Forum: Wirtschaft
Vor- und Nachteile des Preisverfalls: Billiges Öl - ist doch super, oder?
DPA

Der Ölpreis fällt, Heizen und Benzin werden endlich billiger. Auf den ersten Blick profitieren Unternehmen und Verbraucher. Doch ein niedriger Ölpreis kann auch das Symptom einer Krise sein.

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freiheitsk 16.12.2014, 10:47
60. Ursache und Wirkung

Der Artikel vertauscht flagrant Ursachen und Wirkungen des Preisverfalls und blendet grundlegende marktwirtschaftliche Zusammenhänge ganz aus.
Zunächst einmal fördern nicht die Erdöl-Länder selbst ihre Ressourcen sondern die dort investierenden, meist westlichen Unternehmen wie BP, Exxon, Shell oder BASF. Hinzu kommen die zahlreichen mittelständischen Fracking-Startups in den USA. Für diese Unternehmen bedeuten fallende Ölpreise fallende Gewinne und Aufschub von Investionen was langfristig zu Stellenabbau und damit sinkendem Ölangebot führt, was letztlich wieder den Preisverfall stoppt. Hinzu kommt auf der Nachfrageseite der steigende Bedarf, kurzfristig wegen dem Wintereinbruch in den nördlichen Industrienationen und langfristig weil beim fallenden Preisen die private Nachfrage wieder steigt.
Der Ölpreis hat sich ja schon in den letzten 2 Wochen bei ca. 60 Dollar eingepegelt. Mittelfristig könnte er noch bis ca. 50 Dollar weiter fallen, aber nicht wegen der geringen Nachfrage nach Öl sondern nach Dollar da der Preis reihenweise Fracking-Unternehmen in die Pleite treiben wird.
Wir befinden uns gerade in einer Marktbereinigungsphase. Mittelfristig werden sich die Fördernationen mit einem niedrigen Ölpreis arrangieren müssen aber langfristig werden diese durch aufwertende Reserve-Währungen im deflationären Umfeld (hier profitiert v.a. Russland) aufgefangen.

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Beat Adler 16.12.2014, 10:51
61. Die Lager sind voll und werden zum NEUEN Preis geleert.

Zitat von desitka
@Beat Adler Sie schreiben selbst, daß niemena "Öl einfach aus dem Markt nehmen und in großem Stil lagern" könne. Wenn es also, wie Sie sagen, um "Angebotsueberschuss" geht,muß dieser Überschuß doch irgendwo gelandet sein. Extrem angestiegener Verbrauch kann es kaum sein,würde doch eine steigende Nachfrage den Preis nach oben treiben. Bliebe also nur eine extreme große Lagergerung. Wo, durch wen und warum?
Die Lager sind voll und werden zum NEUEN Preis geleert. Eben 40 % billiger. Wer Oel im grossen Stil einkauft tut das jetzt. Schliesst neue Liefervertraege, um seine Lager ganz zu fuellen. Durch die Preissenkungen, wenn sie an die Konsumenten weitergegeben werden, steigt der Verbrauch. Das geht solange bis sich Angebot und Nachfrage bei einem neuen Preis einpendeln. Sollte das Angebot hoch bleiben und die Nachfrage nicht anziehen, dann stuerzt der Preis weiter ab. Das geht solange, bis die Foerderungen abnehmen oder still gelegt werden. In diesem Fall sind die Lager eben noch in der Lagerstaette.

Die Verbrauchszahlen fuer das 4.Quartal 2014 und das erste Quartal 2015 werden uns zeigen, wie stark der Verbrauch beim neuen Preis gestiegen ist. Also abwarten.
mfG Beat

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krise0815 16.12.2014, 10:55
62. Die Zocker nicht vergessen.

Die können auf fallende oder steigende Ölpreise zocken.
Das verstärkt den jeweiligen Trend.

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c218605 16.12.2014, 11:00
63. Kopplung

Zitat von boeseHelene
Heizöl wird anders besteuert als Benzin für Autos
Das ist nicht der Punkt und dramtischer fallen als der PKW-Diesel stimmt nicht. Halbiere jedes Jahr den Dieselpreis an der Tankstelle fuer meinen PKW und weiss schon was mich netto das Heizoel am Tage kosten wird. Funktioniert immer und auch umgekehrt.

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KaWeGoe 16.12.2014, 11:01
64. Alles richtig und ich stimme auch zu - nur ...

Zitat von msdelphin
... EON fängt an die Notbremse zu ziehen und will den Konzern jetzt deswegen aufspalten und sich langfristig von der Braunkohle trennen....
... ist e.on / e.off nach meinen Infos nicht nennenswert im Braunkohlgeschäft vertreten. Das sind RWE und Vattenfall. E.on hat sehr viel Atomkraft (noch) und auch Steinkohlekraftwerke.

