Forum: Wirtschaft
Vier Beispiele: Wer von Heils Grundrente profitieren würde - und wer nicht
imago/ blickwinkel

Hubertus Heil hat ein milliardenschweres Konzept für eine Grundrente vorgelegt. Wer lange eingezahlt hat, soll mehr Geld rauskriegen. Doch wem würde das konkret nutzen? Vier Rechenbeispiele.

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Diskussionsteilnehmer 04.02.2019, 21:16
70. Gibt es Arbeit für alle?

Zitat von capote
Wer ein Leben lang von Sozealstütze gelebt hat, soll auch im Alter von Sozealstütze leben und dafür Anträge stellen müssen und nur das absolute Minimum bekommen, alles Andere wäre gegenüber denen, die gearbeitet haben, ungerecht.
Ungerecht ist es nur, wenn jemand mit Absicht nicht arbeiten wollte. Dass trifft auf sehr wenige zu und auf alle drauf hauen wie bei HartzIV um die wenigen richtigen zu erwischen, dass ist ungerecht. Solange wir nicht mehr Arbeit als Arbeitswillige haben, ist Faulheit auch kein Thema für irgendeine sozialpolitische Strategie. Die Realos von SPD und Grünen haben es damals nur so aussehen lassen, weil sie die große Gerechtigkeitsfrage, die Schere zwischen arm und reich, durch eine konstruierte Gerechtigkeit zwischen denen ganz unten ersetzen wollten. Fördern und Fordern war und ist eine Frechheit, für die die SPD immer noch bezahlt, was sie aus Bockigkeit nicht einsehen will. Solange sich die deutsche Unterschicht auf sich selbst hetzen lässt und der Rest Mittelschicht und alle, die sich dafür halten, auch noch drauf haut, so lange können die oberen zehntausend den Großteil am Mehrwert der gleisteten Arbeit einsacken und mit der Macht dieses Kapitals die Bedingungen in ihrem Sinne beeinflussen. Ich sag nur Geburtstag im Kanzleramt ...

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capote 04.02.2019, 21:19
71. Prolls

Zitat von Zaphod
Es ist erschreckend, wenn nun auch noch mit der Berechnung und der Berücksichtigung von Trinkgeld angefangen wird. Wie kleinlich ist das denn? Und wie empörend ist es offensichtlich für manche, dass der Kellner sein Trinkgeld womöglich vertrunken hat anstatt es in einen Aktiensparplan anzulegen. Geht es denjenigen, die dem Kellner das Trinkgeld neiden eigentlich ums wenige Geld oder steckt vielmehr nicht ein gewisser Neid dahinter, dass der Kellner vielleicht in gewissen Phasen seines Lebens auch mal wirklich gelebt hat und das Trinkgeld eben ausgegeben hat. Das sei ihm doch gegönnt -und natürlich muss er trotzdem nun unterstützt werden.
Es geht um das finanzielle Analphabetentum in Deutschland. Der kellner weiss, er bekommt nur Rente für seinen offiziellen Lohn, das abgebenfreie Trinkgeld kann noch mal so viel ausmachen und fällt mit der Verrentung weg. Deshalb sind die Löhne für Kellner und Serviertöchter ja relativ nieder. Der Kellner könnte von seinem Trinkgeld 19 % abzweigen und sich dafür höher Rentenversichern und alles wäre im Lot, macht der aber nicht.

Zitat: "dass der Kellner vielleicht in gewissen Phasen seines Lebens auch mal wirklich gelebt hat"

"gelebt hat" heisst für Sie Geld verprasst. Machen wir uns nichts vor, die soziale Unterschicht wirft mehr Lebensmittel in die Mülltonne. als Sie tatsächlich isst. Ferien heisst ab 10.00 Uhr am Morgen in Malle als Bierleiche unterm Tisch zu liegen. Das als wirklich "gelebt hat" zu bezeichnen ist der reine Hohn und muss nicht noch staatlich belohnt werden.

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valensine 04.02.2019, 21:20
72. Was ist mit Selbständigen??

