Forum: Wirtschaft
Vom Revolutionär zum Politiker: Die radikale Wandlung des Alexis Tsipras
AP/dpa

Alexis Tsipras will wieder griechischer Ministerpräsident werden. Der einstige Hoffnungsträger der Linken ist zum normalen Politiker geschrumpft - viele wirtschaftliche Versprechen musste er kassieren. Kann er es trotzdem noch einmal schaffen?

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hockeyversteher 09.09.2015, 10:00
50. Wunderbar

Zitat von nic
Er war auch vorher Politiker (eben nur mit einem revolutionären Konzept: weniger Kapitalismus). Nur war der Kapitalismus (vertreten durch Merkel) stärker als er. Beim Spiegel sind Kapitalisten anscheinend die einzigen "wahren" Politiker? Aber gerade diese Politkapitalisten führen uns in die Misere.
Tsipras und Varoufakis hatten also ein "revolutionäres" Konzept. Das hat ja prima funktioniert.
Nur so ein Tip: "Weniger" Kapitalismus funktioniert so gut wie "ein bischen" schwanger. Und in einer globalisierten Welt funktionieren derart "revolutionäre" Konzepte nur, wenn man sich konsequent gegen den rest der Welt abschottet. Beispiel: Nordkorea.

Selbst der deutsche Weg der "sozialen Marktwirtschaft" war nicht durchzuhalten. Spätestens mit der Öffnung der deutschen Gesellschaft für Finanzinvestoren durch die SPD, getrieben von den GRÜNEN, hat das Ende dieses Modells besiegelt.
Syriza egal welcher Richtung sind naive Politlaien, die, milde ausgedrückt, im politischem Überschwang das Schicksal ganzer Länder riskieren.
Das Bedauern, dass auch SPON hier vorträgt, rührt doch wohl nur daher, dass mit dem Ende von Syriza auch das Ende von PODEMOS in Spanien besiegelt scheint. Linke Träumereien scheitern mal wieder an der Realität. Deren politischen Konzepte sind getrieben von Träumereien und gekennzeichnet durch fehlende Ideen für deren inhaltliche Umsetzung in Tagespolitik. Der uralte Spruch, dass Linke vor allem gut darin sind, das Geld anderer Leute auszugeben, bewahrheitet sich ein weiteres mal.

Tsipras ist im Wahlkampf zur alten Polemik zurück gekehrt. Und nach einer eventuellen Wahl, sind ihm diese Wahlversprechen mal wieder nix wert. Selbst Volksabstimmungen sind ihm keine 24 Studnen danach egal. Seine Positionen ist nicht erkennbar, er lügt, er will einfach nur MP und an der Macht bleiben. Das wollte er vorher schon und nun wieder. Er war schon im letzten Jahr ein egomaner machtpolitiker und ist es in diesem Jahr wieder. Es hat sich nichts verändert, außer das er etwas zugenommenhat.

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nixkapital 09.09.2015, 10:03
51. ...

Zitat von ingenör79
wenn man nicht zu erfüllende Wahlversprechen hinaus schreit. Die Tatsachen holen einen ein und man landet wieder am Boden.
Wir hier in Deutschland sind saturiert und wählen beharrlich das "Weiter-so", weil uns eben noch nichts weh tut. Allerdings haben sich viele Menschen hier schon von der Politik abgewendet, weil sie sich nichts mehr davon versprechen. Daher der Erfolg von Merkel und ihresgleichen.

Dass Tsirpas und Co. auch für uns den Weg aus dem neoliberalen Wahnsinn gesucht haben, will niemand wahrhaben. Lieber trotten wir den Parolen unserer Kanzlerin und ihres Finanzbüttels hinterher, weil wir uns den Gebaren des "freien Marktes" längst ergeben haben, auch wenn wir dunkel ahnen, dass irgendetwas nicht so richtig läuft. Das aber mit der Situation in GR zu verknüpfen, übersteigt aber unser Vorstellungsvermögen.

Irgendwann wird aber auch die Groko nicht mehr die Spaltung unserer Gesellschaft kaschieren können, irgendwann werden zu viele Menschen aus der Mittelschicht abgerutscht sein und irgendwann wird auch der Verblendetste erkennen, dass unsere Gesellschaft sehenden Auges durch unsere "Volksvertreter" gegen die Wand gefahren wird.

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xkritischergeistx 09.09.2015, 10:16
52. Vielleicht selbst mal der Realität annähern

Zitat von claterio
Das ist kein Konzept, sondern eine Ideologie. Zu jedem "Revolutionär", der mehr Geld ausgeben will, muss es auch viele Menschen ("Kapitalisten") geben, die das Geld, das er ausgeben will, erstmal erarbeiten. Im Falle Griechenlands: Kredite und Hilfspakete geben. Das ist genau der Grund, warum sich die meisten Revolutionäre irgendwann der Realität annähern.
Kapitalisten und erarbeiten in einem Satz, selten so gelacht. Daten vor der Krise gehen davon aus, dass der Finanzmarkt in etwa das 35fache Volumen der Realwirtschaft hatte. Hier von einem Mißverhältnis zu sprechen ist noch stark untertrieben. Das Geldvermögen ist also X mal so hoch wie alle eigentlich verfügbaren Waren (also das, was "erarbeitet" wurde).

