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Viel Geld, wenig Effekte: So absurd ist Familienförderung in Deutschland
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Elterngeld, Kindergeld, kostenlose Mitversicherung in der Krankenkasse: Familien in Deutschland werden mit vielen Milliarden Euro unterstützt. Das Geld bewirkt aber oft das Gegenteil dessen, wofür es gedacht ist.

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ds10 18.09.2017, 13:30
350.

Zitat von pittiken
10 Kinder sind ja äußerst selten. Aber nehmen wir mal das Beispiel, selbst wenn nur 5 Kinder Durchschnitt verdienen und in die Rentenkasse einzahlen, denn die anderen sind in anderen Versorgungswerken unterbracht oder sind Beamte, dann zahlen diese 5 Kinder dann 565 Euro in die Kasse ein, macht zusammen 2825, die Rente für die Mutter beträgt 900 Euro, bleibt immer noch ein ordentliches Plus übrig.
Natürlich ist das Beispiel mit 10 Kindern selten, aber 10 ist halt eine schöne Zahl zum rechnen.

Es ist systemimmanent, dass ein Plus übrig bleibt, würden die Rentenzahlungen 1:1 an die Eltern übertragen, könnte man das Rentensystem einsparen und alle ohne Kinder (ob gewollt oder ungewollt) hätten dann halt Pech und natürlich die Eltern deren Kinder nicht zahlen wollen oder können.

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pittiken 18.09.2017, 14:46
351.

Zitat von ds10
Nur wenn Sie glauben, mich für dumm verkaufen zu können. Es macht keinen Unterschied, ob man es als Beitragsaufschlag oder Rabatt ausgestaltet. Für Menschen die keine Kinder bekommen können und auch nicht adoptieren können, weil zu arm oder zu alt, bedeutet der Zuschlag in der Pflegeversicherung eine Diskriminierung aufgrund einer Behinderung, das dürfte ebensowenig mit dem Grundgesetz vereinbar sein, da es gegen exakt den gleichen Artikel verstößt mit dem die Besserstellung von Erziehenden vom Verfassungsgericht gefordert wurde. Das wäre nur anders, wenn dieser Rabatt tatsächlich nur während der Kindererziehung gelten würde und nicht dauerhaft, so war es nach Begründung des Urteils des Verfassungsgericht wohl auch gedacht.
Nun tragen Sie mal nicht so dick auf, Behinderung und Diskriminierung. Warum hat denn noch kein Kinderloser geklagt?

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pittiken 18.09.2017, 14:52
352.

Zitat von ds10
Natürlich ist das Beispiel mit 10 Kindern selten, aber 10 ist halt eine schöne Zahl zum rechnen. Es ist systemimmanent, dass ein Plus übrig bleibt, würden die Rentenzahlungen 1:1 an die Eltern übertragen, könnte man das Rentensystem einsparen und alle ohne Kinder (ob gewollt oder ungewollt) hätten dann halt Pech und natürlich die Eltern deren Kinder nicht zahlen wollen oder können.
Dann sollten alle Kinderlosen und Eltern, deren Kinder nicht Beitragszahler werden, froh sein, dass es die Rentenversicherung gibt, so wie im Moment.

Dennoch, eine echte Kinderkomponente täte der Rentenversicherung gut zu Gesicht. Die CSU hatte ja (ich glaube so um 2003 herum) mal eine Diskussion in Gang gebracht. Wurde aber ad acta gelegt.

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ds10 18.09.2017, 15:15
353.

Zitat von pittiken
Nun tragen Sie mal nicht so dick auf, Behinderung und Diskriminierung. Warum hat denn noch kein Kinderloser geklagt?
Also widerlegt haben Sie meine Aussagen damit ja nicht.

Vielleicht hat noch niemand geklagt, weil niemand gerne öffentlich ausbreiten möchte, unfruchtbar oder zeugungsunfähig zu sein (denn diejenigen die freiwillig kinderlos sind, haben keinen Grund zu klagen, da nicht diskriminiert, die könnten ja Kinder bekommen). Darunter leiden diese Menschen wahrscheinlich schon genug und jedes Mal, wenn jemand Kinderlose (implizit oder explizit) als schlechtere Menschen darstellt.

Im Übrigen kann man nicht immer davon ausgehen, dass Gerichte so entscheiden, wie sie es sollten. Gerade das Verfassungsgericht hält sich doch immer ziemlich genau an den Zeitgeist, sonst wäre der Homosexuellenparagraph nicht für verfassungsgemäß erklärt worden (was heute unvorstellbar wäre).

