Forum: Wirtschaft
Vor dem Tag der Arbeit: Hört die Signale!
Jan Woitas/ DPA

Es waren gute Jahre, für die deutsche Wirtschaft und für die Gewerkschaften. Nun wird die Lage aber schwieriger. Denn Digitalisierung und Demographie werfen ganz neue Fragen auf.

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schwertas 28.04.2019, 15:41
1. Woher stammen diese "Richtlinieninformationen"

Ich konnte leider keine bestätigenden sekundären Informationen zu Ihrer Meinung finden, dass sich eine grundsätzliche Kursänderung bei "den" Gewerkschaften vollzieht. Ja es wurden Weiterbildungsoptionen für Beschäftigte im Tarifvertrag geschaffen, aber das war schon bevor dieser Artikel erschienen ist. Also woran macht der Autor das eigentlich fest, was er da behauptet?

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Aberlour A ' Bunadh 28.04.2019, 16:02
2. Der Sound des Sachzwangs

Hier ist er wieder, der Sound des Sachzwangs. Die Lieblingsmelodie des Neoliberalismus. Aber bitte keinen Angstmacherhypothesen glauben. Über dieses Industrie 4.0 Geschwafel kann ich nur müde lächeln. In der Summe wird es überhaupt keinen Jobverlust geben. Denn durch die zunehmende Digitalisierung wird es sprunghaft zu neuen Beschäftigungsmöglichkeiten in anderen Bereichen kommen, z.B. im Bereich der Kommunikation, des Vertriebs und natürlich in der IT selbst. Die Probleme liegen ganz woanders. Stichwort: Internet und Milchkanne. Das langsamste Netz der Welt. Gestern konnte ich noch nicht mal an der Arbeit nebenbei den Live-Stream von Dortmund-Schalke anschauen. So beschissen war der Verbindungsaufbau am Firmenrechner einer mittelgroßen deutschen Stadt. Wahnsinn!! Timbuktu hat schnelleres Internet.

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PETERJohan 28.04.2019, 16:04
3. Wir stehen zu unsere Industrie.

So hat Deutschland die letzten Krisen überwunden, besser als die.die auf den Dienstleistungssektor setzten. Alle müssen einen neuen Weg finden,der alles abdeckt: Arbeit und Dienstleistung neuer Art und ich bin überzeugt,dass es einen Weg gibt

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merapi22 28.04.2019, 16:11
4. Digitalisierung = Zeit das bedingungslose Grundeinkommen umzusetzen

Warum sollen wir heute alle noch in Vollzeitjobs tätig sein, wenn KI-Roboter uns die Arbeit abnehmen?
Klar, dass viele gegen alles Neue sind, wenn neue Technologien nicht allen zugutekommen, sondern immer mehr Menschen werden an den untersten Rad gedrängt.
Klar, die Gewerkschaften sind zu Traditionsvereinen verkommen, welche lieber alte Lieder singt und Fahnen schwenkt.
Aber, hätte sich immer nur alles verschlechtert, würden wir heute nicht so gut leben. Die Retro-Epoche wird bald durch neue Technologien beendet. Wenn sich jeder aus einfachsten Materialien alles was man benötigt per 3D-Druck erzeugen kann, dann braucht es keine heutigen Dino-Unternehmen und auch keine Dino-Gewerkschaften mehr. Bis 2030 wird das BGE in allen entwickelten Ländern Realität sein, prognostiziert Ray Kurzweil und daran möchte und will ich glauben und nicht an das was die Traditionsvereine von sich geben.

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hektor2 28.04.2019, 16:17
5. Überlegt

Auch, wenn ich den Grundgedanken des Artikels nachvollziehen kann : Über die Halbwertszeit der Prognosen von "Experten" konnte in den letzten 8 Jahren mal gepflegt gelacht werden. Im Quartalsrythmus wurden "Prognosen" zum BIP mal eben halbiert, verdoppelt oder stagniert - gepasst hat es nie.

Ja, unsere Nachbarn haben weniger "produzierendes Gewerbe", weshalb sie auch da stehen, wo sie stehen - wirtschaftlich. Die dt. Industrie hat m. M. nach den Wegfall in diesen Ländern kompensiert , was ja dann auch zu diesen wahnsinnigen Exportüberschüssen geführt hat: In Dtld. wird und wurde eben genau das produziert, während unsere Nachbarn zum Spielball der "Finanzdienstleistungen" wurden. Und technisch ist die dt. Industrie m. E. nach gut aufgestellt, obwohl ich mir um die Ausbildung an den Hochschulen Sorgen mache - Heißluftschaufler aller Orten.

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Profdoc1 28.04.2019, 16:21
6. Aua!

Ach du je, die "Hälfte der Jobs ist gefährdet!" gehts noch größer? Da ist doch Unfug, der mit realer Darstellung nichts mehr zu tun hat. Ich forsche auf dem Gebiet Industrie 4.0 und Arbeit 4.0 im Kontext KI, CPS, etc. Diese Angstmache ist nicht mehr akzeptabel. Ja, es werden Arbeitsplätze der Zukunft anders aussehen als heute; das war bereits immer so. Das sind jedoch keine Diskruptionen, sondern Evolutionen, auf die wir uns einstellen werden. Niemand findet es als traurig, dass die Faustkeilindustrie nicht mehr existiert. ;) Und: Nein, nächsten Jahr übernehmen nicht die Roboter die Weltherrschaft... zu besichtigen auf der nächsten Hannover Messe 2020. Weiterhin: Der Forist #2 hat es recht gut beschrieben, lesen!

