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Viel Geld, wenig Effekte: So absurd ist Familienförderung in Deutschland
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Elterngeld, Kindergeld, kostenlose Mitversicherung in der Krankenkasse: Familien in Deutschland werden mit vielen Milliarden Euro unterstützt. Das Geld bewirkt aber oft das Gegenteil dessen, wofür es gedacht ist.

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bauigel 18.09.2017, 11:51
340. @g_bec

Grundsätzlich nicht ganz falsch..... aber auch nicht ganz richtig.
Wovon sie sprechen sind die oberen Zehntausend die das Geld haben hunderttausende im Ausland anzulegen oder ihren Wohnsitz dorthin zu verlegen.
Offiziell reich ist man aber bereits mit knapp 4.000 € netto im Monat.
Davon gibt es etwa 800.000 Menschen in D und die tragen die Hauptsteuerlast.
Und wenn sie ein paar superreiche oder Ausnahmen aufführen, sind dies nicht "viele" der "Reichen".

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g_bec 18.09.2017, 11:52
341. Mit Recht.

Zitat von bauigel
Danke. Leider wird man von den meisten angefeindet wenn man schreibt, dass man zu den Besserverdienenden gehört. Obwohl gerade diese die Sozialleistungen durch die Steuer finanzieren.
Und das mit Recht. Schließlich bedeutet Ihr "besser verdienen" immer, dass andere mit ihrer Arbeitsleistung erst dafür sorgen, dass Sie besser verdienen.

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g_bec 18.09.2017, 11:58
342. Und?

Zitat von pietschko
weil nicht arbeit nicht subventioniert werden sollte! das schlimme werwachen kommt dann übrigens nach der scheidung! > frau = looser. dewsweg, jeder sollte unabhängig sein! nur so kann eine beziehung gleichberechtigt und fair sein!
Und? Was hat das mit dem Ehegattensplitting zu tun?

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g_bec 18.09.2017, 12:03
343. Falsch.

Zitat von pietschko
ach, aber familien, bei denen die eltern keinen trauschein haben oder patchwork-famileien können benachteiligt werden.
Falsch. Die werden nicht benachteiligt. Die werden steuerlich (fast) gar nicht berücksichtigt. Na und? Heiraten Sie doch. Können Sie mittlerweile unabhängig vom Geschlecht des Partners. Wo ist hier das Problem? Sie wollen "steuerliche Vorteile" für Ihre Partnerschaft? Sie kennen die Lösung.

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g_bec 18.09.2017, 12:17
344. Andersherum.

Zitat von ds10
... Im Übrigen ist der Zusatzbeitrag in der Pflegeversicherung eine Frechheit für Menschen, die ungewollt kinderlos sind. Wie sich das für die wohl anfühlen muss, jeden Monat eine Strafzahlung für ihre Behinderung leisten zu müssen.
Sehen Sie es doch mal andersherum: Sie bekommen lediglich keinen Rabatt auf den vollen Beitrag. Und schon klingt es gar nicht mehr so schlimm, nicht wahr? Könnte man bei der Rente auch machen: Für jedes Kind gibt es einen Rabatt oder Bonus. Und schon ist es auf einmal gar nicht mehr so schlimm für Kinderlose.

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g_bec 18.09.2017, 12:23
345. Och, naja.

Zitat von bauigel
Grundsätzlich nicht ganz falsch..... aber auch nicht ganz richtig. Wovon sie sprechen sind die oberen Zehntausend die das Geld haben hunderttausende im Ausland anzulegen oder ihren Wohnsitz dorthin zu verlegen. Offiziell reich ist man aber bereits mit knapp 4.000 € netto im Monat. Davon gibt es etwa 800.000 Menschen in D und die tragen die Hauptsteuerlast. Und wenn sie ein paar superreiche oder Ausnahmen aufführen, sind dies nicht "viele" der "Reichen".
So schlimm ist es nun auch wieder nicht. Schließlich ist unser Steuersystem der Deal, den man eingehen muss. Bringt ja schließlich auch Vorteile mit sich, seine Steuern in gesichertem Umfeld zu zahlen statt irgendwelche Gelder für Absicherungsmaßnahmen oder ähnliches.

PS:
Sind es wirklich nur 800.000 Personen mit >4000 EUR netto im Monat in D? Oha.

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pittiken 18.09.2017, 12:53
346. Die Mütterrente müsste eigentlich vom Finanzminister an die Rentenkass

Zitat von ds10
Vielleicht ist es Ihnen nicht bewusst, aber es gibt bereits eine Kinder-Komponente in der GRV. Pro Kind gibt es 3 Rentenpunkte, wenn jemand also 10 Kinder groß zieht, bedeutet das eine Rente von ca. 900 EUR, für die gleiche Rente muss jemand bei Mindestlohn ca. 60 Jahre in Vollzeit arbeiten. Wie viel zusätzliche Berücksichtigung darf es denn sein? Vielleicht 18 Rentenpunkte pro Kind? Im Übrigen ist der Zusatzbeitrag in der Pflegeversicherung eine Frechheit für Menschen, die ungewollt kinderlos sind. Wie sich das für die wohl anfühlen muss, jeden Monat eine Strafzahlung für ihre Behinderung leisten zu müssen.
erstattet werden, aber er tut es nicht vollständig. und

10 Kinder sind ja äußerst selten. Aber nehmen wir mal das Beispiel, selbst wenn nur 5 Kinder Durchschnitt verdienen und in die Rentenkasse einzahlen, denn die anderen sind in anderen Versorgungswerken unterbracht oder sind Beamte, dann zahlen diese 5 Kinder dann 565 Euro in die Kasse ein, macht zusammen 2825, die Rente für die Mutter beträgt 900 Euro, bleibt immer noch ein ordentliches Plus übrig.

