Forum: Wirtschaft
Vor Jamaika-Runde: CDU-Unterhändler fordert Aus für Rente mit 63
DPA

Kurz vor der nächsten Jamaika-Runde fordert CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn, die Rente mit 63 abzuschaffen. Neben Sozialpolitik geht es in den Sondierungen auch um Innere Sicherheit und Digitalisierung.

Seite 20 von 24
lamblies 30.10.2017, 12:59
190. Mein Titel

Zitat von jo125
Derjenige, der mehr einzahlt, müsste auch mehr Rente bekommen (ist jetzt ja auch so). Das heißt, wenn jemand 200.000 Euro Jahresgehalt bekommt, ist auch die Rente entsprechend hoch. Was wird dabei gespart? Die Beitragsbemessungsgrenze hat mathematisch ihren Sinn - ohne sie funktioniert das ohnehin fehlerhafte System ("Generationenvertrag") nicht.
Ja, sie haben Recht mit ihrer Aussage: Die Solidarität hört zur Zeit bei der Beitragsbemessungsgrenze auf und starke Schultern müssen nicht soviel tragen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lamblies 30.10.2017, 13:03
191. Mein Titel

Zitat von so-long
Dann haben diese auch Rentenansprueche! Das bringt nichts, auch nichts hinsichtlich Umverteilung (dies ist die wahre Absicht hinter der "Alle-einzahlen- Forderung"). Entweder laenger einzahlen (=arbeiten), oder hoehere Beitraege (=hoehere Anwartschaften), oder niedrigere Rentenbezuege (=Gejammere ueber Altersarmut). Der Nachteil von Nr.2 ist, dass die Politiker bald die dann "prallen"Rentenkassen wieder pluendern werden.
Wenn es ihrer Meinung nach so schlecht ist, wenn Alle in die GRV einzahlen und damit Ansprüche haben, dann ist es im Umkehrschluss wohl besser, wenn KEINER in die GRV einzahlt und keiner Ansprüche hat; also man selbst für die Rente vorsorgt?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
WernerTer 30.10.2017, 13:04
192. Mal Nachdenken ...

"Rente mit 63" bedeutet Alter 63 + x Monate plus Voraussetzung mindestens 45 echte Beitragsjahre ( n i c h t Versicherungsjahre - außerdem werden die x Monate kontinuierlich angehoben). Also im Alter von 16-18 ins wirkliche Berufsleben (Ausbildung) und danach lückenlos arbeiten. Ich habe kein schlechtes Gewissen, daß ich diese Möglichkeit mit meinen 47 Beitragsjahren in Anspruch nehme. Der Gesetzgeber hat meinen ursprünglichen Plan, mit 60 in Rente zu gehen, ohnehin inzwischen kaputt geregelt. Eine entsprechende private Vorsorge hatte ich getroffen. Diese 63-er-Regelung nehmen auch ohnehin nur die in Anspruch, die ausreichend Rentenpunkte gesammelt haben, daß sie davon sorgenfrei leben können. Wer das kritisiert, sollte zuerst einmal darüber nachdenken, ob er selbst 45 Beitragsjahre zusammenbekommt. Das geht mit endlosem Studium auf Kosten anderer Leute nämlich schon mal gar nicht.
Desweiteren ist Herr Spahn völlig daneben mit der Aussage, daß man in diesem Alter noch gebraucht wird. Ich selbst wurde nach über 20 Jahren im Unternehmen mit 61 entsorgt - vor allen Dingen weil zu teuer. Und so geht es vielen in diesem Alter. Und in der Realität hat man (je nach Beruf) ab Mitte 40 schon keine Jobchancen mehr. Also was soll diese blödsinnige Diskussion schon wieder.
Wenn es um Geld geht, sollte Herr Spahn eher mal über die unverschämten Altersversorgungen der Parlamentarier, Ex-Bundeskanzler und Ex-Bundespräsidenten nachdenken und hierzu sinnvolle Vorschläge unterbreiten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
harald_maier 30.10.2017, 13:18
193.

Zitat von GSYBE
Da wird das Scheitern vorbereitet, und zwar klar ersichtlich von C-seite; diese Kröte können die Grünen unmöglich schlucken....jeden Kolationsvertrag mit diesem Inhalt wird denen von der Basis um die Ohren gehauen.
Wieso nicht? Die Grünen sind genauso marktradikal wie die FDP auch und teilen mit dieser den Status einer "Partei der Besserverdienenden". Haben also genau jene Menschen als Wählerklientel, für die der Sozialstaat weitgehend entbehrlich ist. Zudem war die "Rente mit 63" (ohnehin eine irreführende Bezeichnung angesichts der geringen Zahl der Inanspruchnehmer) ein Projekt der SPD-Regierungspartei - die Grünen waren da in der "Opposition".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lamblies 30.10.2017, 13:20
194. Mein Titel

