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Vier Beispiele: Wer von Heils Grundrente profitieren würde - und wer nicht
imago/ blickwinkel

Hubertus Heil hat ein milliardenschweres Konzept für eine Grundrente vorgelegt. Wer lange eingezahlt hat, soll mehr Geld rauskriegen. Doch wem würde das konkret nutzen? Vier Rechenbeispiele.

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hapeme 04.02.2019, 19:09
1. Rentenlücke - wer hat die verursacht?

Die Idee für Kleinstrentner etwas zu tun finde ich gut.
Die Verantwortlichen für die Miniverdienste liegen aber doch genau bei den Politikern, die diese Idee ablehnen.
Wer hat denn vehement über viele Jahre ein Mindesteinkommen abgelehnt? Angeblich sollten doch dadurch viele Jobs verschwinden. Und jetzt sind sie gegen Hilfen für die Ärmsten. Christliche Werte - wo seid ihr bei CDU/CSU geblieben?
Zahlen müssten eigentlich die, die von den Minilöhnen profitiert haben. Aber die haben das Geld sicher schon weit weg gebracht.

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claus7447 04.02.2019, 19:14
2. Futter bei die Fische!

Der Fall des Angestellten arzthelfers kann sein. Nur wie viele Fälle sind das. Wenn ich das Beispiel der arztehefrau nehme, wie viele halten das 35 Jahre durch? Also, statistischer Ausreißer, nicht schön, aber die Kosten die für eine 100% Prüfung aller Fälle anfallen deutlich höher, als die paar Unsozialen Beispiele.

Wird das von der CDU gesponsert? Nehme ich ja nicht an....

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fottesfott 04.02.2019, 19:14
3. Liebe Rentnerinnen,

die ihr keine allzu hohe Rente habt: gerade war der nette Herr
Linnemann von der CDU im Fernsehen. Der will euch ganz doll helfen, ganz zielgerichtet und wie es im Koalitionsvertrag steht. Ihr sollt alle zusammen sogar mehr Geld im Jahr bekommen, als die Reparatur eines alten Segelschiffes kostet. Wobei: die Kosten von dem Segelschiff kennt man noch nicht so genau... Aber egal: den netten Herrn Linnemann müsst ihr natürlich wählen.

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capote 04.02.2019, 19:17
4. Zu Beispiel 1

Nehmen wir an, eine Arzthelferin bekommt 2500,- € brutto, dann hat Sie als Halbtagsbeschäftigte 31 Jahre lang 1250,- € brutto bekommen. Nach Abzug aller Abgaben GKV, Arbeitslosenversicherug, Pflegeversicherung, Rentenversicherung etc. pp. + Steuern, hat Sie weniger gehabt, als das, was Sie jetzt nach Heil als Rente bekommen soll. So ein Wahnsinn !

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Hörbört 04.02.2019, 19:24
5. Teile und herrsche

Bewährtes Vorgehen: Nutznießer und Verlierer gegeneinander aufbringen, damit sich das Vorhaben im Streit verliert, verzettelt, versandet. Besonders beliebt sind hier die Arztgattinnen, denen man für ihr Sinnbild eigentlich eine Lizenzgebühr zahlen müsste - kein noch so trickreich erdachtes Gefinkel erreicht eine ähnliche Schöpfungshöhe in der typisch neoliberal geprägten Gerechtigkeitsdebatte.

Wahrt die Würde der Armen, dann will auch niemand den Pelzträgern ans "Fell". Simple as that. Aber selbst diese verhältnismäßig kostengünstige Befriedung erscheint den 'Neuen Soziopathen' schon wie eine Zumutung.

Well, wenn die den Krieg wollen... in den Hütten sammeln sich immer mehr Menschen, die nichts zu verlieren haben. Und die machen dann über kurz oder lang die Paläste platt. Ob mit oder ohne gelbe Weste.

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femdoc 04.02.2019, 19:24
6. Wahlaktion SPD

Schön, wenn man noch mehr Geld verteilen kann.
Dass eine Friseurin nach mehr als 35 Jahren Arbeit mehr Rente bekommen sollte als ein Neubürger, der nichts eingezahlt hat und wahrscheinlich noch lange nichts einzahlt, leuchtet mir ein.
Allerdings muss ich in diesem Fall Lindner zitieren: unser Rentensystem basiert zumindes ansatzweise auf dem Prinzip, dass eingezahlte Rentenbeiträge und Jahre berücksichtigt werden. Wer Mmehr und länger einzahlt, sollte auch mehr Rente bekommen.
Die Bedürftigkeit derjenigen, die so wenig Rentenanspruch haben, dass sie nicht davon leben können, betrifft das Sozialsystem, ist also Thema für Sozialhilfe/Hartz 4.
Heil bringt mal wieder Rente und Sozialhilfe durcheinander und argumentiert mit "Menschlichkeit" und "Fairness". Was ist aber eine Fairness gegenüber den Einzahlern?
Und die allerwichtigste Frage: haben wir das Geld für weitere Sozialgeschenke?
Die Antwort ist leidr NEIN, dieser Staat hat so schlecht mit unseren Steuern gewirtschaftet, dass er noch nicht einmal sein "Rentenversprechen" wird einhalten können.

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draco2007 04.02.2019, 19:25
7.

Die Beispiele sagen gar nichts.

29 Beitragsjahre, heißt erste Einzahlung mit 36, wenn man davon ausginge, dass KEINE Unterbrechung stattfand.

Ohne einen wirklich triftigen Grund, der aus einer unverschuldeten Krankheit herrührt, sehe ich hier keinen Grund für mehr als Grundsicherung.
Hätten diese Menschen das Geld privat vorsorgen müssen, dann hätten sie jetzt deutlich weniger.

Ich finde es auch interessant, dass 31 Jahre als Teilzeit nicht als selbige gezählt werden. Wenn ich nur 60% Arbeite und entsprechend verdiene kann ich doch nicht erwarten, dass mir der Staat die restliche Vergütung schenkt.

Die Anspruchshaltung in Deutschland finde ich schon faszinierend. In genügend anderen Ländern hätten sie bei solchen Lebensgeschichten schlicht Pech und keine Grundsicherung. Aber immer wird rumgeheult die Steuern sind zu hoch. Ich zahle gerne Steuern auch für die, die wirklich Pech gehabt haben im Leben. Aber vielleicht sollte man hier und da den Anspruch überdenken.

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capote 04.02.2019, 19:25
8. zu Beispiel 2

Der Kellner hat sicher wenig verdient, ist aber mit seinen Trinkgeldern ganz gut über die Runden gekommen. Von den Trinkgeldern hat er nichts abgeben müssen, weder Steuern noch Sozialabgaben, er konnte sich aber an den 5 Fingern abzählen, er wird im Alter ein Sozialfall, wenn die Trinkgelder wegfallen. Warum hat der sich nicht freiwillig höher Rentenversichert und 19 % von seinen Trinkgeldern in die Rentenversicerung gesteckt ? Nein, das ist kein Fall, der gepampert werden muss, egal wie viele Beitragsjahre der hat. Neben dem, dass er auf einen grossen Teil seines Einkommens keine Abgaben geleistet hat, wenn man es hart sagt: Ein "Sozialbetrüger" muss der nun keine milden Gaben aus dem Steuersäckel bekommen.

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bauklotzstauner 04.02.2019, 19:26
9.

Dass ist billigste Polemik, Herr Diekmann!

Haben Sie das nötig?

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