Mit Selbstständigen meine ich nicht wohlhabende Konzernchefs, ARD-Moderatoren, Rechtsanwälte, Ärzte, Finanzberater, SAP-Experten usw. , sondern die vielen Selbstständigen wie z. B. Paketlieferanten, Kleinunternehmen, Künstler, usw. , die jahrelang nichts sparen konnten und auch nichts oder viel zu wenig in die Rentenkasse eingezahlt haben. Darunter fallen auch viele "neue" Berufsgruppen z. B. aus der Medien - und digitalen Welt. Es sind nicht wenige, die vermutlich einen großen Teil der Altersarmen in Zukunft ausmachen werden. Wie können und sollten diese Menschen aufgefangen werden? Gibt es keine Modelle, die mit wenigen Rentenkasse-Jahren arbeiten?

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Heidruun 04.02.2019, 21:25
73. schreiend ungerecht

Warum sollen Leute die die 35 Jahre ja gar nicht wirklich gearbeitet haben, sprich Teilzeitkräfte, jetzt Geld aus meinen Steuern kriegen. Gegen Art 3 GG verstösst, dass die jetzt sogar mehr bekommen sollen als die Vollzeitkraft. Die Rente kann allenfalls bei 35 Jahren Vollzeit ohne Unterbrechung aufgestockt werden. Alles andere ist ungerecht gegenüber denjenigen, die Vollzeit für ihre Rente gearbeitet haben.

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Zaphod 04.02.2019, 21:25
74. Entscheidungsfreiheit

Zitat von Objectives
Das ist ungerecht all denen gegenüber, die mehr eingezahlt haben und weiterhin das gleiche herausbekommen sollen. Niemand kann etwas dafür, dass sich diese Leute für schlecht bezahlte Jobs oder Erwerbslosigkeit entschieden haben.
Niemand entscheidet sich freiwillig für schlecht bezahlte Jobs und schon gar nicht für "Erwerbslosigkeit". Die individuellen Fähigkeiten, die besser bezahlte Jobs ermöglichen, hängen zu einem Großteil von angeborenen Faktoren und dem Umfeld ab, in das man hineingeboren wird. Diese Faktoren sind vollkommen zufällig, und es besteht kein Grund zu übertriebenem Stolz, wenn man sich für gut bezahlte Jobs "entscheiden" darf. Und auch für Arbeitslosigkeit ist in erster Linie der Arbeitgeber verantwortlich und meistens nur in geringem Umfang der arbeitslos werdende Arbeitnehmer.

Das Schlagwort "Eigenverantwortung" gehört zu den Mythen, die gepflegt werden, damit man keine Verantwortung für die Schwachen übernehmen muss. Wer sich jedoch bewusst macht, dass die eigene, gute Situation in großem Umfang zufällig erreicht worden ist (und jeder Erfolgreiche dürfte einige Zufälle erlebt haben, die sein Leben positiv gewendet haben), dann wird es auch leichter, Verantwortung für diejenigen zu übernehmen, die eben weniger glückliche Zufälle in ihrem Leben erfahren durften.

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markus_albrecht 04.02.2019, 21:27
75. Behinderte und ihre Rente

Menschen mit Behinderung werden hier mal wieder übehaupt nicht berücksichtigt! Diese arbeiten jedoch mindestens 20, eher sogar 40 Jahre in Voll- und Teilzeit. Behinderte in Werkstätten haben jedoch nicht einmal per Gesetz überhaupt einen Anspruch auf Mindestlohn!! Das bedeutet, diese Menschen BLEIBEN arm und erreichen nie die nötige Punktzahl für die Mindestrente. Alles nur für die "Normalos"! Und das ist nicht einmal Thema! Wie soll man das noch jemandem vermitteln?
Arbeit lohnt sich für Otto-Normal-Bürger nicht?
Für Behinderte ERST RECHT NICHT!

