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Vorruhestand: Fluglotsen erhalten bereits mit 52 Jahren Toprente
DPA

Der normale Rentenversicherte kann davon nur träumen: Fluglotsen können nach SPIEGEL-Informationen im Alter von 52 Jahren mit 60 Prozent ihres letzten Gehalts in den Ruhestand gehen - auch sonst zahlt die Deutsche Flugsicherung Toprenten.

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andi115 09.06.2014, 00:13
190. Antwort auf Ihren Artikel "Ach was"

Vielen Dank für das große Verständnis und das unglaubliche Halbwissen, das sie offensichtlich mitbringen.
Sie haben sich ein gutes Beispiel ausgesucht, dabei aber etwas Elementares nicht beachtet.
Ja. Der Flughafen Berlin Schönefeld hat nicht so viele Flugbewegungen, wie zum Beispiel die Flughäfen Tegel, Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Köln, Bonn, München oder zum Beispiel Frankfurt. Im Gegensatz zu diesen, müssen die Fluglotsen in Schönefeld aber die Bodenkontrolle der Flugzeuge mit übernehmen und noch dazu den so genannten VFR (Sichtflug) Verkehr unterstützen. Bei diesem handelt es sich um Piloten in der Hobbyfliegerei, die sich zu Flughäfen wie zum Beispiel Frankfurt dank der großen Landegebühren nicht trauen. Solche Flieger werden auf Flugradaren, wovon es ja im Internet genug gibt, nicht aufgeführt.
Der Tower in Schönefeld ist außerdem mit der geringst möglichen Anzahl an Lotsen besetzt, da, sie werden es kaum glauben, die DFS ein eigenwirtschaftliches Unternehmen (genau: GmBH) ist und auf ihr Geld achten muss.
Nun kommt eine weitere verblüffende Nachricht für Sie. Fluglotsen, zumindest die Masse der Fluglotsen arbeitet in so genannten Centern. Die Arbeit in diesen Einrichtungen ist tatsächlich sehr stressig und erfordert ein hohes Maß an Disziplin und Verantwortungsgefühl. Sowohl liegt der Gehalt von Center-Lotsen höher, als der von Tower-Lotsen, als auch leider die Rate von Burnouts und Selbstmorden höher liegt...
Ich habe mir die Freiheit genommen Ihnen einige Artikel und Dokumentationen zum Thema Fluglotse und die Arbeit eines Fluglotsen anzufügen.

https://www.dfs.de/dfs_homepage/de/F...20und%20Tower/
https://www.dfs.de/dfs_homepage/de/U...rsentwicklung/
https://www.dfs.de/dfs_homepage/de/U...eiterstruktur/
https://www.dfs.de/dfs_homepage/de/F...20im%20Center/
https://www.dfs.de/dfs_homepage/de/F...%20im%20Tower/

Ein gutes Beispiel zum Thema Stress im Beruf des Lotsen (ähnliche Szenarien haben wir auch im Raum Frankfurt und Köln):
https://www.youtube.com/watch?v=ShXJeXNkxRQ

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koka_banana 09.06.2014, 02:21
191. Um Neid geht es nicht

sondern Unverhältnismäßigkeit. Fluglotse ist ein 3-jähriger AUSBILDUNGSBERUF. Die angebliche Verantwortung rechtfertigt das exorbitant hohe Gehalt und später die Rente nicht. Das sind Gelder die kein Durchschnittsakademiker erhält.

Was ist mit der Verantwortung eines angestellten Arztes der operiert oder sich Nächte in der Notaufnahme um die Ohren schlägt? Für wenig Geld!

Was mit Polizisten und Feuerwehrleuten, die teilweise ihre Gesundheit riskieren? Für noch weniger Geld!

Um das Kind beim Namen zu nennen, für die Unwissenden unter uns:
Ein gecrashtes Flugzeug, aufgrund Lotsen oder Pilotenfehlern macht sich in der Presse schlecht. Da brechen dann mal schnell die holden Aktienkurse der millardenschweren AGs relevant ein. Das will nunmal kein Aktionär, das ist primär keine Menschenliebe, sondern es geht wie so oft ums Geld.
Lotsen und auch Piloten sind Nischenberufe, die letztendlich bezahlbar sind, da zahlenmäßig überschaubar. Diese Berufsgruppen ERPRESSEN sich auch regelmäßig ihr Gehaltssteigerungen über ihre Lobby namens Gewerkschaft, da sie nunmal den ganzen Flugverkehr lahmlegen können. Sie können streiken ohne rechtliche oder moralische Konsequenzen befürchten zu müssen!!!
Was, wenn mal alle Krankenhäuser ohne Ärzte, alle Städte ohne Polizisten und Feuerwehrleute auskommen müssten, weil auch sie gern angemessen vergütet werden würden???
Think about it