Und diese will e.on / e.off jetzt auslagern. Vor allem die irren Kosten für den Atommüll und den AKW-Rückbau will man dem Steuerzahler aufdrücken.

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BettyB. 16.12.2014, 11:06
65. So so, eine Krise...

Da die Wirtschaft sich nicht wirklich in einer Rezession befindet, der Bedarf kaum zurück gegangen sein dürfte, die Förderung nicht erheblich gestiegen ist, gibt es wohl nur die Möglichkeit des politischen Preises im Kampf der "Guten" gegen die "Bösen". Und so treffen sich die US-amerikanischen Oligarchen und die saudischen Islamisten im Kampf gegen Russland und den Iran. Eigentlich toll, bliebe doch einerseits Geld übrig, um sich endlich andere Dinge zu kaufen, andererseits handelt es sich aber anscheinend um einen Wirtschaftskrieg, was ob der Aggressoren kaum Freude aufkommen lassen sollte...

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Dr.W.Drews 16.12.2014, 11:07
66.

Zitat von spiegel-kommentar
Ich finde erschreckend, wie sich der Ölpreis und damit unser aller Kosten für Energie offensichtlich nur an politischen Interessen ausrichtet. Der Rückgang führt zu keinerlei erkennbaren Problemen bei irgendwelchen Ölkonzernen, ausschließlich Staaten geraten langsam an den Rand des Konkurses. Offensichtlich haben wir in den letzten Jahren diversen meist Diktaturen den Staatshaushalt finanziert und jetzt, da die USA das nicht mehr so haben möchten, sinkt der Preis wieder. Mit Angebot und Nachfrage oder mit Kosten der Förderung hat das alles nur nohc wenig zu tun. Ich fühle mich verschaukelt.
Wo wollen Sie die Grenzen ziehen zwischen politischen Interessen und Marktkräften?
Aus politischem Interesse können sie den Preis für Öl nur dann beeinflussen, wenn sie auch Marktakteur sind. Wenn sie also das Angebot verknappen und erweitern können oder ihr Angebotspreis als Orientierung für andere Anbieter oder Nachfrager dient.

Sie fühlen sich verschaukelt?
Mit Verlaub, die können sich nur verschaukelt fühlen, wenn sie ein Vertragspartner hinters Licht führt.
Ich denke Sie sind wohl der Illusion aufgesessen ein natürliches Anrecht auf bezahlbare Energie und viel Konsum zu haben. Ein Naturrecht quasi. Das haben Ihnen wahrscheinlich deutsche Politiker eingeredet. Dieses Recht gibt es nicht. Sie können sich nicht verschaukelt fühlen, höchstens völlig machtlos. Und das sind wir wohl alle.

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KaWeGoe 16.12.2014, 11:09
67. Das im Zusammenspiel mit der Politik ...

Zitat von krise0815
Die können auf fallende oder steigende Ölpreise zocken. Das verstärkt den jeweiligen Trend.
... halte ich für den wahrscheinlichsten Grund beim Ölpreis.

Wie auch immer - dauerhaft wird er nicht dort unten bleiben - wir werden auch wieder neue Höchststände sehen.

Fossile Energien sind ein begrenztes Gut mit gleichbleibender oder steigender Nachfrage. Das heißt auf mittlere und lange Sicht muss der Preis steigen. So wie wir es seit Jahrzehnten beobachten können.

Mit zunehmender Knappheit wird die Preiskurve sich sogar exponentiell ausbilden.

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desitka 16.12.2014, 11:11
68.

@Bea: Sie wissen aber schon noch, was Sie heute an andere Stellegeschrieben haben ? Zitat: "ein Produkt wie Erdoel, das niemand einfach so mir nichts dir nichts aus dem Markt nehmen kann und z.B. Zwischenlager anlegt, taeglich Hundertausende Fass, um spaeter bei besseren Preisen daran zu verdienen."

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misterknowitall 16.12.2014, 11:12
69.

Zitat von c218605
Erinnert sich noch jeder an das Geschwafele von den gleichen Experten als der Preis hoch war und so bleiben wuerde weil die Resource zu Ende geht? Aus Erdoel und Erdgas wurde soviel Plastik gemacht, dass es sich nicht einmal lohnt, die Myriaden von Tonnen die in den Ozeanen schwimmen, zu receyclen. Uns geht's gut...
Der aktuelle Preisverfall hat nichts mit Reserven des Rohstoffes zu tun. Die sind immer noch gleich niedrig. Diese Preisentwicklung ist hauptsächlich der Politik der OPEC zuzuschreiben und somit recht schnell wieder vergänglich. Plastik zu recyceln war schon immer problematisch. Es ist technisch schwer umsetzbar und in der Regel auch nicht wirtschaftlich. Plastik ist und bleibt ein Wegwerfprodukt, dass bestenfalls in einer Verbrennungsanlage landet.

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