu kommen.

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ds10 18.09.2017, 11:14
334.

Zitat von tatsache2011
Das Verfassungsgericht hat eine Ermäßigung bei der Pflegeversicherung für Eltern gefordert. Daraus machte die Regierung eine Erhöhung für Kinderlose, die Sie als Frechheit empfinden. Ermäßigung für Eltern würden Sie nicht als Frechheit empfinden. Die heutigen Kinder müssen auch für Kinderlose im Alter leisten. Kinderlose - der Grund ist egal - leisten für die Kindergeneration weniger als Eltern laut Verfassungsgericht.
Das käme auf die Ausgestaltung an. Wenn der allgemeine Beitragssatz höher wäre und Eltern dann 0,25% Rabatt bekämen, wäre doch nichts anders als jetzt.

Das Urteil bezog sich doch darauf dass Personen, die Kinder betreuen und erziehen weniger zahlen sollen als Personen, die das nicht machen. Dann wäre also eine Beitragsermäßigung während der Betreuung und Erziehung sinnvoll gewesen und nicht ein dauerhafter Unterschied.

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g_bec 18.09.2017, 11:22
335.

Zitat von bauigel
Entschuldigung, aber wieder mal die gleichen populistischen Stammtischparolen. 1. Sie behaupten, dass sich viele Reiche aus der Verantwortung stehlen. Können sie dies irgendwo belegen? Oder haben sie mal EINEN Reichen gesehen der keine Steuern zahlt? ....
Uli Hoeness? Zumindest hat er es versucht. Und viele andere "Leistungsträger", die u.a. auch in der Schweiz wohnen. Auch eine Bewerberin um ein Bundestagsmandat gehört im Übrigen zu diesem illustren Kreis.
Und regelmäßig beginnt nach dem Zukauf von Steuer-CDs das große Heulen und Zähneklappern bei den potentiell Ertappten. Und das sind nicht die Bauarbeiter, Polizisten, Krankenschwestern.

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g_bec 18.09.2017, 11:28
336. Nicht ganz.

Zitat von sabinaz
....will man das Ehegattensplitting und die beitragsfreie Mitversicherung abschaffen, hätte das 1. eine Scheidungswelle zur Folge, weil dann der/die nicht arbeitende Partner/in Anrecht auf Hartz4 bekäme (und Nur-Hausfrauen gibt es ja immer noch ganz viele, auch wenn immer so getan wird, als wäre das ein Auslaufmodell). 2. würde kaum noch jemand Kinder kriegen, wäre ja unbezahlbar. Das wiederum würde den Staat möglicherweise langfristig viel, viel mehr Geld kosten, der ja schließlich auch was davon hat, wenn Nachwuchs produziert wird. Sinnvoll wäre es allerdings, das Kindergeld wenigstens zum Teil in den flächendeckenden Ausbau der Ganztageskindergärten und -schulen zu stecken. DAS würde die Geburtenrate steigern: das Wissen, eine Frau kann ihren Beruf weiter ausüben, ohne Angst haben zu müssen, dass ihr Kind nicht zuverlässig und anständig betreut wird. So wie es heute läuft (Mutti muss mit Sprössling nachmittags Hausaufgaben machen, kann schon deshalb keinen Ganztagsjob annehmen und ist im Scheidungsfall die Gelackmeierte) ist es jedenfalls absurd.
Also das mit der GKV würde sich im heutigen System u.U. noch rechnen: Der Beitrag ist vom Haushaltseinkommen abhängig. So richtig viel käme also für die GKV nicht dabei rum, die (freiwilligen) Beiträge zur GKV wären entsprechend niedrig und zudem von der Steuer absetzbar, die Beiträge für eine PKV sowieso.
Zum Anteil flächendeckende Ganztagsbetreuung gebe ich Ihnen Recht, DAS ist der entscheidende Faktor.

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ds10 18.09.2017, 11:34
337.