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capote 04.02.2019, 21:29
76. SNOBs

Zitat von laurens09
Was geht den hier ab, die Herren und Damen sind entsetzt, dass wir Rentner etwas mehr bekommen und auch mal nicht immer bei Lidl & Co einkaufen müssen. Die manchmal weit weg sind, aber uns Rentnern wird natürlich zugemutet, dass wir über eine Stunde mit der Straßenbahn fahren …. Die feinen Damen und Herren, fahren mit dem Daimler und Co. vor. Wir haben lange gearbeitet und der Dank ist , eine mini Rente. Da Baut man lieber ein neues Schulschiff oder drei neue Regierungsflugzeuge, und, und. Ich rufe alle Rentner auf , bei der nächsten Wahl, sich entsprechend zu verhalten.
Mir geht es gut als Rentner, aber ich kaufe auch ca. 80 % meiner Ernährung bei ALDI und LIDL ein, ich könnte auch anders, aber das Angebot spricht mich an. Ausserdem sehe ich nicht ein, warum ich für das selbe Produkt wo anderes das Doppelte bis 4-fache ausgeben soll. Bei LIDL italia 1 kg grobes, unjodiertes Salz 0,17 € (um Fisch in Salzkruste zu machen) bei COOP Schweiz 2,80 Franken. Ich lebe im Moment mit einem Fuss in Deutschland, einem Fuss in Italien und kaufe auch noch in Deutschland und Üsterreich ein. Sie würden gerne den SNOB raushängen lassen und möglichst teuer kaufen, wer das Geld dafür hätte, lässt das bleiben.

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robien 04.02.2019, 21:29
77. Bedingungsloses Grundeinkommen oder nix

Heils Rentenpläne führen nur zu noch mehr Bürokratie und Fehleranfälligkeit. Es wird also noch mehr Gerichtsverfahren geben, aber ganz sicher nicht mehr Gerechtigkeit.

Wenn es schlecht läuft, bekommt der Rentner mit 34-jähriger Vollzeittätigkeit nach Heils Rentendoping weniger Rente als ein Rentner mit 35-jähriger Teilzeittätigkeit, obwohl der Erstere viel mehr gearbeitet hat. Ist das gerecht? Pro-Forma angestellte Unternehmer-Ehegatten sind in dieser Betrachtung noch gar nicht drin.

Na ja, es wird auch ein paar schöne warme Jobs im öffentlichen Dienst geben für die Verwaltung der Heils-Rente. Klassisches SPD-Klientel übrigens die ÖD-Mitarbeiter. Hier wird also auch mal wieder Klientel-Politik betrieben.

Heils-Rente? Brauchen wir nicht. Die kann weg.

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Biemen 04.02.2019, 21:30
78. Diese Heuchelei

So manche Kommentare bringen mich zur Weißglut. Ich kenne genug Arbeitnehmer die über eine Leihfirma in einem Unternehmen befristet beschäftigt sind. In der Renteninformation kann man jetzt schon ersehen, dass diese AN später nur die sogenannte Grundsicherung bekommen. Über die genannten Beispiele kann man geteilter Meinung sein - wie sieht es denn mit den Rentnern aus den neuen Bundesländer aus ? Oder wie sieht es mit den Menschen aus, die im Dienstleistungsgewerbe tätig sind ? Mit den Löhnen die gezahlt werden, wird keiner über die Grundsicherung kommen. Aber hier fallen Sätze, da bin ich sprachlos. Armes Deutschland

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Bastian__ 04.02.2019, 21:30
79. wer 35 Beitragsjahre über dem Hartz/4 Satz verdient hat

Wer 35 Beitragsjahre über dem Hartz/4 Satz verdient hat, sollte mit der Rente auch über dem Hartz/4 Satz liegen. Aber warum soll derjenige, der in den 35 Jahren immer wieder Aufstockung benötigt hat, jetzt mit der Rente deutlich über den Hartz/4 Satz liegen? Das würde bedeuten, das Gering-Verdiener/-Einzahler ein Rentenniveau von mehr als 100% des Durchschnittseinkommen erhalten würden.

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