Forum: Wirtschaft
Vonovias Profit mit Nebenkosten: Die Miet-Gewinnmaschine
Ina Fassbender

In Deutschland vermietet niemand mehr Wohnungen als Vonovia. Und vermutlich hat niemand so viele wütende Mieter. Kein Wunder: Der Dax-Konzern schröpft seine Kunden, wo er kann - und greift dabei zu zweifelhaften Methoden.

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Trollfrühstücker 19.11.2018, 12:20
1. Willkommen bei Vonovia

Als Vonovia-Mieter können ich und alle meine Nachbarn in einem Mehrfamilienhaus das bestätigen: nie in meinem langen Leben habe ich erlebt, dass ein Vermieter die rücksichtslose Ausbeutung von Mietern so konsequent und routiniert betreibt. Man läßt keine Chance aus, Mieten und Nebenkosten heraufzutreiben, Mieter zu drangsalieren um immer noch mehr Geld zu verdienen.

In Paragraf 14 des Grundgesetzes steht:

"Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."

Vonovia lacht sich vermutlich darüber kaputt.

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surfguard 19.11.2018, 12:27
2. Mieterverein

Ich kann nur dazu raten, Mitglied im örtlichen Mieterverein zu werden. Mit dem Kölner Miterverein habe ich gerade bei Nebenkostenabrechnungen sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Ansprechpartner dort schauen sich die Abrechnungen gewissenhaft an, bleiben verhältnismäßig und übernehmen, wenn man das möchte, die Kommunikation mit dem Vermieter, um unklaren oder fehlerhaften Posten auf den Grund zu gehen.

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exHotelmanager 19.11.2018, 12:29
3. Mehrwertsteuer-Irrtum

Eine Korrektur sei angebracht. Die Vonovia SE ist als Vermieter von Wohnraum für diese Aufgabe von der Erhebung einer Umsatzsteuer auf ihre typischen Dienste befreit. Das hat zur Folge, dass auch die bezogenen Leistungen, die Vorsteuer - als die Umsatzsteuer, die der Vorleister auf seine Leistungen erheben muss - zwar von der Vonovia als Leistungsempfänger bezahlt werden müssen, aber eben _nicht_ als Vorsteuer vom Staat zurückerstattet werden. Ein Geschäft ist das also ganz sicher nicht, es geht der Vonovia SE in dieser Hinsicht wie dem Privatmenschen. Anders mag es mit den Dienstleistungsunternehmen der Vonovia SE sein. Diese mögen umsatzstuerpflichtig und damit auch vorsteuerabzugsberechtigt sein. So kann man im Rahmen der zulässigen Steuergestaltung Leistungsbezüge in diese Firmen einordenen. Aber auch hier ist ein wirkliches "Geschäft" nicht zumachen, da es im wesentlichen bei diesen typischen Arbeiten um Personalkosten geht, die nicht mit Vorsteuer bezogen werden.
Richtig ist, dass die Vonovia SE als Vermieter auch für 0,6 qm Räumfläche neuerdings einen Schneeräumdienst berechnet (ca 85 € p.a.). Der kommt aber auch extra dafür 36km angefahren und streut 1 kg Streusalz trotz Salzstreuverbot. Ich denke, dass solche Abläufe einfach der Komplexität der Betriebssteuerung geschuldet sind, denn die Rechtsfolgen unterlassenen Winterdienstes sind erheblich.

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matthias111 19.11.2018, 12:29
4. Wirtschaftlichkeitsgebot in der Nebenkostenabrechnung

https://www.nebenkostenabrechnung.com/wirtschaftlichkeitsgebot-in-der-nebenkostenabrechnung/

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harke 19.11.2018, 12:32
5. Das sind Momente,

bei denen ich froh bin, nicht mehr zur Miete zu wohnen. Eigenheim ist anstrengend und sicherlich auch nicht weniger ärgerlich, aber manche Sachen habe ich dann doch selbst in der Hand.

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pat_magroin 19.11.2018, 12:37
6. Kommt drauf an...

Wenn da System dahinter steckt, dass NKA falsch ausgestellt werden, muss das auf jeden Fall strafrechtliche Konsequenzen haben. Und dieser Nachweis fehlt mir im Artikel. Bei 350.000 Wohnungen ist es einfach die zahlreich aufgeführten Fehler der Hausverwalter zu finden. Bzgl. Insourcing: Das ist eine wirtschaftliche Entscheidung und meines Wissens nicht illegal?

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Jan B. 19.11.2018, 12:37
7.

Für meinen Vermieter war eine Zeit lang eine Tochterfirma der BNP Paribas als Verwalter tätig. Was ich mit denen für Ärger hatte. Die Krönung war dann die letzte Nebenkostenabrechnung, bevor die Verwaltung an eine andere Firma überging. Die Heizkosten wurden mal eben doppelt abgerechnet und die Kosten für den Hausstrom waren plötzlich um 800% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Normalerweise hatte ich immer um die 100 € Rückerstattung und sollte plötzlich 100 € nachzahlen. Ich habe Widerspuch eingelegt, auch über den Mieterverein und die Neuberechnung hat dann der neue Verwalter durchgeführt. Zack...200 € Rückerstattung. Vermutlich bin ich auch die Jahre zuvor um einige 100 € geprellt worden.

Auch hier kann ich nur zu einer Mitgliedschaft im örtlichen Mieterverein raten oder zumindest die Posten kritisch hinterfragen und mit dem Vorjahr vergleichen.

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johann79104 19.11.2018, 12:40
8. Ich wohnte vor ca. 10 Jahren

neben einem Mehrfamilienhaus mit 74 Wohnungen. In der kalten Jahreszeit fuhr ein kleines Schneeräumfahrzeug früh am Morgen lärmend seine Kreise obwohl kein Schnee lag. Vom Fahrer die lapidare Antwort: Laut Wetterbericht könnte es schneien und seine Fahrten werden abgerechnet.
-Der Schachzug ist clever: Vermieter haben große Freiheiten, wenn sie etwa mit der Treppenhausreinigung oder dem Winterdienst betrauen.-

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Rassek 19.11.2018, 12:40
9. Gratulation

Das ist der Spiegel wie ich ihn mag: Gut recherchiert und dann aufgedeckt.

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