Zitat von tatsache2011
Toll, dass der Staat gestattet, dass die Kinder Ihrer Mutter Rente finanzieren dürfen. . 1) Natürlich 3 Rentenpunkte nur für heutige Kinder. Das mildert die allgemeine Rentenkürzung für Mütter etwas, die ja am Kindermangel unschuldig sind. 2) Mütter, die weiter arbeiten statt Erziehungsjahre, bekommen nichts. 3) Väter bekommen gar nichts, obwohl sie z.B. für 2 Kinder über 200.000 Euro bezahlt haben.
zu 1) Die 3 Punkte gelten für alle Eltern (nicht Mütter), ab 1992 die ihre Kinder in den ersten 3 Lebensjahren erziehen. Frühere Eltern sind mit 2 Punkten tatsächlich noch benachteiligt und das sollte auch so schnell wie möglich gleichgestellt werden.

zu 2) Das ist so pauschal falsch. Natürlich dürfen die Eltern auch weiter arbeiten, nur nicht voll, sonst würden sie ja die Erziehungsleistung nicht erbringen, die mit den Rentenpunkten ausgeglichen wird.

zu 3) Total verkürzt, denn der Vater bekommt nur dann nichts, wenn er die Erziehung statt der Mutter nicht übernimmt.

Halten Sie die 3 Rentenpunkte etwa nicht für eine Berücksichtigung von Kindern? Was ist es denn dann? Um 3 Rentenpunkte zu erarbeiten braucht ein Geringverdiener deutlich mehr als 3 Jahre.

Ich verstehe die ganze Argumentation überhaupt nicht. Mir drängt sich hier der Eindruck auf, dass viele Kinder wirklich nur bekommen, damit die später die Rente zahlen. Kinder sollte man aber nur haben, wenn man sie sich ihrer selbst wegen wünscht und nicht weil sie später dies und das zu tun haben.

Wenn man ein neues Leben auf diese Welt bringt, dann hat man auch die Verantwortung dafür und somit auch die Pflicht die Mittel aufzuwenden, die dafür nötig sind.

In Deutschland gibt es bereits sehr viel Förderung für Eltern, wie der Artikel auch dargestellt hat. Sicher könnte man noch mehr tun, wie eine vollständig kostenlose Kinderbetreuung oder ÖPNV-Nutzung, aber es kann nicht das Ziel sein, dass Eltern vollständig von sämtlichen Kosten, die mit Kindern entstehen befreit werden.

Die Unterstellung, dass die Kinder später mal die Rente zahlen, ist für den Einzelfall sowieso falsch. Wenn das Kind z.B. dauerhaft arbeitslos ist, dann zahl es am Ende gar nichts, sondern kostet im Gegenteil sogar etwas, d.h. dessen Eltern müssten dann sogar weniger Rente erhalten, als Kinderlose, wenn man logisch konsistent bleiben will.

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g_bec 18.09.2017, 11:35
338. Boah.

Zitat von k.hohl
Und das ist dringend benötigt! Mit dem Kindergeld wird (fast) der sog. Solidaritätszuschlag ausgeglichen. Leider nur fast, außerdem wird das Kindergeld jeweils erst zum 15. auf dem Konto gutgeschrieben = Zinsverlust.
Boah. Wie viele Kinder haben Sie, dass Sie bei 15 Tagen späterer Auszahlung des Kindergeldes einen messbaren Zinsverlust oberhalb eine homöopathischen Effekts erleiden? Bzw. was haben Sie für super Anlagemöglichkeiten, dass ein solcher Zinsverlust für Sie echt relevant ist?
Oder sind Sie nur krankhaft geizig?

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g_bec 18.09.2017, 11:49
339.

Zitat von KaraBenFasel
... Ich war seinerzeit (nach der Scheidung) alleinerziehend und habe noch Unterhalt für die Ex bezahlt. Als normal- bis gutverdienender Angestellter. Ist das gerecht?
Möglicherweise nicht. Aber so ist nun mal der Deal bei einer Ehe gemäß unseren gesetzlichen Regelungen. Dafür gibt's dann ja u.a. auch das Splitting bei der Steuer.

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