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tatsache2011 18.09.2017, 15:57
354. Ausbeutung der Familien

Zitat von ds10
.... zu 3) Total verkürzt, denn der Vater bekommt nur dann nichts, wenn er die Erziehung statt der Mutter nicht übernimmt. .... Ich verstehe die ganze Argumentation überhaupt nicht. Mir drängt sich hier der Eindruck auf, dass viele Kinder wirklich nur bekommen, damit die später die Rente zahlen. Kinder sollte man aber nur haben, wenn man sie sich ihrer selbst wegen wünscht und nicht weil sie später dies und das zu tun haben. ....
Zitat von tatsache2011
"... 3) Väter bekommen gar nichts, obwohl sie z.B. für 2 Kinder über 200.000 Euro bezahlt haben."

Verkürzt haben Sie, weil Sie die Leistung der Eltern 200.000 Euro für 2 Kinder weglassen.

Für Kinderlose müssen in dem Rentesystem andere Familien 3 und mehr Kinder haben.
Warum wird die Leistung dieser Familien für Kinderlose verwendet?

Oder anders betrachtet:
Warum müssen wir Beitragszahler erhöhten Beitrag für Kinderlose bezahlen?

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ds10 18.09.2017, 16:27
355.

Zitat von tatsache2011
Verkürzt haben Sie, weil Sie die Leistung der Eltern 200.000 Euro für 2 Kinder weglassen.
Nein das habe ich nicht, ich zitiere mich selbst: "Wenn man ein neues Leben auf diese Welt bringt, dann hat man auch die Verantwortung dafür und somit auch die Pflicht die Mittel aufzuwenden, die dafür nötig sind."

Wenn Sie sich wirklich auf den Pfad der Aufrechnung begeben wollen, dann ist das gerade für Eltern sehr gefährlich, wie ich schon in einem anderen Beitrag schrieb muss man dann berücksichtigen, ob die Kinder tatsächlich Rentenzahlungen leisten, wenn sie das nicht tun, weil sie beispielsweise verstorben sind, dürften die Eltern auch keine höhere Rente erhalten, da objektiv die Kinder eben nichts zur Rente beitragen. Und im Fall dass die Kinder dauerhaft arbeitslos sind und von der Gesellschaft damit dauerhaft alimentiert werden müssen, müsste man den Eltern die Rente sogar kürzen, da ihre Kinder nicht nur keine Rentenbeiträge bezahlen, sondern darüber hinaus auch noch Kosten verursachen, die Gesamtbetrachtung damit also schlechter als bei Kinderlosen ausfällt.

Ich finde diese Idee wirklich nicht gut, aber ich bin mir sicher, Sie möchten sicher nur die eine Seite berücksichtigt haben, nämlich dann, wenn es für Eltern positiv ausfällt. Kann man machen, wäre aber ebenso wenig gerecht, weil eben ein solches System in sich nicht schlüssig wäre.

Im Übrigen ist Ihre Annahme mit 3 Kindern pro Familie falsch, weil sie auf der Demographie-Lüge beruht. Ob eine Gesellschaft die Alten versorgen kann, hängt heutzutage nicht mehr direkt von der Anzahl der Kinder ab. Wenn 2050 sämtliche Waren und Dienstleistungen von Maschinen erbracht werden, dann muss und kann (mangels Arbeit) kein Mensch Rentenbeiträge zahlen. Warum ist es eigentlich so schwer Alternativen zu sehen, die Welt ändert sich und ob das Rentensystem in Zukunft in der heutigen Form tragfähig ist, steht überhaupt nicht fest. Sollten aufgrund der Industrie 4.0 mehr Arbeitsplätze wegfallen, als neu entstehen, helfen mehr Kinder gerade nicht.

Deutschland ist im Übrigen überbevölkert, in NRW gibt es Landstriche, die die Bevölkerungsdichte von chinesischen Ballungsräumen haben. Eine Schrumpfung auf 50 Millionen würde überhaupt nicht schaden, wenn das Bruttoinlandsprodukt dabei gleich bliebe, wäre sogar jeder dieser 50 Millionen statistisch reicher, als jeder von uns.

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tatsache2011 18.09.2017, 17:10
356. Leistung und Gegenleistung

Zitat von ds10
Nein das habe ich nicht, ich zitiere mich selbst: "Wenn man ein neues Leben auf diese Welt bringt, dann hat man auch die Verantwortung dafür und somit auch die Pflicht die Mittel aufzuwenden, die dafür nötig sind." ....
"Wenn man ein neues Leben auf diese Welt bringt, dann hat"
dieses neue Leben nicht die Pflicht Kinderlose zu versorgen.

Es sei denn Kinderlose beteiligen sich stärker an den Kosten für Kinder.
Für 20 Jahre 200 Euro Kindergeld können nicht 20 Jahre 1000 Euro Rente erwartet werden.

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