Ich vermute mal, dass die Politik sich mit diesen Mütterrentenpunkte nur freikaufen wollte, anstatt wirklich ehrlich an einer Kinderkomponente zu arbeiten.

Strafzahlung? Ja, es gibt in der Pflegeversicherung, die Kinderkomponente als Ausgleich für die Familien.

Arbeitslosenversicherung hat auch eine Kinderkomponente, 60 % Auszahlung gegenüber 67 % Auszahlung mit Kinder im Haushalt

Krankenversicherung, beitragsfreie Mitversicherung.

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bauigel 18.09.2017, 13:00
347. @g_bec

Ja, darüber wundern sich die meisten.
Fragen sie mal auf der Straße wieviel man verdienen muss um zu den TOP 1% zu gehören.
Da werden ihnen alle sagen... Millionen. Das zeigt, wie wenig Ahnung die meisten von der Einkommensverteilung haben.
Aktuell muss man um die 110-120 k€ p. a. verdienen um unter die Top 1% zu fallen. Dies sind etwa 5.000€ netto.
Da hier aber nur die Erwerbstätigen mitgerechnet werden, sind es nur 1% von etwa 50 Millionen... also nur etwa 500.000.
über 7-8 k€ ist die Zahl verschwindend gering.
Von Einkommensmillionären haben wir nur etwa 17.000.
Soviel zu der mantrahaften Forderung, dass die "Reichen" ja mehr Steuern zahlen sollen. Nun, die mit 3-5 k€ netto sind bereits die, die die Hauptsteuerlast tragen.
Und wenn man die Einkommensmillionäre betrachtet, ist die Zahl so klein, dass es nicht relevant wird. Selbst wenn jeder von denen 100.000 € mehr Steuern zahlt, sind dies gerade einmal 1,7 Mrd..... umgerechnet 2€ pro Bürger und Monat. Das löst keine Finanzprobleme.

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pittiken 18.09.2017, 13:01
348.

Zitat von ds10
zu 1) Die 3 Punkte gelten für alle Eltern (nicht Mütter), ab 1992 die ihre Kinder in den ersten 3 Lebensjahren erziehen. Frühere Eltern sind mit 2 Punkten tatsächlich noch benachteiligt und das sollte auch so schnell wie möglich gleichgestellt werden. zu 2) Das ist so pauschal falsch. Natürlich dürfen die Eltern auch weiter arbeiten, nur nicht voll, sonst würden sie ja die Erziehungsleistung nicht erbringen, die mit den Rentenpunkten ausgeglichen wird. zu 3) Total verkürzt, denn der Vater bekommt nur dann nichts, wenn er die Erziehung statt der Mutter nicht übernimmt. Halten Sie die 3 Rentenpunkte etwa nicht für eine Berücksichtigung von Kindern? Was ist es denn dann? Um 3 Rentenpunkte zu erarbeiten braucht ein Geringverdiener deutlich mehr als 3 Jahre. Ich verstehe die ganze Argumentation überhaupt nicht. Mir drängt sich hier der Eindruck auf, dass viele Kinder wirklich nur bekommen, damit die später die Rente zahlen. Kinder sollte man aber nur haben, wenn man sie sich ihrer selbst wegen wünscht und nicht weil sie später dies und das zu tun haben. Wenn man ein neues Leben auf diese Welt bringt, dann hat man auch die Verantwortung dafür und somit auch die Pflicht die Mittel aufzuwenden, die dafür nötig sind. In Deutschland gibt es bereits sehr viel Förderung für Eltern, wie der Artikel auch dargestellt hat. Sicher könnte man noch mehr tun, wie eine vollständig kostenlose Kinderbetreuung oder ÖPNV-Nutzung, aber es kann nicht das Ziel sein, dass Eltern vollständig von sämtlichen Kosten, die mit Kindern entstehen befreit werden. Die Unterstellung, dass die Kinder später mal die Rente zahlen, ist für den Einzelfall sowieso falsch. Wenn das Kind z.B. dauerhaft arbeitslos ist, dann zahl es am Ende gar nichts, sondern kostet im Gegenteil sogar etwas, d.h. dessen Eltern müssten dann sogar weniger Rente erhalten, als Kinderlose, wenn man logisch konsistent bleiben will.
Zu 2). Die Gutschrift von den Rentenpunkten (2/3) ist unabhängig von der Stundenzahl bei einer Beschäftigung. Erziehung nach der Arbeit findet in den Familien doch statt.

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ds10 18.09.2017, 13:19
349.

Zitat von g_bec
Sehen Sie es doch mal andersherum: Sie bekommen lediglich keinen Rabatt auf den vollen Beitrag. Und schon klingt es gar nicht mehr so schlimm, nicht wahr? Könnte man bei der Rente auch machen: Für jedes Kind gibt es einen Rabatt oder Bonus. Und schon ist es auf einmal gar nicht mehr so schlimm für Kinderlose.
Nur wenn Sie glauben, mich für dumm verkaufen zu können. Es macht keinen Unterschied, ob man es als Beitragsaufschlag oder Rabatt ausgestaltet.

Für Menschen die keine Kinder bekommen können und auch nicht adoptieren können, weil zu arm oder zu alt, bedeutet der Zuschlag in der Pflegeversicherung eine Diskriminierung aufgrund einer Behinderung, das dürfte ebensowenig mit dem Grundgesetz vereinbar sein, da es gegen exakt den gleichen Artikel verstößt mit dem die Besserstellung von Erziehenden vom Verfassungsgericht gefordert wurde. Das wäre nur anders, wenn dieser Rabatt tatsächlich nur während der Kindererziehung gelten würde und nicht dauerhaft, so war es nach Begründung des Urteils des Verfassungsgericht wohl auch gedacht.

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