Zitat von Aquifex
Das österreichische rentensystem ist nicht zukunftsfähig, wie auch die Österreicher mehr und mehr merken: https://www.google.de/url?sa=t&source=web&rct=j&url=http://www.deutschlandfunk.de/das-oesterreichische-rentensystem-in-keiner-weise.795.de.html?dram:article_id=396102&ved=0ahUK EwjY0Ivb-5fXAhXM0xoKHTetCq8QFggqMAQ&usg=AOvVaw3PzRDule7k3iP lKmPQhfP6 Das kann also kein Modell für Deutschland sein. Die Abschaffung der beitragsbemessungsgrenze führt auch zu entsprechend erhöhten rentenansprüchen. Das ist grundgesetzlich verankert. Alle einzahlen zu lassen führt zu einer höheren Anzahl von Menschen mit rentenansprüchen.... Das bringt also alles nichts. Was bleibt also noch?
Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass KEIN Einzahler in die GRV die beste Lösung sei, weil andererseits "das bringt also alles nichts".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hörbört 30.10.2017, 13:21
195. Verräterischer Schönheitsfehler

Das stand aber nicht im Wahlprogramm der CDU, Herr Spahn. Wollten Sie das den Wählern vor der Wahl nicht mitteilen, bzw. es aus niederen Beweggründen verheimlichen? Das dürfte für Abzüge bei einer evtl. Neuwahl sorgen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
HH-Hamburger-HH 30.10.2017, 13:24
196. Kompliment!

Zitat von pressionist reloaded
... es zahlen zu wenige in die Sozialkassen ein. Wo ist endlich der große Wurf, Herr Spahn (oder wohl doch Herr Spähnchen)? Wer hat den Ar ... in der Hose endlich Klartext zu reden und die gesamte arbeitende Bevölkerung in die Renten-, Kranken- und Arbeitslosenkasse einzahlen zu lassen. 1. Weg mit dem Beamtenstatus! 2. Vom Vorstandsvorsitzenden bis zum Facilitymanager ... alle pflichtversichern!!! Hierüber muss verhandelt werden ... und eine gerechte Lösung gefunden werden. Aber dafür sind die Grünen und die FDP viel zu schwach. Das hätte nur die SPD fordern können. Die Frage bleibt, ob die es jemals getan hätten ... unsere Gerechtigkeitsverteidiger. Ha. Ha. Ich sehe in Deutschland keine Zukunft, denn ... es gibt keinen Fortschritt. Selbst die Jungen in den Parteien agieren vom Geiste her wie die Greisen.
Sie bringen es auf den Punkt. Besser hätte ich das nicht formulieren können.
Im Übrigen: Jamaika wird kommen, denn eine mögliche Neuwahl wäre absehbar ein Desaster für die Union und das politische Ende von Angela Merkel ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lamblies 30.10.2017, 13:33
197. Mein Titel

Zitat von cosmiccat
Einige Forumsbeiträge fordern, dass Beamte auch in die Rentenkasse einzahlen sollen. Diese Diskussion ist legitim, aber "aufwandsneutral" kann das nicht umgestellt werden. Bei einer Umwandlung von Beamtenstellen in Angestelltenstellen .....
Es würde nicht billiger, aber ehrlicher.
Zur Zeit wird dieses Problem lediglich in die Zukunft verschoben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Alex1960 30.10.2017, 13:40
198. Arbeitssuchender

Was die Quasselei über die Rente mit 67 soll, entzieht sich meinem Verstand. Ist nur ein Rentenkürzungsprogramm. Denn: Wenn man, wie ich, mit 57 arbeitslos ist (ohne eigenes Verschulden. Ex-Opelaner) dann ist es sehr schwer noch einen Job zu bekommen. Wenn man hingegen mit 57 einen Job hat, dann kann man durchaus noch mit 63 und älter bei seinem Arbeitgeber bleiben. Soll heißen, Ältere werden nur ungern eingestellt, warum auch immer.
Dann das Gerede über die geburtenstarken Jahrgänge, welche unser Rentensystem nur allzu stark belasten. Eines ist klar, und darüber müssen sich die Politiker auch einmal Gedanken machen. Sorry, aber rein statistisch gesehen löst sich das Problem der geburtenstarken Rentner nach 15 Jahren Rentnerdasein dann sowieso von allein... Und schwupp, die Rentenkassen sind wieder entlastet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kurt-C. Hose 30.10.2017, 13:45
199.

Zitat von lamblies
Wenn es ihrer Meinung nach so schlecht ist, wenn Alle in die GRV einzahlen und damit Ansprüche haben, dann ist es im Umkehrschluss wohl besser, wenn KEINER in die GRV einzahlt und keiner Ansprüche hat; also man selbst für die Rente vorsorgt?
Ihre Antwort ist polemisch, aber nicht klug. Was der Mitforist richtigerweise feststellt, ist dass das Problem in der Demografie liegt, und sich damit nicht löst, nur weil ich die Zahl derer vergrößere, die das gleiche demografische Problem habe. Wenn die die dazu kommen, nicht strukturell jünger und fertiler sind, bringt es dem System rein gar nichts. Wieso daraus im Umkehrschluss werden soll, das es besser wäre, wenn die Beitragszahlergesamtheit 0 wäre, bleibt wohl Ihr Geheimnis.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 20 von 24