Ach ja, Hilfspakete SIND Kredite, nur netter formuliert. Übrigens ist ihr sauer erarbeitetes Geld nicht an die Griechen gegangen (naja, etwa 11% dann doch), der Rest ist direkt an die Kreditgeber von Griechenland weitergeleitet worden. Deutsche und französische Banken, hätte man also Bankenrettung nennen können, aber dann hätten die dummen Deutschen ja nicht mehr auf die Griechen schimpfen können. Hilfspaket klingt ja auch besser. Wußten sie übrigens, das wir uns Geld am Finanzmarkt geliehen haben (mittlerweile sind Staatsanleihen ja bei unter 1% Zinsen) und dieses an Griechenland für deutlich mehr (glaub 4%) verliehen haben? Und die haben die Zinsen bisher auch immer brav gezahlt. Soviel zum Thema helfen, macht man ja unter Freunden so.

Vielleicht mal die eigenen Ideologien kritisch hinterfragen.

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udo.sowade 09.09.2015, 10:16
53. @lupidus

das maßlose Leben über seine Verhältnisse ist ja wohl zweifelsfrei nicht Tsipras und seiner Partei anzulasten. Da sind wohl alle Vorgänger-Regierungen primär verantwortlich.

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claterio 09.09.2015, 10:18
54.

Zitat von der_neue_Student
1. Es gibt sehr viel mehr Reiche als Arme und wie man überall lesen kann werden die Rechen immer weniger, dafür aber immer reicher.
Das kann man nicht "überall lesen", sondern das ist ein Zitat aus Marx' Kapital, das heutige Studenten offenbar nicht mehr lesen und daher nicht wissen, wo der Satz herkommt.

Hätte Marx mit seiner Prognose Recht gehabt, dann gäbe es schon längst nur noch einen einzigen Konzern auf der Welt und alle anderen wären von ihm aufgekauft. Neue Akteure am Markt wie Google, Apple oder die rund eine Million deutscher Kleinst- und Kleinunternehmer dürfte es laut Marx Vorhersage gar nicht geben. Auch der Aufstieg von über 500 Millionen Chinesen in die neue Mittelschicht oder die Entwicklungen in Indien oder Brasilien stehen im Widerspruch zu Marx' Thesen.

Damit wissen Sie nun, was Sie von dieser Vorhersage aus dem 19. Jahrhundert zu halten haben. Sie ist längst weltweit wiederlegt - wie die Hohlwelttheorie oder das Monster vom Loch Ness.

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sonntagsberg 09.09.2015, 10:29
55. Die Griechen sind halt auch gezwungen,

Frank Stronachs "Goldene Regel" zu akzeptieren:

"Wer das Gold hat, macht die Regeln".

Mit Vernunft und besserer Einsicht hat das jetzige Einknicken von Tsipras rein gar nichts zu tun. Und das, was hier im Forum so Viele als Realität bezeichnen, ist kein Naturgesetz, sondern die von den Gieringen durchgesetzten Interessen.

Schöne Neue Welt.....

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curiosus_ 09.09.2015, 10:34
56. Tja, ...

Zitat von piccolo-mini
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, ihm vorzuwerfen, dass er sich gegen die Erpressung durch Herrn Schäuble nicht wehren konnte. Im Rahmen seiner Handlungsspielräume hat er doch hervorragende Arbeit geleistet. Natürlich konnte die neoliberale Allianz ihm das nicht durchgehen lassen, dass ihnen ein linker die Stirn bietet und sich am Ende gar mit den besseren Argumenten durchsetzt. Deshalb wird sein Land ja auch weiter kaputt gespart, in der Hoffnung, dass die Linke ihren Erfolg nicht auf den Rest Europas ausdehnen kann. Werden die Hoffnungen Griechenlands auf eine faire wie sinnvolle Lösung enttäuscht, werden wir dort wohl bald einen Erfolg der Rechtspopulisten erleben. Danke, liebe Marktextremisten.
... so ist das halt wenn man Party auf Kosten anderer macht. Sollte man sich vorher überlegen ob Schuldenmachen bis zum Abwinken sinnvoll ist.

Und nicht hinterher auf die bösen, bösen "Marktextremisten" schimpfen .....

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curiosus_ 09.09.2015, 10:35
57. Na, so:

Zitat von Giorgos Christides
Die unerfahrene Regierung wäre gemeinsam mit der ineffizienten Athener Bürokratie unter der Last eines Währungswechsels zusammengebrochen.
wird das nichts mit Griechenland. Das sieht mir doch stark nach Transferunion aus. Oder gibt es Maßnahmen um die „ineffiziente Athener Bürokratie“ wettbewerbsfähig zu machen?

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Ottokar 09.09.2015, 10:35
58. Na logisch das Tsipras weitermachen will

So preiswert kommt man nicht an Auslandsreisen und es doch toll mal mit den grossen Hunden zu pinkeln. In meiner Zeit, als ich noch jung, war nannte man diese Typen Schaumschläger.

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dtrhnrch 09.09.2015, 10:38
59. Was mich von Anfang an

total verwirrt hat, ist die Verweigerung von T. und Syriza, sofort nach Übernahme der Regierungsmacht das eigene Wahlprogramm umzusetzen - und zwar von oben nach unten, also die Steuerreform bei den Reichen starten - und bei der Gelegenheit durch die Blume mitteilen, dass es danach auch alle anderen treffen würde.
Und dazu hätte auch die sofortige Kapitalverkehrskontrolle gehört - mithilfe derer man an die nötigen Infos über die Bankguthaben des Mittelstandes gekommen wäre.
Das Dritte, ebenfalls machbare, wären die Abkommen mit den Ländern, auf deren Banken riesige gr. Geldbeträge liegen.

Was haben sie - T., V. und ihre Syriza- bloß dabei gedacht, statt dessen die Fundamentalaußeinandersetzung mit EU und IWF zu suchen?

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