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fidelix 09.06.2014, 02:41
192. nicht zu glauben

da arbeiten viele menschen in viel stressigeren berufen bis 65 und bekommen dennoch nur einen bruchteil der rente der fluglotsen. das hat nichts mit gerechtigkeit zu tun sondern ist eine folge der erpressung, die von der fluglotsengesellschaft jahrelang betrieben wurde. also an alle die etwas sinnvolles leisten in diesem land: nur durch erpressung werden ihr reich.

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kdf 09.06.2014, 09:29
193. Ungerechtigkeits-Debatte

Natürlich sind die Fluglotsen überbezahlt und unfassbar überversorgt. Weil alle Berufskraftfahrer, ob Busfahrer, LKW-Fahrer, Taxifahrer einen wesentlich stressigeren Job mit hoher Verantwortung (Bus 40-50 Fahrgäste oder 30 Tonnnen Heizöl) haben. Das Problem sind die kleinen, gut organisierten Berufsgruppen, welche Ihre Machtpositionen rücksichtslos mit allen Ellenbogen ausnutzen.

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mal_überlegen 09.06.2014, 10:17
194. Totschlagargument

Unabhängig von diesem Thema finde ich es bedauerlich, dass jegliches Hinterfragen von Privilegien sofort als Neid abgetan wird. Wenn jemand nicht mehr arbeiten kann, sollte er/sie die Möglichkeit haben, oberhalb der Armutsgrenze in Ruhestand zu gehen. Dafür kommt dann die Allgemeinheit (Beitrags- oder Steuerzahler) auf. Das sollte für alle Berufsgruppen gelten, nicht nur für ausgewählte. In Krankenhäusern zum Beispiel werden die tariflichen Verhandlungsergebnisse "starker" Berufsgruppen durch Einsparungen bei anderen gegenfinanziert. Und die liegen auch nicht auf der faulen Haut. So etwas anzusprechen muss doch erlaubt sein. Und dazu gehören auch Vergleiche. Solidarität muss in alle Richtungen funktionieren. Das hat nichts mit Neid zu tun. Das Gegenteil von Solidarität wäre Egoismus.

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kdshp 09.06.2014, 11:22
195.

Zitat von spiegelleser987
Sie irren sich. Die Niedriglöhne stammen von SPD und Grünen. Dafür wurden die Steuern für kleine und mittelständische Firmen erhöht und zusätzliche Gebühren eingeführt. Für das Einstellen von Arbeitnehmern hat die SPD eine Zusatzsteuer über Zinsen eingeführt. Zusätzlich haben sich EU, SPD und Grüne neue Gebühren ausgedacht. Warum ist denn die Zahl der Firmeninsolvenzen seit 1999 so extrem gestiegen. das hat vergangenes Jahr sogar der DGB bei einer Konferenz festgestellt. Und warum wurden neue Monopole geschaffen und die FDP hat 2005 Widerspruch bei der damaligen Regierung Rot/Grün eingelegt. Begründung der FDP: das senkt die Einnahmen kleiner Firmen und drückt die Löhne. Erinnern Sie sich noch an die PDS. Die haben in den 1990er Jahren die hoghen Steuern und Gebühren für Firmen kritisiert. Dadurch könnten sich kleine Firmen nicht genug Eigenkapital erwirtschaften, die Firmen können keine ausreichenden Löhne zahlen und es kann zur Insolvenz kommen. Dann haben die sich mit der WASG vereinigt und sie haben ihre Meinung gedreht, ganz nach dem Motto: wer eine Firma gründet ist nur gierig. Übrigens sehen Sie sich noch mal die Sendung von Anne Will an. Der Hotelgründer hat verdient weniger als die Arbeitnehmer. Das meiste verdient der Staat. Aber Scholz von der SPD kann "sich das nicht vorstellen". Und noch etwas: wie "politisch rechts" ist denn die taz? Die können auch keine Mindestlöhne zahlen. Wenn Linke an der Macht wären würde der Staat noch mehr abkassieren und noch mehr Firmen pleite gehen. Die nennen das dann Umverteilen. Es würden nur einige ausgewählte Gruppen mehr verdienen, der Rest ist denen egal. Nach der damaligen Einführung neuer Gesetze zum Elektronikschrott wollte ich das den Politikern erklären (es war gerade Wahl) und wollte auf die Kosnequenezen (niedrige Löhne, mehr Firmenpleiten, ...) hinweisen. Es hat niemand interessiert, keiner der Poklitiker wusste etwas davon. Und die extrem gestiegenen Gebühren, hat niemanden interessiert. Ich würde nur mehr Geld wollen, sprich: ich wäre geldgierig. Dei Wahlplakateträgerin der Grünen hat den Politiker darauf hingewiesen, dass es nicht nur mich betrifft sondern viele KMUs. Es hat die Politiker nicht interessiert, weder links noch grün. Die Einzigen, die zugehört haben war die FDP. Da die aber nicht an der Macht waren, konnten die auch nichts korrigieren. Die höchsten Löhne zahlen übrigens die Industrieunternehmen, wo die Chefs das meiste kriegen. Dass viele KMUs nicht mehr genügend Löhne zahlen können liegt nicht an "politisch rechts" sondern am abkassierenden Staat. Sicher gibt es auch solche schwarzen Firmen, die Hauptursache ist aber der Staat. Und das würde mit Links noch teurer.
ich sag doch das wir keine links regierenden haben sondern das die rechten (politisch) schon lange an der macht sind von kohl über schröder zu merkel. ALLE drei sind politiker der rechts politischen unternehmen und bürger.