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Rentenkassierer 28.04.2019, 16:34
7. Etwas differenzierter bitte

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Über dieses Industrie 4.0 Geschwafel kann ich nur müde lächeln. In der Summe wird es überhaupt keinen Jobverlust geben.
Es werden viele Arbeitsplätze im Zusammenhang mit der flexiblen Automatisierung der Prozesse entfallen. Auch wenn es (erst einmal) nicht so weit gehen wird, wie in Japan, wo schon seit Jahren mancherorts Algorithmen als weisungsbefugte Vorgesetzte eingesetzt werden, werden sehr viele Personen in den mittleren und unteren Verwaltungs- und Organisationsbereichen ihre derzeitigen Tätigkeiten aufgeben müssen.

Dann kommt noch die Robotisierung der Fertigung hinzu, die auch neuartige Fertigungstechniken beinhaltet. Am Adidas-Beispiel der Rückführung der Fertigung nach Deutschland kann man absehbare Veränderungen schon ganz gut erkennen. Die ca.1000 Angestellten der Fabrik in Vietnam werden durch "Industrie 4.0"-Systeme ersetzt, wobei 200 Arbeitsplätze neu entstehen. Diese sind überwiegend für Spezialisten, die für den Betrieb und die Wartung der automatischen Systeme zuständig sind.

Selbst wenn im Gesamtumfeld anschliessend nur 10-20% weniger Arbeitsplätze vorhanden sein werden, haben die vorher dort Tätigen grosse Probleme: Sie müssen vom Niveau her weit höherwertige Arbeiten ausführen können, als bisher. Im Klartext: Wo bisher eine Ausbildung reichte, wird oft ein (zusätzliches) Studium erforderlich sein, aber das kann nicht jeder aufgrund seiner Leistungsfähigkeit bewältigen.

Ich habe vor meiner Rente 46 Jahre lang mit der Entwicklung und Maintenance von Software und Systemen zu tun gehabt, zu einem grossen Teil mit der Entwicklung von Werkzeugen, die zur Produktivitätssteigerung durch Teilautomatisierung für den Entwicklungsbereich zu tun hatten. Die Auswirkungen waren schon in dieser "guten alten Vergangenheit" dergestalt, das seitens der Entwickler immer mehr abstrakte Fähigkeiten benötigt wurden, weil die Durchführung der Arbeiten maschinelle Komponenten übernahmen.

In den 1970er Jahren gab es die Aussage (Urheber weiss ich nicht mehr), dass der damalige Facharbeiter als "unterste Qualifikationsebene" nach der Jahrtausendwende durch den Ingenieur ersetzt worden sein wird. So ganz falsch lagen die mit ihrer Prognose nicht.

Wenn allein die heutigen Möglichkeiten des maschinellen Lernen konsequent in die Arbeitsprozesse eingebaut werden, haben alle mehr praktisch orientierten Menschen grosse Probleme eine Tätigkeit zu finden.

Das ist natürlich auch vielen jüngeren Menschen bewusst, weshalb auch jeder, der dazu ín der Lage ist, Abitur machen will und zumindest eine Studienmöglichkeit erlangen wll.

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Tom82 28.04.2019, 16:35
8.

Früher war ich sehr aktiv und sehr überzeugt, stand sinnbildlich für den Begriff "Gewerkschaft".
Nun bin ich nach über 17 Jahren Mitgliedschaft ausgetreten.
Warum? Weil die Betreuung unterirdisch ist, zuletzt auch vermehrt Klientelpolitik betrieben wurde.
Den Arbeitsrechtsschutz habe ich nun bei einer Versicherung für einen Bruchteil des Beitrags.
Bin nur noch enttäuscht und frustriert!

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cycokan 28.04.2019, 16:41
9. Wirrer Artikel

Der Autor will offenbar kritisieren, dass es möglicherweise Rentenerhöhungen geben könnte und dass Gewerkschaften das gut finden. Zu diesem Fazit führt aber irgendwie gar nichts aus dem Artikel hin. Da will jemand seinen Punkt machen, ich nehme mal an, weil er selbst nicht so arg viel in die Rentenkasse einzahlt und darum nichts davon haben wird, gleichzeitig der Gewerkschaft eine rein würgen und auch noch die 90er Jahre neoliberale Servicegesellschaft lobhudeln. Das ist im Lichte der tatsächlichen Entwicklungen der letzten 30 Jahre doch völlig abwegiger und überholter Schmuh.

Dazu ein Foto von Robotern die ein Auto zusammen schweißen als Sinnbild der ach so dunklen digitalen Zukunft der Arbeitswelt, oder so was, man weiß ja leider nicht so richtig, worauf der Artikel eigentlich hinaus will.
Jedenfalls: Automatisierung und Rationalisierung sind ja nun nichts wirklich neues, spätestens seit der Erfindung der Dampfmaschine.
Wenn die aktuelle Digitalisierungswelle überhaupt Besonderheiten aufweist, dann wohl eher dass es dieses mal gerade um Dienstleistungen und hochbezahlte Beratertätigkeiten von Rechtsanwalt bis Arzt gehen wird, wo erstmalig durch die Anwendung so genannter künstlicher Intelligenz menschliche Beschäftigung überflüssig bzw. durch Automaten ersetzt werden wird.
Der Autor schreibt also völlig am Thema vorbei, was nicht zuletzt durch das symbolische Bild der Roboter die Autos zusammenschweißen deutlich wird, denn das zeigt nicht die Zukunft der Digitalisierung, sondern längst die Vergangenheit. Autos werden doch seit mindestens 25 Jahren so produziert, schätze ich mal.

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