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rebell_am_ball 09.06.2014, 11:23
196. Besser verhandeln!

Allen, die sich hier über die Gehälter und Renten von Fluglotsen echauffieren steht es doch frei, sich einer Gewerkschaft anzuschließen und auch für sich bessere Konditionen zu erstreiten. Ich gönne den Fluglotsen jeden Cent, den sie bekommen!

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knowit 09.06.2014, 12:21
197. Eine große Verantwortung

tragen auch viele andere Menschen, die keineswegs mit 52 Jahren mit einer komfortablen Rente in den Ruhestand gehen können. Der Hauptgrund für diese komfortable Situation der Fluglotsen ist meines Erachtens, dass diese sich an exponierter Position befinden, aus der heraus sie im Falle von regelmäßig praktizierten Streiks kurzfristig sehr viele Menschen in Geiselhaft nehmen und somit einen maximalen Druck aufbauen können. Dies ist nicht in Ordnung, andere Berufsgruppen haben diese Möglichkeit nicht, es ist schon etwas wie das Recht des Stärkeren.

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tk90 09.06.2014, 12:30
198.

Wieso muss hier dauernd ein Beruf gegen den Anderen ausgespielt werden? Verantwortung lässt sich sowieso nicht wirklich vergleichen, 40 Menschen(Busfahrer), 100 Menschen(Pilot) oder der AKW-Mann in der Überwachungszentrale. Wieviel Verantwortung trägt denn ein Lehrer, der durch sein Engagement vielleicht 2 Schüler pro Jahrgang begeistert und vor Hartz4 bewahrt. Ist doch alles Quatsch.
Setzt euch doch für eure eigenen Arbeitsbedingungen ein, ob der Lotse nun mit 52 oder 60 in die Übergangsversorgung geht, die die DFS bezahlt. Besser gehts euch dadurch eh nicht.
Nebenbei, fehlerfrei arbeitet auch der Lotse nicht. Man kann auch in diesem Job Fehler korrigieren, ohne das direkt Vorschriften verletzt werden oder es gar zu einem Unfall/Staffelungsunterschreitung kommt.

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amadeus300 09.06.2014, 13:02
199. Neid oder Gerechtigkeit ?

Natürlich ist es einfach, jede Art von Diskussion über Gehälter und Rentenansprüche als sog. Neiddebatte abzuqualifizieren. Wie wär's, wenn man stattdessen von einer Gerechtigkeitsdebatte sprechen würde... ?
Denn in puncto Stress, Verantwortung und zunehmender Arbeitsbelastung fallen mir eine Reihe von Berufen ein, bei denen der Verdienst knapp über der Armutsgrenze liegt... und die Rente später sicher in die Altersarmut führen wird

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